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[Projekt] Pairings würfeln

GeschichteLiebesgeschichte / P12 Slash
Leon Markus Maxi Nerv Vanessa
16.07.2014
28.09.2014
10
8.761
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16.07.2014 1.409
 
Die Tür wurde ihnen von einem strahlenden Maxi geöffnet, den Nerv natürlich auch sofort umarmte. Sie hatten sich seit drei Monaten nicht gesehen, da Leon und Nerv gerade erst von einer Reise quer durch die USA zurückgekehrt waren und die Wiedersehensfreude, gepaart mit der weihnachtlichen Stimmung, die überall in der Luft lag, verursachte gute Laune.
Maxi bat die beiden herein und Leon umarmte ihn im Vorbeigehen ebenfalls, während Nerv seinen durchnässten Mantel ablegte.
"Ein echtes Sauwetter da draußen. In Kalifornien hat es mir wesentlich besser gefallen.", lamentierte Nerv kopfschüttelnd. Maxi lachte und wollte wohl etwas erwidern, wurde aber von einer kleinen Gestalt, die in den Flur stürmte und sich hysterisch lachend hinter seinem Bein versteckte, unterbrochen.
Kurz darauf wurde auch klar, vor wem sie sich versteckte, denn ein weiterer Wirbelwind fegte durch den Raum und schrie mit aufgeregter Stimme: "Ich hab dich, ich hab dich!"
"Kinder!", meinte Maxi streng – oder so streng, wie er eben sein könnte. "Wollt ihr nicht unsere Gäste begrüßen?"
Der Fänger-Wirbelwind war im Stillstand als ungefähr siebenjähriger Junge zu erkennen, das etwas ältere Mädchen kam langsam hinter seinem Vater hervor und knickste dann höflich.
"Guten Tag, Leon, guten Tag, Nerv.", meinte sie und Leon konnte sich ein Grinsen anhand ihrer Förmlichkeit nicht verkneifen.
"Hallo Lynn, hey, Gerald."
Gerald hielt ihm die Hand zum High-Five hin und er schlug ein. Dann zog auch Leon seine Jacke aus und hängte sie an einen der mit Girlanden verzierten Kleiderhaken. Maxi ging Voraus ins Wohnzimmer und die Kinder, Leon und Nerv folgten ihm.
Der Raum hatte sich seit Leons letztem Besuch nicht sehr verändert. Eigentlich hatte er sich überhaupt nicht verändert, seit er ihn das erste Mal betreten hatte, denn Maxi und Vanessa hatten in wortloser Übereinkunft beschlossen, das Haus so zu übernehmen, wie Herr Maximilian es seinem Sohn vererbt hatte.
"Leute, Leon und Nerv sind da!", verkündete Lynn lauter als nötig. Julia schaute nur kurz auf, bevor sie sich wieder ihrem kleinen Sohn zuwandte, aber Joschka sprang sofort auf seine Freunde zu und schloss sie beide gleichzeitig in eine innige Umarmung.
"Jungs, ich hab euch so vermisst!"
Leon wuschelte ihm durchs Haar und murmelte ein "Gleichfalls.", bevor er fragte, wo Vanessa sei.
"Backen.", meinte Gerald.
"Seit Tagen macht sie nichts anderes!", erklärte Lynn.
"Nicht seit Tagen, seit Nächten!", rief Maxi mit Nachdruck.
"Das hab ich gehört!"
Vanessa betrat den Raum mit einem frischem Blech dampfender Köstlichkeiten, das sie, sehr zu Lynns Bedauern, außer Reichweite von gierigen Kinderfingern hielt.
"Nessie!", rief Nerv und Vanessa nickte ihm und Leon zur Begrüßung freundlich zu. Dann verschwand sie wieder in der Küche, denn, wie sie sagte, das Abendessen machte sich ja nicht allein.
Leon setzte sich auf dem Boden gegenüber von Julia und beobachtete den kleinen Jungen auf ihrem Schoß, wie er etwas aus Bauklötzen baute. Momentan erinnerte das Etwas eher an eine Ruine als an ein richtiges Gebäude, aber der kleine Ryan hatte ja noch Zeit, seine Fähigkeiten als Architekt auszubauen.
"Daa!", rief Ryan in ebenjenem Moment und warf einen Bauklotz in Leons Richtung. Er traf nicht, fing aber begeistert an zu lachen, als Leon den Klotz zurück schweben ließ.
"Er mag dich.", stellte Julia fest. Leon zog seine Augenbrauen hoch.
"Er hat mich mit einem Stein beworfen."
Julia hätte sicher noch eine Reihe stichhaltiger Argumente gehabt, inklusive verschiedener Interpretationen eines Steinwurfs, aber es klingelte wieder an der Tür und Leon sprang schnell auf, als er die Stimme seines Bruders erkannte.
Marlon kam ins Wohnzimmer, seinen Arm um Horizons Hüfte gelegt. Hinter ihnen liefen Maxi, der die Tür aufgemacht hatte, und Viola, die wie gebannt auf ihr Handy starrte und immer wieder Nachrichten im Rekordtempo tippte.
"Bruderherz!"
Marlon löste sich von Horizon und kam lächelnd auf Leon zu, um ihn zu umarmen.
"Sind jetzt alle da?", fragte Maxi und begann, die Anwesenden zu zählen.

"Viola, legst du beim Essen bitte das Handy weg?"
Viola sah ihre Mutter genervt an, schaltete ihr Smartphone aber aus und steckte es in die Tasche ihrer schwarzen Röhrenjeans. Lynn schnappte sich noch ein Brötchen aus dem Brotkorb und biss ein großes Stück ab.
"Erzählt ihr uns eine Geschichte?", fragte sie bittend.
"Oh ja!", rief Gerald und schaute begeistert von dem Nudelauflauf-Weihnachtsbaum auf, den er aus seinem Essen gelegt hatte.
"Was für eine Geschichte denn?", fragte Vanessa. Viola setzte sich urplötzlich gerade hin und deutete mit ausgestrecktem Finger auf Leon und Nerv, die ihr gegenüber saßen.
"Erzählt, wie ihr zusammengekommen seid!"
Nerv stöhnte auf.
"Nein.", erklärte Leon mit fester Stimme. Viola begann, wild auf ihrem Stuhl hin und her zu rutschen.
"Bitte, Leon! Das ist so eine schöne Weihnachtsgeschichte! So wundervoll romantisch!"
"Ja, Bruderherz. Erzähl doch!", meinte Marlon grinsend.
"Du bist wirklich die Pest, Marlon. Okay, es war Weihnachten vor ungefähr zwanzig Jahren."
"19!", warf Joschka ein und Leon warf ihm einen Blick zu, der unmissverständlich sagte: 'Halt die Klappe oder erzähl die Geschichte selber!'.
"Gut. Es war Weihnachten vor neunzehn Jahren. Wir haben uns vormittags im Teufelstopf getroffen, um, bevor wir zu unseren Familien mussten, zusammen feiern konnten. Ich war zu der Zeit mit Vanessa zusammen."
Bei dieser Vorstellung mussten sowohl Viola als auch Lynn lachen.
"Die Stimmung zwischen uns war aber seit dem Zusammentreffen mit den Silberlichten etwas gespannt, da Maxi und Vanessa damals Dinge gemacht haben, von denen ich gar nichts wissen will, während ich nur mal kurz weg war."
"Du warst mit Horizon weg!" Vanessa verschränkte die Arme vor der Brust.
"Um Marlon beizustehen.", rechtfertigte sich Leon, "Und ich hab Horizon auch nicht geküsst."
Vanessa schnaubte. "Ich hab Maxi auch nicht geküsst!"
"Aber fast! Ich hab alles gesehen!", rief Nerv theatralisch.
"Also, das Verhältnis zwischen Vanessa und mir war jedenfalls gespannt. Und Maxi und Nerv waren beide ziemlich schlecht drauf, was wir uns damals mit dem Gedanken an den bevorstehenden Abend mit der Familie erklärten."
"Heute wissen wir natürlich, dass es daran lag, dass Leon und Vanessa die ganze Zeit rumgemacht haben.", warf Joschka ein.
"Ja, genau. Jedenfalls waren am Ende nur noch Maxi, Vanessa, Nerv, Marlon, Horizon und ich da. Marlon und Horizon standen am Kiosk und haben geknutscht und wir vier saßen in der Mitte des Spielfelds und unterhielten uns. Dabei haben Maxi und Vanessa sich immer so angesehen, bis ich Ihnen großzügigerweise erlaubt habe, sich zu meinem Bruder und seiner Freundin an die Kioskwand zu gesellen."
Vanessa räusperte sich.
"Du bist total ausgerastet und hast mich angeschrien, dass du Schluss machst, weil ich eine miese Schlampe sei und doch sowieso einen anderen liebte.", verbesserte sie Leon.
"Ja, und dann hat Vanessa gesagt, dass er auch nicht besser wäre.", meinte Nerv.
"Und beide haben sich noch sehr lange und sehr laut angeschrien.", sagte Maxi.
"Okay. Vielleicht war's auch so. Jedenfalls endete es damit, dass Maxi und Vanessa sich zusammen verpissten und Nerv und ich allein dasaßen und redeten, während die Sonne sich langsam hinter immer mehr Wolken versteckte."
"Und während diesem Gespräch hast du dich in ihn verliebt!", meinte Lynn aufgeregt.
"Ja, so ungefähr. Wir haben uns verabschiedet und sind jeder zu sich nach Hause gegangen, um Heiligabend mit unseren Familien zu verbringen."
"Aber", begann Marlon, weiterzuerzählen, "Leon war den ganzen Abend total verwirrt und gedankenverloren, also hab ich ihn irgendwann darauf angesprochen. Mir war klar, dass es nichts mit Vanessa zu tun haben konnte, denn die beiden liebten sich schon lange nichtmehr."
"Er war unerbittlich und irgendwann hat er erraten, was los war und mich vor die Tür in den Regen gesetzt, damit ich zu Nerv gehe."
"Das hat er auch gemacht.", redete Maxi weiter, "Er ist durchs Badezimmerfenster eingebrochen und wollte mit Nerv reden."
"Und dann", vollendete Viola die Erzählung, "hast du ihm das süßeste Liebesgeständnis des Jahrzehnts gemacht und ihr habt euch geküsst und alles war Friede, Freude, Eierkuchen!"
Leon lachte.
"So ungefähr. Und das ist es bis heute geblieben. Frohe Weihnachten euch allen!"
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