Die Kinder der Rose

GeschichteDrama, Romanze / P18
Blanche Raymond Robin
28.06.2014
14.09.2014
33
163842
5
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Hallo an alle, die den Weg zu meiner neuen Fanfiction gefunden haben!

Bisher war ich nur im Harry-Potter-Fandom unterwegs, aber da es mir die Bücher von Rebecca Gablé angetan haben, musste ich mich schließlich auch an einer Geschichte versuchen, die im englischen Mittelalter spielt. Grundlage für diese FF ist „Die Hüter der Rose“.
Neben dem Duke of Lancaster und Robin of Waringham ist Raymond einer meiner Lieblinge. Daher ist er auch der wichtigste männliche Charakter in dieser Story.
Darüber hinaus tauchen natürlich die anderen altbekannten Personen aus dem Buch ebenfalls auf: Robin, Henry Beaufort, Owen Tudor, John of Waringham, Juliana und wie sie alle heißen.

Einige Passagen oder Sätze habe ich wortwörtlich aus dem Buch „Die Hüter der Rose“ übernommen und mit einem * gekennzeichnet. Allerdings habe ich sie in der Zeichensetzung etwas abgeändert bzw. meiner Art der Zeichensetzung angepasst (ich bin ein Kind der alten Rechtschreibung und Zeichensetzung und konnte mich bisher noch nicht an alles gewöhnen, daher seht es mir bitte nach, wenn ich nach einem ?“ oder !“ kein Komma setze). Ab und an habe ich einzelne Sätze oder Passagen auch in leicht abgewandelter Form in meinen Text eingefügt.

Alle fiktiven Personen, die aus den Waringham-Büchern bekannt sind, gehören natürlich Rebecca Gablé. Ich habe sie mir für diese FF nur ausgeliehen.
Da mir aber auch die Darstellung der historischen Figuren bei ihr sehr gut gefallen hat, habe ich versucht, sie irgendwie nachzuempfinden. Ich hoffe, das ist mir halbwegs gelungen.
Die OCs gehören natürlich mir.

Ich poste zweimal in der Woche: samstags und mittwochs.

Rating: P18


So, bevor es losgeht, will ich allerdings noch jemandem danken: meiner Beta Mara Abdonnen, ohne die es keine meiner Stories geben würde. Aus zeitlichen Gründen konnte sie die FF nicht auf Rechtschreibfehler korrigieren (wer welche findet, mag bitte gnädig darüber hinwegsehen), aber sie hat mir beim Plotten und natürlich bei der Beseitigung von Problemen geholfen. Danke dafür!


VlG
Moana





Prolog



Leicester, November 1398


„Großvater!“ In seiner Eile, zu ihm zu gelangen, knickste das dunkelhaarige Mädchen nur flüchtig und verfiel dann in einen wenig damenhaften Laufschritt. Unbekümmert kletterte es schließlich sogar auf den Schoß des alten Herzogs. Der zog seine Enkelin mit einem Lächeln an sich und küsste sie auf die Stirn. „Großvater, stell dir – “ Das Kind brach ab und biss sich erschrocken auf die Unterlippe. „Wie geht es Euch?“ fragte es dann höflich, wie man es ihm offenkundig aufgetragen hatte.

Lancaster strich der Kleinen über die schwarzen Locken. „Ich freue mich, dich zu sehen. Aber du wolltest mir etwas erzählen.“

Das Mädchen nickte und seine großen, dunklen Augen begannen vor Begeisterung zu leuchten. „Vater hat mir ein Pferd geschenkt.“

„Hat er das?“ Der Herzog warf seinem Sohn, der, von dem Mädchen unbemerkt, ebenfalls ins Zimmer getreten war, einen kurzen Blick zu.

„Es ist eine Stute“, berichtete Cecilia.

„Eine von Robins Stutfohlen“, fügte John hinzu und kam nun näher.

„Ein sehr großzügiges Geschenk“, bemerkte Lancaster mit einem weiteren Seitenblick auf den Vater des Mädchens.

„Reitest du bald mit mir aus?“ erkundigte sich seine Enkelin.

Der Herzog seufzte kaum merklich. „Ich denke, deine Stute muss erst zugeritten werden, ehe du dich auf ihren Rücken setzen kannst.“

Fragend wandte sich Cecilia zu ihrem Vater um. „Wie lange wird es dauern, bis ich mein Pferd reiten kann?“

John streckte die Hand aus und legte sie seiner Tochter auf den Kopf. „Ein wenig musst du dich noch gedulden. Aber vielleicht besuchen wir Robin und sehen ihm zu, wenn er sie für dich zureitet.“

Cecilias Züge hellten sich wieder auf. „Das möchte ich gern!“

Ihr Vater lächelte, als er ihre Freude bemerkte. Cecilia hatte es seit jeher geliebt, sich in den Ställen herumzutreiben. Da sie als seine uneheliche Tochter keine gesellschaftliche Stellung zu wahren hatte, ließ er sie meist gewähren. Dennoch war ihm bewusst, dass es nicht ewig so weitergehen konnte. Auch deshalb hatte er sich entschlossen, mit seinem Vater zu sprechen. Er wusste in solchen Fällen meist Rat.

„Cecilia, lass mich nun mit deinem Großvater allein.“

Hilfesuchend wandte sich die Kleine an Lancaster. Der streichelte ihr noch einmal über ihre weichen Locken und küsste ihre Schläfe. Dann nahm er sie und hob sie von seinem Schoß. „Geh!“

Cecilia senkte traurig den Blick, fügte sich aber seiner Anweisung. Auch diesmal fiel ihr Knicks eher nachlässig aus, doch keiner der beiden Männer tadelte sie dafür. Stattdessen folgten sie ihr mit den Augen, bis sie das Zimmer verlassen hatte.

„Ein wunderbares Kind“, bemerkte der Herzog. „Sie macht mir immer viel Freude, wenn ich sie sehe.“

„Mir auch.“ John zog sich einen Sessel heran und setzte sich seinem Vater gegenüber. Unbeobachtet wie sie waren, konnte er sich mehr Freiheiten erlauben. Daher griff er kurz nach der Hand seines Vaters und drückte sie. „Wie geht es dir?“

„Ich werde älter.“

„Das beantwortet nicht meine Frage.“

„Was soll ich dir sagen, John?“

„Die Wahrheit.“ Der jüngere Mann beugte sich ein Stück nach vorne und stützte seine Ellbogen auf die Oberschenkel. „Hast du Nachricht von Henry?“

„Nein.“ Der Herzog schüttelte müde den Kopf. „Reden wir nicht davon, sondern über deine Tochter. Das ist doch der Grund, warum du mich allein sprechen wolltest.“

„Ich möchte wirklich wissen, wie es dir geht.“

Lancaster lächelte. „Ich weiß. Aber ich möchte nun nicht darüber sprechen. Cecilia ist ein so viel schöneres Thema, findest du nicht?“

„Ich will sie gut versorgt wissen. Noch ist sie sehr jung, aber eines Tages wird sie im heiratsfähigen Alter sein.“

„Und ich bin davon überzeugt, dass du einen geeigneten Mann für sie finden wirst.“

„Einen Mann, der ihr ein gutes Leben bieten kann, für den es aber keine Rolle spielt, dass Cecilia ohne gesellschaftliche Stellung ist.“

„Ich wüsste jemanden, den es sicherlich nicht stören würde“, überlegte Lancaster und strich sich über das kantige Kinn.

„Wen?“

„Robin of Waringham.“

„Oh, Vater, Robin ist bereits verheiratet. Einmal abgesehen davon, dass er doch ein wenig zu alt dafür wäre.“

Der Herzog lachte auf. „Wohl wahr. Aber er wird auch nichts dagegen einzuwenden haben, wenn deine Tochter seinen Sohn heiratet.“

„Edward?“

„Raymond.“

„Raymond?“ Nun richtete sich John auf und runzelte nachdenklich die Stirn. „Denkst du tatsächlich, Raymond wäre ein geeigneter Ehemann für Cecilia?“ Zweifelnd verzog er das Gesicht. Zwar hatte er Raymond wie einen jüngeren Bruder ins Herz geschlossen, aber er war sich dennoch nicht sicher, ob er ihm seine Tochter anvertrauen würde.

„Du wolltest meinen Rat. Die Herkunft eines Menschen hat Robin noch nie gekümmert.“

„Cecilia würde die Gemahlin eines Earls werden.“

„Was kann man mehr wollen?“ Lancaster hob vielsagend eine Augenbraue. „Sprich mit Robin darüber. Zu gegebener Zeit.“

John nickte langsam. „Cecilia ist der Bastard eines Bastards – “

„Der König und der Papst haben dich und deine Geschwister legitimiert.“

„Dennoch wurde ich als Bastard geboren, Vater.“ Nicht, dass er es seinem Vater je verübelt hätte, denn er war von ihm nie anders behandelt worden als seine ehelich geborenen Halbgeschwister. Für Cecilia könnte seine Herkunft allerdings zu einem Problem werden.

„Ich verspreche dir, dass Cecilia nicht darunter leiden wird.“

John musterte seinen Vater nachdenklich. Lange hatte er geglaubt, die Zeit könne ihm nichts anhaben. Inzwischen musste er sich jedoch eingestehen, dass er sich geirrt hatte. Das ehemals schwarze Haar war ergraut und die Sorgen der letzten Monate und Jahre hatten sich tief in das Gesicht eingegraben. Kein Zweifel: seinem Vater ging es nicht gut. Es wäre vermutlich ratsamer gewesen, ihn nicht mit seinen Problemen zu behelligen.

Es klopfte an die Tür und Vater und Sohn richteten ihre Aufmerksamkeit auf Robin, der nun in das Zimmer kam und sich verneigte. „Mylords.“

Lancaster lächelte seinem Sohn verschwörerisch zu. „Vielleicht sollten wir das als Zeichen sehen.“

Verständnislos blickte Robin zwischen John und seinem Dienstherrn hin und her. „Würde mich bitte jemand aufklären.“

„Später“, entschied der Herzog. „Seid so gut und schenkt uns Wein nach. Und nehmt Euch selbst einen Becher!“
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