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[Projekt] Pairings würfeln

GeschichteLiebesgeschichte / P12 Slash
Leon Markus Maxi Nerv Vanessa
16.07.2014
28.09.2014
10
8.761
2
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16.07.2014 852
 
Ja. Ja, ich mag Horizon nicht. Merkt man das irgendwie?

Maxi hasste Amor. Zu gern hätte er dem Liebesgott seinen Bogen entrissen und den Mist selbst erledigt, denn allem Anschein nach würde sogar er besser treffen.
"Alles klar?", wurden seine Gedanken von Marlon, der ihm gegenüber auf Maxis Bett saß, unterbrochen. Maxi blickte auf.
"Ja, was soll schon sein?", meinte Tippkick und grinste. Ja, was sollte schon sein? Er hatte sich ja nur in die Freundin seines besten Freundes verliebt.
Maxi fragte sich zum bestimmt hundertsten Mal, wo er so verdammt gut Lügen gelernt hatte. Mittlerweile bemerkte er es selbst kaum noch, wenn er anderen nicht die Wahrheit erzählte. Vielleicht würde er es auch irgendwann schaffen, sich selbst von seiner erfundenen Welt zu überzeugen. Der Welt, in der seine Gefühle für Vanessa einfach verschwunden waren, nachdem sie davon erfahren hatte (das hatten die beiden doch nicht ernsthaft glauben können). Der Welt, in der es ihm nichts ausmachte, auch noch Ärger für den Mist, den Nerv baute zu bekommen. Nicht, dass er seinen jüngeren Bruder nicht lieb hätte, aber der wusste, dass immer der 'ältere und verantwortungsvollere' Maxi alles ausbaden musste, und da hätte er sich auch mal ein bisschen zusammenreißen können. Er würde so gern der Maxi sein, den er den anderen vorspielte, denn dieser bessere Maxi war weder ein Lügner, noch ein schlechter Freund. Und dieser bessere Maxi schien wesentlich beliebter bei Amor zu sein, als der echte Maxi.
Marlon erzählte ihm gerade irgendetwas über den Ersten Weltkrieg. Der bessere Maxi hörte zu, nickte interessiert und erinnerte sich daran, dass sie sich ursprünglich zum Lernen auf die Geschichtsklausur getroffen hatten. Ja, der bessere Maxi sollte wirklich sein ganzes Leben übernehmen, dann würde er wahrscheinlich sogar ein einigermaßen gutes Abitur schreiben.
Es wäre garnicht so schwer, dem besseren Maxi die Kontrolle zu überlassen, wenn da Horizon nicht wäre. Oder, nein, wenn Horizon nicht wüsste wie er für sie empfand und es nicht so schamlos ausnutzen würde. Es war, als würde ihr Marlon überhaupt nichts bedeuten, sonst würde sie ihn nicht betrügen. Und schon gar nicht mit seinem besten Freund!
Maxi schüttelte den Kopf und gab einen undefinierbaren Laut von sich, um die Gedanken zu vertreiben. Marlon stockte in seinem Vortrag und sah Tippkick stirnrunzelnd an.
"Sicher, dass alles klar ist?", fragte er.
"Ach, es ist so langweilig.", murmelte Maxi entschuldigend. Marlon sah auf sein Geschichtsbuch und dann zu seinem Freund.
"Du hast recht. Ich kann ja auch heute Abend noch lernen.", meinte er und schlug das Buch zu.

Maxi starrte in die Dunkelheit und fühlte sich schlecht.
Erstens belog jeden Menschen den er kannte.
Zweitens hatte er nicht nochmal in Ruhe Geschichte gelernt, wie er es sich vorgenommen hatte.
Drittens hatte er eine Affäre mit der Freundin seines besten Freundes.
Maxi nahm sein Kissen und drückte es sich ins Gesicht.
Er war ein schlechter Mensch, der morgen eine Klausur verhauen würde. Maxi hasste sein Leben.
Plötzlich schlug etwas gegen sein Fenster. Maxi setzte sich auf und öffnete es. Dann lehnte er sich hinaus, nur um unten Horizon zu erkennen.
"Nein!", flüsterte er lautlos. Horizon deutete auf das Garagendach.

Als Maxi das Badezimmerfenster öffnete, verfluchte er sich dafür, nicht einfach wieder schlafen gegangen zu sein. Der bessere Maxi hätte Horizon einfach draußen stehen gelassen.
"Was?!", fragte er gereizt, aber trotzdem leise, als Horizon ihm gegenüber auf der anderen Seite des Fensters stand. Belustigt zog sie ihre gezupften Augenbrauen in die Höhe.
"Was ich hier mache? Ich würde sagen, das gleiche wie gestern und vorgestern und letzte Woche."
Maxi drehte sich zur Tür um, aus Angst, dort seinen Vater oder Marlon oder sonst irgendjemanden vorzufinden, doch natürlich war er allein.
"Das geht nicht", meinte er wieder Horizon zugewandt, "Marlon ist mein bester Freund und so – so geht das nicht weiter! Verschwinde einfach! Hau ab und komm nie wieder!"
Horizon war unbeeindruckt.
"Ich kann auch mit ihm Schluss machen, wenn dir das lieber ist."
"Was? Darum geht's doch gar nicht. Es geht darum, dass er dich wirklich mag und ich deswegen weder mit dir schlafen noch mit dir zusammen sein kann!"
Horizon sah aus als würde sie nachdenken.
"Hm... Aber du magst mich doch auch wirklich und Marlon ist trotzdem mit mir zusammen."
Maxi raufte sich die Haare. Er sollte das Fenster einfach zuschlagen.
"Ja, aber Marlon weiß nicht, dass ich dich mag!"
"Ach, Maxi-Schatz, sei dich nicht so verklemmt!"

Zwei Stunden später stand Maxi vor Marlons Haustür und klingelte Sturm. Nach kurzer Zeit öffnete Marlon missmutig und sagte: "Ich hoffe, es ist wichtig, sonst wird Leon dich nämlich umbringen. Es ist vier Uhr morgens."
Maxi holte tief Luft und überlegte, wie er anfangen sollte.
"Es ist nicht alles klar.", sagte er schließlich.
Nun musste Marlon bemerkt haben, wie fertig Maxi war, denn er öffnete die Tür ganz und bedeutete Maxi hineinzugehen.
"Setz dich erstmal. Und dann erklär alles – aber bitte leise."
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