Josephine Klick – Liebe kennt keine Grenzen

von bichi
GeschichteKrimi, Romanze / P16
18.07.2014
18.10.2015
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18.07.2014 1.934
 
(Josie) Am Abend im Bett starrte ich an die Decke und hang meinen Gedanken nach. Ja ich lebte noch. Alex war wohl noch zu müde gewesen, um mich anzufahren. Natürlich war er noch sauer, aber als ich es seiner Frau erklärt hatte, war er etwas milder gestimmt. Ich wollte mich, nachdem die Fronten geglättet waren, eigentlich verabschieden, doch da Alex´s Kinder bei den Großeltern waren, dachte Carolin es wäre ganz nett, wenn wir uns einen netten Tag miteinander machen würden. Und mit netten Tag hatte sie an Shopping gedacht. Eigentlich konnte ich shoppen nicht so leiden – ja ich weiß untypisch für eine Frau. Aber ich ging eben nur dann einkaufen, wenn ich tatsächlich etwas brauchte und selbst da ging ich nur in meine Lieblingsläden, natürlich keine teuren – meist war es C&A oder H&M - ging gezielt in meine Abteilung und war meist nach einer Stunde fertig. Ich verstand Frauen einfach nicht die stundenlang Einkaufen gehen konnten – ich meine wie hält man das denn bitte so lange aus?!  Naja ich beschloss lieber nichts zu sagen. Carolin wirkte echt nett und wenn das freundschaftlich was werden sollte wäre es nicht gerade hilfreich, wenn ich ihr sagen würde, dass mich ihre Freizeitaktivität alles andere als begeisterte. Wenn wir mal Freunde wären, würden wir ohnehin auch noch etwas anderes unternehmen als Shoppen zu gehen. Ich sah in den Augen der Männer, dass auch sie keine große Lust dazu hatten, im Gegensatz zu mir machten sie sich jedoch nicht die Mühe, dies zu verbergen. Dieser Tag war ganz ehrlich einer der anstrengendsten Tage meines Lebens. Ich denke wir waren wirklich in allen Läden, die es in Berlin und Umgebung gab. Irgendwann im Laufe der Shoppingtour, verabschiedeten sich die Jungs von uns. Wir vereinbarten einen Treffpunkt um 17 Uhr und schon waren sie verschwunden. Man wie gerne würde ich jetzt lieber mit ihnen technische Geräte angucken anstatt hier ein Kleidungsstück nach dem anderen zu probieren. Tja Augen zu und durch. Während Carolin weiter die Regale für unseren neuen Outfits durchstöberte, erregte etwas ganz anderes meine Aufmerksamkeit. Es war eine schwarz-rote Unterwäsche, aber nicht irgendeine Unterwäsche es war so eine Art von Unterwäsche, die alle Blicke auf sich zieht. Ja ich hatte bereits viele BH´s und Höschen zu Hause und mein Motto lautet ja nur das nehmen was ich wirklich brauchte aber das, das musste ich einfach haben. Ohne lang zu überlegen nahm ich es in der richtigen Größe und ging damit in eine Kabine. Als ich mich umgezogen hatte, betrachtete ich mich im Spiegel und stellte fest, dass es mir wie angegossen passte. Es war erotisch, sexy, verführerisch, aber trotzdem immer noch verträumt. Kurz und knapp, es war perfekt. Carolin schien der gleichen Meinung zu sein, denn auch sie drängte mich zum Kauf. Nach etwas Zögern nahm ich es dann doch mit. Es war wirklich bequem und wer weiß, vielleicht brauchte ich sie ja irgendwann einmal. Bei diesem Gedanken musste ich grinsen. Alex´s Frau bemerkte dies natürlich und sprach mich gleich  darauf an. „Die Unterwäsche steht dir echt gut. Wie für dich gemacht.“ Ich wurde rot. „Ehm danke.“ meinte ich verlegen. „Ist die für jemand bestimmten?“ fragte sie neugierig und sah mir dabei tief in die Augen. „Ich nein also … wie kommen sie darauf?“ druckste ich rum und starrte auf den Boden. „Waren wir nicht beim du? Hmm ich weiß auch nicht. Vielleicht weil du so rot und verlegen bist? Soll ich raten?“ sagte sie wissend und wartete auf eine Antwort. „Ja gut es ist für jemand bestimmten.“ gab ich ehrlich zu. Carolin nickte. „Das dachte ich mir schon. Bereits als ich dich das erste Mal gesehen hatte wusste ich es. Man hat es gespürt. Haha als du mit dem Schlafzimmerspruch kamst, hatten die Jungs echt falsche Gedanken. Haha du hättest ihre Gesichter sehen sollen. Einfach zu komisch.“ lachte sie sich schlapp. Ich verstand natürlich wie immer nur Bahnhof. „Hä. Was dachten die?!“ fragte ich als ich gerade einen Schluck von meinem Wasser nahm. Freundlicherweise klärte sie mich auf. „Na dass du Fritz verführen wolltest. Der arme Kerl war so perplex, dass er sich vorher noch Mut angetrunken hatte.“ Nach diesem Satz konnte ich nicht anders als das Wasser wieder auszuspucken und kräftig zu husten. Nachdem ich mich beruhigt hatte, wurden meine Wangen nur noch roter. Na toll. „Wie ich ihn verführen?! Wieso sollte ich ihn denn verführen ich meine das ist doch quatsch ich meine ich steh nicht auf ihn finde ihn höchstens süß und er will ja auch nichts von mir also pf“ redete ich mir den Mund wund. Carolin fing an zu lachen. „Oh ja. Du bist definitiv in ihn verliebt. Aber keine Sorge. Er liebt dich auch.“ Erwartungsvoll sah ich sie an. „Wieso weißt du das? Hat er das mal gesagt?“ Hoffnung machte sich in mir breit. Doch Caroline schüttelte den Kopf. „Nein nicht direkt. Aber Alex meinte Fritz würde dich ganz nett, sympathisch und kompetent finden und in Männersprache heißt das, dass er auf dich steht.“ erklärte sie mir die Männerwelt.

Bei Alex´s Haus angekommen, musste Carolin ihre neu erworbenen Sachen natürlich gleich demonstrieren, indem sie ihnen eine Modenschau vorführte. Mich drängte sie danach ebenfalls dazu, die Klamotten zu zeigen, die ich seit heute mein eigen nennen durfte. Eigentlich stand ich ja nicht so auf Röcke, Kleider, kurzen Hosen, T-Shirts mit betontem Ausschnitt etc, aber Carolin hatte eine Gabe Menschen dazu zu bringen etwas zu probieren, die man normalerweise nicht mal im Traum machen würde. Und so kam es, dass ich heute nicht nur meine sexy Unterwäsche, sondern auch noch ein blaues Kleid, einen lachsfarbenen Rock mit einer weißen Bluse und natürlich einer extremen Minijeans und einem weinrotem Spaghettiträgerleibchen hatte mitgehen lassen. Ich fing in dieser Reihenfolge an und jedes Mal erkannte ich, dass es Fritz gefiel. Nachdem ich fertig war, ging ich nach oben, um mich wieder umzuziehen. Deswegen bekam ich auch nicht, was die anderen unten so diskutierten:

„Und wie fandet ihr uns?“ fragte sie neugierig ihren Mann, der jedoch nur nickte. „Ja war echt toll. Sah wirklich ganz nett aus.“ in ihrem Gesicht erkannte man, dass sie das alles andere als hören wollte. „Aha nur nett also?! Und du Fritz?“ Dieser sah zwischen seinem Freund und dessen Ehefrau hin und her und fühlte sich augenscheinlich unwohl. Was sollte er jetzt bitte sagen!? Wenn er sagte es passte zu ihr wäre sie sauer, wenn er sagte sie habe echt sexy ausgesehen wäre sie zwar zufrieden aber er einen Kopf kürzer wegen seinem besten Freund. Also hob er einfach seine Hände zur Abwehr und meinte. „Haltet mich daraus.“ Carolin schien sich mit der Antwort abzuspeißen. „Okay. Und eure Kollegin?“ fragte sie ihn stattdessen. Er fing an zu schwitzen. „Ehm jja ganz hhei ehm nett.“ stotterte er ein bisschen, was Caro zufrieden feststellte. „Essen ist gleich fertig. Könntest du noch schnell Josephine holen?“ nickend stand er auf und machte sich auf den Weg in den ersten Stock. Danach wandte sich Alex´s Frau an ihn. „Siehst du. So eine Antwort hatte ich erwartet.“ Alex sah die Liebe seines Lebens verwirrt an. Er verstand ihr Problem einfach nicht. „Wieso?! Er hat doch genau das selbe gesagt wie ich.“ Seine Frau schüttelte nur den Kopf. „Nein hat er nicht. Das nett sollte eigentlich heiß bedeuten“ „Wie kommst du jetzt darauf, dass Fritz unsere Kollegin heiß finden sollte?! Ich meine wenn es so wäre hätte er das doch gesagt oder?!“ fragte Alex verwirrt. „Gott Schatz. Manchmal stehst du wirklich auf den Schlauch.“ schüttelte Carolin nur den Kopf. „Okay ich gebe mich geschlagen. Als Wiedergutmachung könntest du mir doch einmal was vorführen und ich verspreche, dass ich etwas anderes antworten werde“ „Netter Versuch, aber ich hab dir bereits alles gezeigt.“ Alex runzelte die Stirn. „Aber hier ist doch noch eine Einkaufstasche mit …. oh.“ Ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht, als er seine Frau bereits in dem Dessous vorstellte. „Das mein Lieber ist nicht meines.“ sagte Caro betonend und nahm ihm die Einkaufstasche schnell aus der Hand. „Ha ha wessen dann? Etwa Bielefelds?! Was sollte die mit Dessous anfangen?!“ lachte er kurz auf, doch seine Frau fand das alles andere als lustig. „Erstens heißt eure neue Kollegin Josephine und zweitens geht uns das nichts an.“ tadelte sie ihren Ehemann und stemmte die Hände seitlich ab, woraufhin ihr Mann etwas stöhnte. „Na toll. Wenigstens der Typ mit dem sie sich trifft hat seinen Spaß. Wieso hast du eigentlich keine Reizwäsche?!“ Seine Frau schritt auf ihn zu und legte ihre Hände auf seine Wangen. „Mein Lieber du findest mich auch so sexy genug. Sonst hätten wir wohl keine zwei Kinder.“ meinte sie und drückte ihm einen kurzen Kuss auf den Mund.

Nach dem Abendessen übergab ich ganz unsicher Alex und Fritz jeweils einen Umschlag. Überrascht sahen sie mich an, ehe sie hinein sahen. Die beiden Polizisten sahen sich etwas ungläubig an, bevor auf ihren Gesichtern ein breites Grinsen erschien. Offensichtlich hatte ich mit diesen Fußballkarten für dieses eine Spiel voll und ganz ins Schwarze getroffen. Von wo ich jetzt diese Karten hatte? Sie wären mein Plan B gewesen, für den Fall wenn sich die beiden noch immer gezankt hätten. So waren sie eben eine Art Entschädigung wegen gestern Nacht.

Müde rieb ich mir die Augen und schlief ein und träumte davon, was Fritz wohl morgen alles mit mir unternehmen wollte.


(Fritz) Ich lag im Bett und dachte über die heutigen Ereignisse nach. Ich fand es toll, dass sich Carolin und Josephine so toll verstanden. Jetzt mussten nur noch Alex und sie sich als Freund betrachten, aber ich denke dass Josie mit diesen Fußballkarten einen gewaltigen Schritt in die richtige Richtung gemacht hatte. Es war wirklich ein schöner Tag heute gewesen und ihre Klamotten sahen echt gut aus. Ich musste feststellen, dass ihr Kleider wirklich toll standen, sie in der Arbeit allerdings definitiv ungeeignet waren. Aber vielleicht konnte sie es ja morgen bei unserem Date anziehen. Hoffentlich konnte ich normal mit ihr reden, ohne dass dieses Bild vor meinem inneren Augen auftauchte:

Nachdem mich Carolin nach ihrer kleinen – wie nannte sie es?! - Modenschau gebeten hatte, Josie wegen des Abendessen zu holen, machte ich mich auf den Weg in den ersten Stock und dachte mir nichts dabei, dass die Schlafzimmer offen stand und ging hinein. Als mein Blick jedoch auf Josephine fiel, blieb ich wie erstarrt im Türrahmen stehen und musste kräftig schlucken. Da stand sie, nur in Unterwäsche und mir den Rücken zugedreht. Sie schien mich zu meinem Glück nicht zu bemerken, weshalb ich die Aussicht noch etwas genießen konnte, ehe ich mich umdrehte und wartete, bis sie fertig angezogen war, und ich ihr wegen dem Essen Bescheid geben konnte.

Noch immer durchfuhr mich ein angenehmer Schauer bei diesen Gedanken, auch wenn ich nur ihre Rückseite gesehen hatte. Ich musste zugeben, dass mir ihr Anblick heute sehr gefallen hatte. Ich musste an die Frage denken, die dieser Bremer mir damals gestellt hatte. Ob ich geil auf sie war. Ja sie ließ mich alles andere als kalt, perverse Phantasien hatte ich jedoch nicht. Trotzdem stellte ich mir vor, wie es wohl sein wird, wenn wir uns das erste Mal küssten. Apropo sollte ich sie morgen küssen? Egal wann es passierte, es würde bestimmt toll werden. Jetzt musste ich nur noch die eine Sache mit Stefanie klären, dann wäre alles perfekt. Aber vermutlich würde sie sowieso nicht vors Gericht gehen. Immerhin war sie dann doch froh darüber, wenn ich mich um meinen Sohn kümmerte. So konnte sie sich wenigstens manchmal „entspannen“. Zumindest hoffte ich das. Ich würde es nicht ertragen, wenn ich Benny nicht mehr sehen dürfte.



So das nächste Mal kommt das erste Date der beiden.
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