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Rain

von Fire moon
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Dr. John Watson Sherlock Holmes
11.07.2014
11.07.2014
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11.07.2014 1.731
 
Hey! ^^

Ich habe mich mal in ein neues Genre gewagt, das ist das erste was ich über Sherlock Holmes schreibe, nachdem ich neulich den ersten Film im Fernsehen gesehen hab' und total begeistert bin. *-*
Das hier, ist eigentlich als One-Shot geplant gewesen, allerdings habe ich schon über eine theoretische Fortsetzung nachgedacht, bin mit allerdings noch nicht sicher.
Wenn es euch gefällt, könnt ihr mir ja schreiben, ob ihr gerne eine Fortsetzung lesen würdet, dann schaue ich, ob es sich machen lässt. ;)
Mary existiert in meinem OC übrigens nicht, nur damit keine Verwirrung aufkommt. ^^
Das ganze spielt einige Tage nach dem ersten Film.
Alle Rechte liegen natürlich beim Autor, bzw. bei den Filmmachern und die Figuren gehören mir nicht.
So, dann will ich aber auch gar nicht zu viel reden, sondern hoffe einfach, dass euch mein kleiner OC gefällt. ^^
Ich würde mich sehr über Review freuen. :3 Na dann, mal viel Spaß beim Lesen!
*Orange-Limette Limo und Cookies hinstell*

Ach ja, falls es jem. interessiert, hier das Lied, was meiner Meinung nach gut zu meinem OC passt und welches ich auch unter anderem beim Schreiben gehört habe.
Wenn ihr Lust habt, könnt ihr es euch ja beim Lesen anhören =) :https://www.youtube.com/watch?v=mdJDPepGOAM

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Der Himmel wirkte fast schwarz und der Regen prasselte mit einer solchen Wucht auf die Erde, dass der Schlamm beinahe einen halben Meter hoch spritzte.
Der Boden hatte sich fast vollständig in eine spiegelnde, aufgewühlte Fläche verwandelt, da die Erde das ganze Regenwasser nicht mehr aufnehmen konnte.
Seine Schuhe hinterließen bei jedem Schritt kleine Ringe auf dem Wasser, kaum zu sehen durch den fallenden Regen. In der Ferne grollte leiser Donner, das Gewitter war bereits vorbeigezogen, dennoch hatte der Regen nicht nachgelassen.
Er wusste nicht, wie lange er die Stadt schon hinter sich gelassen hatte und sich auf offenem Feld befand, doch irgendwann waren die Geräusche der wenigen Autos, die trotz des Wetters auf den Straßen unterwegs waren, immer leiser geworden, bis nur noch der Wind zu hören war, der in Böen über die Landschaft fegte und den Regen nur noch heftiger auf die Erde treffen ließ.
Am Horizont konnte er den Wald erkennen, ein verschwommener, dunkler Streifen, fast unsichtbar, durch den nebeligen Schleier des Regens, der sich über alles gelegt hatte.
John wusste, dass er sich bereits, ein gutes Stück von der Stadt entfernt hatte, doch er kehrte nicht um, lief immer weiter.
Schon längst war er bis auf die Kochen durchnässt, das Wasser triefte aus seinen Haaren und Regentropfen rannen über sein Gesicht. Eine erneute Windböe trieb ihm die Tränen in die Augen, die Tropfen fühlten sich auf seiner Haut beinahe an wie Hagel, brannten in seinen Augen.
Kein Mensch war weit und breit zu sehen, was jedoch nicht nur daran lag, dass er nun schon fast den Wandrand erreicht hatte und sich so weit von der Stadt entfernt, sowieso nie jemand aufhielt, sondern, dass bei diesem Wetter kein vernünftiger Mensch das Haus verließ.
Normalerweise gehörte John zu eben diesen, doch gerade wollte er einfach nur weg. Raus aus dem Apartment, aus der Stadt, allein sein, nachdenken können.
Das Wetter machte ihm nichts aus, obwohl er, so hastig wie er aufgebrochen war, einen Regenschirm vergessen hatte. Im Gegenteil, er hatte das Gefühl, als würde der Regen seinen Kopf klären, als würde er zum ersten Mal seit Tagen, Wochen wieder richtig atmen können.
John sog die, vom Regen frische Luft, tief ein, schloss für einen Moment die Augen.
Es war Sommer, weswegen es relativ warm war und er nicht fror, was aber auch daran lag, dass er viel zu beschäftigt mit seinen Gedanken war, um die Kühle wahrzunehmen, die langsam in seine nasse Kleideidung kroch.
Schließlich hatte er den Wald erreicht, eher eine kleine Baumgruppe, und blieb stehen, lehnte den Rücken an einen etwas dickeren Baum, dessen doch recht spärliches Blätterdach ihn kaum vor dem heftigen Regen schützte.
John hatte es in ihrem Apartment einfach nicht mehr ausgehalten, Sherlocks Gegenwart plötzlich nicht mehr ausgehalten. Das verwunderte ihn selbst. Normalerweise genoss er jede Minute, die er mit dem Consulting Detective verbrachte, auch wenn er sich hütete, das zu zeigen, wusste er genau dass seine... ja, wie sollte man es nennen?... Zuneigung, die er Sherlock gegenüber empfand, über das übliche Maß hinausging. Weit sogar.
Ein leises Seufzen löste sich von seinen Lippen, während er den Blick über die Felder, die sich vor ihm erstreckten, schweifen ließ.
In der Ferne, glaubte er die Stadt zu erkennen, genau wie alles andere, bedeckt vom Schleier des Regens, doch er wandte den Blick rasch wieder ab.
Wenn er ehrlich zu sich selbst war – und das war er in diesem Moment, zumindest bewusst, zum ersten Mal – ahnte er, dass er sich Sherlock verliebt hatte.
Dieser Gedanke ließ sein Herz stolpern, sein Atem stockte kurz. Es war eben doch etwas anderes, ob man versuchte seine Gefühle zu ignorieren, oder sich klar machte, was sie bedeuteten.
Im Grunde hatte John schon lange gewusst, dass Sherlock mehr für ihn war, als ein Kollege, ein Freund, doch ebenso wusste er, dass er für ihn nicht mehr war. Dass er in ihm einfach nur einen Kollegen und guten Freund sah.
Dieser Gedanke schmerzte, auch wenn der ehemalige Militärarzt wusste, dass er sich damit abfinden sollte. Ebenso, wie Sherlocks, oft kühle Art, ihn manchmal verletzte, obwohl John wusste, dass er es nicht böse meinte, dass er einfach so war, woran er sich durchaus gewöhnt hatte... dachte er zumindest immer.
Tatsache war aber, dass er sich nach ein paar freundschaftlichen Worten sehnte, einer Geste der Zuneigung, irgendetwas außerhalb der beherrschten Fassade, die der Detective fast immer trug und die ihn in letzter Zeit manchmal fast in den Wahnsinn trieb.
Auch wenn er selbst kein großer Künstler darin war, fragte er sich, ob es denn wirklich so schwer war, hin und wieder Gefühle zu zeigen, besonders den Menschen gegenüber, die einem etwas bedeuteten. Doch Holmes schien so etwas offenbar völlig fremd zu sein.
Mit einem Anflug von Verzweiflung, ließ John den Kopf gegen den Stamm sinken, schloss die Augen und atmete tief ein und aus. Er versuchte den Gedankenwirrwar in seinem Kopf zu ordnen, was ihm jedoch gründlich misslang.
Sollte er es ihm sagen? Ihm sagen, dass er mehr für ihn empfand als Freundschaft? Auf keinen Fall. Es würde alles durcheinander bringen, ihre Zusammenarbeit und Freundschaft gefährden, wenn Sherlock ihn nicht vielleicht sogar rausschmeißen würde.
Doch John wusste, dass es so, ebenso wenig weitergehen konnte.
Der Regen fühlte sich kühl auf seiner Haut an und irgendwie auf seltsame Weise tröstlich.
Ob Sherlock sich Sorgen um ihn machte, weil er bei diesem Wetter draußen war? Ob er überhaupt gemerkt hatte, dass er das Apartement verlassen hatte?
Seine Gedanken wanderten einige Tage zurück. An den Tag nach der großen Explosion in dem alten Schlachthof, bei der er sich eine große Wunde an der Schulter zugezogen hatte.
Sie hatten sich getroffen um mit Sherlock den Fall und alle Informationen die sie gesammelt hatten, noch einmal durchzugehen.
Unwillkührlich schlich sich ein Lächeln auf seine Lippen und eine wohlige Wärme breitete sich in seiner Brust aus, als die Worte, die Sherlock zu ihm gesagt hatte, in seinen Gedanken wiederhallten.
Ich... bin sehr froh dass... dass sie noch unter den Lebenden weilen.
Es war eines der wenigen, wenn nicht sogar das erste Mal gewesen, dass Sherlock wirklich offen ihm gegenüber gewesen war, was seine Gefühle anging und das überraschte John immer noch ebenso, wie es ihn glücklich machte.
Unbeholfen, fast schon nervös, hatte er sich angehört, wodurch man deutlich gemerkt hatte, dass er nicht geübt in solchen Sachen war, doch John hatte gespürt, dass es ernst gemeint war.
Sein Blick schweifte erneut kurz zur Stadt, ehe er ihn wieder auf den Horizont richtete, er lächelte leicht.
Er war Sherlock nicht gleichgültig, bedeutete ihm etwas, auch wenn er das meist nicht offen zeigte, das allein zählte im Moment.
John würde es ihm sagen, nicht heute, nicht morgen, irgendwann.
Natürlich war er sich der möglichen Konsequenzen bewusst, doch das Risiko würde er eingehen.
Ein grellweißer Blitz zuckte über den Himmel, ließ die Landschaft einen Herzschlag lang, fast taghell werden, ehe ein leiser Donner zu hören war. Anscheinend würde dieser Regenschauer in ein weiteres Gewitter münden und da der ehemalige Militärarzt nicht besonders scharf darauf war, dann immer noch draußen zu sein, machte er sich rasch auf den Rückweg zur Stadt.
Sein Kopf fühlte sich nun wesentlich geordneter an, als bei seinem Aufbruch, er wusste dieser Spaziergang war genau das Richtige gewesen um sich einiger Sachen klar zu werden, auch wenn er pitschnass geworden war.
Erst jetzt bemerkte John, dass er mittlerweile ziemlich fror, was bei seiner nassen Kleidung, die bei dem Regen auch keine Anstalten machte, zu trocknen und dem heftigen Wind auch kein Wunder war.
Seine Hände waren eiskalt, sodass er sie tief in den Taschen seines dünnen Mantels vergrub, was jedoch nicht sonderlich viel brachte. Als er spürte, wie seine Muskeln leicht zu zittern anfingen, beschleunigte er seine Schritte noch ein wenig mehr.
John wollte nur noch nach Hause, ins Warme und vor allem Trockene und einen warmen Tee trinken.
Seine Gedanken wanderten unwillkührlich wieder zu Sherlock. Was er wohl gerade machte?
So wie John ihn kannte, tüftelte er gerade über ihren Fall nach, spielte Geige oder führte eines seiner Experimente durch, die in der Vergangenheit nicht nur einmal, das halbe Apartment verwüstet hatten.
Trotz der Kälte, die mittlerweile jede Faser seines Körpers zu durchdringen schien, brachte ihn der Gedanke seltsamerweise zum Schmunzeln.
Ja, Sherlock war schon sehr eigen, wenn nicht sogar ein kleines bisschen verrückt und alles andere als unkompliziert, doch vielleicht war es gerade dass, was John so an ihm liebte.
Seine ganze Art, auch wenn er ihm manchmal gehörig auf die Nerven ging.
Wahrscheinlich hat Sherlock sogar recht damit, dass ich in gewisser Art und Weise sogar mag, wenn er mir auf die Nerven geht.
John schüttelte leicht den Kopf. Jetzt fing er schon genau so an wie der Consulting Detective.
Aber irgendwie stimmte es ja auch, wenn er ehrlich zu sich selbst war. Sherlock konnte machen was er wollte, ihn mit seinem Geigenspiel um drei Uhr nachts auffwecken, seine Kleidung stehlen oder mit seinen Experimenten die gesamte Küche verwüsten, meistens störte ihn das nicht sonderlich, auch wenn er oft etwas anderes vorgab, Hauptsache er war da.



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Es freut mich, dass ihr bis zum Ende gelesen habt und hoffe es hat euch gefallen! ^^

LG Fire moon
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