The Men with the blue Rose

GeschichteRomanze, Übernatürlich / P12
Gary Mary
30.06.2014
30.06.2014
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Zehn Jahre waren es nun her. Seit ganzen zehn Jahren war sie von mir fort gegangen. Und schon wieder stand ich hier. Dieses Gebäude das mich nicht los ließ und trotzdem vor mir verblasste wie eine vergessene Erinnerung. Es sollte bald abgerissen werden, da es dort viele Unfälle gegeben hatte. Wieso musste Mutter auch jeden Tag hier her kommen?! Wäre sie es nicht, dann wäre sie sich noch am Leben! Ich hasste sie dafür und ich verfluchte dieses Gebäude, doch ich wollte auch wissen, warum sie jeden Tag hierhergekommen war. Auch an ihrem Todestag war sie hier. Jedes Mal erwähnte sie diesen Mann. Der Mann mit der blauen Rose. Doch wenn ich sie darauf angesprochen hatte, dann hatte sie immer noch geschwiegen und ich erkannte jedes Mal eine Träne, nur eine einzige, die ihren Wangen runter rannte. Ich konnte jetzt nicht mehr zurück! Wer war es den sie hier immer traf? War er ihr Liebhaber? Hatte er sie getötet? Ich musste es endlich wissen.
Und so stand ich vor dem Museum, in dem schon seit meiner Geburt die gleiche Ausstellung jeden Tag stattfand. Die Ausstellung von einem berühmten Künstler, der schon seit Jahren verstorben war. Sogar bevor ich geboren worden war. Guertena. Dieser Name von dem Mann, dem diese Ausstellung gewidmet wurde. Wobei viele Werke von ihm schon auf dem Museum rausgenommen worden waren, so kam meine Mutter doch immer hier hin. Was sie wohl an diesem Ort hielt?
Nun war ich alt genug. Ich war 18 Jahre alt und durfte endlich alleine leben. Somit konnte mich niemand aufhalten. Doch wieso zitterte ich so sehr? Hatte ich Angst? Wahrscheinlich. Denn dieser Ort sprühte eine düstere Aura aus, die sogar mich Ungläubige erschaudern ließ. Normalerweise glaubte ich nicht an Geister, doch vielleicht gab es sie wirklich. - Ach als ob! – Daran wollte ich gar nicht denken. Darüber durfte ich nicht nachdenken. Ich war zu weit gekommen, um jetzt umzudrehen. Ich musste weiter gehen. Ich musste ihn finden. Diesen Fremden mit der blauen Rose. Dieser Mann, den Mutter immer erwähnt hatte.
„Ach Mama…“, seufzte ich kurz leise, bevor ich entschlossen meinen Kopf hob, mich noch einmal umsah, und schließlich über die Absperrung sprang. Danach rannte ich los, direkt in den Haupteingang des Museums rein. Ich sah mich genau um. Keiner zu sehen. Es war Pech schwarz. – SUPER – und ich hatte Angst vor der Dunkelheit. Trotzdem riss ich mich zusammen und ging vorsichtig weiter. Bevor ich die Treppen in den ersten Stock nehmen wollte, ging ich lieber erst einmal gerade aus, wo ich mich sofort erschreckte. Das war AUF DEN BODEN ein Gemälde gemalt. Es war riesig und hieß „Abyss of the Deep“. Ich verstand sofort warum,– Ja ich konnte es lesen, denn ich hatte vorsichtshalber eine Taschenlampe dabei –denn es stellte einen riesigen Fisch da, der einen regelrecht auffressen konnte und dahinter war tiefes Meer zu sehen. Eigentlich war es schön, doch es machte mir auch Angst, somit entschied ich mich lieber schnell weiter zu suchen. Doch da stoppte ich, als ich plötzlich hinter mir ein Flüstern hörte. Schluckend schielte ich aus dem Augenwinkel heraus nach hinten. Nichts zu sehen. Trotzdem ging mein Atem schneller. Ich begann schon fast zu keuchen. Mein Puls stieg mir zu Kopf und mein Blut begann zu kochen. Mein Herz fühlte sich wie eine Dampflokomotive an. Obwohl da nichts hinter mir war, so spürte ich doch eine deutliche Präsenz. Ich dachte nicht lange nach und nahm die Beine in die Hand, um so schnell wie möglich in einen anderen Raum zu kommen.
Unbewusst rannte ich nach ober und lehnte mich keuchend gegen die Wand, als ich merkte, dass die Präsenz weg ist, nur um den nächsten Schock zu bekommen. Ich hob meinen Kopf langsam und starrte zu dem Gemälde das neben mir hing. Erschrocken riss ich meine Augen auf. Das konnte nicht wahr sein. Das konnte einfach nicht sein!
„DU BIST EIN GEMÄLDE?!“, schrie ich heraus und glaubte meinen Augen kaum. Ich erkundigte mich nach dem Titel, welches überhaupt nicht zum Bild passte. Dort stand „The hanged man“ aber der Mann auf dem Bild war nicht erhängt. Stattdessen schien es so, als ob er schlafen würde. Friedlich mit einer einzelnen blauen Rose in seiner Hand. Aber wie konnte das sein? Rannte meiner Mutter all die Jahre einem blöden, allerdings auch sehr realistischem, Bild hinterher? Das konnte ich mir nicht vorstellen. Es musste aber etwas mit dem Bild zu tun haben.
Plötzlich hörte ich wieder dieses Flüstern. „Ib“, hauchte es. Aber wieso hauchte die Stimme den Namen meiner Mutter? Sie war tot. Und woher kannte die Stimme wohl meine Mutter? Könnte es dieser Mann von dem Bild sein? Doch die Stimme klang zu hoch für einen Mann. Es klang eher nach einem kleinen Mädchen. Sie wirkte so verzweifelt und einsam, weshalb ich ihr dieses Mal folgte. Auch wenn es ich wahrscheinlich bereuen würde. Denn ich dachte gerade, dass das Gemälde von dem Mann sich bewegt hätte, um mich aufzuhalten. Erschrocken wandte ich mich um, doch der Mann schlief immer noch. Was für Halluzination hatte ich bloß an diesem Tag? Irgendetwas stimmte doch nicht mit mir.
Ich schüttelte den Kopf und ging weiter. „Folge mir Ib“, hauchte die Stimme. Auch wenn ich nicht Ib war, so tat ich doch wie man es mir befahl. Langsam und vorsichtig schlich ich die Treppen hinunter, nur um dann wieder vor dem Bild von vorhin zu landen. Allerdings war der Fisch verschwunden und auch die Absperrungen waren weg. Die Türen verschlossen. Das Meer rauschte, als ob es mich rufen würde. Wie benommen torkelte ich langsam auf das tiefblaue Nass zu. Meine Augen wurden leer und ich schwankte wie ein Boot auf wilder See hin und her. Plötzlich kam mir ein Name in den Sinn, als ob ihn mir jemand in den Kopf gepflanzt hatte, welchen ich sofort aussprechen musste, ansonsten würde ich verbrennen. Das Gefühl hatte ich zumindest.
„Mary…“, hauchte ich und wurde in das Bild hineingezogen. Erschrocken riss ich meine Augen auf. Ich war wieder vollkommen bei meinen Sinnen. Ich spürte das Wasser, welches langsam meine Lungen füllten. Nach Luft schnappend öffnete ich meinen Mund und versuchte irgendwie wieder Sauerstoff zu bekommen. Krampfhaft ertastete ich meine Brust und klammerte mich an meinem Kleid fest, bevor mir völlig schwarz vor Augen wurde und ich somit das Bewusstsein verlor. Was war das bloß für eine verdrehte Welt in der ich lebte? War das überhaupt noch meine Welt oder war ich in einem Parallel Universum gelandet? Ich verstand die Welt nicht mehr. Würde ich sterben? Würde ich hier und jetzt ertrinken, ohne jemals die Antworten auf meine Fragen zu bekommen? Könnte ich niemals herausfinden, wer meine Mutter von mir genommen hatte? Könnte ich niemals glücklich werden? Wieso… wieso wurde mir das verwehrt? Ich wollte nicht sterben.
„Noch nicht… Mama…“, schluchzte ich in meiner Ohnmacht und sank immer tiefer in den Abgrund hinein.

Mama... vergib mir...

- PROLOG ENDE -

Anmerkung:
Ja ich weiß ist ein kurzes Kapitel, ist allerdings auch erst der Prolog und sorry wenn es verwirrend oder durcheinander wirkt aber das soll sogar so sein ;) Es wird sich noch alles auflösen :P  VIEL SPAß :3 Hinterlasst doch ein Kommi ^o^