Nr. 50: Die Regeln brechen

KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Captain John "Soap" MacTavish Lieutenant Simon "Ghost" Riley
09.07.2014
28.07.2014
4
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Die Regeln brechen

Trauriges

Call of Duty

Soap

Ghost

Shepard findet raus, dass Soap und Ghost zusammen sind. Natürlich ist er nicht begeistert. Er stellt ihnen ein Ultimatum. Lieutenant und Captain müssen jetzt entscheiden, ob Ihnen ihr Job oder der andere wichtiger ist. Sie müssen sich beide entscheiden: Die Armee oder er?

General Shepard hatte selten die Zeit für längere Gespräche mit den ihm unterstehenden Soldaten, einfach weil so viele Soldaten unter ihm dienten. Solange es sich nicht um eine Angelegenheit handelte, die er nicht ignorieren konnte oder wollte, hatte er auch wenig Interesse an persönlichen Gesprächen. Und dieses Desinteresse teilten die Männer unter ihm. Obwohl respektiert, war der General nicht besonders beliebt.

Captain John MacTavish war also etwas beunruhigt, als sein Vorgesetzter ihn zu sich ins Büro bestellte. Wenn es sich um einen neuen Auftrag gehandelt hätte, hätten sie das im Konferenzraum besprochen. In Shepards Büro war er selten gewesen. Die letzten Missionen waren außerdem alles andere als produktiv gewesen, weswegen dieser Termin nichts Gutes heißen konnte.

Und er sollte Recht behalten. Der Ton, mit dem Shepard ihn einließ, war zwar nicht anders als sonst, aber sein Gesichtsausdruck war strenger und verärgerter als MacTavish ihn jemals gesehen hatte. Aus diesem Grund versuchte er sich an seine militärische Ausbildung zu erinnern, nahm eine starre Körperhaltung an und salutierte sogar kurz. Shepard schien das leider weder zu beeindrucken noch milder zu stimmen.

"Setzen Sie sich endlich, MacTavish!", befahl der General kurz angebunden und er gehorchte sofort. Shepard lehnte sich in seinem Stuhl zurück und fixierte ihn. Obwohl er nervös war, wollte er sich doch keine Blöße geben, und erwiderte den Blick so fest er konnte. Der Stein in seinem Magen nahm an Gewicht zu. Dann räusperte sich sein Gegenüber, als ob ihm das Gesprächsthema peinlich war.

"MacTavish …ich lasse Ihnen sehr viel durchgehen, weil sie gute Arbeit leisten.", fing er an und schaute ihn mit einem Anflug von Anwiderung an. Und mit diesem Blick wusste MacTavish genau, worum es hier ging. Die  böse Vorahnung, entdeckt worden zu sein, die ihn zu jedem Zeitpunkt begleitete, verfestigte sich zu schrecklicher Gewissheit. Shepard wusste es. Er wusste es, verdammt noch mal!

"Mir ist egal, was für eine Frisur sie haben oder ob Sie ihre Uniform tragen, MacTavish. Und ich frage Sie nicht, was sie tun mussten, um eine Mission erfolgreich abzuschließen. Aber ich werde nicht zuschauen, wie sie meine Task Force in eine Schwulenparade verwandeln!" An dieser Stelle hob der General die Stimme deutlich.

"Wovon sprechen Sie...", fing MacTavish an, aber sein Vorgesetzter unterbrach ihn barsch.

"Sparen Sie mir ihre Ausreden, MacTavish! Wenn ich Sie und ihr Liebchen nicht gesehen hätte, wären Sie nicht hier!"

Daraufhin wusste MacTavish nichts anderes zu tun als zu schweigen. Er blickte dem General ausdruckslos in das wütende Gesicht und fragte sich im Stillen, wann sie sich verraten hatten. In der Öffentlichkeit ließen sie sich normalerweise nicht zu Zärtlichkeiten hinreißen. Oder hatte einer der Jungs etwas bemerkt und es Shepard gesteckt?

"Der einzige Grund, warum ich Sie beide nicht schon längst rausgeschmissen habe, sind ihre Fähigkeiten als Soldaten.", fuhr Shepard fort. "Also gebe ich Ihnen eine einzige Chance. Sie werden sofort ihre Liebeleien abbrechen und sich wieder wie richtige Soldaten benehmen. Und es wäre besser für Sie, wenn ich von dieser Sache kein Sterbenswörtchen mehr höre."

Wieder konnte MacTavish nur schweigen. Shepard starrte ihn scharf an, schien aber letztendlich  das Fehlen von Protest als Zustimmung oder zumindest Resignation zu sehen. Die Verärgerung auf seinem Gesicht wurde ersetzt durch völlige Gleichgültigkeit. Das kannte MacTavish. "Und jetzt gehen Sie zurück an die Arbeit."

Fortsetzung folgt…

Ich schreibe irgendwie ständig Dreiteiler… und dieser Text hier scheint wieder so ein Kandidat zu sein. Der erste Teil ist noch sehr kurz (selbst für meine Verhältnisse), aber der zweite ist deutlich länger.
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