Für den Clan

von Kazu22
GeschichteDrama / P12
28.06.2014
28.06.2014
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Ehrfürchtig und ohne einmal auf zu blicken kniete Anria vor ihren Meister nieder als sie dessen Gemach betrat. Seine blauen Augen sahen voller stolz auf seine Tochter herab als er sich zu ihr herum wandte. Er hatte sie zu sich rufen lassen, wie schon des öfteren denn er wusste das sie eine der aufstrebendsten Rahabim war die sein Clan jemals hervor gebracht hatte. Nur sie war im stande seine Bedürfnisse genüge zu tun und ihm, wie auch dem Clan nicht zu enttäuschen.
Wie gewohnt hatte sie ihren blick fest zu Boden gerichtet, geduldig wartend und lauschte aufmerksam seinen Worten. „Wie ich sehe hältst du immer noch an deinen Prinzipien fest Anria!“
bemerkte er und ließ ein leichtes lächeln über seine Lippen kommen „wie kann ich euch dienlich sein Meister?“. Folgsam wie sie war und er es nicht anders von ihr kannte stand sie ihm zu Diensten.

„Ich möchte das du dich noch heute Nacht in das Reich meines Bruders Raziel begibst und heraus findest was er vor hat!“ ein wenig bestürzt blickte Anria als sie die bitte ihres Meisters erhörte. „Lord Raziel? Meister... ich... verstehe nicht?“ begann sie zaghaft als Rahab ihr eine Erklärung für sein vorhaben vorbrachte. „Einer meiner Boten hat mir berichtet das mein Bruder seine Armeen sammelt und ich würde zu gerne wissen warum. Schon lange ist mir mein Bruder nicht mehr wohlgesinnt, im vergangenen wie auch in diesen Leben hat Raziel eine ablehnende Haltung mir gegenüber gezeigt. Daher befürchte ich das er der Versuchung nahe ist mein Reich zu erobern“.
„Aber... aus welchen gründen sollte euer Bruder dies tun?“ finster blickte Rahab ins leere als er eine Antwort darauf gab „er will anscheinend sein Reich vergrößern um so unserem Gebieter Kain zu imponieren und ihn davon zu überzeugen das wir als Clan schwach und somit überflüssig sind“.
Die Gedankengängen ihres Meisters lösten in ihr blankes entsetzen aus. Auch wenn Meister Rahab in der Rangordnung der Statthalter nur an vierter stelle kam, so waren weder er noch sein Clan schwach oder gar überflüssig. Sie trotzen einer der größten Schwächen der Vampire und hatten so gegenüber den anderen Clans einen Vorteil, auch wenn dies eine übermäßige Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht mit sich brachte.
„Glaubt ihr das euer Bruder zu so etwas im stande wäre?“, brachte sie ihrem Meister etwas zweifelnd entgegen. Dessen blick löste sich aus der leere in die er starrte und schweifte wieder zu seiner Tochter „eben aus diesen Grund sollst du in Erfahrung bringen warum er seine Armeen sammelt“.

Obwohl Anria die Befürchtung ihres Meister nicht nachvollziehen konnte und der Gedanke Lord Raziel als Verräter dar zustellen ihr widerstrebte willigte sie dennoch ein den Auftrag ihres Meister auszuführen und ihm die nötigen Informationen zu beschaffen. „Wie ihr befiehlt Meister!“. Sie wandte sich ab und schritt auf die Tür zu als jedoch ein plötzlich stechender Schmerz in ihr auf stieg und sie kurz zusammen zucken ließ. Sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen und fuhr fort doch schon kurz nach dem ersten, Schwallte erneut ein heftiger Schmerz auf und veranlasste sie stehen zu bleiben. Mechanisch fuhr ihre Hand zum Punkt des Schmerzes und legte sich auf ihre Schulter nieder in der Hoffnung das diese Geste den Schmerz lindern könne.

„Was ist mit dir?“ fragte die Stimme ihres Meisters verwirrt und ließ ihre sorge mehr und mehr wachsen. „Nichts“ Antwortete sie „alles in Ordnung“ eiligst wollte sie den Raum verlassen bevor Rahab etwas bemerkte und so drängte sie sich dazu weiter zu gehen. Sie versuchte ihre Körperhaltung wieder aufzurichten um so die zweifel des Meister zu verstreuen als jedoch seine Stimme misstrauisch erklang „warte!“. Folgsam blieb sie stehen, die Aufforderung ihres Meisters war eindeutig, er ahnte etwas.
Ihre angst wuchs als sie die dumpfen Schritte auf sich zu kommen hörte, jeder seiner Schritte ließ ihr Herz lauter schlagen was beinah ein kaum auszuhaltendes Gefühl war welches ihren Körper durchzog. Sie senkte ihren blick und verbarg ihr Antlitz hinter ihren langen, dunklen Haares als die Gestalt ihres Meisters neben ihr erschien. Auch wenn sie ihn nicht sah konnte sie seine musternden blicke auf sich spüren. Der Augenblick der Betrachtung schien endlos und die stille war nervenaufreibend als Rahab sie wortlos betrachtete.
Das vorsichtige zurückstreifen ihrer Haare ließ ihren Körper leicht erzittern, als daraufhin der Stoff ihrer Kleidung von ihrer Schulter gestriffen wurde war ihre Angst groß. Eine tiefe Wunde offenbarte sich dem Meister als der Stoff den blick auf ihre Haut frei gab.
„Was ist passiert?“ seine ruhige Stimme erstaunte Anria doch wurde ihre Befürchtung wahr auch wenn sie bis zuletzt daran geglaubt hatte ihn täuschen zu können.

Aus den Augenwinkel heraus konnte sie seinen fragenden Gesichtsausdruck sehen der auf eine Antwort wartete. „Ein Unfall nichts weiter!“ in der Hoffnung er würde nicht weiter fragen. Auch wenn Anria die fähigste unter seinen Kinder war hatte sie neben der normalen schwäche gegen Sonnenlicht auch noch eine weitere. Ihre Wunden heilten nur sehr langsam, nicht so rasant wie bei den anderen Clanmitgliedern doch stellte dies nie ein Problem dar, da ihre Menschlichen Feinde nicht die Befähigung hatten sie zu verletzen.
Der Clan wusste um ihre zusätzliche Schwäche doch keiner sah ihn ihr einen schwaches Mitglied. Nie hatte sie diese Schwäche daran gehindert ihre pflichten und ihre ziele zu verfolgen doch nun konnte sich dies ändern. Nach dieser Aussage sah Rahab erneut auf die Wunde die quer über ihre Schulter verlief „du weißt das deine Wunden nur sehr langsam verheilen...“ Anria ahnte was ihr Meister damit andeuten wollte „in diesem Zustand bist du mir nicht sehr nützlich geh und ruhe dich aus, ich werde Bariel diese Aufgabe übertragen!“ mit aufgerissen Augen sah sie ihren Meister an „bitte Meister es geht mir gut“ versuchte sie ihn zu überreden doch ließ er nicht von seinem vorhaben ab. „Du bist gesundheitlich nicht in der Lage diesen Auftrag erfolgreich auszuführen“
sie wusste das es schwer werden würde mit solch einer Verletzung im Reich seines Bruders zu bestehen doch wollte sie dieses Risiko eingehen statt ihren jüngeren Bruder dahin zu schicken.
„Aber Bariel ist noch nicht so weit“ brachte sie als Einwand hervor während ihr verzweifelter blick Bände sprach. Bariel war gerade einmal halb so alt wie Anria und ebenso unerfahren, auch wenn er Fähigkeiten besaß die kaum ein anderes Mitglied dieses Clans in diesem alter hatte, war es ein Risiko ihn in das Reich der Razielim zu schicken.
„Ich vertraue auf deine Ansichten wie du weißt doch bin ich davon überzeugt das Bariel dieser Aufgabe gewachsen ist“. Anria versuchte mit aller macht ihren Meister davon abzuhalten Bariel diesen Auftrag zu übertragen. „Meister ich bitte euch...“ „Es ist beschlossen“ fiel der Meister ihr ins Wort „Bariel wird gehen! Geh und ruh dich aus bist du wieder bei Kräften bist!“ alles weitere reden würde nichts bringen das wusste Anria, die Entscheidung stand fest und daran konnte auch sie nichts mehr ändern. Bestürzt und voller sorge um ihren Bruder verließ sie das Gemach ihres Herren und begab sich zu ihrem eigenen.
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