Der Adler und der Schmied

GeschichteAllgemein / P16 Slash
20.07.2014
02.05.2016
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Hallo, meine lieben Freunde und/oder Verirrte

Willkommen zu einem kleinen Nebenprojekt, das mich seit einigen Wochen gefangen genommen hat:
Ein Crossover zu Assassins Creed und Königreich der Himmel bzw. Altair und Balian. Eine kleine fixe Idee, die mir beim Entspannen im Prüfungsstress geholfen hat.

Was gibt es vorher dazu zu sagen?
Es ist keine ausgereifte Geschichte, sondern eher kleine Skizzen/Szenen, die aber trotzdem irgendwie zusammenhängen. Zudem ist nichts beta-gelesen und eher ein geistiger Erguss, deswegen seien Rechtschreibfehler verziehen (auch wenn ich mich freue, wenn ihr mir sagt, wenn ihr welche findet)
Weiterhin, Königreich der Himmel spielt zwischen 1184-87, während Assassins Creed 1191 beginnt. Altair ist also noch jünger und untersteht noch immer Al-Mualim. Wenn ihr wollt, könnt ihr diesen Fakt aber auch gerne  ignorieren, da bis jetzt keine Angaben wie Altersunterschiede im Text angesprochen werden.
Drittens, erschlagt mich nicht für diese Kombi xD Ich glaube eh nicht, dass sich hier großartig Leute hierher verirren werden, aber wenn ihr es nicht mögt LEST ES NICHT!
Als letztes: wenn ihr bis hierhin noch nicht verschwunden seid, wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

1. Bei Nacht in Ibelin
Das erste Aufeinandertreffen von Altair und Balian

     Die glühende Hitze war der kühlen Nacht gewichen. Ruhig lag Ibelin da, nur vereinzelt ein Licht in einem der Häuser. Der Wind fegte sanft über die ergrünten Felder, das kaum wahrnehmbare Rascheln der Halme und Palmenwedel. Auf einem der Dächer der Burg hockte ein Schatten, verschmolzen mit dem Dunkel des Sternenhimmels im Rücken. Der Schatten beobachtete das schwache Licht gegen den Steinboden des Balkons unter ihm. Schweigend, geduldig, bis der Mann im Zimmer das Licht löschen würde.

Doch bald schon legte sich ein zweiter Schatten über die Lichtspiegelung und besagter Mann trat hinaus auf den Balkon. Gemäßigten Schrittes ging er zum Geländer, lehnte sich darauf und ließ den Blick über das schlafende Land gleiten – sein Land. Ein leises Seufzen entglitt ihm, unter dem weißen Leinenhemd konnte Altair das Anspannen und Entspannen der Muskeln erkennen.

Der Assassine beobachtete den Mann nun schon seit Monaten – eine ihm persönlich zugetragene Aufgabe von Al Mualim. Seine Auftragsmorde wurden weniger, blieben immer in der Nähe von Ibelin. Aber Altair sollte den Mann unter ihm nicht töten, nur im Auge behalten und einschätzen. Balian war sein Name, ein französischer Schmied, Bastardsohn des verstorbenen Barons Godfrey von Ibelin. Ein wahrlich seltsames Gefüge, dass der Vater auf der Rückreise nach Jerusalem einer Verletzung erlag, kaum dass er seinem Sohn gebeichtet hatte.

Godfrey von Ibelin war ein geschätzter Mann gewesen. Man nannte ihn gerecht, verantwortungsvoll gegenüber seinen Pflichten und ein Mann mit Respekt gegenüber allen Religionen. Für die Assassinen bedeutete ein Mann wie er einen weiteren Kämpfer für die Freiheit des Landes; für das Ende der Religionskriege. Sein Verlust hatte Al Mualim Sorgen bereitet, da Informationen über seinen Sohn Balian rar waren.

Es war Altairs Aufgabe geworden, zu bestätigen, dass er nach seinem Vater kam. Zu Beginn glaubte Altair nicht an eine erfolgreiche Fortsetzung des Stiles von Godfrey. Balian erschien ihm zu jung, zu naiv. Er gab sich dem Vorurteil hin, Balian sei als Franzose hochnäsig, würde das trockene Land nicht als seiner würdig empfinden. Aber mit jedem Tag hatte der Franzose ihn eines Besseren belehrt.

Balian schuf Brunnen und Wassersysteme für die Felder, gab der Bevölkerung damit genug Nahrung und Sicherheit. Er ließ sie die Religion ausleben, zu der sie gehörten. Er erschuf mit eigenen Händen das fruchtbare Land unter ihm. Kein Klagen, dass seine bürgerliche Kleidung dreckig wurde. Er blieb stets bescheiden, höflich und respektvoll. So oft er draußen war und nach dem Rechten sah, gebarte er sich mit freundlichen Worten für die Menschen ohne seine Stellung als ihr Lehnsherr zu verlieren. Täglich trainierte er mit seinen Rittern und verlor die letzten Unsicherheiten im Umgang mit dem Schwert.

Altair fragte sich oft, woher er die Kraft für all die guten Taten nahm, für all die Ausgeglichenheit in Moral und Ethik. Nie hatte er Balian beten gesehen. Er lauschte den Gebeten der Moslems bei Sonnenaufgang, doch war er keiner. Seine Kraft ruhte in ihm und kam aus ihm. Man sagte, er habe gar keinen Gott; dass die Kraft nur aus ihm selbst kam. Aber selbst jetzt, wo Altair wusste, was er von Balian halten sollte, ging er nicht, wachte manchmal über ihn, wenn er hörte, dass Guy de Lusignan sich wieder über ihn erzürnte.

„Seid Ihr hier, um mich zu töten?“ Der Ausspruch kam überraschend und Altair konnte das Zusammenzucken nicht ganz unterdrücken. Balian hatte leise gesprochen, als wüsste er um die Heimlichkeit, in die Altair sich hüllen musste. Für einen Moment überlegte Altair, ob er nicht schweigen sollte, aber es war offensichtlich, dass Balian wusste, dass er da war und ihn hören konnte.

„Habt Ihr etwas getan, das Euren Tod verdienen würde?“, stellte Altair die Gegenfrage, sprang lautlos auf den Balkon. Balian sah ihn noch immer nicht an, sein Blick hinüber zu den Häusern gerichtet.

„Warum sagt Ihr es mir nicht?“ Das Amüsement konnte Altair deutlich heraushören (Balian musste wissen, dass Altair ihn schon für eine längere Zeit beobachtete) und er wusste nichts mit Balians Gelassenheit anzufangen. Entweder glaubte er sich wirklich unschuldig oder er war naiv genug zu glauben, dass Altair ihn verschonen würde, weil er ihn entdeckt hatte. Aber keines von beidem würde zu Balians Denkweise passen.

„Ihr scheint keine Angst davor zu haben, dass ich es tue“, stellte Altair laut fest und kam langsam auf Balian zu.

„Ich habe gehandelt, wie ich es für richtig gehalten habe. Solltet Ihr mich töten wollen, wisst, dass ich es nicht kampflos tue“ Altair stand nun ein paar Schritte entfernt neben Balian, welcher sich ihm zuwandte – die Haltung offen und furchtlos. Das war eines der Dinge, die Altair über ihn gelernt hatte. Er provozierte nie einen unnötigen Kampf oder gar Streit, aber wenn es keine andere Möglichkeit aus verschiedenen Gründen gab, scheute er nicht davor zurück. Es war etwas, das Altair schätzte.

Mit der Zeit hatte Altair auch gelernt, dass Balians Gesicht eine Sanftheit ausstrahlte, die selbst der größte Ernst oder seltene Wut nie gänzlich auslöschen konnte. Er war ein gutaussehender Mann, der einen ungewollt in den Bann ziehen konnte. Dennoch hatte Altair ihn nur selten diesen eigenen Charme ausnutzen sehen und wenn, nie aus Eigennutz.

„Ich habe nicht den Befehl, Euch zu töten. Ich soll Euch beobachten und mir ein Urteil bilden“, sagte Altair, um die Fronten zu klären.

„Ein Mensch mit Fehlern darf über die Fehler eines Menschen richten?“, fragte Balian. Die Frage kränkte Altairs Stolz als Assassine und er kam nicht umhin zu erwidern:

„Wir haben ein Credo, dem wir folgen. Wir sehen die Welt wie sie ist, ohne all ihre Lügen. Wir wollen das Land befreien“ Balian schenkte ihm einen skeptischen Blick, wandte seinen Blick wieder in die unbestimmte Ferne seines Landes.

„Das sagen diese Männer auch. Sie sagen, ihre Religion und ihr Heiliges Buch und ihre Weltansicht ist die richtige. Und sie versuchen es zu beweisen, indem sie einander töten. Erklären es sei der Wille ihres Gottes“ Seine Stimme war ruhig, ernst. Altair hatte den Drang, ihn zurechtzuweisen für diese Worte – sie waren nicht wie die Templer oder die Truppen Saladins – aber er konnte die Worte nicht schnell genug finden. Rechtzeitig erinnerte er sich daran, dass er auch nicht antworten sollte, was mehr über ihn und die Assassinen preisgeben könnte. Balian mochte ein gerechter Mann sein, aber er war kein Verbündeter und ihm war damit nicht zu vertrauen.

„Alles, was wir wollen, ist das Ende der Religionskriege. Das Land ist genug gebeutelt. Die Menschen sollen wieder in Freiheit leben“, sagte er schließlich.

„Frei, ihrem Glauben entsprechend zu leben?“ Balian sah ihn wieder an, sein Blick forschend, noch immer skeptisch. Altair fühlte sich vertraut damit. Er konnte ihm keinen Vorwurf machen, bedachte man die Situation im Land.

Altair nickte nur. Für eine Sekunde glaubte er, Balian würde ihn noch etwas fragen, aber dieser schwieg dann doch, und Altair wandte sich zum Gehen. Er sollte Al Mualim Bericht erstatten. Das hatte er schon zu lange hinausgezögert. Mittendrin blieb er jedoch noch einmal stehen, wandte sich ein letztes Mal an den Baron, der ihm mit seinen Blicken folgte.

„Woher nehmt Ihr die Kraft, diesen Menschen Frieden zu geben?“

„Was für ein Mann ist ein Mann, der nicht die Welt verbessert?“ Altair ließ die Bedeutung der Worte erst in seinen Verstand sickern, ehe er wieder den Mund öffnete. Altair hatte seine Meinung über ihn: er würde noch größer sein als sein Vater.

„Der Tod eines Mannes, wie Ihr es seid, wäre ein großer, nie wieder gut zu machender Verlust für die Menschen dieses Landes. Friede sei mit Euch“ Mit diesem Abschiedsgruß, verließ Altair den Baron von Ibelin über die Dächer. Er hörte noch ein leises „Und mit Euch“, dann war er wieder verschmolzen mit der kühlen Nacht, die sich über Ibelin ausgebreitet hatte.
______
Ende
Ich hoffe, es hat gefallen.
Kritik, Verbesserungsvorschläge, vielleicht auch Lob bitte in die Reviews :3
Bis zum nächsten Mal,
Eure Miyara Kojima
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