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Zeit zum Kuscheln

von -bamboo
KurzgeschichteAllgemein / P12 / MaleSlash
Bilbo Beutlin Thorin Eichenschild
12.07.2014
12.07.2014
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Die Idee musste aus meinem Kopf raus. Ich hatte unglaubliche Lust auf etwas kurzes, fluffiges. Diese Idee blockiert meine Inspiration für meine beiden laufenden Geschichten, leider. Hoffentlich habe ich nach der Veröffentlichung von ihr wieder meine Inspiration und kann brav ein Kapitel für Unwanted Pregnancy fertigstellen :)
Viel Spaß =)

-


Es fing nur mit einer laufenden Nase an.
Bilbo nieste hin und wieder und putzte sich auch öfters die Nase, aber niemand dachte, dass es schlimmer werden könnte. Immerhin war der Halbling unter Zwergen, denen ein Schnupfen nicht länger als ein oder zwei Tage begleiten würde. Zwerge waren zäh und besonders im Erwachsenenalter immun gegen jede Art von Krankheit. Niemand der Gruppe dachte an die Andersartigkeit der Hobbits.
Sie trieben ihren Meisterdieb gnadenlos dazu an, mit ihnen mitzuhalten und nahmen keine Rücksicht auf ihn.
Es war doch nur eine kleine Erkältung.

Doch der sowieso schon überstrapazierte Körper von Bilbo, der solche Umstände einer Reise im übrigen auch nicht gewohnt war, reagierte viel zu heftig auf die Erkältung.
Er bekam höllische Kopfschmerzen, seine Augen tränten stark und er hatte starken Husten und er musste ständig niesen.
Die Zwerge, die ihn schon lange ins Herz geschlossen hatten, sorgten sich um ihn. Da der Durinstag aber nah war, konnten sie schlecht Rast einlegen. Sie brauchten diese wertvolle Zeit, in der sie liefen und große Strecken hinter sich ließen.

Als sie dann ihr Nachtlager aufschlugen, war Bilbo mehr als nur erleichtert. Er war ein wenig stolz auf sich. Nie hätte er gedacht, dass er es die ganze Zeit durchhalten würde, mit den Zwergen mitzuhalten. Seine Beine taten weh, seine Füße brannten und er spürte seine Hände nicht mehr. Er wusste nur, dass seine Hände zitterten.
Die Tasse mit dem heißen Wasser, dem Óin irgendwelche Kräuter zugefügt hatte, zitterte mit seinen Händen und ihr Inhalt schwappte bedrohlich nah an die Kanten der Tasse.

„Bilbo, du musst was trinken!“, warnte der Heiler ihn, als er Bilbo dabei erwischte, wie er mit tränenden Augen in die Tasse starrte.
Bilbo grunzte nur leise, schniefte und nippte an dem Getränk. Es schmeckte widerlich. Und er verbrühte sich die Zunge daran.
Angewidert stellte er die Tasse ab und erhob sich von seinem eigenen Schlafplatz, den er mit seinem Rucksack und seiner zusammengerollten Decke markiert hatte.
„Bilbo?“, rief Thorin ihn. Der Halbling rieb sich die geschwollenen Augen und schaute den großgewachsenen Zwerg fragend an.
„Wir brauchen noch mehr Wasser, könntest du mit Ori zu dem Fluss in der Nähe gehen und mehr Wasser holen?“, fragte Thorin. Es klang aber eher wie ein Befehl.
Bilbo nickte nur. Er vertraute seiner Stimme nicht. Sie klang durch die verstopfte Nase sowieso schon näselnd, und sein Hals schmerzte schon eine geraume Zeit. Wahrscheinlich war sie auch noch leise und rau...

Ori schaute ihn schüchtern und besorgt an.
„Solltest du dich nicht besser hinlegen oder dich einfach nur ausruhen?“, meinte der junge Zwerg und berührte ihn sanft an der Schulter.
„Nein nein, mir geht es schon gut...nur eine Erkältung, ganz harmlos. Geht vorüber.“, seufzte Bilbo und verzog das Gesicht leicht, als sein Hals protestierte. Ori schaute ihn so streng wie möglich an. Und dieser Blick, hart und keine Widerworte erlaubend, wirkte. Bestimmt hatte Ori sich diesen Blick von seinem Bruder abgeschaut.
„Du bleibst hier im Lager und legst dich ans Feuer!“, befahl das jüngste Mitglied ihrer Gemeinschaft.
Resigniert seufzend gab Bilbo auf und schleppte sich zu seinem Platz zurück.

Das Feuer wurde mit dem trockenen Feuerholz angeheizt und das Wildschwein, welches Kíli und Fíli erstaunlich schnell erlegt hatten, wurde von Bombur verarbeitet.
Bilbo starrte die ganze Zeit über in die Brühe, die Óin ihm gegeben hatte. Natürlich war sie jetzt schon kalt.
Bofur ließ sich neben ihm nieder.
„Du siehst nicht gut aus, Bilbo. Frierst du?“, fragte der Zwerg mit dem lustigen Hut besorgt. Bilbo knurrte genervt und drückte seine Tasse gegen Bofurs Brust.
„Hört auf, euch ständig Sorgen zu machen! Es geht mir gut. Ich habe schon viel öfters mit einer Erkältung zu tun gehabt und dieses Mal werde ich es auch überstehen! Also lasst mich einfach ihn Ruhe und sorgt euch um eure Waffen!“, fauchte Bilbo und starrte Bofur so wild an, dass der Zwerg sich schnell verzog. Die Tasse nahm er mit.
Aufgebracht schnaubend fixierte Bilbo einen Punkt auf dem Boden.

Stur wie er war nahm er kein Essen an und legte sich irgendwann auf den harten, unangenehmen Boden, versuchte zu schlafen.
Er fror fürchterlich, wollte aber nicht näher zu dem Feuer gehen. Seine Decke half auch nicht weiter.
Durch die Kälte konnte er nicht schlafen, aber auch dank seinem schmerzenden Hals konnte er keinen Schlaf finden. Die verstopfte Nase machte es ihm auch nicht leichter.
Er kämpfte noch lange, dann übermannte ihn die Erschöpfung und er schlief endlich ein.

Es war ein großer Fehler von den Zwergen gewesen, ihren sturen Meisterdieb einfach in Ruhe zu lassen, als er es ihnen so laut befohlen hatte.
Sie hätten ihn einfach weiter umsorgen sollen. Irgendwann hätte Bilbo sich dank seiner Erschöpfung gar nicht mehr wehren können. Dann hätte er sich auch nicht mehr beschweren können, denn insgeheim hätte er sich bei einer solchen Erschöpfung über jede kleine Aufmerksamkeit gefreut.

Der nächste Morgen startete eigentlich gut. Die, die zuerst aufwachten, kümmerten sich um eine Mahlzeit am Morgen - die, die noch schliefen, durften ausschlafen.
Doch es kam der Moment, wo die wachen Zwerge unruhig wurden und weiterwandern wollten. Nur schliefen die jüngsten Mitglieder noch und auch Bilbo schlief noch.
Letzterer schlief aber ziemlich unruhig. Er schwitzte stark, zuckte immer wieder zusammen und verzog das Gesicht.
Allein deswegen schon wollte Thorin die Schlafenden wach sehen. Bilbo sollte keine Albträume haben, die ihn belasteten und verlangsamten.

Langsam und vorsichtig wurden Fíli und Kíli geweckt, Ori wurde etwas schroffer und unangenehmer geweckt, da alle wussten, dass Ori schlafen konnte wie ein Stein.
Bilbo wurde von Thorins Stiefelspitze geweckt, die vorsichtig in seine Seite gedrückt wurde.

Er stöhnte und wollte sich umdrehen, weg von der Person, die ihn geweckt hatte. Doch unglaubliche Kopfschmerzen, die sich auf seinen gesamten Oberkörper ausstrahlten, verweigerten es ihm, sich nur ein kleines Stückchen zu bewegen. Ächzend drückte er seine Augen auf und winselte leise, als das Licht auf seine Augen traf und seinen Kopf zum schreien brachte.
„Bilbo?“, fragte ihn jemand besorgt. Laut. Zu laut.
Seine Ohren pochten, sein Kopf pochte, seine Augen schmerzten, seine Nase lief, er fühlte seinen Körper nicht mehr.
Irgendwie fühlte sein Körper sich so an, als würde er in Flammen stehen.
Eine Hand legte sich auf seinen Kopf. Sie war so kühl.
„Er glüht!“, rief jemand laut. Seine Kopfschmerzen wurden durch diese Lautstärke noch schlimmer.
„Bilbo hat Fieber! Für heute bleiben wir hier und kümmern uns um den Halbling!“

„Schlaf, Halbling. Wir werden gucken, was wir machen können.“, versprach ihm eine samtige, tiefe Stimme.
Bilbo winselte leise, schlief aber fast sofort ein, als die Stimme es ihm befahl.

Als er wieder von alleine aufwachte, war es dunkel.
Kein Feuer prasselte in der Nähe. Es war einfach stockdunkel. Der zunehmende Mond warf etwas Licht auf die Lichtung, auf der sie rasteten.
Es war warm. Nicht unangenehm warm, so wie am Morgen, als er an starken Fieber gelitten hatte, sondern eher eine schöne Wärme.
Körperwärme, wie er bald herausfand.

Rechts von ihm lagen Fíli und Kíli, neben ihnen die Ri-Brüder. Zu ihren Füßen lagen Glóin und Óin. An Bilbos Füßen lagen Balin und Dwalin.
Und direkt links von ihm lag Thorin und hinter ihm der Rest ihrer Kompanie.
Irritiert von der Nähe zu dem imposanten Zwerg wollte Bilbo wegrücken, doch er stieß gegen Kíli, der sich fast schon impulsiv enger gegen ihn drückte und ihn zu Thorin schob.
Die Nähe zu dem Zwerg war keinesfalls unangenehm, aber es war einfach nur seltsam, dem Zwerg, der ihn in letzter Zeit so seltsam behandelte, plötzlich so nahe zu liegen.
Im Prinzip würde es ihn nicht stören. Aber da waren diese ungenauen Gefühle, die Bilbo immer empfand, wenn Thorin irgendetwas nettes, freundlich oder gar...süßes zu ihm sagte. Und diese Gefühle machten ihn unsicher. Waren sie positiv? Waren sie tiefgründiger und komplexer als er dachte?

„Kleiner, nicht denken, schlafen.“, brummte eine allzu bekannte tiefe Stimme. Überrascht schaute er zu Thorin, der ihn mit erstaunlich wachen Augen beobachtete und ein schmales Lächeln auf den Lippen hatte.
„Ich dachte, du schläfst!“, jammerte Bilbo und schaute Thorin aus trüben Augen an.
„Dachte ich bis gerade eben auch noch. Dann hat sich dein lockiger Kopf auf meinem Arm bewegt.“, meinte Thorin schmunzelnd.
Oh. Deshalb war es also so gemütlich...er benutzte Thorins Arm als Kissen.
„'tschuldigung...“, nuschelte Bilbo und wollte seinen Kopf von dem Arm des Zwerges nehmen.

„Nein, Halbling, du bleibst hier!“, grummelte Thorin mit verspielt funkelnden Augen und drückte Bilbo zurück auf seinen Arm.
Wärme schoss durch Bilbos Körper. Diesmal war es aber keine Wärme durch Fieber oder durch die ganzen Körper, die an ihm gedrückt waren und ihn wärmen sollten...nein, es war Wärme, die allein durch eine Explosion an positiven Gefühlen entstanden war.
Thorin wollte ihn bei sich behalten und neben ihm schlafen!

„Wenn du mich hierbehalten willst, dann kann ich doch...-“, murrte Bilbo und stoppte sich selbst. Das, was er hatte sagen wollen, hörte sich in seinen Ohren falsch an. Thorin hob eine Augenbraue und starrte Bilbo plötzlich so...intensiv an.
„Dann kannst du was?“, murmelte Thorin mit tiefer Interesse in seiner Stimme.
Bilbo antwortete nicht. Er machte es einfach, dachte nicht weiter darüber nach.
Und Thorin schien es nicht zu stören.

Er rückte seinen durchs Fieber wunden Körper näher zu dem Körper des Zwerges und drückte sich an die breite Brust. Vorsichtig legte er seinen Kopf an Thorins Schlüsselbein, schlang einen Arm um seine Brust und lehnte seinen restlichen Unterkörper gegen Thorins Körper.
Thorin grüßte diese Annäherung, legte einen Arm um Bilbos schmale Hüfte und zog ihn noch näher an sich ran.
„Dann kann ich doch gleich an deiner Brust schlafen!“, murmelte Bilbo an die weiche Haut am Halse des Zwerges. Thorin lachte leise und es rumpelte in seiner Brust. Bilbos ganzer Körper vibrierte dadurch. Es war wunderbar entspannend.
„Kannst du ruhig, Kleiner, kannst du!“, brummte Thorin. Bilbo kuschelte sich dank dieser Art von Aufmunterung und Zustimmung näher an die Wärme des Zwerges, grub seine Nase an den Hals und atmete den Geruch des Zwerges ein.

Irgendwie schaffte Thorin es mit einem Arm, seinen geliebten Mantel mit dem Fellkragen, den er sorgfältig neben sich zusammengerollt hatte, zu packen und über sich zu legen.
Erstens war es ziemlich kalt und zweitens sollten die Zwerge am Morgen nicht direkt sehen, dass Bilbo an ihn gekuschelt schlief. Und drittens...Bilbo sollte es noch wärmer haben. Nur seine Körperwärme kam ihm dann doch etwas wenig vor, wenn der Hobbit heute morgen erst hohes Fieber gehabt hatte.
Leise summte er irgendeine Melodie. Er wusste, wie beruhigend sich schlichtes Summen auf vernebelte Köpfe und kranke Körper auswirkte. So hatte er früher Dís beruhigt, wenn sie nicht schlafen konnte.

Bilbo genoss währenddessen die Wärme des Körpers, die robusten und dennoch gemütlichen Muskeln und natürlich die Vibration der Brust, die durch das Summen entstand. Sein Atem ging ruhiger, sein Körper entspannte sich und seine Gedanken drifteten ab.
Er schlief ruhig und ohne nachhallende Schmerzen des abrupt gesunkenen Fiebers ein.

Thorin vergrub seine Nase in den lang gewachsenen Locken des Hobbits und zog seinen Mantel so hoch, dass nur noch Bilbos Kopf zu sehen war.
Dann schlief auch er ein, mit dem wundervollen Gefühl des kleinen, weichen und zierlichen Körpers an seinem.

♥ ♥ ♥

Der nächste Morgen verlief sehr ruhig.
Sehr verschlafen.
Sogar die Wache, Dori, war eingeschlafen.

Mit der Aussicht auf einen Tag, an dem sie nur rasten würden, da Bilbo krank war, ist niemand aufgestanden und die meisten Zwerge dösten noch vor sich hin. Sie fühlten sich in Kuhle, umgeben von dichten Wald und steilen Felswänden, ziemlich sicher. Wer sie hier finden würde, müsste schon ein Zauberer sein.
Oder einer der Warge, die sie schon lange abgehangen hatten. Aber das wäre schon sehr, sehr unwahrscheinlich.

Thorin lag nicht mehr auf der Seite, nein, er lag auf dem Rücken und hatte den Hobbit im Schlaf geistesgegenwärtig auf seine Brust gezogen, sodass der Halbling nun quer über seinem gesamten Körper hing und schlief. Aber sein Kopf lag immer noch an Thorins Brust, lauschte seinem Herzschlag.
Der Mantel war noch immer halbwegs über sie gelegt, bedeckte immerhin noch Bilbos gesamten Körper. Außer seine Füße. Die hatten sich irgendwie zwischen Thorins Waden geschmuggelt und wurden jetzt dort gewärmt.

Der Hobbit wachte später durch einen intensiven Blick auf, den er auf seinem Kopf spürte. Stöhnend und winselnd wollte er sich von dem Blick wegdrehen und es sich wieder auf seinem Schlafplatz gemütlich machen, weiter schlafen. Doch dann fiel ihm der Körper unter ihm auf und die Erinnerungen an den letzten Tag schweiften durch seinen müden Kopf.
„Guten Morgen, Thorin...“, murmelte er und kuschelte sich wieder enger an den warmen Körper. Doch er wurde wachgehalten.
Vorsichtig legte sich eine Hand auf seine Stirn, überprüfte seine Temperatur. Doch diese Hand entfernte sich nicht sofort, nein, sie verweilte an seinem Gesicht und liebkoste förmlich seine Stirn, seine Wangen und ein vorwitziger Finger strich über seine Lippen.
„Thorin...“, murrte er und schaute zu dem Zwerg auf.

Sanft behielt Thorin ihn im Blick, lächelte ihn leicht an.
„Guten Morgen, Halbling. Du hast immer noch Fieber.“, grüßte Thorin ihn und strich den Mantel vom Halbling runter, hob den Halbling auf und stand auf.
„W-was machst du?“, murmelte Bilbo mit halb geschlossen Augen. Er schlief noch zur Hälfte und war kaum anwesend.

„Ich muss Wache halten, und du kommst mit, damit ich auf dich...und deine Temperatur achten kann!“, meinte Thorin zögerlich und hob seinen Mantel auf. Dann bewegte er sich mit seiner wertvollen Last auf einen umgestürzten dicken Baum zu, setzte sie ab und lehnte sich dagegen. Sofort hob er sich den müden Hobbit auf den Schoß.
Dieser kuschelte sich impulsiv an die Brust des Zwerges und machte es sich so gemütlich wie nur möglich. Als Bilbo es sich dann gemütlich gemacht hatte, legte Thorin seinen Mantel über ihn und legte dann seine Arme um ihn.

Nach und nach wachten dann die Zwerge auf.
Und was sie da an dem umgestürzten Baum sahen, war ein schöner Moment. So ruhig und voller Frieden, Liebe und Vertrauen schwebte in der Luft.
Thorin, der seine Kompanie ruhig und zufrieden beim Aufwachen beobachtete und natürlich Bilbo, der gegen Thorins Brust gelegt schlief und sein Fieber auskurierte.
Fíli und Kíli kicherten und tuschelten direkt nach dem Aufwachen über die beiden Männer, die plötzlich so vertraut wirkten.
Balin und Dwalin belächelten die Beiden, Bofur sah so aus, als würde er jeden Moment einen Freudenschrei loslassen.

Und dann wachte Bilbo auf.
Er wachte durch die unzähligen Blicke auf seinem Rücken auf. Er wachte durch das unruhige Getuschel auf. Er wachte durch die Nase auf, die sich gerade an seiner Stirn rieb.
Neugierig hob er seinen Kopf und schaute dem Besitzer der Nase entgegen.
„Ah, Thorin...“, krächzte er leise und schluckte hart. Oh, sein Hals fühlte sich so wund an. Thorin schaute ihn kurz überrascht an, bevor er ihn anlächelte und seine Hand zu seiner Stirn führte.
„Dein Fieber ist immer noch da, Bilbo Beutlin. Ich werde dich wohl oder übel zu weiterer Ruhe überreden müssen.“, flüsterte der schwarzhaarige Zwerg. Bilbo gähnte ausgiebig, bevor er leise kicherte.
„Dazu musst du mich nicht überreden!“, seufzte er leise und legte seine erhitzte Stirn an Thorins bärtiges Kinn. Der Zwerg lachte sein tiefes, angenehmes Lachen und zog den Hobbit enger an sich.

„Warum haben wir keine Wache gehabt, als sie angefangen haben zu kuscheln?“, beschwerte sich der brünette Neffe Thorins lautstark.
„Ob sie sich schon geküsst haben?“, fragte sich Fíli etwas zu laut und dank diesem Kommentar raunten alle Zwerge.
„Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht!“, rief Bofur, nahm seinen Hut ab und drückte ihn ergriffen an seine Brust.

Irgendetwas schreckte Bilbo urplötzlich auf. Er sprang von Thorins Schoß, verhedderte sich fast in dem Mantel und stand auf zitternden Beinen vor dem Zwerg.
Er drehte sich um, schwankte auf unsicheren Beinen zu dem Rest der Kompanie und schaute sie irritiert an. Wie ein Fisch auf dem Trockenen öffnete und schloss er seinen Mund, ohne nur einen Ton von sich zu geben. Sein Kopf arbeitete hart, suchte einen Grund für seine plötzliche Flucht.

„Bilbo!“, grollte Thorin hinter ihm, legte eine Hand auf seine Schulter. Wie konnte der Halbling nur, wenn er sich doch selbst so schwach und müde fühlte, einfach so überstürzt aufspringen und dann nicht einmal einen Grund dafür liefern, so abrupt geflohen zu sein?
Thorin machte sich deutliche Sorgen um den Hobbit.

Bei der Berührung an seiner Schulter wirbelte Bilbo herum, schaute den Zwerg mit großen Augen an.
Sein Kopf ratterte hart, dann verstummte er. Absolute Stille in seinem Körper.
Er packte Thorins Hemdkragen und zog ihn mit einer unerwarteten Stärke zu sich herunter und küsste ihn dann unerwartet sanft.
Dann löste er den Griff am Kragen und löste sich von Thorin. Er schwankte leicht und versuchte seinen kranken Körper zu beschwichtigen, suchte Halt zu finden...
Und er fand welchen, als Thorin sein Gesicht in beide Hände nahm und ihn sanft küsste.
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