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Und am Ende der Hoffnung schlumpft ein Licht…

von - Leela -
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Handy Hefti Jokey Papa Schlumpf Schlaubi Schlumpfine
02.07.2014
02.07.2014
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02.07.2014 3.080
 
Auf dem Schlumpfplatz kehrte bereits ein bißchen Ruhe ein. Die Schlümpfe erholten sich langsam von dem schrecklichen Abenteuer.
      Einige von den Neuzugängen kümmerten sich bereits um die traumatisierten Schlümpfe. Insbesondere ein paar Schlumpfetten hatten sich der Aufgabe angenommen, was die Stimmung bereits allgemein hob.
      Der wagemutige Schütze hatte mit Harmonies Unterstützung die letzten Schlümpfe aus seiner Gruppe auf den Platz geleitet.
      Nun gab es zum ersten Mal Gelegenheit, sich gegenseitig in Augenschein zu nehmen.
      Mit Erstaunen betrachtete Papa Schlumpf seinen Gegenüber: Einen Schlumpf mit einem dunkelgrünen Schlumpfhut und einem ebenso grünen Waldanzug. Er trug Köcher und Bogen, eine Feder am Hut und grüne Schuhe anstatt einer Schlumpfhose. Er mutete noch recht jung an. „Sag’, wer bist du, junger Schlumpffreund?“ fragte Papa Schlumpf.
      „Mein Name ist Robin Schlumpf! Wir kommen aus einer weit entfernten Gegend. Unser Dorf… wurde zerstört.“
      Die anderen Schlümpfe hielten überrascht und betroffen inne.
      „Es gibt… gab noch ein anderes Schlumpfdorf?“ fragte einer der Schlümpfe in die Stille hinein.
      „Ich wußte bislang auch nicht, daß es noch andere Schlümpfe gibt als uns.“ erzählte Robin. „Wir sind schon eine ganze Weile unterwegs auf der Suche nach einem Platz, wo man sich gut anschlumpfen kann! Wir kamen zufällig vorbei, als wir eure mißliche Lage erkannten und einschlumpfen!“
      „Gerade noch rechtzeitig!“ seufzte Papa Schlumpf erleichtert. Aus den Reihen kamen zustimmende Rufe.
      „Wie konnte das nur passieren?“ fragte Robin, noch sichtlich mitgenommen.
      So kompakt wir möglich erzählte Papa Schlumpf, wie sie Gargamel in die Falle gegangen waren, von der Nähe des Schlumpfdorf zu der Ebene, wo sein Haus lag, und wie sie versuchten, sich zu schützen.
      Während der Erzählung überbrachte einer der Schlümpfe die Meldung, daß der Auftrag erfolgreich durchgeführt war, und die Schlümpfe sich nun aus dem Gefahrenbereich zurückzogen.
      Mit Erleichterung nahmen die Schlümpfe die guten Neuigkeiten auf, und nach und nach trudelten nun auch die anderen ein.
      „Du bist also mit mehreren Schlümpfen unterwegs, um eine neue Heimat zu finden.“ erkannte Papa Schlumpf.
      Robin machte eine hilflose Geste. „Mit allen, die die Katastrophe überlebt haben.“
      „Führst du die Schlümpfe an?“
      Robin nickte. „Ja. Das Oberhaupt unseres Dorfes kam ebenfalls bei der Katastrophe ums Leben. Er hat bis zum bitteren Ende gekämpft. Ich habe die Schlümpfe in den Wald geleitet, von dort aus sind wir geflohen, als es nichts mehr zu retten gab.“
      „Ihr seid uns herzlich willkommen!“ sagte Papa Schlumpf. „Bei uns ist für jeden Schlumpf Platz, wenn ihr euch uns anschließen mögt!“
      Inzwischen schlossen auch Hefty und Gutsy wieder zu den anderen auf.
      Erst jetzt war Papa Schlumpf wirklich beruhigt. Es waren die letzten Schlümpfe, die noch gefehlt hatten.
      Nun erst wagte die Gruppe, das Gespräch von Papa und Robin zu unterbrechen.
      „Es ist alles vernichtet, Papa Schlumpf!“ meldete Handy. „Auch von dem Buch ist nichts übrig geblieben!“
      „Sehr gut gemacht, meine Schlümpfe! Gargamel wird das gar nicht gefallen.“
      Gutsy lachte. „Der hat geflucht! Er kam gerade zurück, als wir fertig waren und unbemerkt flohen. Wir konnten sein Wutgeschrei noch bis in den Wald hinein hören!“
      Die Schlümpfe stimmten in das Lachen mit ein.
      „Trotzdem müssen wir jetzt erst mal vorsichtig sein. Gargamel ist unberechenbar!“ erinnerte Papa Schlumpf. „Laßt uns erst einmal ins Dorf schlumpfen, und dann sehen wir weiter. Dort sind wir sicher und können uns über alles weitere unterhalten. Erst einmal nehmen wir die neuen Schlümpfe in die Gemeinschaft mit auf!“

Ein Schlumpf ein Wort! Nur wenig später fanden sich alle Schlümpfe im Schlumpfdorf ein. Bereits auf dem Weg hatten sich viele Gespräche zwischen den »alten« und den »neuen« Schlümpfen entwickelt.
      Papa Schlumpf ging zusammen mit Handy und Robin zurück und sinnierte gleich über den Bau neuer Schlumpfhäuser nach.
      Die Schlümpfe waren sehr aufgeregt über die Neuankömmlinge, zumal unter ihnen auch einige Schlumpfetten waren – etwas, was sie aus ihrem Dorf so nicht kannten. Außer Smurfette und Sassette gab es dort keine Frauen, und sie wußten auch nur durch Nanny und Opa Schlumpf, daß weiter entfernt auch noch Schlümpfe wohnten. Sofort hatten sich einige Schlümpfe - unter ihnen Poeti, Hefty und Harmonie - der Schlumpfetten angenommen. Gutsy konnte es sich nicht nehmen lassen, mit dazuzustoßen, und sich in Szene zu setzen.
      Robin beobachtete das Spiel fasziniert und schüttelte schmunzelnd den Kopf.
      Grouchy, der neben ihm ging, hatte selbst beim Laufen die Arme verschränkt. „Ich hasse diese Angeberei!“
      Robin schickte ihm einen erstaunten Blick. „Laß sie! Wenn sie schon wieder protzen können, haben sie sich von dem Angriff gut aufgeschlumpft. Irgendwann kommen sie schon wieder auf den Boden, da bin ich mir sicher! – Im Augenblick ist wichtiger, daß keinem Schlumpf etwas passiert ist, und daß wir eine vernünftige Bleibe finden, wo wir uns wieder sammeln können.“
      „Ich hasse es, keine Bleibe zu haben!“ stimmte Grouchy zu. „Und noch mehr hasse ich es, Schlümpfe zu verlieren!“
      Robin lächelte. „Dich mag ich!“
      Als sie das Dorf erreichten, machte sich Erleichterung unter den Schlümpfen breit. So mancher Schlumpf hatte das Ereignis von vor wenigen Stunden noch zu verarbeiten. Unter den Neuzugängen konnte man zudem Wehmut spüren – Erinnerungen an etwas schreckliches, das vorgefallen sein mußte. Papa Schlumpf hatte ganz oben auf dem Zettel, danach zu fragen. Doch im Augenblick kam er nicht einmal dazu.
      Die Schlümpfe bestürmten Papa Schlumpf mit Fragen. „Ob es noch mehr Schlümpfe geben würde“, und „ob es noch weitere Schlumpfdörfer gäbe, von denen sie nichts wußten“.
      Noch hatte Papa Schlumpf keine Antworten auf die Fragen, doch er würde auch danach forschen. Vorerst bemühte er sich darum, die wißbegierigen Schlümpfe zu beruhigen. Im Augenblick gab es wichtigere Fragen, die ihn beschäftigten.
      In der Zwischenzeit kümmerten sich die Schlümpfe um die neuen Mitglieder des Schlumpfdorfes – auf die eine oder andere Weise.
      Auf ihrer Führung durch das Schlumpfdorf hatten sich die meisten Schlümpfe schließlich in der Schlumpferne eingefunden. Und da gab Gutsy gerade heroische Anekdoten zum besten, um die Schlumpfetten zu beeindrucken.
      Robin nahm sich ein Glas Schlumpfbeerensaft und setzte sich zu Smurfette an den Tisch.
      Die war gar nicht erbaut über den ungewohnten Tumult. „Diese Wichtigtuer! Das kann doch wohl nicht anschlumpfen! Von wegen, was sie alles schon geleistet haben, davon ist ja nur die Hälfte wahr!“
      Robin lächelte milde. „Laß sie ihren Spaß haben! – Meinst du nicht, die Mädels wissen, daß sie nur aufschlumpfen?“
      „Trotzdem! Das ist einfach nicht richtig! Was gibt das denn für ein Bild von uns?“
      „Jeder Schlumpf vermittelt sein eigenes Bild!“ gab Robin zurück, und schaffte es unwillkürlich, daß Smurfette verlegen wurde. Er nahm einen Schluck Schlumpfbeerensaft. „Das ist wirklich gut! So guten Schlumpfbeerensaft habe ich lange nicht mehr geschlumpft.“
      Smurfette beruhigte sich wieder und erklärte stolz: „Taverni macht den besten Schlumpfbeerensaft überhaupt! Und Torti macht die besten Schlumpfbeerenkuchen!“
      Robin lächelte. „Ich freue mich drauf! Ich hoffe, wir können eure Schlumpfgemeinde auch ein bißchen mit unseren Talenten aufwerten!“
      „Oh, das könnt ihr sicher!“ gab Smurfette zurück, und warf ihm einen Blick zu, der nah an flirten grenzte.
      Robin erwiderte den Blick etwas verunsichert, in dem Moment ging die Tür auf, und zu seiner Erleichterung betrat Papa Schlumpf die Schlumpferne.
      „Meine lieben Mitschlümpfe!“ Sofort hatte er die volle Aufmerksamkeit aller neuen und alteingesessenen Schlümpfe. „Bitte verzeiht, daß ich erst jetzt Zeit habe euch beizuschlumpfen. Aber ich mußte ein paar Pflichten nachschlumpfen, die nicht warten konnten. – Nun aber freue ich mich, die neuen Schlümpfe in unserer Schlumpfgemeinde begrüßen zu dürfen, außerdem möchte ich im Namen aller Schlümpfe meinen Dank und meine Hochachtung aussprechen für daß, was ihr für uns heute getan habt! Das werden wir euch nie vergessen! – Wenn ihr mich fragt, so sind wir jetzt bereits eine große Schlumpfgemeinde!“
      Jubel brach unter den Schlümpfen auf, der als Bestätigung ausreichte. Gutsys Grinsen konnte man dabei allerdings nicht ganz allgemeiner Freude, oder der Tatsache, daß sich der Schlumpfettenanteil um einiges hochpotenziert hatte zuordnen.
      „Ich habe mit Handy gesprochen und bereits den Bau neuer Schlumpfhäuser in Auftrag gegeben! Es wird allerdings einige Zeit dauern, bis genug Unterkünfte zur Verfügung stehen! Jeder neue Schlumpf bekommt also vorrübergehend einen Paten!“
      Zustimmendes Gemurmel kam auf.
      „Kein Problem!“ sagte Hefty galant und richtete sein Augenmerk einer Schlumpfette mit langen schwarzen Haaren zu. „Wie sieht es aus, darf ich Ihnen eine vorübergehende Bleibe in meinem bescheidenen Haus anbieten?“
      Die Schlumpfette lächelte tiefgründig. „Gerne! Schlumpfigen Dank!“
      „Oh, das gibt es doch nicht!“ fuhr Smurfette erneut auf.
      „Also, ich finde das Angebot sehr nett.“ erwiderte Robin.
      „Ja, schon, aber… Ach, vergiß es!“ Smurfette winkte ab. Dann dachte sie schnell um. „Ähm, ich habe auch noch Platz für einen Schlumpf in meinem Haus!“
      „Oh, das freut mich!“ sagte Robin schnell und überlegte, daß es vielleicht gar nicht so ungeschickt war, um ein paar Dinge zu klären, als ausgerechnet Grouchy sich anbot: „Ich würde mich freuen, wenn du in meinem Haus übernachtest.“
      Smurfette fiel förmlich die Kinnlade herunter, als sie Grouchy ansah. „Wie bitte? Du würdest dich freuen…?“ fragte sie völlig verblüfft.
      Grouchy hatte die Arme wieder verschränkt. „Ich hasse heimatlose Schlümpfe!“ Die Vehemenz des kleinen Lieblingswortes war Erklärung genug für die ungewöhnliche Äußerung.
      Robin sah zwischen Smurfette und Grouchy hin und her. „Ich glaube, wir sind nicht so viele Schlümpfe, daß jeder jemanden aufnehmen muß. Aber ihr habt im Augenblick genug Gäste unterzubringen. Smurfette, ich wäre nicht ganz undankbar, wenn du Cringer Smurf bei dir aufnehmen könntest. Weißt du, er ist immer sehr ängstlich. Ich glaube, du hast das richtige Gemüt, um ihm die nötige Sicherheit zu geben, die er zu Anfang benötigt um Vertrauen zu fassen!“
      Smurfette seufzte leicht, doch dann lächelte sie. „Das mache ich gern. Welcher ist Cringer Smurf?“
      Robin zeigte in eine Richtung. „Dort drüben. Mit der grünen Schlumpfkleidung mit den orangenen Streifen.“
      Der neue Schlumpf hielt sich nahe bei seinen Gefährten, die er bereits kannte, und sein Verhalten kannte Smurfette von Fürchti. Spätestens da regte sich Mitleid in ihr. „Oh, ja, ich werde mich um ihn kümmern!“
      „Danke, Smurfette!“
      Mittlerweile brachte sich Papa Schlumpf wieder in Erinnerung. „Ich danke allen Schlümpfen, die sich freiwillig melden. Ich denke, jeder Schlumpf wird irgendwo unterkommen, das wird sich von allein fügen. – Nun aber habe ich noch einige Fragen, wenn es euch neuen Schlümpfe nicht zu sehr belastet.“
      Nun stand Robin Schlumpf auf. „Wir werden gerne jede Frage beantworten! Wenn wir mehr als nur Gäste in diesem Dorf sein wollen, müßt ihr auch wissen, mit wem ihr es zu tun habt!“
      „Danke, Robin Schlumpf! Zunächst einmal würde mich interessieren, was mit euren Dorf passiert ist. Du sprachst von einer Flucht! Wo kommt ihr her, und was ist geschehen?“
      Robin ging mehr ins Zentrum des Geschehens und begann zu erklären: „Wir kommen aus Smurf Villay, das war ein kleines Schlumpfdorf nahe eines Menschendorfes, auf der anderen Seite des Waldes. Wir haben über Jahrhunderte friedlich dort gelebt, und uns sogar mit einigen Menschen gut verstanden.“
      „Du solltest dazu sagen, daß wir uns sehr genau ausgesucht haben, welche Menschen wir als vertrauenswürdig eingeschlumpft haben!“ warf ein älterer Schlumpf ein.
      Robin verdrehte die Augen. „Ja, Twainy. Das ist richtig! Wir haben uns den Menschen im allgemeinen nie offenbart, aber einige waren nett und hilfsbereit, und denen haben wir uns auch gezeigt. Das ist aber auch nicht das Thema der Schlumpfbatte! Fakt ist, daß wir uns nie ins Geschlumpfe gekommen sind!“ Er wandte sich wieder Papa Schlumpf zu. „Jedenfalls fanden wir eines Tages Maschinen im Wald. Wir wußten nicht, was sie zu bedeuten haben, aber schlumpften beunruhigend auf uns. …“
      Gutsy hörte dem Bericht nur noch mit halbem Ohr zu und lehnte sich zu der Smurfette, die bereits von Hefty angesprochen worden war. „Hey, Deanna! Für den Fall, daß Hefty dir zu aufdringlich ist, kannst du auch bei mir unterkommen!“
      Die Smurfette warf ihm einen abschätzenden Blick zu. „Ich werde es mir überlegen! Allerdings…“ Sie fing den Blick des Tapferschlumpfes auf. „Ich würde lieber bei Fürchti übernachten. Er hat das Ereignis von heute noch nicht ganz verkraftet, und könnte jemanden gebrauchen, der einfach für ihn da ist.“
      Gutsy sah sie verblüfft an. „Was? Verschlumpft noch mal! Ich brauche auch Fürsorge! Ich habe auch noch nicht ganz verkraftet, was heute geschehen ist!“ Deanna schüttelte schmunzelnd den Kopf und ging bereits vom Tresen weg, als Gutsy hinterherschob: „Ich habe auch eine empfindsame… Seele…“
      „Na, da bist du ganz schön abgeschlumpft, was?“ ließ sich Hefty vernehmen, der die Szene beobachtet hatte.
      Gutsy drehte sich zu ihm um. „Du hattest auch keinen Erfolg bei ihr!“
      „Nein, allerdings übernachtet Bea Smurf bei mir!“ Er deutete an die Seite, wo eine Schlumpfette mit kurzen schwarzen Haaren in ein Gespräch verschlumpft war.
      Gutsy schnappte nach Luft.
      „… Die Maschinen zerstörten alles, und drohten auch unser Dorf zu niederzureißen!“ erzählte Robin weiter. „Wir konnten nichts dagegen tun. Vetinari Schlumpf - das Oberhaupt unseres Dorfes - versuchte mit einigen Schlümpfen, gegen die Maschinen vorzugehen und das Dorf zu beschützen. Doch er hatte keine Chance. Einige Schlümpfe gingen in die ewigen Schlumpfgründe ein bei dem Versuch, die Maschinen aufzuhalten. Deshalb beschlossen wir, zu fliehen und zu retten, was zu retten ist. Lange Zeit waren wir heimatlos unterwegs, und das brachte uns schließlich hierher.“
      Viele Schlümpfe zeigten sich betroffen ob der Geschichte, so auch Papa Schlumpf. „Es scheint, als habe uns das Schicksal zusammengeführt. Ihr ward das Licht am Ende unseres Tunnels, und so wollen wir das Licht für den eurigen sein.“
      Robin machte eine umfassende Geste. „Ich danke euch im Namen all meiner Schlümpfe!“
      „Ich fürchte, meine Schlümpfe werden viele Fragen haben! Aber es ist schon spät, ich denke, wir sollten es für heute nicht überschlumpfen!“ erklärte Papa Schlumpf. „Jetzt wollen wir erst mal einen Schlumpfbeerensaft darauf trinken!“
      Damit waren alle Schlümpfe sofort einverstanden. Und da sich diesmal viele Schlümpfe in der Schlumpferne an den Tischen eingefunden hatten, ging eine ältere Schlumpfette aus Smurf Villay Taverni zur Hand. Guinan Smurf war wieder völlig in ihrem Element, so wie sie es in Smurf Villay gewesen war, als sie die Gläser servierte.
      Während sich die Schlümpfe nun gemütlich zusammensetzten, stellten sie sich kreuzweise vor, und auch wenn kaum einer die vielen neuen Namen sofort behalten konnte, hörten doch beide Seiten viele neue interessante Namen.
      Papa Schlumpf saß an einem der langen Tische zusammen mit Robin Schlumpf und anderen. Eine Frage brannte ihm auf der Seele, die auch viele andere Schlümpfe interessierte. „Eure Namen sind so fremdartig!“ leitete er ein.
      „Für uns klingen eure Namen aus sehr neu!“ warf Robin ein.
      „In unserem Schlumpfdorf werden die Namen vergeben, wenn sich die ersten Eigenschaften eines Schlumpfes auftun.“ erklärte Papa Schlumpf.
      „Bei uns ist es ganz ähnlich!“ erklärte Robin. „Nur funktionierte das bei uns nach einem anderen Prinzip. Unser Dorf lag, wie gesagt, nahe an einer menschlichen Siedlung. Manchmal konnte man unbemerkt in das Dorf gelangen. Dort haben wir viel aufgeschnappt: Fernsehen, Bücher, Comics… Die meisten unserer Namen stammen daher! Sie wurden vergeben, so wie sie dem Charakter eines Schlumpfes entsprachen. Twainy zum Beispiel ist Schriftsteller, so wie auch der Autor, der Namensgeber für ihn war. Und Cringer ist nach einer ängstlichen Katze benannt aus einem Cartoon.“
      Die Schlümpfe staunten.
      „So kann man es natürlich auch machen…“ bemerkte Harmonie fasziniert.
      Robin zog ein leichtes Schmollen. „Jetzt werden wir es nicht mehr so machen können.“
      „Ich hasse, es nicht mehr so machen zu können!“ ließ sich Grouchy vernehmen, der neben Robin saß.
      „Ach, wir werden uns einfach an euer System gewöhnen, falls es drauf anschlumpfen sollte!“ Robin leerte das Glas und gähnte.
      Das nahm Papa Schlumpf zum Anlaß, die Runde aufzuheben. „Es war ein langer Tag. Geht schlafen und ruht euch aus, meine Schlümpfe! Ab morgen haben wir viel zu tun!“
      Den Schlümpfen war das willkommen, und so fügten sich Gruppen zusammen, Patenschaften zwischen den alten und den neuen Schlümpfen, bis die Schlumpfhäuser fertiggestellt sein würden.
      Robin folgte Grouchy zu seinem Haus.
      Gutsy stand noch etwas demoralisiert an der Theke. Irgendwie war seine Hilfsbereitschaft entweder ignoriert oder ausgeschlagen worden. Da plötzlich vernahm er Klänge, die nicht von Harmonie kommen konnten! Er wandte sich um und sah einen Schlumpf mit einer schwarzen Haartolle auf einem der Tische sitzen und Gitarre spielen. Dazu sang er in einer melodischen Stimme: „I found my thrill, on Smurfberry Hill…“ Unwillkürlich weckte dieser Schlumpf sein Interesse. Er hatte bislang nur einmal so eine Stimme gehört, bei Perry, als sie abends zusammen gesessen und sich Elvis Presley-Platten angehört hatten. Mochte es sein, daß…?
      Er straffte die Gestalt und ging zu dem Schlumpf herüber. „Äh, entschlumpfigung, hast du schon einen Paten?“
      Der Schlumpf sah auf. „Nein, bislang noch nicht.“
      Er reichte dem Schlumpf die Hand. „Gutsy Smurf! Wenn du willst, kannst du mit zu mir kommen!“
      Der andere Schlumpf lächelte. „ Gerne, vielen Dank! Elvis Schlumpf!“ stellte er sich vor.
      Gutsy ließ sich insgeheim ein Schmunzeln vernehmen. ‚Hab’ ich’s doch gewußt! Jetzt hab’ ich die Sache mit den Namen verstanden!’
      Und so leerte sich die Schlumpferne mehr und mehr, bis alle Schlümpfe in dieser Nacht unerwartet doch noch ein ruhiges Plätzchen zum Schlafen fanden.
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