Josephine Klick – Liebe kennt keine Grenzen

von bichi
GeschichteKrimi, Romanze / P16
18.07.2014
18.10.2015
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08.10.2015 3.271
 
(Fritz) Irgendwie fühlte ich mich unwohl. Nachdem Josephine und ich die Bar betreten hatten, starrten mich alle an, als ob ich ein Außerirdischer wäre. Doch was hätte ich auch anderes erwarten sollen?! Die Einwohnerzahl hier konnte man wohl an einer Hand abzählen. Laut Josy kannte hier jeder jeden. Für die war es bestimmt ein Highlight, wenn sich mal ein Außenstehender hier her verirrte. Es war mir egal, dass alle Blicke auf mir lagen. Doch ein Augenpaar gab es, das mich störte, denn es war nicht auf mich sondern auf die Person neben mir gerichtet. In ihnen lag ein eigenartiges Funkeln, welches mir ein komisches Gefühl bescherte. Ob dieser Typ Josephine näher kannte? Natürlich kannte er sie näher, das konnte ich in seinen Augen erkennen. Die Frage war nur, wie nahe. Waren die beiden etwa einmal ein Paar gewesen? Dieser Gedanke gefiel mir ganz und gar nicht. Und bevor ich nachfragen konnte, wer dieser Schwachmat überhaupt war, meldete dieser sich sogleich zu Wort. Ein dreckiges Grinsen lag auf seinem Gesicht, als er mit lauter, gehässiger Stimme in den Raum schrie: „Sieh mal einer an. Die Braut, die sich nicht traut, ist zurück gekehrt. Wenn das nicht ein Grund zum Feiern ist.“ Wie von selbst straffte ich meine Schultern. Eigenartig. Jetzt nachdem der Typ das Maul aufgerissen hatte, konnte ich ihn noch weniger leiden.

(Josy) Bei so einem Spruch konnte ich nicht anders als die Augen zu verdrehen. Langsam beuge ich mich rüber zu Fritz, um ihn zuzuflüstern: „Das ist Philipp Devon. Stefans bester Freund Schrägstrich Trauzeuge.“ In den Augenwinkeln konnte ich erkennen, dass mein Freund nickte und irgendwie hatte ich das Gefühl, als ob ihm diese Antwort erleichtern würde. Bestimmt irrte ich mich. Wieso sollte er erleichtert sein?! Lange nachdenken konnte ich darüber nicht, da ich erst jetzt bemerkte, dass Philipp auf uns zugegangen war und mich mit angewidertem Grinsen anlächelte. „Irgendwie witzig was. Du bist sauer auf Stefan wegen einer Lappalie und selbst hüpfst du in Berlin vom einen Bett zum anderen.“ Philipp brach in schallendes Gelächter aus, hielt jedoch inne, als er merkte, dass er der einzige war, der sich hier lautstark amüsierte.

Mein ganzer Körper verkranfte sich sofort. Mit so einem Spruch seinerseits hätte ich eigentlich rechnen müssen und obwohl ich wusste, dass das, was er von sich gab, nicht stimmte, trafen mich seine Worte dennoch. Als ob ich so ein Flittchen wäre, das sich jedem an den Hals wirft. Verdutzt öffnete sich mein Mund, um mich zu verteidigen, doch egal wie sehr ich mich auch bemühte, es kamen keine Laute heraus. Es waren höchstens ein zwei Minuten, dass ich bewegungslos dastand. Erst als ich ein lautes Knurren neben mir vernahm, löste ich mich aus meiner Starre. Fritz hatte seine Hände zu Fäusten geballt und wirkte sichtlich angespannt. Durch das Antiaggressionstraining hatte er sich bereits viel besser im Griff. Doch seine Selbstbeherrschung war schnell dahin, wenn es um sein Team ging. Vor allem aber, wenn es um mich geht. Diese Kenntnis traf mich tief. Denn es war ein Grund mehr gewesen, meine Stelle im Revier zu kündigen. Egal welchen Einsatz Fritz und ich gemeinsam hatten, ob wir nun getrennt waren oder nicht, ich konnte mich einfach nicht mehr richtig konzentrieren. Zu sehr hatten meine ängstlichen Gedanken mein Gehirn lahm gelegt. Bisher waren unsere Fälle unspektakulär gewesen. Aber was, wenn wir einmal in eine brenzliche Situation kommen sollten? Ich war mir ziemlich sicher, dass ich in so einem Fall alles andere als rationell denken könnte. Diese Bedenken verfolgten mich bereits seit einigen Wochen. Bisher hatte ich es immer erfolgreich verdrängt. Doch jetzt erkannte ich, dass ich mit meiner Vermutung richtig lag. Philipp hatte mich beleidigt quasi angegriffen, und Fritz machte sich bereit, mich wie immer zu verteidigen. „Pass auf, was du sagst!“ zischte er ihm entgegen, was ich überhaupt nicht gut hieß. Das war eine Sache zwischen Philipp und mir. Fritz sollte da nicht mit reingezogen werden.

Wie zu erwarten gab sich mein Exkollege bei Fritz´s Anweisung kühl und zuckte nur lässig die Schultern. „Stimmt doch. Hattest ja bereits mit all meinen Freunden was am Laufen.“ meinte er zu mir und ignorierte meinen Freund gekonnt. Ich selbst musste mich echt zusammen reißen, dass ich Phil nicht gleich eine knallen würde. „Ist ja auch keine Kunst bei dem kleinen Freundeskreis den du hast.“ gab ich ihm ebenfalls gehässig Kontra, innerlich klopfte ich mir für meine schlagfertigen Worte gerade selbst auf die Schulter. Philipp hingegen wurde bei meiner Aussage wütend. Ein eigenartiges Funkeln erschien in seinen Augen und er fing an, mit den Zähnen zu knirschen, ehe er einen gewaltigen Satz zu mir nach vorne machte. Ich zuckte zusammen und legte wie von selbst meine Hände schützend auf meinen Bauch. Bevor mein Exkollege mich jedoch erreichen konnte, wurde ich von zwei starken Armen nach hinten geschoben und im nächsten Augenblick wurde mir die Sicht zu Phil versperrt. Stattdessen starrte ich nun auf einen Rücken – Fritz´s Rücken. Er hatte blitzschnell reagiert und sich schützend vor mich gestellt. „Fass sie ja nicht an.“ hörte ich Fritz´s bedrohliche Stimme, doch Philipp hatte an der Situation sichtlich Spaß daran. Er machte einen weiteren Schritt auf ihn zu, sodass die beiden nun ganz dicht beieinander standen. „Und wenn nicht.“ fragte er ihn spöttisch, was Fritz nur noch mehr zur Weißglut brachte.

Das war nicht gut, das war ganz und gar nicht gut. Die beiden waren kurz davor, eine Schlägerei anzufangen. Doch was sollte ich tun? Ich konnte nicht dazwischen gehen. Das wäre viel zu gefährlich für das Baby gewesen.

(Fritz) Ich wollte gerade zum Schlag ausholen, als jemand plötzlich meinen Arm ergriff. Ich runzelte die Stirn und suchte die Person, die es wagte, mich zu unterbrechen, diesem Arsch eine Lektion zu erteilen. Zu meiner Verwunderung war es eine Frau, besser gesagt die Barkeeperin, die uns ermahnend ansah. „In meiner Bar gibt es keine Schlägereien, verstanden! Regelt das gefälligst anders. Hab keine Lust mir neue Möbel zu besorgen.“ Meine Faust sank nach unten, nachdem die Frau mich ausgelassen hatte. „Mir solls recht sein. Ein kleines Match.“ meinte diese Pfeife an mich gerichtet und zeigte auf den Billardtisch. „Und um es noch spannender zu machen gibt es auch einen Einsatz.“ Einsatz? Was könnte der schon einsetzen, was für mich von Bedeutung wäre?! „Wenn du gewinnen solltest, werde ich einen ganzen Tag nackt zur Arbeit gehen.“ fing er an, was mich einen Lacher kostete. Dieses Arschloch schien von sich selbst ja sehr überzeugt zu sein. Na wenn er sich da mal nicht die Finger verbrannte. Irgendwie gefiel mir die Idee, gleichzeitig aber hatte ich das komische Gefühl, dass es sich bei meinem Wetteinsatz um irgendetwas handelte, das mit Josephine zu tun hatte, was mir nicht ganz behagte. „Aber wenn ich gewinne, bekomme ich einen „Special Kiss“ von unserer Josy hier.“ meinte er lässig und machte eine Kopfbewegung zu ihr. Mein Körper spannte sich bei seiner Forderung an. Meine erste Reaktion wäre gewesen, dass ich sofort ablehnte und auch Josephine fing hinter mir an zu protestieren. Als ich jedoch von ihm als Weichei bezeichnet wurde, war meine eigentliche Entscheidung in Vergessenheit geraten. Er wollte also wirklich eine Abreibung? Die konnte er haben!


Da er der Herausforderer war, durfte ich beginnen. Ich legte die weiße Kugel auf den weißen Punkt, nahm die richtige Position ein und versuchte, mich zu konzentrieren. Dabei schloss ich das linke Auge und ging mit dem rechten ganz nah an den Schläger ran. Vorsichtig holte ich aus und berührte die erste volle Kugel, die ich sogleich versenkte. Nachdem ich meinen Zug beendet hatte, lehnte ich mich zurück und blickte zu Josephine, die mir einen beleidigten Blick zuwarf. Ich konnte mir vorstellen, dass sie aufgrund des Wetteinsatzes nicht gerade begeistert war. Aber spätestens dann, wenn ich den Kerl in Grund und Boden gestampft habe, wird sie die ganze Sache vergessen, da war ich mir sicher. Das Spiel zog sich in die Länge – es war ein richtiges Kopf an Kopf Rennen. Ich musste mich nun echt zusammenreißen und alles geben, wenn ich dieses Spiel für mich gewinnen wollte. An einen anderen Ausgang wollte ich erst gar nicht denken, als ich mich an seine Forderung erinnerte. Wie von selbst entstand ein Bild in meinem Kopf, wie der Arsch meiner Freundin die Zunge in den Hals schob. Wut machte sich in mir breit, aber gleichzeitig war ich auch umso motivierter, das hier für mich zu entscheiden. Er beendete seinen Zug, weshalb ich mich für meinen nächsten Schlag bereit machte. Ich blickte kurz zu meiner Freundin und obwohl sie genau so angespannt war wie ich, konnte ich in ihren Augen erkennen, dass sie mir durchaus zutraute, das Spiel zu gewinnen. Mein Blick wanderte auf das Spielfeld, wo nur noch eine volle Kugel meinerseits und die schwarze Kugel selbst lagen. Sollte ich in diesem Spielzug nicht beide einlochen, war die Chance extrem hoch, dass er die Endkugel einlochte. Nur wie sollte ich das schaffen, beide Kugeln zu treffen, wenn diese so weit auseinander lagen?

„Ping Pong.“ vernahm ich Josys Stimme im Hintergrund und musste grinsen. Innerlich bedankte ich mich bei ihr für den hinweisenden Tipp und versuchte mich an den Trick zu erinnern, den sie immer gegen ihre Geschwister angewandt hatte, um sie zu besiegen. Auch bei mir hatte sie ihn ein zweimal verwendet und ihn mir großzügigerweise sogar auch verraten. Kurz rief ich besagten Abend in meinen Erinnerungen hoch und stellte mich danach hin. Ich holte mit dem Arm aus und gab so viel Kraft wie nur irgends möglich an die Kugel ab. Diese flog daraufhin wie ein Pinball von einer Seite zur nächsten und beförderte die volle Kugel in die linke Ecke. Ich hielt den Atem an, als sie sich auch der schwarzen näherte. Immer und immer näher kamen sich die beiden, bis sie sich tatsächlich berührten. Die schwarze Kugel rollte gerade aus und blieb direkt bei der Kante zum Stehen. Dort schwankte sie gewaltig umher, was mein Herz schneller schlagen ließ. Wenn sie jetzt nicht rein ging, hatte ich definitiv keine Aussicht mehr. Genau darauf spekulierte auch mein Gegner und es bescherte ihm richtig Freude, dass sie zum stehen kam. Auch ein Kollege von dem Arsch schien das Ende bereits zu kennen und ging zu seinem Freund, um ihn zu beglückwünschen. Er trat näher heran und klopfte ihm einmal auf die Schulter. Genau in diesem Moment jedoch neigte sich die Kugel noch ein kleines Stück mehr. Schließlich konnte sie sich nicht mehr länger halten und gab der Schwerkraft nach. Kaum landete die schwarze Kugel unten, schon begannen die regen Diskussionen über das Spiel. Scheinbar war der Typ wirklich einer der besten hier. Sonst wäre keiner von den Anwesenden hier über den Ausgang des Spiels so überrascht. Tja aber selbst der beste hatte gegen mich keine Chance. Wenn ich was machte, dann richtig. Ich legte den Schläger beiseite und wollte zu Josephine gehen, als ich von jemandem aufgehalten und unsanft umgedreht wurde. Der Spacko. Wer hätte es auch sonst sein sollen. Offensichtlich war er kein recht guter Verlierer. Zumindest war sein Gesichtsausdruck wutentbrannt. „DU!!! Du hast geschummelt. Ich zeig dir gleich was wir hier mit Betrügern machen!!!“ schrie er mir entgegen, während er mich am Shirt grob packte. Er wollte gerade ausholen, als eine drohende Stimme ihn davon abhielt. Ich runzelte verwirrt die Stirn, als ich hinter der Menschenmenge Josys Vater ausfindig machen konnte. „Lass sofort meinen Schwiegersohn los Philipp. Sonst sorge ich dafür, dass du eine Woche nur Berichte abtippen darfst.“ Schwiegersohn? Hatte ich etwas verpasst?
Als wären diese Worte elektrisch ließ er mich sofort los und machte einige Schritte rückwärts. „War doch nur Spaß. Ist alles gut. Nichts passiert.“ versicherte er ihm gefühlte hundert mal. Josephines Vater schien sehr präsent in Bielefeld zu sein. Jedenfalls starrten ihn alle kurz an, ehe jeder wieder seiner gewohnten Tätigkeit nachging und so tat, als wäre nichts gewesen. Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, deutete Josephines Vater uns, dass es Zeit war zum Hof zurück zu gehen. Josy und ich nickten, bevor wir ihm folgten.

Dort angekommen, ging Josephine nach oben, um sich fürs Bett fertig zu machen, während mich mein Schwiegervater in Spe noch einmal kurz sprechen wollte. Ich würde lügen würde ich behaupten, dass ich vor dem Gespräch nicht angespannt gewesen wäre. Einige Zeit standen wir uns gegenüber, bevor er seine Hände auf meine Schultern legte und mich ernst ansah. „Ich hoffe für dich, dass du meine Josy glücklich machst, verstanden! Und dass ihr mich auch ja besuchen kommt mit dem Baby.“ teilte er mir mit, ehe er sogar noch einen Schritt näher auf mich zumachte und mich etwas drückte. Anfangs stand ich einfach nur starr da, war einfach zu überrascht als dass ich hätte gleich reagieren können. Nachdem mir die Situation jedoch bewusst wurde, klopfte ich ihm ebenfalls einmal auf die Schultern. Kurz bevor er sich aus dieser Umarmung gelöst hatte, flüsterte er mir Worte ins Ohr, was mich ziemlich schlucken ließ.

(Josy) Nach dem Zähneputzen zog ich mir Socken, Jeans sowie Shirt aus und hing die Klamotten über den gemütlichen Kuschelsessel, den ich mir als Teenager so sehr gewünscht hatte. Gemeinsam mit meinem Nachthemd legte ich mich gemütlich ins Bett und wartete ungeduldig auf Fritz. Eigentlich hätte ich sauer auf ihn sein müssen, wenn man bedenkt, WELCHEN Einsatz er da tatsächlich angeboten hatte. Aber irgendwie konnte und wollte ich nicht lange auf ihn böse sein. Noch etwas, das ich der Schwangerschaft zuschreiben konnte. Verfluchte Hormone. Ich will ihm eine kleben, ihn anschreien was er sich da eigentlich dabei gedacht hatte. Gleichzeitig aber wollte ich ihn küssen und ihm zu seinem Sieg gratulieren. Philipp war immer der beste Billardspieler in Bielefeld gewesen. Dass Fritz gewinnt hatte niemand mit gerechnet. Glück für ihn. Bei einer Niederlage hätte ich ihn garantiert eigenhändig gelyncht.

Mein Blick fiel auf die Uhr und allmählich fragte ich mich, ob Papa das Friedensangebot von vorhin wirklich ernst gemeint hatte oder gerade dabei war, Fritz mit einer Schrotflinte zu jagen. Konzentriert lauschte ich, versuchte irgendwelche Geräusche wahrzunehmen. Doch ich hörte absolut nichts, was mich noch mehr beunruhigte. Gerade wollte ich aufstehen, um nach den Rechten zu sehen, als plötzlich die Tür aufsprang und Fritz in der Tür stand. Erleichtert lächelte ich ihn kurz an, ehe ich ihn fragte, was er dort unten so lange getrieben hatte. Als Antwort bekam ich lediglich ein Zucken in Kombination mit dem Wort „Männergespräch“. Na toll. Typisch Mann, erfährt man mal wieder nichts.

Nachdem auch er sich zurecht gemacht hatte, lagen wir beide nun still im Bett und starrten auf die dunkle Decke meines ehemaligen Kinderzimmers und hingen unseren Gedanken nach, bis Fritz die Stille durchbrach. „Und? Denkst du, dass er morgen nen Rückzieher macht?“ fragte er mich beinahe schon zurück haltend, fast als wolle er sich an mich herantasten, ob ich auch wirklich nicht angefressen auf ihn war. Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht. Zwar war ich noch immer alles andere als begeistert wegen dieser Wette, doch der Gedanke, dass Philipp morgen nackt zur Arbeit gehen musste, amüsierte mich einfach viel zu sehr, als dass ich Fritz jetzt an die Gurgel hätte springen können. Ich konnte seinen fragenden und gleichzeitig auch stechenden Blick neben mir spüren, starrte jedoch weiterhin nach oben. „Glaub nicht.  Bielefelder sind dafür bekannt, dass wir unser Wort  halten. Jedenfalls was das Wetten betrifft.“ teilte ich ihm mit, was er mit einem kurzen Nicken kommentierte. „Gut, dass ich gewonnen hab.“ flüsterte er daraufhin erleichtert zu sich selbst. Doch mein Vater hatte mir bereits als Kind immer schon gesagt, dass ich Ohren wie ein Luchs hatte, was wohl an meiner ermüdenden Neugierde lag. „Ich hätte diese Wette sowieso nicht eingehalten.“ ließ ich ihm wissen und verzog angewidert das Gesicht bei dem Gedanken. „Dachte, Bielefelderinnen und Bielefelder halten ihr Wort?“ fragte er nach meinen eigenen Worten nach. Ich drehte meinen Kopf, um ihn anzusehen. Viel erkennen konnte ich jedoch nicht, da es draußen bereits stockdunkel war. Lediglich der Mond spendete ein klein wenig Licht, weshalb ich dennoch seine Augen erblicken konnte. „Eigentlich wars ja deine Wette und nicht meine. Außerdem bin ich keine Bielefelderin mehr.“ teilte ich ihm mit und war von mir selbst überrascht, mit wie viel Stolz ich diesen Satz sagte. Doch er stimmte. Ich war keine Bielefelderin mehr. Obwohl ich anfangs noch meine Zweifel hatte, so war Berlin dennoch meine neue Heimat geworden.
Ich merkte, wie sich die Matratze neben mir bewegte. Aufgrund der Dunkelheit dauerte es etwas, bis ich erkannte, dass Fritz sich auf die Seite gedreht hatte. Seinen Kopf stützte er auf seiner linken Hand, während die rechte sich vorsichtig auf meine Wange legte. „Stimmt. Seit knapp zwei Jahren bist du jetzt schon offiziell Berlinerin.“ meinte er etwas abwesend, ehe er nach kurzer Pause seinerseits mit ernster Stimme weitersprach: „Selbst wenn hätte ich ihn nie in deine Nähe gelassen. Eher hätte ich ihm die Zunge abgeschnitten.“ meinte er mit voller Überzeugung, was mich zum schmunzeln brachte. Meinte er etwa, ein Special Kiss wäre ein Zungenkuss?! Ich beschloss, ihn in dem Glauben zu lassen. Sonst würde er die halbe Nacht lang durchzettern und das wäre doch schade um die schöne Zeit, die man auch viel besser investieren konnte. Zum Beispiel in …. Liebe ….. Kuscheln ….. Zärtlichkeiten ….. oder einfach nur wilden Sex. Und genau darauf hatte ich jetzt Lust – wortwörtlich.

Meine Lippen preschten nach vorne und legten sich gierig auf seine, nahmen sie vollkommen in Besitz. Nach einigen Minuten lösten wir uns kurz voneinander, um erstmal Luft zu holen. Keine zwei Sekunden später legte ich meinen Mund erneut auf seinen und intensivierte sogleich den Kuss, während meine Hand unter sein Schlafshirt wanderte, um dort seine Muskeln zu ertasten. Fritz lag einfach nur da und ließ es sich gefallen, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich ihm das Kleidungsstück ausziehen wollte. „Josephine. Dein Vater.“ erinnerte er mich daran, dass wir uns nicht in seiner Wohnung befanden. Ich musste zugeben, dass es schon ein eigenartiges Gefühl war, den eigenen Vater nur wenige Türen entfernt zu wissen. Dennoch hielt es mich nicht von meinem Vorhaben ab. Demonstrativ setzte ich mich auf seinen Schoß und drückte meinen Unterleib seinen entgegen, was ihn zum Stöhnen brachte. „Fritz er weis dass ich ein Baby bekomme und das entsteht eben nunmal durch Sex. Außerdem sind wir hier nicht verklemmt. Also könntest du dich jetzt bitte ausziehen, damit ich dich endlich ganz tief in mir spüren kann?!“ sagte ich mit verheißungsvoller Stimme an ihn gewandt und meine Worte verlierten alles andere als seine Wirkung. Denn ich merkte, dass die Beule unter mir sich dadurch deutlich vergrößerte, was mich nur noch ungeduldiger werden ließ. Kurz hebte ich meine Hüften an, um seine Boxershorts in Windeseile zu entfernen. Fritz selbst schien davon jedoch nicht viel mitbekommen zu haben. Scheinbar war er immer noch am Verarbeiten meiner Worte beschäftigt. Erst als ich meine Lippen abermals auf seine presste, schien wieder Leben in ihm zurückzukehren. Langsam fuhr meine Zunge die Konturen seines Mundes nach, was Fritz ein leichtes Stöhnen entlockte, wodurch sich sein Mund ein klein wenig öffnete. Ich nutzte die Gunst der Stunde, um seine Zunge zu erobern. Es war anders als sonst. Normalerweise waren wir anfangs immer ein wenig zurückhaltender. Aber ich wollte kein Vorspiel, jedenfalls nicht heute. Meine Zunge schnalzte immer wieder in seinen Mund, während mein Unterleib sich immer dichter an seinem rieb. Ein Augenaufschlag später nahm ich bereits wahr, wie bereit er doch schon für mich war und allein diese Tatsache beförderte mich fast schon zu einem Höhenflug. Innerlich dankte ich dafür, heute mal keinen Pyjama zu tragen. Auch wenn ich kuschelige Hosen nachts liebte, so war ich nun aber glücklich darüber, keine zu tragen. Mit einer flinken Bewegung schob Fritz mein Unterhöschen zur Seite, damit er mir nach so langer Zeit endlich das geben konnte, was ich jetzt so sehr brauchte.
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