Josephine Klick – Liebe kennt keine Grenzen

von bichi
GeschichteKrimi, Romanze / P16
18.07.2014
18.10.2015
73
132.835
3
Alle Kapitel
91 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
18.07.2014 1.282
 
(Josie) Nun schien auch er zu begreifen, dass ich nicht eher aufhören würde, bis ich meine Fragen beseitigt hätte. Sein Lächeln erlosch, sein Gesichtsausdruck wurde ernst. „Du weißt, warum ich es getan habe. Der Typ ist doch selbst schuld, wenn der so dämlich ist und den Schlüssel verschluckt.“ Ungläubig schüttelte ich den Kopf. „Gott Fritz. Es hätte doch auch irgendeinen anderen Lösungsweg gegeben. Dazu hättest du nicht … .“ Doch weiter kam ich nicht, da er ohne Vorwarnung mit der bloßen Faust auf den Tisch schlug, ehe er um den Tisch ging, sich vor mir aufbaute und wild mit den Händen in der Luft herumfuchtelte. „Verdammt Bielefeld was hmm? Was für einen anderen Weg hätte es denn deiner Meinung nach gegeben?! Einen Ersatzschlüssel gab es nicht und für nen Schneidbrenner war definitiv keine Zeit mehr. Wäre es dir lieber gewesen ich hätte so wie die anderen einfach zugesehen wie du ertrinkst, während dieses kranke Schwein sich ins Fäustchen lacht?! Dieser Arsch wäre vermutlich für ein paar Jährchen in die Geschlossene gewandert und danach wieder frei gewesen und du? Du wärst für immer weg gewesen.“ schrie er schon fast. Der Prüfer hatte recht. Diese Therapie würde ihm vielleicht wirklich ganz gut tun. Ich schnaubte und erhob mich jetzt ebenfalls. „Hätte dir doch eigentlich egal  sein können. Wolltet mich doch sowieso von Anfang an los werden.“ In irgendeiner Weise stimmte dies doch auch. Allerdings hätte ich diese Worte besser sein lassen sollen, denn mit der Reaktion meines Gegenübers hatte ich nicht gerechnet. Sein Gesichtsausdruck wurde wütend und er fuhr mich regelrecht an. „Bielefeld hör auf so eine Scheiße zu reden!!!!!“ als er jedoch merkte, wie ich zusammenzuckte, strich er sich durchs Haar und versuchte wohl somit, sich selbst zu beruhigen, ehe er etwas ruhiger fortfuhr. „Natürlich war es Alex und mir anfangs lieber gewesen, du hättest einfach Bürokram erledigt und hättest uns einfach machen lassen. Und ja wir waren genervt von deinen Alleingängen und deiner Arbeitsweise und sind es bis vor kurzem noch immer gewesen. Aber das heißt nicht, dass wir dich im Stich lassen würden! Du gehörst mittlerweile genauso zum Team und ich würde niemals zulassen, dass einem meiner Partner etwas passiert!!!“ Ich schluckte und musste mich nach seinen Worten wirklich zusammenreißen, um nicht loszuheulen. Dennoch entwich mir eine einzige Träne. Fritz´s Mine wurde besorgt. Vorsichtig strich er mir den Wassertropfen weg, sah mir dabei tief in die Augen und sagte mit ruhiger Stimme. „Hey. Vielleicht komme ich jetzt ins Gefängnis, werde suspendiert und als Mörder abgestempelt. Aber für die Tatsache, dass es dir gut geht, war mir das alles wert.“ Nachdem er geendet hatte, konnte ich meine Tränen wirklich nicht mehr zurückhalten. Ohne groß darüber nachzudenken, fiel ich ihm um den Hals und fing an zu schluchzen. Nach kurzem Zögern erwiderte er die Umarmung, drückte mich noch fester an sich und küsste mein Haar.

(Josie) „Danke. Ich bin dir wirklich dankbar Fritz. Ohne dich ...“ sagte ich gerührt. „Lass uns nicht mehr darüber reden. Es ist vorbei. Ich bin nur froh, dass es dir gut geht“ flüsterte er. Ich nickte nur und löste mich aus seinen Armen. „Aber mach sowas nie wieder, hörst du!“ tadelte ich ihn und sein Lächeln erschien wieder, das ich so sehr an ihm mochte. „Keine Sorge. Ich denke nicht, dass ich im Knast noch die Möglichkeit dazu finden würde.“ sagte er und versuchte wohl, witzig zu sein. Apropo Gefängnis. Ich hatte durch unsere Diskussion schon fast vergessen, weshalb ich eigentlich zu ihm gegangen war. „Du musst nicht ins Gefängnis.“ Seine Augenbrauen zogen sich zusammen. „Das ist echt nett von dir Bielefeld. Aber wir wissen beide, dass die Situation mehr als aussichtslos ist.“ lächelte er schwach. Meine Hand legte sich auf seine Wange, was Fritz wohl zu genießen schien. Kurz schloss er die Augen, ehe er mich wieder ansah. Ich schüttelte allerdings nur den Kopf. „Ich hab mit dem Prüfer gesprochen. Es ist alles geklärt“ Er löste sich und sah mich verwirrt an. „W...was!? Du hast …?!“ Meine Brust schwoll voller Stolz an. „Yep. Du wirst zwar für ein Monat suspendiert, aber sonst drohen dir keine Konsequenzen“ Sein Gesicht strahlte vor Glück. „Ja aber wie …?!“ Ich lächelte ihn an, sein verdutzter Gesichtsausdruck war einfach zu süß. Hach am liebsten würd ich ihn jetzt einfach küssen. Huch, was dachte ich denn da?! „Ich hab ihn einfach zugetextet wie unfair das wäre und wieso sie dich meiner Meinung nach freilassen sollten“ Fritz nickte und zwinkerte mir anschließen zu. „Verstehe und deine Argumente waren wie immer ausschlaggebend, um den Fall zu lösen.“ Meine Lippen  pressten sich zusammen. „Naja nicht ganz.“ Als mein Kollege mich erwartend ansah, fuhr ich fort. „Er meinte, er würde dich gehen lassen wenn ich im Gegenzug dafür die Klappe halte.“ gestand ich ihm nun, die erwartete Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Es glich einer halben Ewigkeit, bis sich Fritz endlich wieder zu beruhigen schien. „Danke. Du bist echt der Hammer, Bielefeld. Wer hätte gedacht, dass mir deine große Klappe mal aus der Patsche helfen würde.“ kommentierte er. Ich schlug ihm gespielt beleidigt auf die Brust, lächelte danach jedoch schwach. Das gibt Rache. „Ach ja bevor ich es vergesse.“, meinte ich beiläufig „In dem Monat deiner Suspendierung musst du in eine Anti-Aggressions-Therapie gehen“ Ich konnte nicht leugnen, dass ich es etwas genoss, ihm das reinzudrücken. Fritz´s Mine fiel sofort Richtung Norden. „Tja. Ich würde sagen wir sind quitt.“ sagte ich triumphierend.

(Fritz) Ein paar Wochen später zog der Alltag wieder ins Land. Ich hatte meine Anti-Aggressions-Therapie - was ich für absolut lächerlich hielt aber es trotzdem ertragen hatte, um keine weiteren Schwierigkeiten zu bekommen – abgeschlossen und war nun wieder im Dienst. Es schien als ob es den besagten Tag nie gegeben hätte, dennoch war nichts mehr so, wie es vorher einmal war. Mein bester Freund Alex redete nur mehr beruflich mit mir und auch privat sprachen wir nur das Nötigste, ganz zu schweigen davon, dass er zusätzlich mittwochs keine Zeit mehr hatte. Er schien sich immer mehr von mir zu entfernen und ich wusste nicht wieso. Ich hatte es mehrfach versucht herauszufinden was mit ihm los war. Meine Versuche blieben allerdings erfolglos, was mich – auch wenn ich es als Mann nicht gerne zugab – verletzte. Immerhin waren wir seit der Schulzeit unzertrennlich und nun?! Er blockte einfach immer wieder ab. Und wäre es nicht schlimm genug, dass ich gerade dabei war, meinen besten Freund zu verlieren, drohte mir Stefanie auch noch damit, dass ich Ben nie wieder sehen durfte. Irgendwie schien sie von der Sache mit diesem Frauenmörder mitbekommen zu haben und wollte mir nun auch noch das Sorgerecht entziehen. Wäre Josephine mir in dieser schlimmen Zeit nicht beigestanden, würde ich nicht wissen, was ich getan hätte. Sie hat mir die Kraft gegeben die ich brauchte, um weiter zu kämpfen. Und das, obwohl bei ihr selbst einige Sorgen auf ihrer Seelen lasteten. Wir verbrachten immer mehr Zeit miteinander und irgendwann kam die Zeit, wo sie mir so sehr vertraute, dass sie mir sogar ihre Vergangenheit verraten hatte. Gespannt hatte ich jedes einzelne Wort aufgesaugt und gespeichert, hatte sie beobachtet und jede einzelne Mine von ihr gescannt. Aus Höflichkeitsgründen ließ ich sie ausreden, bevor meine Wut über dieses Arschloch überhand genommen hatte und ich mich lauthals über ihren Exverlobten aufregte. Ich konnte einfach nicht anders. Nachdem ich erfuhr, was er ihr alles angetan hatte, verspürte ich einfach genau den gleichen Drang wie damals bei diesem Bremer oder unseren inkompetenten Kollegen, ihn einfach zu vermöbeln. Niemand verletzte meine Josie unbestraft. Doch als ich ihr tief in die Augen blickte, erkannte ich, dass sie jetzt etwas anderes brauchte als dass ihr Ex bestraft wurde. Instinktiv schloss ich sie einfach in meine Arme und ließ ihre Tränen wortlos fließen.
Review schreiben