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Und am Ende der Hoffnung schlumpft ein Licht…

von - Leela -
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Handy Hefti Jokey Papa Schlumpf Schlaubi Schlumpfine
02.07.2014
02.07.2014
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Die Schlümpfe hetzten in wilder Panik durch den Wald. Keiner wußte, wie es dazu gekommen war, aber sie waren direkt in eine Falle von Gargamel gelaufen.
      Der Hexer hatte irgend eine Art von Zauber gewirkt, und dieses Mal war der echt gut: Er hatte eine magische Barriere aufgebaut, die die Schlümpfe nicht durchdringen konnten, und die Grenzen dieser Barriere zogen sich immer mehr zusammen.
      Papa Schlumpf hatte mehrere Male versucht, die Schlümpfe über eine andere Richtung aus dem Areal herauszuführen, ohne Erfolg. Nun war Gargamel ihnen dicht auf den Fersen.
      „Komm’ Azrael, wir müssen die Schlümpfe fangen, bevor der Zauber seine Wirkung verliert!“ trieb der Hexer.
      Papa Schlumpf schnappte nach Luft. „Wir müssen nur so lange durchhalten, bis wir fliehen können!“ rief er den Schlümpfen zu.
      Trotz des kleinen Hoffnungsschimmers gerieten die Schlümpfe immer weiter in Panik und liefen wild durcheinander. Eine Weile schien es, als schafften sie es damit, sich Gargamels Attacken zu entziehen.
      Aber dann, als der Hexer sich auf die Situation eingestellt hatte, liefen ihm die ersten Schlümpfe direkt in die Arme. Viele erschrockene Schlümpfe registrierten viel zu spät, daß sie in Gargamels Sack landeten, den er griffbereit bei sich trug.
      Mittlerweile hatte sich die magische Barriere so eng zusammengezogen, daß sie nicht mehr entkommen konnten.
      Papa Schlumpf war einer der letzten Schlümpfe, die von Gargamel gefangen genommen wurden.

Dieses Mal hatte Gargamel alle Register gezogen. Die Schlümpfe fanden sich eingepfercht in Käfigen wieder, aus denen sie nicht entkommen konnten. Die Stäbe ließen es nicht zu, daß sich ein Schlumpf da durchzwängen konnte, zudem waren die Käfige ein gutes Stück über dem Boden aufgehängt.
      Papa Schlumpf stand am Rand eines Käfigs, umfaßte zwei Stäbe mit den Händen und sah verzagt in den Raum. Kein Schlumpf war übrig geblieben. Und ihm fiel keine Möglichkeit ein, wie sie sich aus dieser ausweglosen Lage befreien konnten. Dieses Mal war guter Rat teuer.
      Gargamel führte derweil einen Freudentanz auf. „Oh, Azrael, oh, Azrael, der Tag ist gekommen! Ich habe sie alle, sie alle gefangen! Das wird ein Fest! Und vor allem ein Festschmaus! Wir können sie einlegen, einfrieren, einkochen… Stell’ dir das nur vor: Marmelade à la Schlumpf! Hahahaa…“
      „Was sollen wir nur tun, Papa Schlumpf?“ fragte Hefty, der in dem gleichen Käfig wie Papa untergebracht war und zufällig sehr nahe bei ihm stand.
      „Ich weiß es nicht, Hefty. Ich denke schon die ganze Zeit darüber nach, aber mir fällt nichts ein. Ich habe keine Möglichkeit, Magie anzuwenden, wir können die Stäbe nicht durchdringen, und die Schlümpfe sind in Panik.“ Er ließ einen traurigen Blick über die zusammengepferchten Schlümpfe schweifen. Vier Käfige, mehr als fünfundzwanzig Schlümpfe in jedem, und das, obwohl die Käfige kaum genug Raum boten, um die Hälfte von ihnen aufzunehmen.
      „Aber irgend etwas müssen wir doch tun!“ jammerte Hefty.
      „Ich bin für jeden Vorschlag dankbar!“ erwiderte Papa Schlumpf.
      Hefty schwieg. Als ihm plötzlich bewußt wurde, welche Verantwortung seit je her auf Papa Schlumpf ruhte, und wie schwierig diese Bürde in diesem Moment war, die ihren Führer absolut hilflos werden ließ, schluckte er hart. Wie sehr hatten sie sich alle immer wieder auf Papa Schlumpf verlassen, und die Verantwortung aus der Hand gegeben?
      Einer der Käfige begann bedenklich zu schaukeln. Der Aufruhr ließ Papa Schlumpf und Hefty sich umwenden, doch sie konnten nichts erkennen, weil der Käfig ihrer Seite abgewandt hing, und durch die zusammengepreßten Schlümpfe nur von der anderen Seite aus zu sehen war, wo sie nicht hinkamen.
      „Beruhig dich wieder!“ hörten sie eine Stimme. Zwirni Schlumpf!
      „Ich will hier raus!“ Das war die panikerfüllte Stimme von Fürchti.
      Mehrere Schlümpfe schienen zu versuchen, ihn wieder zur Ruhe zu bekommen, während er um sich schlug und dabei den Käfig ins Schaukeln brachte.
      „Mir ist schlecht.“ rief eine andere Stimme.
      „Ich hasse schaukeln!“ hörte man Grouchy.
      Papa Schlumpf schüttelte den Kopf. „Meine armen Schlümpfe. Diese Käfige sind noch schlimmer als alles, was Gargamel mit uns noch anstellen könnte.“
      „Kommen wir hier gar nicht mehr raus?“ hörte man Smurfette in einem dritten Käfig schluchzen.
      Hefty wandte sich in die Richtung um, aus der die Stimme kam, und ihm brach das Herz, als er die Schlumpfette weinen hörte.
      Zwei oder drei Schlümpfe versuchten verzagt, sie zu trösten, obwohl sie nicht wußten, wie sie das anstellen sollten.
      Papa Schlumpf seufzte. Er selbst hätte nicht gewußt, was er Smurfette hätte sagen können. Die Hoffnung, Gargamel zu überwältigen, wenn er einen der Käfige öffnete, hatte er aufgegeben, nachdem er das Werkzeug gesehen hatte, das der Hexer auf dem nahen Tisch bereit gelegt hatte. Diesmal hatte sich Gargamel wirklich gut vorbereitet.
      Während Gargamel einen Freudentanz aufführte, versuchten verschiedene Schlümpfe auf unterschiedliche Weise, einen Weg aus den Käfigen zu finden. Doch weder konnten sie die Stäbe biegen oder brechen, noch Schlösser oder Scharniere knacken.
      Gutsy, der in einem vierten Käfig unter anderem mit Harmonie zusammen eingesperrt war, hatte sich bis an den Rand vorgearbeitet und versuchte, sich aus dem Käfig bis zu einem Regal zu hangeln, doch ohne Erfolg: Gargamel hatte genau darauf geachtet, daß die Schlümpfe mit ihrer Reichweite nichts bewerkstelligen konnten.
      Ein plötzlicher Aufschrei holte ihn aus seiner Lethargie der Verzagtheit. „Mein Spiegel! Du bist auf meinen Spiegel getreten!“ herrschte Beauty einen anderen Schlumpf an.
      „Mir ist dein Spiegel völlig egal!“ gab der Schlumpf zurück. Die Stimme gehörte zu Torti. „Hast du mal darüber nachgedacht, daß wir in diesen Käfigen verhungern werden?“
      Gutsys Blick fiel auf den zerbrochenen Spiegel. „Gib’ das her!“
      Beauty brauchte einen Augenblick um zu registrieren, daß er angesprochen war. „Was?“
      „Gib’ deinen Spiegel her, verschlumpft noch mal! Du kannst ihn eh’ nicht mehr verwenden, aber ich vielleicht!“
      Vorsichtshalber kam Beauty der Aufforderung nach und schob Gutsy den zerbrochenen Spiegel herüber.
      Gutsy begutachtete, was davon übrig geblieben war: Einige Scherben und der Rahmen. Mit den Scherben konnte man Licht reflektieren. Das mochte nützlich sein! Und das Holz konnte man werfen… Er sondierte die Lage. Es war gefährlich, die Waffen einzusetzen, während Gargamel im Raum war. Andererseits war es vielleicht ihre einzige Chance, bevor die Katastrophe passierte… ‚Wir müssen nur einen Käfig aufbekommen! Der Rest ergibt sich von allein!’
      Handy war in dem Käfig gegenüber nach vorne gekrochen und beobachtete das leichte Blitzen, das von den reflektierenden Scherben ausging. Sein Blick traf sich mit dem von Gutsy. Er zeigte auf die Stäbe und deutete eine Sägebewegung an.
      Gutsy schnappte nach Luft, als er Handys Idee erkannte und nickte. Er prüfte vorsichtig die Schärfe der Spiegelscherbe und dann die Stäbe. Sie waren aus Holz, allerdings mit irgend etwas behandelt, so daß sie massiver wirkten – aber wenn er lange genug daran arbeiten konnte, mußte es gelingen, das Holz durchzubekommen. Mit neuem, verbissenem Elan kniete er sich auf den Boden vor den Stäben.
      In dem Augenblick, als er die Scherbe das erste Mal ansetzen wollte, ging ein unwillkürlicher Ruck durch den Käfig, Gutsy wurde von aufgewühlten Schlümpfen an die Stäbe gedrückt, und alles, was auf dem Boden lag, wurde unversehens nach draußen geschleudert. Hilflos konnten die Schlümpfe aus dem anderen Käfig nur mit ansehen, wie ihr einziger Hoffnungsschimmer dem Boden entgegenfiel.
      Gutsy war in hilfloser Verblüffung wie erstarrt – selbst wenn er in dem Moment Bewegungsfreiheit gehabt hätte. Dann gewann Wut die Oberhand. „Verschlumpft nochmal, das kann doch nicht wahr sein! Welcher Schlumpf war das? Seid ihr völlig vonschlumpfen?“
      Der Käfig schwankte unter neuerlichen frustrierten Attacken, während die Schlümpfe aus dem anderen Käfig hoffnungslos und verzagt die Szene wie in einem bösen Traum beobachteten.

Die meisten Schlümpfe hatten sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Aus verschiedenen Ecken konnte man Schluchzen hören, viele Schlümpfe hatten sich zusammengekauert, Angst dominierte jeden Käfig.
      Gargamels Freude und Enthusiasmus füllte derweil den ganzen Raum. „Oh, Azrael, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Ich denke, ich beginne mit einer Schlumpfsuppe! Ein paar Schlümpfe kann ich dafür schon entbehren, und das beste: Dafür muß ich nicht einmal die Käfige öffnen!“ Er begutachtete ein böses Instrument, das einer Zange gleich kam, allerdings auch mit Stacheln an den Innenseiten bewehrt war, so daß den Schlümpfen klar war: Ebenso wenig, wie sie in den Käfigen davor fliehen konnten, ebenso tödlich war dieses Instrument.
      Azrael schlich um Gargamels Beine und mauzte wohlgesonnen.
      Gargamel legte das Instrument auf den Tisch zurück. Dann setzte er gut gelaunt den Kessel auf. Als die ersten Dämpfe aufstiegen, ging er das Fenster auf der anderen Seite des Raumes öffnen. Er wedelte mit den Armen, um den Nebel nach draußen zu verscheuchen. „So, noch ein paar Zutaten, dann kann der Hauptbestandteil dazu!“ murmelte er für sich und kramte in einem Regal nach etwas Gemüse für den Eintopf.
      Der Nebel, der nun durch den Raum zog, war nur untergeordnet der Grund dafür, daß Papa Schlumpf die Tränen in den Augen standen. So lange hatte er es geschafft, seine Schlümpfe zu schützen. Nicht einen hatte er verloren. Und nun sah er seine Schlümpfe in Todesangst ihrem Untergang entgegengehen.
      Plötzlich spürte er eine Hand auf seinem Arm. Es war Hefty. Selbst dem Muskelschlumpf standen Tränen in den Augen. „Du hast alles getan, Papa! Du warst ein wunderbarer Führer, der beste, den wir uns wünschen konnten.“
      Papa Schlumpf lächelte milde. „Danke, Hefty.“ sagte er mit gebrochener Stimme.
      Das Schluchzen und Wehklagen verängstigter Schlümpfe hallte in ihren Ohren.
      Beide Schlümpfe wandten sich von der Szene ab, in der Gargamel den Kessel vorbereitete und versuchten, nicht über das, was kam nachzudenken. Innerlich bereiteten sie sich auf das schlimmste vor.
      Plötzlich, noch während der Hexer bei der Arbeit war, schlugen die Flügel des offenstehenden Fensters mit einem Ruck zu.
      Nicht nur die Schlümpfe schreckten zusammen. Auch Gargamel wirbelte herum. „Was war das? Azrael?“
      „Miau?“ Die Stimme des Katers klang genauso erstaunt, und da er direkt gegenüber des Fensters auf einem niedrigen Schrank lag, mußte Gargamel ihn als mögliche Ursache ausschließen.
      „Hm. Ich hatte es heute gar nicht windig in Erinnerung! Na, wie dem auch sei! Kümmern wir uns um die wichtigste Zutat für die Suppeneinlage…“ Er nahm die Zange, doch gerade als er sich den Käfigen näherte, schoß ein Stein durch das nun geschlossene Fenster und zerschlug die Scheibe in Tausende von Splittern. Erschrocken sprang Gargamel auf.
      Azrael, obwohl er weit genug vom Geschehen entfernt war, um involviert zu werden, sprang ebenfalls mit einem Aufschrei an die Decke und krallte sich dort fest.
      Die Schlümpfe drückten sich an die dem Fenster abgewandten Außenseiten der Käfige, was ihnen nicht allzuviel einbrachte aufgrund der Platznot, doch auch sie blieben weitestgehend von dem Splitterregen verschont – Gargamel hatte darauf geachtet, die Käfige nicht in Fensternähe aufzuhängen, und der Werfer hatte so gut gezielt, daß die Fontäne genau zum Kochbereich zielte, und von dem Bereich mit den Käfigen weg.
      „Was ist denn da los?“ fuhr Gargamel auf. „Azrael! Auf, wir müssen die Störenfriede finden! – Jetzt muß ich auch noch den Boden fegen! So ein Ärgernis!“
      Azrael sprang, um nicht auf dem scherbenübersäten Boden zu landen, auf Gargamels Kopf.
      Der stolperte blindlings nach draußen. „Azrael, laß das! – Wer auch immer das war, der kann was erleben!“ ereiferte sich der Hexer.
      Die Schlümpfe hatten sich noch nicht ganz von den jüngsten Ereignissen erholt, doch änderte die neue Situation nichts an ihrer Bedrängnis.
      „Wenn wir nur jetzt etwas tun könnten…“ seufzte Papa Schlumpf.
      Plötzlich schoß ein Pfeil aus dem Nichts zielgenau durch das zerborstene Fenster und traf das Seil eines Käfigs so paßgenau, daß es förmlich zersplitterte. Ein zweiter erreichte das, was der Schütze beabsichtigt hatte: Das Seil gab endgültig nach, und der Käfig raste dem Boden entgegen, mit einem Haufen aufschreiender Schlümpfe, die sich automatisch auf den Aufprall vorbereiteten – doch bevor das passieren konnte, blieb der Käfig mit einem Ruck über dem Boden hängen: Der Pfeil hatte sich hinter der Rolle, über die das Seil, das den Käfig hielt, lief, in den Strick gebohrt und verkantete sich in der Vorrichtung an der Decke.
      Noch bevor die Schlümpfe wußten, wie ihnen geschah, sprangen Schlümpfe durch das Fenster, die sie nie zuvor gesehen hatten, angeführt von einem jungen Schlumpf in grüner Kleidung, der die anderen mit sich winkte.
      In Nullkommanichts hatten sich einige Schlümpfe das gefährliche Werkzeug angeeignet.
      „Macht so viel Platz, wie es geht!“ sagte einer der fremden Schlümpfe.
      Die gefangenen Schlümpfe, die erschrocken zurückwichen, beobachteten nun fasziniert, wie ihre Retter mit Hebelwirkung, Kraft und Gemeinschaftsarbeit die Zange an den Stäben ansetzten und damit das Holz zum Bersten brachten, während ein paar andere Schlümpfe den Boden des Gefängnisses so arretierten, daß der Käfig möglichst nicht schaukeln konnte, was ein gar nicht so einfaches Unterfangen war.
      Handy schaltete sofort und half aus dem Inneren des Käfigs mit, die Zange zusammenzudrücken.
      Nur wenig später war die erste Gruppe der Schlümpfe frei! Jubelnd befreiten sie sich aus dem Käfig.
      Der junge Anführer der fremden Schlümpfe zielte unterdessen bereits mit dem zweiten Pfeil auf das Seil des nächsten Käfigs.
      Gutsy schnappte nach Luft, als er erkannte, was der junge Schlumpf vorhatte, und daß sein Käfig der nächste wäre, der dran war. Doch zum Nachdenken war es bereits zu spät, denn der fremde Schlumpf schoß bereits zielgenau den Pfeil ab. Gutsy biß die Zähne zusammen und schloß die Augen, als der Käfig dem Boden entgegenrauschte. Auch dieses Mal berührte der Boden des Käfigs den Boden des Zimmers knapp nicht, bevor sich der Pfeil in der Rolle verkantete.
      Handy arbeitete bereits mit den fremden Schlümpfen zusammen an der Zange, um seine Gefährten zu befreien, während nun noch mehr Schlümpfe den Käfig abstützten.
      „Beeilt euch! Wenn Gargamel nun wiederkommt!“ rief Beauty.
      „Mach’ dir um den keine Sorgen!“ erwiderte einer der fremden Schlümpfe. „Den beschäftigen wir schon!“
      Man konnte mehrere Schlümpfe nach Luft schnappen hören, und Getuschel wie: „Es gibt noch mehr Schlümpfe?“
      Der junge Schützenschlumpf hatte bereits den Bogen auf den dritten Käfig angesetzt, und als Papa und Hefty dem Boden ein ganzes Stück nähergekommen waren, verließ bereits ein Haufen weiterer glücklicher Schlümpfe den zweiten aufgebrochenen Käfig.
      „Wie praktisch, daß Gargamel uns das Werkzeug zur Flucht gleich hiergelassen hat!“ bemerkte Beauty.
      „Rede nicht so viel! Wir müssen die anderen befreien!“ rief Gutsy und stürmte voran.
      Während er an Handys Seite hetzte, um ihn an der Zange zu unterstützen, nahm sich der Schlumpfschütze den vierten und letzten Käfig vor.
      Ein paar Schlümpfe, welche die anderen nicht mehr effektiv unterstützen konnte, weil bereits genug Helfer vorhanden waren, waren mutig auf den Fenstersims geklettert um zu sehen, was sich draußen zutrug. Sie konnten zwar nichts sehen, aber sie hörten Gargamels verzweifelte Stimme. Erstaunt konnten sie hören, wie der Hexer rief: „Das kann doch nicht sein! Da ist noch ein Schlumpf! Aber ich hatte sie doch alle! Azrael, fang sie! Sie dürfen uns nicht entkommen! Kein Schlumpf darf frei sein! Das wäre ja noch schöner!“
      Die Schlümpfe kicherten. Ja, so war Gargamel erst einmal eine Weile beschäftigt! Hoffentlich hielten die anderen Schlümpfe das Spiel lange genug durch!
      Mittlerweile wurde der vierte Käfig aufgebrochen. Mit Heftys Hilfe ging es noch schneller von statten.
      Bereits während dessen führte Papa Schlumpf die ersten Schlümpfe hinaus. „Beeilt euch! Durch das Fenster und versteckt euch im Wald! Sammelt euch nahe des Schlumpfplatzes!“
      Die Schlümpfe auf dem Fenstersims dirigierten die fliehenden Schlümpfe so, daß sie von Gargamel wegliefen. Die ersten Schlümpfe aus der fremden Gruppe waren ebenfalls dabei.
      „Führt unsere neuen Freunde dorthin in Sicherheit!“ wies Papa einige aus seiner Schlumpfgemeinde an.
      Als die letzten Schlümpfe aus ihrem Gefängnis kletterten, unterstützte der grün gekleidete Schlumpf Papa Schlumpf dabei, die Schlümpfe nach draußen zu dirigieren.
      „Papa, wieviel Zeit haben wir noch?“ rief Hefty.
      Papa Schlumpf wandte sich um.
      Eine Gruppe von Schlümpfen stand noch bei Hefty, unter anderem Gutsy, Jokey, Grouchy und ein paar aus der neuen Gruppe. „Wir müssen dieses Teufelszeug vernichten!“ rief Hefty. Er deutete auf die Werkzeuge.
      Papa Schlumpfs Blick glitt weiter nach oben. „Vor allem müssen wir dies Buch dort vernichten! Ich wette, der Zauber, mit dem Gargamel uns gefangen genommen hat, kommt daher!“
      „Das kann ich ausschlumpfen!“ sagte Schlaubi.
      Papa Schlumpf schaute zu den Schlümpfen auf dem Fenstersims. Einer von ihnen hielt den Daumen hoch. „Gut! Dann ernenne ich dich zum Führer dieser Mission! Du koordinierst die Gruppe!“
      Schlaubi schnappte nach Luft und setzte zu einem Einwand an, doch da war es bereits zu spät.
      „Vernichtet alles, was geht! Aber wenn ihr das Zeichen zu Flucht erhaltet, dann verlaßt ihr das Haus augenblicklich, egal, wie weit ihr seid! Habt ihr verstanden?“
      Während Schlaubi noch mit sich haderte und seine große Klappe verfluchte, nickten die anderen Schlümpfe, und Gutsy, Hefty und Jokey schlumpfen grimmig los, um den Plan in die Tat umzusetzen.
      Papa Schlumpf schlumpfte mit den letzten Schlümpfen auf den Fenstersims.
      Ein Schlumpf, der die Lage beobachtet hatte, gab Bericht: „Die anderen Schlümpfe dürften Gargamel jetzt weit vom Haus weggelockt haben. Man hört ihn nicht einmal mehr schreien.“
      Papa Schlumpf rieb sich den Bart. „Das macht die Situation nicht ungefährlicher! – Du und Crazy, ihr beobachtet die Umgebung genau und gebt sofort Alarm, wenn Gargamel zurückkommt. Flieht, sobald der Hexer auf der Bildfläche erscheint! – Wir warten im Wald beim Schlumpfplatz auf euch. Eine Eskorte wird am Waldrand auf euch aufschlumpfen.“
      Die Schlümpfe nickten.
      „Komm’, junger Freund!“ sagte Papa zu dem Schützen. „Wir müssen den Schlümpfen sicheres Geleit in den Wald verschaffen!“
      Der andere Schlumpf nickte und folgte Papa aus dem Fenster.
      Gemeinsam rannten sie dem Waldrand entgegen.
      Während sie eine Gruppe von Schlümpfen am Waldrand abstellten, um die Lage bei Gargamels Haus im Blick zu behalten, geleiteten sie die anderen Schlümpfe weiter in den Wald.
      „Was ist der Schlumpfplatz?“ erkundigte sich der junge Schlumpf.
      „Der Schlumpfplatz gehört bereits zu den verborgenen Plätzen. Er liegt etwas außerhalb vom Schlumpfdorf im Wald. Dort können wir in der Gefahr Schutz suchen.“ erklärte Papa Schlumpf. „Ich hoffe, meine Schlümpfe haben deine Schlümpfe sicher dorthin geleitet!“
      „Das hoffe ich auch! – Darf ich ein paar von deinen Schlümpfen mitnehmen? Einige von uns versuchen immer noch, Gargamel abzulenken!“
      Papa Schlumpf nickte. „Wie viele Schlümpfe beschäftigen Gargamel?“ fragte er außer Atem.
      „Nicht viele, fünf Schlümpfe wechseln sich dabei ab!“ erklärte der neue Freund.
      „Laß sie von meinen Schlümpfen ablösen! Meine Schlümpfe wissen, wie sie zum Schlumpfplatz kommen, zudem können deine Schlümpfe bestimmt eine Verschnaufpause vertragen!“
      „Schlumpfastisch! Ich bleibe bei ihnen!“
      Papa Schlumpf legte ihm schnell väterlich die Hand auf die Schulter. „Nein, komm’ du bitte mit den anderen zurück zum Schlumpfplatz! Ich brauche jemanden wie dich dort mehr!“
      Der fremde Schlumpf stutzte, nickte dann aber.
      Fünf mutige Schlümpfe waren schnell ausgewählt, die Gargamel noch lange genug in Schach halten sollten, bis die Gruppe im Haus fertig war, und zwei weitere übernahmen die Kommunikation zwischen den beiden Gruppen. Die weiteren Schlümpfe, die den Neuankömmling begleiteten, sollten die Gruppe der fremden Schlümpfe zurück zum Schlumpfplatz bringen. Schneller als erhofft war alles organisiert, und die Schlümpfe schlumpfen los.
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