Addicted To You - Makorra OS

von Chemistry
KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Korra Mako
08.07.2014
08.07.2014
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Air Temple Island. Es war ein später Herbstnachmittag. Die Sonne ging in einem wunderschönen rot unter und tauchte die gesamte Umgebung in ein warmes orange. Die Vögel zwitscherten vor sich hin und überdeckten die lauten Geräusche, die von Republic City ausgingen. Der Wind krümmte die Oberfläche des Wassers, das gleichmäßig um der Insel plätscherte. Er säuselte durch die Blätter der vielen Bäume, die auf dem kleinen Stück Land verteilt waren. Sanft bimmelte ein blaues Windspiel vor sich hin, als eine leichte Brise es im Pavillon zum Klingeln brachte.
Korra saß im Lotussitz genau in der Mitte des hölzernen Bauwerkes. Ihre Haare waren wie gewöhnlich im Wasserstamm-Stil hochgesteckt und hingen ihr über die breiten Schultern. Die alltägliche Kleidung war perfekt für dieses Wetter. Die Stiefel und die lange Hose hielten sie warm, weshalb es ihr auch nicht kalt war, wenn der Meereswind ihr um die weichen Wangen schmeichelte. Langsam atmete sie ein und wieder aus, in der Hoffnung, wenigstens diesmal etwas erreichen zu können. Denn seit der Harmonischen Konvergenz vor zwei Wochen war sie nie richtig dazu gekommen. So viel war passiert, so viel hatte sich verändert. Da hatte sie nie in Erwägung gezogen, auch nur ansatzweise mal eine kurze Pause einzulegen.
Als Avatar hatte sie die Aufgabe, die Welt im Gleichgewicht zu halten. Und die Portale offen zu lassen, damit Geister und Menschen zusammen leben konnten, hielt sie für die richtige Entscheidung. Doch jetzt zweifelte sie stark daran. Bedauerlicherweise störten seit dem Kampf mit Vaatu und Unalaq gewaltige, grüne Reben die Menschen auf dem Festland. Sie wurden von den Geistern erzeugt, weil sie daran lebten, und wuchsen durch die ganze Stadt, zerstörten Häuser, blockierten die Straßen und hinderten die Bewohner durch sie hindurch zu kommen. Allen, besonders dem Präsidenten, ging das gehörig gegen den Strich, aber Korra konnte dagegen nichts tun. Selbst die Wasserbändigungs-Techniken, die Unalaq ihr beigebracht hatte, zeigten keine Wirkung. Die Reben und die Geister waren nun Teil dieser Welt und sie mussten sich wohl oder übel damit abfinden, ob es ihnen gefiel oder nicht. Ändern konnte sie es jetzt sowieso nicht mehr.
Sie war so sehr auf sich selbst konzentriert, dass sie die Person erst gar nicht bemerkte, die sich ihr näherte. Erst als sie die dumpfen Schritte auf der Treppe hörte, spitzte sie die Ohren. „Kann nicht reden. Meditiere.“ Der schwarzhaarige junge Mann lief dennoch weiter und blieb erst knapp hinter ihr stehen. „Du musst ganz schön verzweifelt sein. Du hasst das Meditieren wie die Pest.“
„Mako?“ Erst jetzt öffnete die 18-Jährige überrascht die Augen. Er war der Letzte, den sie erwartet hätte. Zwischen ihnen war es nicht gerade rund verlaufen, seit sie sich getrennt hatten. In letzter Zeit verhielt er sich nämlich äußerst merkwürdig in ihrer Gegenwart, mied jeden Kontakt von ihr und Asami und blieb jede freie Sekunde auf der Arbeit, nur um ihr zu entgehen.
„Was machst du da genau?“, fragte er, als er ihren Blick sah. Die Erdbändigerin seufzte und senkte die Hände, die sie bis eben vor die Brust gehalten hatte. „Ich dachte, wenn ich es wirklich richtig versuche, könnte ich vielleicht meine vorherigen Leben kontaktieren.. Irgendjemanden, der irgendwas weiß, um mir zu helfen, aber.. ich kann nicht. Sie sind weg. Und ich bin allein..“ Sie stand schwermütig auf, lehnte sich gegen die Reling und blickte der unter gehenden Sonne entgegen. Er stellte sich schweigend neben sie und machte es ihr nach. Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort. „Habe ich alles kaputt gemacht, als ich die Geisterportale offen gelassen habe?“
„Keine Ahnung. Ich glaube nicht, dass du irgendwas kaputt gemacht hast. Du hast das getan, von dem du dachtest, dass es das Beste für die Welt ist. Die Dinge haben sich nur verändert. Veränderungen können gut oder schlecht sein, je nach Sicht der Dinge.“ Darauf schnaubte sie. Sie wusste den Stand der Dinge. Die Leute hassten die jetzige Situation. „Die Menschen in Republika hassen es, so wie es jetzt ist.“ Mako verstand sie. Das tat er wirklich, aber Korra nahm immer wieder die ganze Verantwortung auf die eigenen Schultern. „Du bist nicht der Präsident, Korra. Du sollst dich nicht um die Bedürfnisse jedes einzelnen hier kümmern. Du bist der Avatar. Und deine Aufgabe ist es die Welt in Balance zu halten. Das heißt, was auch immer du tust, irgendwer wird darüber nicht glücklich sein.“
„Na toll.“, raunte sie in die Bucht hinaus. Er lächelte. „Du wirst schon eine Lösung finden. Du musst nur an dich glauben.“ Einen Moment blieb es still. Das Wasser unter ihnen krachte gegen die Klippen und spritzte einige Tropfen nach oben, die vor ihnen auf den nackten Steinen landeten. Wieder seufzte sie verzweifelt. „Es ist so verrückt. Ich habe so gigantischen Kräfte und all diese Menschen dort drüben, die an mich glauben, aber die Hälfte der Zeit weiß ich überhaupt nicht, was ich tue. Es scheint, ich sollte irgendwie .. weiser sein.“
Der Feuerbändiger neben ihr wandte den Blick von der Sonne ab und drehte sich ihr zu. Eigentlich war er wegen etwas anderem gekommen, als dem Avatar Rat zu geben. „Ich weiß nicht mehr ob ich das bei deinem Training mitgehört habe oder nicht, aber Tenzin hat mal sagt, dass Weisheit dann beginnt, wenn man Dinge so akzeptiert, wie sie sind. Ich denke, du solltest nochmal über diese Pflanzen und die Geister nachdenken und es langsam gutheißen lassen. Dann werden bestimmt die meisten deiner Probleme gelöst.“
Korra bewunderte diese weisen Worte. Es tat gut mit jemandem über ihren Stress zu reden. Obwohl sie nicht gedacht hätte, dass es ausgerechnet Mako war, dem sie ihr Herz ausschüttete. Aus unerklärlichen Gründen fehlte ihr das. Mit ihm Zeit zu verbringen, Spaß zu haben und Abenteuer zu erleben. Aber nicht nur das. ER fehlte ihr. Das starke Band, die Küsse, die Intimität, die verloren gegangen war. Und plötzlich, ohne jede Vorwarnung, hatte sie den Drang ihm näher zu sein, und küsste ihn einfach.
Zuerst war er wie erstarrt und wusste nicht wie er reagieren sollte, doch dann entspannte er sich, legte die Hände um ihre Hüften und erwiderte den Kuss. Er bestand sowohl aus feuriger Lust, als auch aus intensiver Liebe, die beide schon beinahe vergessen hatten.
Auf einmal kam ihr der Gedanke, dass das total falsch war. Schnell löste sie sich von seinen sanften Lippen und nahm etwas Abstand. Was hatte sie nur getan? „E-Es tut mir Leid! Ich.. Ich wollte nicht..“, stotterte die Wasserbändigerin vor sich hin. Mako blieb stehen wo er war. Auf der einen Seite hatte er es wirklich genossen, doch auf der anderen war es nicht gut für ihre Beziehung. Es war immerhin sie gewesen, die gesagt hatte, dass es zwischen ihnen nicht funktionierte. „N-Nein, alles in Ordnung. Ich bin derjenige gewesen, der..“ Er stockte und legte eine kurze Pause ein. Es fiel ihm schwer das zu sagen. „Eigentlich.. Bin ich genau deswegen hier.“
„Was?“, fragte sie verwirrt. Ein kleiner Rotschimmer legte sich um ihre Wangen. Kein Wunder, die Situation war mehr als nur peinlich. Langsam rückte der ehemalige Profibändiger etwas näher an sie heran. Sofort fing sie vor Nervosität an zu schwitzen. „Ich bin hier, weil.. Weil ich es einfach nicht mehr aushalte. Ich dachte, ich komme mit unserer Trennung klar, aber ich kann es einfach nicht. Deshalb habe ich mich von allen so abgegrenzt. Ich dachte, wenn ich mich mehr auf mich selbst und meinen Job konzentriere, dass ich alles vergessen kann, aber es funktioniert nicht. Ich liebe dich immer noch, Korra. Und ich will mit niemand Anderem außer dir zusammen sein.“
„Mako..“, hauchte sie seinen Namen. „Du.. Ich.. Ich liebe dich auch.“ Mit einem Satz sprang sie in seine offenen Arme und küsste ihn erneut. Doch diesmal viel leidenschaftlicher und nachdrücklicher als zuvor. Sie hatte ihn so sehr vermisst, dass sie es sich kaum vorstellen konnte. Genauso erging es ihm, der sein Traummädchen endlich wieder bei sich hatte.
Vorsichtig lösten sie sich voneinander und blickten sich glücklich in die Augen. „Hey, ich bin Mako. Und wer bist du?“, fragte er strahlend. Sie musste lächeln. „Hi, ich bin Korra.“ Er deutete auf den Sandstrand unter ihnen, nicht weit weg. „Wollen wir etwas spazieren gehen? Dann können wir uns besser kennen lernen.“ Sie nickte. Darauf nahm er ihre Hand, zog sie aus dem Pavillon und beschritt den Weg zum Strand, der von den letzten Sonnenstrahlen des Tages beschienen wurde. „Also. Woher kommst du?“
„Ich komme vom südlichen Wasserstamm. Mein Vater ist der neue Stammesleiter.“
„Wow, echt? Dann bist du ja der große Avatar Korra!“
„Jap, das bin ich. Wo wir schon dabei sind, hast du mitbekommen, was vor zwei Wochen vorgefallen ist? Da kann ich dir ja was Spannendes erzählen.“
„Nein, habe ich nicht. Ich war leider nicht in Republic City. Was ist denn passiert?“
„Na ja, es fing alles schon sehr früh an. Mein Onkel, Unalaq, kam uns im Süden besuchen..“
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