Umkleidenzauber

von -bambi-
GeschichteRomanze / P18 Slash
27.06.2014
27.06.2014
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Dieses Strahlen.

Normalerweise ist sie völlig ernst, konzentriert und fast schon distanziert. Eine der besten Angriffsspielerinnen, die wir in unserer Mannschaft haben. Ehrgeizig, aggressiv und absolut furchtlos. Ich habe noch nie ein Mädchen gesehen, das so mit vollem Einsatz dabei ist wie sie. Bei ihren Aktionen steckt sie immer wieder selbst am meisten ein. Doch sie lächelt den Schmerz weg und läuft weiter. Mit einem Gesichtsausdruck, der von einer Stärke zeugt, für die ich sie nur beneiden kann. Und dann schießt sie ein Tor. Man kann direkt dabei zusehen, wie sich ihr Gesichtsausdruck ändert, von einer Sekunde auf die andere.

Die Entschlossenheit wandelt sich zu unbändiger Freude, Begeisterung, fast schon Euphorie. Und sie verhält sich immer gleich. Ein Luftsprung vor Freude, die Faust ist zum Sieg erhoben und bei der Landung geht sie in die Knie, zieht sich das Shirt über das Gesicht. Entblößt ihren wunderschönen Oberkörper, diese reine, pure Verführung. Meine junge Teamkameradin hat mir vom ersten Moment an gefallen, als sie zu uns gewechselt hat. Sie hat von Anfang an etwas an sich gehabt, das mich fasziniert hat. Diese stumme Stärke, die sie ausstrahlt, das Gefühl von Sicherheit und trotzdem, dieser kleine, freche Touch, der an ihr haftet.

Es ist nicht nur so, dass sie optisch einfach mein Typ ist. Ihre Ausstrahlung haut mich um, jedes Mal wieder, wenn sie mich ansieht. Oder ich sie. Und wenn sie sich so freut, kann ich nicht anders, als ebenfalls zu lachen. Obwohl ich für das Training im gegnerischen Team bin und sie so einfach an mir vorbei gekommen ist, dass ich mich eigentlich schämen müsste. Bei jeder anderen geht sie auf vollen Einsatz, nur bei mir nicht, da fängt sie an zu zaubern. Wahrt diese gewisse Distanz zu mir, als würde sie nicht wagen mich zu berühren. Dieses Verhalten verstehe ich zwar meistens nicht, aber ich kann nichts daran ändern.

Mein Herz schlägt schneller, während ich sie beobachte. Sauge jeden noch so kleinen Eindruck in mich auf, mustere sie und weiß, dass sich dieses Bild wohl für immer in meinen Verstand einbrennen wird. Kleine Schönheit. Und so ahnungslos deswegen. Ihre dichten, schwarzen Haare hat sie zum Spielen zu einem strengen Pferdeschwanz zusammen gebunden, aber ihr Pony verdeckt grundsätzlich immer eine Hälfte ihres Gesichts. Wie sie damit noch etwas sehen kann, werde ich wohl nie verstehen.

Sie ist groß, sicherlich ein paar Zentimeter größer als ich, und man sieht ihr nur zu deutlich an, wie durchtrainiert sie ist. Das sieht man sogar bei dem weiten Fußballtrikot, ihre sinnlichen Hüften und ihre perfekten Brüste zeichnen sich unter dem Stoff deutlich ab. Das Einzige, das das Outfit nicht zeigt, sind die angedeuteten Bauchmuskeln, die sich so unglaublich gut unter den Fingern anfühlen, wenn man über ihren Bauch streichelt. Wenn man spürt, dass sie sich anspannt. Ihre Haut ist dunkel, aber nicht zu braun. Gerade richtig. Sonnengeküsst.

Man merkt ihr ihre südländische Herkunft einfach an, mit jeder Faser ihres Körpers. Die katzenartige Eleganz, die feurige Ausstrahlung, ihr unergründlicher Charakter und die dunklen Augen. Warum finde ich spanische Frauen nur so heiß? So absolut unwiderstehlich? Oder liegt es nur an ihr? Sie ist so extrem mein Typ. Es kommt mir manchmal so vor, als wäre sie direkt aus meinem Verstand gekommen. Als hätte mich jemand nach meiner Traumfrau gefragt und sie nach meiner Beschreibung geformt. Sie ist einfach perfekt.

Nein, eigentlich ist sie alles andere als perfekt. Perfekt könnte nicht langweiliger sein, sie ist interessant. Anders. Besonders. Und als ich gerade wieder loslaufen will, um meine Position wieder einzunehmen, pfeift die Trainerin ab. Schluss für heute, genug trainiert. Alle anderen sehen erleichtert aus, glücklich, aber mein Herz krampft sich etwas zusammen. Ich liebe es, hier auf dem Feld zu stehen. Wir trainieren etwa drei bis vier Mal in der Woche, wenn wir ein Spiel haben sogar sechs Mal. Einzig der Sonntag ist dann frei. Das kommt mir zwar manchmal übertrieben vor, doch ich liebe diesen Sport.

Ich liebe dieses Team und ich will unbedingt ein Stipendium für die Universität hier in der Nähe. Das Team dort ist zwar nicht das Beste, aber wenn ich es schaffe dort rein zu kommen, habe ich trotzdem die besten Chancen, irgendwann von meiner Passion leben zu können. Viele Profispielerinnen sind dort entdeckt worden, gute Fußballerinnen bleiben nie lange auf dieser Schule. Deswegen ist das Team dort auch immer unterste Liga. Es ist nichts weiter als ein Trittbrett nach oben und das wissen sie auch.

Mein Lächeln wird wehmütig, während ich den Kopf etwas sinken lasse. Wem mache ich etwas vor? Aus diesem Teufelskreis werde ich nie ausbrechen können. Ich bin nun einmal, wer ich bin. Und dazu gehört eben auch, dass ich auf ewig mit meinen drei Jobs neben der Schule jonglieren muss, um überhaupt über die Runden zu kommen. Aber hier, auf dem Feld, da kann ich sein wer ich sein will. Es zählt nicht was außerhalb passiert, es zählt einzig und allein die Leistung und der Moment. Deswegen liebe ich es so. Deswegen kann ich nicht damit aufhören.

Auch jetzt nicht. Die anderen laufen zu den Umkleiden, ich höre sie lachen, während ich mir die Kiste mit den Bällen hole und mir eine Position auf dem Feld suche. Ich könnte laufen, meine Kondition bis zur Ohnmacht ausreizen oder mit dem Ball das Spielfeld auf und ab heizen, bis meine Beine nachgeben. Aber im Moment bin ich zu sehr in Gedanken dafür. Ich will mich noch nicht umziehen gehen, also werde ich ein paar Schüsse üben. Ich bin sogar so in Gedanken versunken, dass mir gar nicht auffällt, dass die südländische Schönheit auch noch nicht zurück geht. Dass sie ihre Runden um den Platz dreht und mich nicht aus den Augen lässt, während ich einen Ball nach dem anderen auf das Tor feuere.

Es macht mir nichts länger zu bleiben. Eigentlich tue ich das ständig, die Trainerin sagt schon gar nichts mehr dazu und geht, um ihren Papierkram zu erledigen. Ich bin immer die letzte, die das Spielfeld verlässt, einfach, weil ich es so will. Ich brauche diesen Moment der Ruhe, in dem ich mich einfach nur auf mich selbst konzentrieren kann. Abschalten und mich etwas freier fühlen. Irgendwann hat die Jüngere genug und ich stehe wirklich alleine da. Schwer atmend, die Hände auf meinen Knien abgestützt und den Kopf leicht gesenkt.

Vielleicht habe ich es etwas übertrieben. Mein Körper brennt regelrecht vor Hitze, meine Knie sind weich und meine Hände zittern. Ich habe es definitiv übertrieben, und das an einem so heißen Sommertag. Eigentlich hätte ich heute einen Gang runter schalten müssen, um meinen Kreislauf zu schonen. Manchmal bin ich einfach unvernünftig. Leise seufzend setze ich mich in Bewegung, drücke den Rücken durch und versuche bewusst und tief zu atmen, um möglichst viel Sauerstoff in meine Lungen zu bekommen. Wie sehr ich mich doch jetzt auf diese verdammte Dusche freue.

In den Gemeinschaftsduschen gibt es sowieso kaum warmes Wasser und so lange, wie ich immer brauche, ist es nur noch eiskalt. Das macht mir auch nichts aus, in gewisser Weise tut es ja auch gut. In der Umkleide angekommen kann ich mal wieder sehen, dass fast alle schon fertig sind. Die Südländerin ist gerade dabei, ihre nassen Haare zu föhnen, mühsam schaffe ich es sie nicht zu sehr anzustarren. Sie kommt frisch aus der Dusche, trägt gerade nichts weiter als ein Handtuch, das sie sich notdürftig um die Hüften geschlungen hat. Ihre dunkle Haut glänzt noch ganz feucht und ich kann nicht anders, als laut zu schlucken.

Aber wir sind nicht allein. In der Dusche kichern noch ein paar und zwei weitere sind gerade dabei sich anzuziehen. Also wende ich den Kopf ab, atme tief durch und schäle mich etwas steif aus meinen verschwitzten Klamotten. Wenn die anderen wüssten, dass ich vom anderen Ufer bin, würden sie sich sicherlich nicht mehr einfach so vor mir ausziehen. Hier steht zu viel auf dem Spiel, als dass ich etwas riskieren würde. Wenn ich mich doch nur besser im Griff hätte. Allein das Wissen, dass sie das Handtuch gleich fallen lassen muss, um sich anziehen zu können, lässt mich beben.

Ich bekomme mein Schließfach fast nicht auf, so sehr zittern meine Hände. Vor Anstrengung, aber auch vor Anspannung. Besser, ich verziehe mich in die Dusche, bevor ich noch etwas Dummes mache und mein Körper wirklich Feuer fängt. Noch im Türrahmen kommen mir die letzten Mädchen entgegen, schenken mir ein strahlendes Lächeln und verabschieden sich von mir. Meinen, sie warten in der Bücherei auf mich. Ich brauche ein paar Sekunden, bis mir wieder einfällt, warum sie ausgerechnet dort auf mich warten wollen.

Die Physikklausur morgen, wir sind zum gemeinsamen Lernen verabredet. Mein Lächeln wird wieder etwas sanfter, während ich mich in eine der Kabinen stelle. Immerhin etwas in dieser bescheuerten Gemeinschaftsdusche, man muss die anderen neben sich wenigstens nicht sehen. Ist ja nicht so, als würde mich das ablenken oder so etwas. Außerdem bin ich nicht die Einzige, die hier leicht lesbisch angehaucht ist. Wir haben untereinander nur eine Art Pakt geschlossen, es niemals auszusprechen. Es würde andere nur verschrecken.

Ein leiser Schrei des Schreckens verlässt meine Lippen, als der Wasserstrahl auf meine Haut trifft. Ich weiß zwar genau, dass das Wasser eiskalt ist, aber ich erschrecke mich jedes Mal halb zu Tode. Ich brülle auf, mein Herz explodiert in meiner Brust und ich mache einen Satz von der Duschbrause weg. Dass ich dabei noch nie ausgerutscht bin ist auch schon alles. Mit weit aufgerissenen Augen stehe ich da, starre die einzelnen Wassertropfen an, die unbarmherzig nach unten fallen. Auf den nassen, gefliesten Boden, spritzen von dort auf meine Beine und meine Hüfte, lassen mich frösteln.

Als würde man eine Zigarette in eine Pfütze werfen, für einen Moment glaube ich tatsächlich, ein leises Zischen wahrnehmen zu können. Aber ich habe sowieso keine andere Wahl, das Wasser wird nicht wärmer werden. Ich hole tief Luft, straffe meine Schultern und stelle mich kurzentschlossen direkt in den eisigen Strahl. Halte mein glühendes Gesicht hinein und versuche, nicht wieder aufzuschreien. Es ist seltsam, aber sobald mich kaltes Wasser berührt, habe ich das Gefühl, ich kann besser atmen. Als würde es mich zwingen, mehr Sauerstoff in meine Lungen zu bringen, ich atme schneller, fast schon schnappend.

Ich pruste beinahe, während sich mein Brustkorb immer hektischer hebt und senkt. Wenn das mal kein Kick für meinen Kreislauf ist, weiß ich auch nicht weiter. Zum Teufel mit der Erschöpfung, die ist mit einem Mal wie weggeblasen. Genauso wie meine trüben Gedanken. All die Grübeleien wegen den Klausuren, der Angst, meinen Schnitt nicht halten zu können und der ständig wiederkehrenden Erinnerung daran, dass ich heute auch noch eine Nachtschicht im Cafe überstehen muss. Der Tag wird endlos. Und ich will nur noch abschalten. Mich fallen lassen, die Kontrolle abgeben und mich treiben lassen. Aber das kann ich nicht einfach so.

Ob die südländische Schönheit wohl noch auf mich wartet? Mein Ausweg aus diesem Hamsterrad von Alltag. Meine Erholung. Meine Göttin. Die junge Frau mit den schönsten braunen Augen, die ich jemals gesehen habe. Sie wartet nach dem Training auf mich, jedes einzelne Mal. Sitzt auf einer der Bänke, die Beine angewinkelt, und mustert mich mit diesem einzigartigen Ausdruck, sobald ich die Dusche verlasse. Meine Augen finden sie sofort, ganz gleich, wo sie sich auch niedergelassen hat. Es ist, als würde mich ihr Anblick anziehen wie ein Magnet. Absolut unausweichlich.

Ich kann nicht mal mehr genau sagen, wie es eigentlich angefangen hat. Es ist wohl Zufall gewesen. Ich weiß noch genau, wann das erste Mal gewesen ist, aber beim besten Willen nicht, von wem es ausgegangen ist. Wir haben gerade ein großes Spiel gewonnen, alle sind aufgeregt gewesen, euphorisch, völlig außer sich. Übermütig eben. Und dann sind wir allein in der Dusche gewesen. Zufällig. Es ist einfach passiert. Und dann wieder. Und wieder. Bis wir uns schließlich in eine Affäre gestürzt haben, aus der wir so schnell nicht mehr raus kommen.

Ich für meinen Teil will es auch gar nicht. Dass sie mich auf dem Spielfeld noch immer nicht anfasst, wundert mich umso mehr. Das ist eigentlich der Grund, aus dem ich es nie bei ihr versucht habe, ich bin mir sicher gewesen, dass niemals irgendetwas zwischen uns laufen würde. Wie sehr man sich doch täuschen kann, wie falsch man Signale doch verstehen kann. Immerhin wartet sie nur auf mich. Ich kann nicht leugnen, wie sehr ich diese kurze Zeit mit ihr genieße. Sie weiß ganz genau was sie tut. Es fühlt sich einfach nur unsagbar gut an mit der stürmischen Südländerin.

Zu gut vielleicht. Schon nach dem ersten Mal bin ich süchtig gewesen. Ich muss mich beeilen, die Trainerin wird nicht ewig beschäftigt sein und dann wird sie die Kabinen kontrollieren und die Putzfrau rein lassen. Es ist oft genug mehr als knapp gewesen, ich bin wirklich nicht scharf darauf, auch noch erwischt zu werden. Ohne mich noch einzuseifen stelle ich das Wasser wieder ab, fahre mir mit der flachen Hand über das Gesicht und atme ein letztes Mal aus. Die letzten Augenblicke der Ruhe, es ist fast totenstill hier.

Einzig allein das leise Tropfen der Dusche und mein eigener Atem sind zu hören. Diese Räume sind wie in einer anderen Welt. Was auch immer hier passiert, bleibt auch hier. Ein letzter Ort des Rückzugs. Vielleicht macht ja gerade das den Reiz der ganzen Sache aus. Manchmal genieße ich die Ruhe, in anderen Momenten will ich nur schreien, die Stille durchbrechen und mich selbst lebendig fühlen. Gerade bin ich hin und her gerissen. Aber das ist wohl auch egal. Ich gebe keinen Laut von mir, während ich meine Haare notdürftig trocken rubble und mir das Handtuch anschließend um die Hüften schlinge.

Zumindest so tun, als hätte ich nicht vor, mich gleich vor ihr zu entblößen. Ich habe zwar eine exhibitionistische Ader, aber ich muss es ja nicht so offensichtlich machen. Warum nur bin ich immer wieder nervös, wenn wir so aufeinander treffen? Inzwischen kenne ich ihren Körper besser als meinen eigenen. Warum also auch jetzt noch dieses unglaubliche Herzklopfen? Warum interessiert es mich so sehr, was zwischen uns ist? Bei dem Gedanken muss ich tatsächlich kurz lachen. Ja, Selbsttäuschung ist eine launische Schlampe.

Wir haben keine Beziehung. Wir reden ja nicht mal miteinander, kein einziges Wort. Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht mal genau, ob sie reden kann. Sie kann genauso gut stumm sein, ich habe noch nie gehört, dass sie überhaupt gesprochen hat. Noch nie. Ihre Stimme höre ich nur, wenn sie frustriert knurrt, vor Freude aufschreit oder mir leise ins Ohr stöhnt. Allein bei dem Gedanken daran läuft eine heiße Gänsehaut über meinen ganzen Körper, lässt mich kurz frösteln. Ich habe noch nie eine so heiße Stimme gehört. Allein ihr Stöhnen macht mich unglaublich feucht.

Bedächtigen Schrittes verlasse ich die Dusche, halte für einen Moment die Luft an. Und tatsächlich, ich muss die Umkleide gar nicht richtig betreten, da finden sich unsere Augen bereits. Die beiden dunkelbraunen Kristalle bohren sich unbarmherzig in meine, lassen mein Herz einen kleinen Salto bis in meinen Hals vollführen. Und ich schlucke wieder, bleibe wie angewurzelt stehen. Das halb erfreute, halb dreckige Grinsen, das auf ihre Lippen tritt, macht mich nervös. Ich kenne es so gut, aber ich würde zu gern in ihren Kopf sehen können.

Wissen, was sie sich ausmalt, was für perverse Dinge gerade in ihr vorgehen. Wissen, was sie wohl sagen würde. Bis sie mich bemerkt hat, hat sie gelangweilt gewirkt, abwesend, hat einfach nur auf ihre Schuhe gestarrt. Jetzt drückt sie den Rücken etwas durch, setzt sich aufrechter hin und legt den Kopf ganz langsam schief. Lauernd, wie eine Raubkatze, die zum Sprung ansetzt. In ihrem Fall wohl ein Puma, dunkel, kraftvoll, pechschwarz.

Sie kann sogar schnurren, ein wunderschöner Laut, bei dem mir immer ganz anders wird. Mit einem sehnsüchtigen Seufzen auf den Lippen mustere ich mein Gegenüber, kann gar nicht anders, als ebenfalls den Kopf schief zu legen. Keine Ahnung woher sie weiß, wie sehr mich Frauen in Fußballtrikots anmachen, aber sie weiß es. Deswegen zieht sie sich nach dem Duschen auch nochmal ein frisches an, das ist eigentlich total unsinnig. Als ob sie noch etwas tun müsste, um mich heißer auf sich zu machen. Noch mehr kann ich sie gar nicht wollen.

Mit rasendem Herzen lasse ich meine Augen über ihren Körper gleiten, etwas lauter ausatmend lecke ich mir über die Lippen. Gott sieht sie super aus. Weiterhin lasziv grinsend stößt sie sich von der Bank ab, kommt mit diesem unbeschreiblichen Hüftschwung auf mich zu. Diese sinnlichen Hüften, diese perfekten Kurven, jedes Mal, wenn ich sie sehe, will ich sie nur berühren. Einfach, weil ich es kann. Eine heiße Verführung in einer so zarten Hülle. Mein Herz explodiert garantiert gleich, vor allem, bei dem glühenden Blick, den sie mir gerade zuwirft.

Etwa eine Armlänge entfernt von mir bleibt sie stehen, sieht mich unbeirrt an. Diese Augen … so wunderschön, so dunkel, so endlos mysteriös. Bevor ich sie kennen gelernt habe, habe ich braune Augen für furchtbar gewöhnlich gehalten. Die meisten sind einfach nur dunkel, ohne nennenswerte Farben, ohne erkennbare Nuance, einfach nur braun. Und wenn man zu weit von ihr entfernt ist, glaubt man, es sei genauso. Mir ist erst nach einigen Treffen aufgefallen, wie atemberaubend ihre Augen wirklich sind. Meistens verdecken ihre dunklen Haarsträhnen die Augen.

Nichts sollte diese Kristalle verstecken dürfen. Noch nie habe ich etwas so gefühlvolles, so tröstliches und so unwiderstehliches gesehen wie ihre Augen. Ich will  einfach in ihnen versinken, für immer, mich darin verlieren und nie wieder finden. Wie hat mir das nur nie auffallen könne? Wie habe ich nur so blind sein können? Selbst wenn sie geht, selbst wenn ich ihre Berührungen nicht mehr auf meiner Haut spüren kann, ihre Augen verfolgen mich bis in meine Träume.

Ihr Lächeln wird noch eine Spur schmutziger, ich kann ihr die perversen Gedanken so leicht ansehen und weiche unwillkürlich einen Schritt zurück. Eigentlich will ich gar nicht ausweichen, eigentlich würde ich viel lieber einen Schritt auf sie zu machen, meine Arme um sie schlingen und sie fest an mich pressen. Aber die Schönheit erlaubt mir, mal nicht den dominanten Part zu spielen und mich einfach fallen zu lassen. Eine Rolle, die mir manchmal wirklich gut gefällt. Und mit dem Schritt von ihr weg bringe ich sie in Zugzwang, dann muss sie mir folgen. Endlich etwas tun.

Mit einer schnellen Bewegung ist sie direkt bei mir, ihre Hände umfassen meine Handgelenke, schleudern mich fest gegen die Wand direkt hinter mir. Einfach so, kraftvoll und unbeherrscht, vor Schreck schreie ich leise auf. Überall dort, wo das Handtuch nicht sein kann, spüre ich nur den kalten, rauen Putz und keuche wieder leise. Ihr warmer Körper drückt meinen gegen die Wand, während ihre Hände immer fester zudrücken.

Doch sie sieht mich nur an. Sie bewegt sich keinen Millimeter, ihr Körper schmiegt sich an meinen, ihre Brüste drücken sacht gegen meine, doch sie rührt sich nicht. In ihren Augen ist eine so pure Lust, dass ich immer wieder kleine Schauer durch mich hindurch gehen spüre, doch sie tut nichts. Abgesehen davon, dass mich ihre Hitze völlig erfüllt, dass sich mein Becken mit jeder Sekunde, die verstreicht, fester gegen sie drückt. Als ob ich sie damit dazu zwingen könnte, mich zu berühren.

Als ob ich sie so da spüren könnte, wo sich mein gesamtes Verlangen gerade ansammelt. Ich kann direkt fühlen, wie meine Perle vor blinder Erregung anschwillt, wie sie verlangend zu pulsieren beginnt. Wie feucht ich werde. Ganz automatisch presse ich meine Beine zusammen, versuche, das aufkommende Gefühl irgendwie zu unterdrücken oder zumindest das unbändige Verlangen irgendwie zu dämpfen. Nicht gegen ihre Lippen zu stöhnen, nur weil sie mir so nahe ist und mich allein ihr Geruch fast um den Verstand bringt.

Sie riecht immer nach Blumen, nach Sonnenblumen, wenn man es genau nimmt. Leicht und angenehm nach einem sonnigen Tag, mitten in einem Blumenfeld auf dem Boden. Und als würde sie spüren, dass meine Gedanken abdriften, lässt sie ihre Zungenspitze hauchzart durch meine Lippen gleiten. Einfach so, ohne jede Vorwarnung, der Geschmack breitet sich so explosiv in meinem Mund aus, dass ich darüber erschrecke und mit dem Hinterkopf gegen die Wand zucke. Noch bevor ich überhaupt weiß was gerade passiert ist, senkt sie den Kopf, beißt in meine nackte Schulter.

Bevor ich reagieren kann, bevor ich sie zu mir ziehen und sie küssen kann, ist der Augenblick wieder vorbei. Verpasste Chance. Sie küsst mich nie. Jedenfalls nicht auf den Mund. Das einzige Tabu, das diese kleine Affäre hat. Wir haben zwar nie darüber geredet, doch sie tut es einfach nicht und hält mich zudem davon ab, wenn ich es versuche. Es ist nur Sex, nicht mehr und nicht weniger. Den Sinn hinter ihren Gedanken verstehe ich, ist ja nicht schwer zu erraten.

Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass ich mich in jemanden verlieben würde, der mich einfach nur fickt, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Aber so ist es nun einmal passiert. Vielleicht wäre es gar nicht so weit gekommen, wenn sie mich gleich geküsst hätte. Wenn ich nicht jede freie Sekunde damit verbringen würde, mir auszumalen, wie es sich anfühlen würde. Wie ihre Lippen schmecken, wie ich in einem schlichten Kuss die Welt vergessen kann. Es ist das letzte, an das ich denke, bevor ich einschlafe. Ich träume sogar davon.

Stattdessen widmet sie sich meinem Hals, entlockt mir das erste, lustdurchtränkte Stöhnen. Auf niemanden reagiere ich so intensiv wie auf die Dunkelhaarige. Manchmal glaube ich sogar, ich würde vergehen, wenn sie mich nur anhaucht. Automatisch verkralle ich meine Finger in ihrem Oberteil, reiße so fest ich kann daran. Mein Hals ist unglaublich empfindlich, ich zucke so stark zusammen, dass ich die Gänsehaut auf meinem Körper gar nicht bemerke. Eigentlich will ich mich gar nicht beherrschen.

Nichts zurück halten, kein Zucken, nicht das leiseste Stöhnen, nichts verstecken. Es hat nicht lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass es ihr tatsächlich gefällt zu wissen, wie sehr ich auf sie abfahre. Manche sind damit überfordert, ihr Ego ist zu klein und sie halten es für gespielt. Sie nicht. Sie weiß um ihre Wirkung auf mich, sie provoziert mich, bis ich fast nicht mehr kann. Und das allein mit ihrer Anwesenheit. Allein mit ihren Augen. Sie muss mich nicht mal wirklich berühren, es reicht, dass sie da ist. Dass sie mich berühren könnte.

Sie zieht das Handtuch so langsam von meinem Körper, dass ich schon glaube, sie bewegt sich in Zeitlupe, während mein Herz fast doppelt so schnell schlägt wie vorher. Mit zitternden Fingern lasse ich meine Hände unter ihr Oberteil gleiten, fahre ganz zart die feinen Bauchmuskeln entlang. Lausche dem leisen, genussvollen Seufzen, das auf meinen sowieso schon überempfindlichen Hals trifft. Instinktiv kratze ich mit den Nägeln über ihre Haut, entlocke ihr einen etwas lauteren Ton und hätte sie fast angesprungen. Wie kann man nur so stöhnen?

Meine Knie werden direkt weich, zum Glück stehe ich bereits an der Wand. Gierig aufseufzend lehne ich mich gegen sie auf, presse mein Becken an sie, während ich mich mit den Schultern gegen die Wand stemme. Nur zu deutlich fühle ich, wie sich ihre Lippen an meinem Hals zu einem Lächeln verziehen und zittere vorfreudig. Ich weiß, dass sie das nicht einfach so auf sich sitzen lässt. Dass sie mir keine Sekunde lang die Kontrolle lassen wird und drücke meinen Rücken etwas stärker durch. Und plötzlich beißt sie fester zu, so grob, dass ich vor Schmerz aufschreie und meine Nägel so hart ich kann in ihre Hüften bohre.

Belustigt schnaubend beißt sie in meine Schulter, lässt ihre Zunge fast schon entschuldigend über die schmerzende Stelle gleiten, haucht sogar einen winzigen Kuss auf meine Haut. Aber ich weiß es besser, es tut ihr nicht leid. Würde es niemals. Dafür genießt sie es zu sehr, mein Zucken, mein Stöhnen, sogar mein Schreien. Sie steht darauf, genauso wie ich. Manchmal ist es gruselig, wie gut wir zusammen zu passen scheinen. So viele Frauen haben mich enttäuscht, sind überfordert gewesen oder einfach nur zu soft.

Und dann taucht sie auf und stellt meine ganze Welt auf den Kopf. Ich bin beim ersten Mal so hart gekommen, dass ich schon gedacht habe, meine Knie würden nie wieder aufhören zu zittern. Bestimmt packt sie mich an der Hüfte, wirbelt mit mir herum und schleudert mich gleich wieder gegen die nächste Wand. Der Körper der Jüngeren drängt mich so eng gegen den Putz, dass ich überhaupt keinen Spielraum mehr habe. Sie nimmt mir jede Bewegungsfreiheit, während sie ihr rechtes Bein direkt zwischen meinen platziert.

Ihr Bein ist so dicht vor meiner Scham, dass ich sie schon spüren kann, ohne sie wirklich zu berühren. Dieses Spiel genießt sie viel zu sehr. Sie beobachtet mich genau dabei, reizt mich, neckt mich, aber sie würde mich niemals einfach so berühren. Der leichte Stoff ihrer Sportshorts streichelt hauchzart über die Innenseite meiner nackten Beine, lässt mich zusätzlich noch schaudern, während ich mein Becken fast verzweifelt gegen ihr Bein presse. Jedenfalls, soweit sie es zulässt. Meine Perle zuckt inzwischen so stark, dass sie es sogar durch die Hose spüren muss.

Und als der raue Stoff auf meinen Kitzler trifft, stöhne ich so laut auf, dass ich mir auf die Lippe beißen muss. Aber das gönnt sie mir nicht, noch nicht. Stattdessen gräbt sie ihre Nägel in meine Hüfte, drängt mein Becken wieder zurück und entzieht mir so den Kontakt, den mein Körper so sehnlich will. Unbarmherzig hält sie mich an der Wand, so fest, dass ich mich gar nicht mehr bewegen kann. Vorwitzige Zähne reizen meine Haut, knabbern, beißen in jeden Millimeter, den sie erreichen können und treiben mich in den Wahnsinn.

Leise keuchend und stöhnend schließe ich meine Augen, lasse mich für einen Moment einfach nur in ihre Arme fallen. Sie ist stark genug, um mich fangen zu können, ich kann einfach nur die in mir aufflammende Lust genießen. Sie entreißt mir jede Kontrolle, sie lässt mir gar keine andere Wahl, als es einfach nur hinzunehmen. Aber ich will mehr, so viel mehr von ihr spüren. Ihre nackte Haut auf  meiner, ihre Hände überall auf mir, ihre Lippen auf meinen. Vor allem ihre Lippen. Ungeduldig knurrend reiße ich an ihrem Oberteil, zögere einen Augenblick und reiße es dann so schnell ich kann nach oben. Und wenn der Stoff reißt, es wäre mir völlig egal. Normalerweise würde sie nicht nachgeben, meine Hände packen und so feste Bissspuren auf meiner Haut hinterlassen, dass ich Narben befürchten muss.

Heute lässt sie mich bereitwillig machen, wirft das Shirt einfach hinter sich. Wie erwartet trägt sie keinen BH, unter den Shorts ist sie garantiert auch nackt. Allein bei dem Gedanken keuche ich leise auf und kneife meine Augen fester zusammen. Und dann hält sie tatsächlich inne, stützt sich mit den Händen an der Wand neben mir ab und betrachtet mich eindringlich. Ich spüre nur ihren Atem auf meiner nackten Haut, beiße meine Zähne wieder etwas fester zusammen, um nicht wieder einen lauten Ton von mir zu geben.

Der Oberkörper der jungen Frau sieht wie immer völlig misshandelt aus, er ist übersät mit blauen Flecken und tiefen Kratzern. Die Kratzer sind fast ausnahmslos von mir, aber die blauen Flecken sind von ihrer Spielweise. Sie sieht übel aus, wie sie sich überhaupt noch bewegen kann ist mir ein Rätsel. Es muss bei jeder Bewegung weh tun. Manchmal beneide ich sie für diese Willensstärke. Aber wenn ich dann sehe, wie schlimm sie wirklich aussieht, drücke ich sie nur eng an mich.

Ich schlinge meine Arme um ihren dünnen Körper, küsse die weiche, geschundene Haut. In solchen Augenblicken werde ich ganz zahm, fast schon liebevoll und erschrecke über mich selbst. Sie halten nur nicht besonders lange, dafür sorgt die junge Frau schon. Unwirsch zieht sie mich von der Wand, nur um mich gleich darauf wieder dagegen schmettern zu können. So hart, dass ich mit dem Hinterkopf aufschlage. Die ersten Sekunden lang kann ich vor Schmerz nichts mehr sehen oder wahrnehmen, aber sie braucht auch nicht mehr Zeit.

Schon hat sie meine Beine gepackt, mich einfach hoch gehoben und mit ihrem Körper gegen die Wand gedrückt. Erneut knallt mein Kopf dagegen, ich keuche vor Erregung und Schmerz. Ihre heiße Haut drückt direkt auf meine Perle, es fühlt sich so gut an, dass ich meine Nägel einfach nur in ihren Nacken grabe und leise stöhne. Aber sogar jetzt kann ich den schmerzerfüllten Klagelaut der anderen hören und stocke verblüfft. Sie keucht auf und erstarrt, presst unvermittelt ihre Stirn gegen meine rechte Schulter, als müsse sie sich erst mal wieder sammeln.

„Was … was hast du?“ Schwer atmend betrachte ich sie, streiche ihr ein paar Haare aus dem Gesicht, damit ich sie besser ansehen kann. Meine Hände fahren sowohl haltsuchend, als auch beruhigend durch ihre Haare, ihren Nacken entlang. Hat sie sich gerade etwa weh getan? Eine dumme Bewegung gemacht? Schweigend schüttelt sie den Kopf, für den Bruchteil einer Sekunde kann ich ihr Gesicht dabei erkennen. Ihre Augen sind fest zusammen gekniffen, sie beißt sich auf die Unterlippe, so fest, dass das dunkle Rot weiß geworden ist. Sie hält sogar die Luft an.

Diesen Ausdruck habe ich heute schon ein paar Mal beim Training gesehen, bei jedem kraftvollen Schuss. Sie ist heute auch nicht so aggressiv ran gegangen, wie sie es sonst tut, hat sich die Schulter gehalten, wenn sie geglaubt hat, niemand passt auf. Sie muss sich die Schulter beim letzten Spiel verletzt haben, da ist sie nach einem Foul hart auf dem Boden aufgeschlagen und nicht mehr aufgestanden. Aber mit so einer Verletzung darf sie unmöglich weiter spielen!

„Lass mich runter, ich – Fuck!“ Ein schneller Ruck geht durch ihren Körper und in der nächsten Sekunde spüre ich sie so tief in mir, dass ich nur noch hart nach Luft schnappen kann. Da ist es wieder, das Lächeln, mit dem sie ihren Schmerz überspielt. Sie beißt wieder zu, so stark, dass ich mir sicher bin, ihre Zahnabdrücke noch eine Weile sehen zu können. Ich will etwas sagen, sie abhalten, aber mehr als ein leises, erregtes Wimmern will meine Lippen nicht verlassen.

Instinktiv drücke ich den Rücken durch, kralle meine Finger in ihre Haare und reiße haltsuchend daran. Wie kann sie mich mit diesen Schmerzen überhaupt halten? Und wie kann sie so kraftvoll zustoßen, dass ich tatsächlich alles um mich herum vergesse? Ich darf nicht laut werden, das weiß ich genau, aber ich kann nicht anders. Meine Nägel finden ihren Wegen zu ihrem Nacken, graben sich dort tief in ihr Fleisch, während ich mein Becken immer und immer fester mit ihren Stößen bewege.

Ihre Zunge tanzt derweil regelrecht über meinen Oberkörper, fährt mein Schlüsselbein nach und wird immer wieder von ihren Zähnen abgelöst, während sie ihr Becken rhythmisch bewegt, um noch kräftiger in mich zu stoßen. Gleichzeitig reibt ihre weiche Haut über mein Geschlecht, ich bin bereits jetzt so scharf, dass ich glaube sofort gegen sie zu kommen. Mein Körper spannt sich immer mehr an, mein Becken zuckt unkontrolliert, während sich mein Innerstes um ihre Finger herum verkrampft.

Das sollten wir wirklich nicht tun, wenn sie solche Schmerzen hat! Aber ihr Keuchen an meiner Haut ist alles andere als schmerzerfüllt, im Gegenteil, es klingt so lustvoll, dass ich meine Beine nur noch fester um ihre Hüften schlinge. Halte sie so eng ich kann bei mir, während wir unsere Becken feurig gegeneinander bewegen. Haut auf Haut, deutlich spüre ich ihren heißen Atem auf meinem Körper, überall auf mir, die Anspannung der Jüngeren, die winzigen Schweißtropfen, die über ihren Nacken perlen.

Ich kann sogar die Kratzer ertasten, die meine Nägel in ihre Haut gegraben haben. Mein Herz schlägt so schnell und fest, dass ich fast nichts anderes mehr hören kann, wenn sie mich fickt, wird meine Welt plötzlich winzig. Dann gibt es nur noch sie und mich, egal wo wir sind, egal was um uns herum passiert. Ich würde es sowieso nicht mit bekommen. Fest beißt die Dunkelhaarige in meine rechte Brust, lässt mich erneut leise aufschreien und stößt so hart zu, dass es fast weh tut.

Sie ist wütend, das kann ich spüren. Erneut beißt sie zu, knurrt laut und hält schließlich schwer atmend inne. Einfach so, umschlingt mich noch etwas fester, gräbt sogar ihre Nägel in meine Hüften, damit ich mich nicht weiter bewegen kann. Ich will etwas sagen, widersprechen oder flehen, eigentlich egal. Da schleudert sie mich schon mit dem Gesicht voran auf eine der harten Bänke, presst mich erbarmungslos dagegen. Ihr rechter Arm drückt mich knapp unterhalb meines Nackenwirbels auf das Holz, in eine Position, die mir so gar nicht gefällt.

Vornübergebeugt mit leicht gespreizten Beinen. Allein bei dem Gedanken läuft es mir heiß über den Rücken und die Tatsache, dass ihr Becken fest gegen meinen Hintern drückt macht mich zusätzlich nervös. Ich kann gar nicht sagen, wie wütend es mich macht, dass mich diese Position tatsächlich noch weiter erregt. Sie tut mir furchtbar weh, mein Körper pulsiert vor Schmerz und ich weiß, dass ich morgen eine ganze Menge blauer Flecken haben werde. Und trotzdem, nur eine kleine, winzige Berührung zwischen meinen Beinen und ich werde so hart kommen, dass der ganze Schmerz vergessen ist.

Warum ist sie nur so verdammt grob? Und warum rast mein Herz so extrem? Jede einzelne Faser meines Körpers schreit nach der jungen Frau, ihren Berührungen, ihrer Nähe. Völlig egal, was sie dann wirklich mit mir anstellt. Scharfe Zähne beißen in mein Ohr, lassen mich wieder leise keuchen, dieses Mal gegen das kühle Holz, auf das sie mein Gesicht so unbarmherzig presst.

„Schrei für mich, kleine Fotze“, wispert sie leicht außer Atem. Ihre Stimme ist dunkler, als ich es erwartet habe, rauer. Viel erwachsener, als ich es mir bei ihrem Stöhnen vorstellen kann. Ihre Stimme klingt so anders, wenn sie kommt. Als würde man sie mit Samt überziehen, viel weicher, zarter. Und so sehr ich es auch verhindern will, allein die Tatsache, dass sie spricht, lässt mich wieder laut aufstöhnen.

Langsam macht sie mich wütend, atemlos knurrend versuche ich mich von der Bank hoch zu stemmen, doch sie drückt nur noch etwas fester zu. Ihre Lippen scheinen überall auf meinem Rücken zu sein, saugen, küssen, liebkosen, machen mich zusätzlich wahnsinnig. Und dann findet ihre freie Hand ganz langsam ihren Weg zwischen meine Beine. Streicheln so sanft über die Innenseite meiner Beine, dass ich mein Zucken nicht mehr unter Kontrolle habe.

Am liebsten würde ich in die Bank beißen, um meiner Erregung nicht mehr so laut Luft machen zu können, aber die Position ist wirklich mehr als nur schlecht. Und dann lässt sie zwei Finger hauchzart durch meine Schamlippen gleiten, ohne jede Vorwarnung und ich schreie tatsächlich auf. Darauf hat die Jüngere nur gewartet, deutlich höre ich das zufriedene Schnauben an meinem Ohr, da wirbelt sie mich schon wieder herum. Schmettert mich mit dem Rücken gegen die Lehne der Bänke, bei der Wucht knackt sogar das Holz bedenklich und ich kann spüren, wie die gesamte Luft aus meinen Lungen gequetscht wird.

„Fuck! Bist du bescheuert, das tut verfickt weh!“ Wenn meine Stimme dabei nur nicht so verdammt flehend klingen würde. Von meiner Wut merkt man jedenfalls nichts, erst recht nicht, als sie mich an der Hüfte wieder näher zu sich zieht und ihre Stirn direkt gegen meine drückt. Wunderschöne, wild glitzernde Augen starren direkt in meine, lassen mich sofort stocken. Meine Wangen werden flammend rot, während ich immer tiefer in ihren Augen versinke. Einfach in das Braun eintauche, mich hinein saugen lasse und die Luft dabei anhalte.

Gott, dieser Ausdruck! Diese pure Lust. Sprachlos öffne ich den Mund, spüre noch nicht einmal, wie sie ihre Hände auf meine Knie legt und meine Beine ganz langsam auseinander drückt. Meine Hände haben sich automatisch in ihren Haaren verkrallt, halten sich jetzt dort fest, während ich sie einfach nur anstarre. Ich verstehe nicht, ich verstehe gar nichts mehr. Was macht sie denn nur? Plötzlich ist sie wieder ganz sanft, stürmisch zwar, aber immerhin nicht mehr brutal.

„Küss mich“, haucht sie gegen meine Lippen. Es dauert ein paar Sekunden, bis mein Verstand begriffen hat, was diese leisen Worte zu bedeuten haben, dann schält sich mein Kopf schlagartig aus. Als hätte sie einen Schalter umgelegt und jeden Gedanken einzeln aus meinem Verstand entfernt. Und jetzt explodiert mein Herz wirklich, es schlägt so schnell hinter meinem Brustkorb, dass es sich wie eine einzige, unsagbar starke Vibration anfühlt. Ihre Worte lassen mich fallen. Mit einem Mal fühlt sich mein Körper ganz leicht an, als hätte ich den Boden unter mir verloren und würde in die Tiefe stürzen. Schwerelos, dem unvermeidlichen Aufprall entgegen. Schwer atmend starre ich in ihre Augen, meine eigenen habe ich fassungslos aufgerissen, versuche zu begreifen, ob das ein Scherz ist.

Aber ihre Augen signalisieren keine Lüge, kein Spiel, in den dunklen Kristallen ist einzig und allein Verlangen. Ich will so sehr. Die junge Frau einfach nur küssen, meine Arme enger um sie schlingen und nie wieder los lassen. Aber warum auf einmal? Flüsternd wiederholt sie ihre Forderung, eindringlicher dieses Mal und sieht mich so fest an, dass ich ein ganz mulmiges Gefühl im Bauch bekomme. Ihre Nägel, die ganz zart über die Innenseite meiner Beine höher kratzen, treiben mich zusätzlich an den Rand des Wahnsinns, zuckend und wimmernd halte ich mich an ihr fest.

Sekunden verstreichen, in denen ich einfach mit jeder Sekunde stärker bebe, dann geht ein gigantischer Ruck durch mich hindurch und ich ziehe sie begierig zu mir. Schlinge meine Arme so fest ich kann um ihren Nacken und presse meine Lippen auf ihre. Es ist mir egal, dass sie vor Schmerz leise keucht, auch, dass sie ihre Nägel tief in meine Oberschenkel krallt, ich drücke sie einfach nur an mich und fange an, meine Lippen hart gegen ihre zu bewegen.

In meinem gesamten Leben habe ich noch nie jemanden so sehr küssen wollen, wie sie. Noch nie habe ich irgendeine Frau so sehr begehrt, ich kann nicht länger warten. Und während sie den Kuss so stürmisch erwidert, wie ich es gehofft habe, dringt sie wieder tief in mich ein. Laut in ihren Mund stöhnend versteife ich mich unter ihr, küsse sie gleich wieder verlangender, sauge an ihrer Lippe und versuche, ihren Geschmack so gut wie möglich auszukosten. Ihre Lippen schmecken atemberaubend, so viel besser, als ich es mir jemals vorstellen konnte.

Die schnellen, harten Stöße und ihr Daumen, der hingebungsvoll meine Perle reizt, tun ihr übriges, die junge Frau hat mich bereits so heiß gemacht, dass ich den Orgasmus bis in meine Haarwurzeln spüren kann. Meine Muskeln spannen sich immer mehr an, mein Atem geht mit jeder Sekunde schneller, hektischer und ich schlinge meine Beine haltsuchend um ihre Hüften, presse mich noch enger an sie. Das Kribbeln auf meiner Haut wird mit jedem Stoß stärker, nur zu deutlich kann ich fühlen, wie sich meine gesamte Erregung in meiner Perle sammelt.

Wie sie noch verlangender unter ihrer Fingerkuppe pulsiert und zuckt, ihre Finger, die so tief in mich stoßen, dass ich den Kuss nicht länger aufrecht halten kann. Und schließlich, wie der Höhepunkt so plötzlich über mir zusammen bricht, dass ich nichts anderes mehr tun kann, als am Körper der dunkelhaarigen Schönheit zu reißen und mich unter ihr aufzubäumen. Mir bleibt die Luft weg, leise wimmernd und gleich darauf laut stöhnend presse ich mein Gesicht gegen ihren Hals, komme zuckend gegen ihre Hand.

Doch die junge Frau hört nicht auf, im Gegenteil, sie stößt noch fester in mich, verschließt meine Lippen wieder mit ihren und presst meinen Körper fester an ihren. Ihre nackten Brüste drücken gegen meine, reiben auf meiner Haut, ich kann spüren, wie steif die Nippel der Jüngeren sind, wie begehrend sich ihr Körper an meinen schmiegt. Und der Orgasmus reißt mich einfach mit, raubt mir für ein paar Sekunden jegliche Kontrolle.

Irgendwann werden ihre Bewegungen langsamer, sanfter, bis sie schließlich ganz aufhört und mich nur noch festhält. Beide schwer atmend bleiben wir einfach, wie wir gerade sind, eng umschlungen und sehen der jeweils Anderen nur benebelt in die Augen. Überwältigt und nicht fähig, auch nur ein Wort von mir zu geben, lasse ich mich mit dem Rücken auf die Bank sinken, atme hörbar zufrieden aus. Mein Körper pulsiert noch immer, jeder Millimeter meiner Haut kribbelt und brennt, während sich mein Herz nur ganz langsam beruhigen will.

Ruhiger schlägt es schon, aber es hämmert so fest gegen meinen Brustkorb, dass es meine Brüste direkt zum Zittern bringt. Mein schweres Keuchen macht die Situation auch nicht besser, entkräftet lasse ich die Jüngere los, lege einen Arm über meine Augen und atme wieder tief durch. Verdammt. Die Dunkelhaarige hat mich total fertig gemacht, nur zu deutlich spüre ich meine eigene Erschöpfung. Als würde ich einschlafen, sobald ich die Augen schließe.

Das ist überhaupt nicht gut, ich habe gar keine Zeit, jetzt ins Koma zu fallen! Sanfte Finger streicheln über meinen Bauch, verstärken das wohlige Kribbeln überall auf mir noch weiter, während ich meine Augen tatsächlich kurz zufallen lasse und aufseufze. Wortlos krabbelt sie über mich, streicht ein paar meiner schwarzen Haare zurück und drückt mir einen kleinen Kuss auf die Stirn. Eine unsagbar süße Geste, bei der ich spüre, wie meine Wangen noch etwas heißer werden und ich mir nur noch auf die Unterlippe beißen kann, um nicht erneut zu seufzen.

Lange sehen wir einander nur an, ich lächelnd, sie wieder furchtbar ernst. Manchmal kommt es mir so vor, als wäre sie älter. Reifer und ernsthafter, als ich es jemals sein kann. „Ich will mehr von dir!“, wispert sie gegen meine Lippen. Mein Lächeln wird eine Spur breiter, frech lecke ich mir über die Lippen und lasse meine Nägel hauchzart über ihren Oberkörper kratzen. Beobachte die leichte Gänsehaut, die über ihre Schultern und Arme kriecht. Als meine Augen ihre Brüste erreichen muss ich unwillkürlich seufzen, recke mich zu ihr und hauche einen Kuss auf ihre angeschlagene Schulter.

Das Gelenk ist so dunkelblau, dass es fast schon schwarz aussieht, das muss wirklich unglaublich weh tun, sobald sie es belastet. Kein Wunder, dass sie so wütend geworden ist, sie hat mich einfach nicht mehr tragen können. Schwäche zu zeigen ist ihr zuwider, das habe ich bereits ein paar Mal bemerkt. „Ich bin auch noch nicht fertig mit dir“, erwidere ich ebenso leise. Meine eigene Ungeduld nieder kämpfend streiche ich mit den Handflächen über ihren nackten Bauch, zum Saum ihrer Shorts und hätte fast wieder selbst aufgestöhnt.

Ich kann spüren, wie heiß sie zwischen ihren Beinen ist, ich muss sie noch nicht einmal anfassen. Sie glüht so stark, dass es reicht, wenn ich ihrem Geschlecht nur nahe komme. Doch sie greift nach meinen Handgelenken, zieht sie ganz sanft höher und haucht kleine Küsse auf meine Finger. Küsst meinen Handrücken und lässt mich dabei keine Sekunde aus den Augen. „Nein. Ich will mehr von dir!“ Und so, wie die Jüngere das „mehr“ betont, verstehe ich endlich. Mehr von mir. Keine Affäre. Mehr.

Fassungslos starre ich sie an, jeder Muskel in meinem Körper versteift sich und mit einem Schlag ist sogar meine Erregung vergessen. Ihr Lächeln verrutscht etwas, wird unsicher, während sie kaum merklich mit den Zähnen knirscht. „Aber … das ist doch nur Sex!“, höre ich mich selbst sagen. Nein! Nein, was tue ich da? Was rede ich? „Ich dachte, wir sind uns einig?“ Hör auf zu reden! Küss sie! Halt sie fest! Nein, das kann nicht sein! Was ist los mit mir?!

Mein Herz schlägt so fest gegen meinen Brustkorb, dass ich Schwierigkeiten habe, mir selbst zuzuhören. Nur zu deutlich sehe ich, wie Schmerz in ihren Augen aufflammt. So ausdrucksstarke Augen und ich habe nie mehr als Lust darin gesehen. Warum bin ich nur so unendlich blind, was sie angeht? Warum verstehe ich alles, was sie tut so vollkommen falsch? Der Abstand auf dem Feld, ihre Worte, den Ausdruck auf ihrem Gesicht. Dabei sehe ich doch sonst alles, ich sehe so viel. Und dann bin ich ausgerechnet bei ihr so dumm? So blond!

Und wieder tritt es auf ihre Lippen, das Lächeln, mit dem sie ihren Schmerz so gut überspielen kann. Es ist etwas schief, der rechte Mundwinkel geht dabei höher als der linke und sie zeigt einen Teil ihrer Zähne, während sie ihre Haare über die Augen fallen lässt. „Gut, ich versteh schon.“ Leise, geflüsterte Worte, ohne jede erkennbare Emotion darin. Ihre Stimme klingt fast belustigt, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen, sie antwortet auf einen Witz. Sie schnaubt sogar beim Reden, als würde sie gleich loslachen.

Ein letzter Kuss streift meine Hand, dann steht sie wieder auf. Lässt mich zitternd und fröstelnd auf der Holzbank liegen und streicht sich mit geschlossenen Augen durch die Haare. Das Lächeln auf ihren Lippen wird immer breiter, bis es schließlich zu einem lauten, durchdringenden Lachen wird. „Dann bleibt ja alles beim Alten“, meint sie schulterzuckend. Bückt sich nach ihren Shirt, atmet deutlich erhitzt durch und streicht sich wieder durch die Haare, bevor sie ihr Shirt anzieht. Wie kann sie nur so lächeln, während ihre eigenen Augen fast in Tränen ertrinken?

Wortlos dreht sie sich weg, will den Raum verlassen. Einfach so. Ohne noch etwas zu sagen, ohne mir Zeit zu lassen. Sie will mich einfach zurück lassen, mit meiner Angst und dem unglaublich schlechten Gefühl in meinem Bauch. „Warte!“ Meine Knie sind noch immer butterweich, als ich von der Bank aufspringe, wäre ich fast eingeknickt. Das gerade eben ist viel zu intensiv gewesen, mein Herz will sich gar nicht einkriegen und meine Beine wollen mich nicht einmal mehr tragen. Irgendwie schaffe ich es trotzdem, ihr stolpernd zu folgen und um nicht zu Boden zu fallen schlinge ich von hinten die Arme um ihren Körper.

Presse mein Gesicht fest in ihre fast schwarzen Haare, sauge den Geruch tief in mich auf. Meine Finger krallen sich auf Höhe ihres Bauchs in das Trikot, halten sie noch etwas fester bei mir. Für den Bruchteil einer Sekunde glaube ich, dass mir gleich die Tränen kommen und ich reiße etwas hilflos an ihr. Schüttele überfordert den Kopf, schreie ganz leise gegen ihre Schulter. Das kann doch einfach nicht sein! Es kann doch nicht so schwer sein, das jetzt herauszubringen!

„Ich“, fange ich stammelnd an. Meine Hände zittern immer mehr, beben, während ich meine Zähne wieder fest zusammen beiße. Ich bin in dich verliebt, das kann doch nicht so schwer sein! So oft, wie sie mich nackt gesehen hat, sollte ein Seelenstrip wirklich kein Problem mehr sein! Aber die Worte wollen einfach nicht aus meinem Mund kommen, in Gedanken schreie ich sie, brülle sie heraus, so laut ich kann, aber sie wollen sich in der Wirklichkeit einfach nicht formen lassen. „Ich mag dich … auch!“ Wie unsagbar schwach.

Aber immerhin etwas. Besser als mein Schweigen die ganze Zeit. Mein Herz setzt erneut für ein paar Schläge aus, ich drücke das Gesicht fester gegen sie und schüttele energisch meinen Kopf. Ich will mehr von dir. Wenn das nicht das Heißeste ist, das ich je gehört habe! Und sie traut sich auch noch, es einfach so auszusprechen. Im Gegensatz zu mir, ich bin wirklich der schlimmste Gefühlskrüppel, der hier herumläuft.

Niemals hätte ich es von mir aus zugegeben, selbst wenn ich gewusst hätte, dass die Welt bald unter geht. Das hätte ich ihr niemals einfach so sagen können. Ein leises, erleichtertes Seufzen verlässt ihre Lippen, es dauert ein paar Sekunden, dann entspannt sich die junge Frau wieder etwas in meinen Armen. Ihre Schultern sinken etwas tiefer, sie atmet wieder und auch ihr Bauch ist nicht mehr so stark angespannt, dass man glauben könnte, man drückt mit den Fingern gegen eine bekleidete Wand. Die Jüngere kichert sogar leise, lässt den Kopf hängen und verbirgt das Gesicht in ihren Händen.

„Idiot“, flüstert sie kaum verständlich. Schnaubt lauter, schüttelt ebenfalls den Kopf. Lacht noch etwas lauter, wiederholt ihre Worte immer und immer wieder. Ihre Stimme klingt dumpf, wird von ihrer Hand gedämpft, aber sogar ich kann hören, wie erschöpft sie klingt. Als hätte man plötzlich die Luft aus ihr herausgelassen, sie wird so schlaff in meinem Griff, dass ich fast fürchte sie geht gleich zu Boden. Die Sekunden verstreichen und keine von uns bewegt sich auch nur einen Millimeter. Ich schließe meine Arme immer fester um sie, bis ich mir fast sicher bin, dass ich sie damit erdrücke und presse mein Gesicht gegen ihren Nacken.

Lange, dicke Haare kitzeln mich im Gesicht, aber das ist egal. Ich zittere so stark, dass ich mich einfach an ihr festhalten muss, ich bin mir sicher, sobald ich sie loslasse, falle ich auseinander. Dann löse ich mich einfach auf, keine Chance mich wieder zusammen zu setzen, also halte ich sie so eng umschlungen, wie ich nur irgendwie kann. Doch sie dreht sich in meinen Armen, nimmt mein Gesicht vorsichtig in ihre Hände und zwingt mich so, ihr in die Augen zu sehen. Diese beiden wunderschönen Kristalle bohren sich direkt in meine, halten meinen Blick gefangen.

Verdammt, grob hat sie mir doch besser gefallen. Wenn sie mich mit diesem Ausdruck in den Augen ansieht, bekomme ich ein ganz flaues Gefühl im  Bauch, ich würde mich am liebsten losreißen und abhauen. Flüchten. Das ist viel zu sanft! Das ist zu viel, viel zu gefühlvoll, zu bedeutungsschwer. Mit einem Schlag ist es so furchtbar ernst, dass ich rot werde. Ihr Lächeln ist zart, mehr ein Hauch auf ihrem wunderschönen Gesicht, während ihr Daumen ganz sanft meine Lippen nachzeichnet. „Ich bin schon so lange in dich verliebt“, wispert sie kaum verständlich.

Für einen kurzen Moment stoße ich gegen ihre Schultern, wende den Kopf ab und beiße mir fest auf die Unterlippe. Wie kann man nur so peinliche Sachen sagen? Und dabei auch noch so ernst aussehen? „Penner“, brumme ich zitternd. Kann sie nicht einfach die Klappe halten, wie vorher auch? Andere wären jetzt wohl verletzt, aber sie nicht. Stattdessen lacht sie belustigt, zieht mein Gesicht zu sich und küsst mich sanft. Weiche Lippen treffen auf meine, lassen mich kurz zucken. „Du solltest dich anziehen.“

Lächelnd lässt sie wieder von mir ab, streicht mir eine Haarsträhne zurück und lässt sich mit einem erhitzten Seufzen auf die Bank hinter sich sinken. Schließt die Augen und atmet durch, während sich ihr Körper immer mehr zu entspannen scheint. Verständnislos betrachte ich sie, lege ganz langsam den Kopf schief. Warum soll ich mich anziehen? Ich hätte gerade mehr Lust, sie zum Schreien zu bringen, ihr jedes ihrer peinlichen Worte zurück zu geben. Mich dafür zu rächen, dass ich das habe aussprechen müssen.

„Seid ihr immer noch nicht fertig?“ Die Stimme meiner Trainerin lässt mich zusammen zucken, für einen Moment bin ich so erschrocken, dass ich gar nicht genau weiß, in welche Richtung  ich mich jetzt drehen soll. „Fünf Minuten, dann kommt die Putzfrau. Los Mädels, ein bisschen schneller heute!“, meint die Ältere halb belustigt, halb tadelnd. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft mich diese Frau schon nackt in der Umkleidekabine erwischt hat, inzwischen reagieren weder sie noch ich sonderlich geschockt darauf.

„Emily, wir müssen nochmal wegen deiner Schulter reden. Komm doch bitte morgen vor dem Training in mein Büro, dann besprechen wir, wann du wieder spielen darfst.“ Die Dunkelhaarige senkt den Kopf etwas, knirscht mit den Zähnen und zieht die Augenbrauen fest zusammen. Ich kann sogar sehen, wie sie die Hände zu Fäusten ballt und leicht zu zittern anfängt. „Meine Schulter ist in Ordnung!“, erwidert sie gepresst. Sie bekommt ihre Zähne beim Sprechen gar nicht auseinander, so verkrampft ist sie in dieser Sekunde.

Wenn die beiden schon darüber geredet haben, warum hat die Trainerin sie dann überhaupt heute mitmachen lassen? „Ich habe dich beobachtet. Du solltest die Schulter erst mal schonen, dann reden wir weiter. Bis dahin will ich dich beim Training nicht mehr sehen! Werd gesund, danach kannst du wieder voll einsteigen.“ Ich kenne diese Stimme gut, diese Strenge. Bei Verletzungen kennt die Trainerin kein Erbarmen, es ist egal, dass man beim Fußball die Schulter nicht wirklich braucht. Emily kann so nicht spielen, auch wenn sie das selbst anders sieht. Ein letztes Mal sagt sie, dass wir uns beeilen sollen und verlässt dann den Raum wieder, genauso lautlos, wie sie ihn betreten hat.

In diesem Moment sieht Emily so wütend und traurig aus, dass ich nur leise seufzen kann. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, was wir beide nun sind, aber wenn es ihr schlecht geht, kann ich sie kaum allein lassen. „Hast du Lust auf einen Film? Meine Eltern sind nicht zuhause und wir können ja … keine Ahnung, wir haben jedenfalls Pizza“, brumme ich etwas unsicher. Wir haben uns noch nie außerhalb dieser Umkleide getroffen. Wir reden nicht mal wirklich, sobald wir wieder in der Wirklichkeit angekommen sind. Die Dunkelhaarige ist eine Klasse unter mir, wir haben zwei völlig unterschiedliche Freundschaftskreise, sind in komplett anderen Kursen.

Kurzum, wenn wir nicht trainieren, sehen wir uns nicht. Und bisher bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass es genau das ist, was sie will. Wenn sie mich gerade nur nicht so merkwürdig angrinsen würde, wäre es vielleicht auch kein Problem. „Ist das etwa ein Date mit der unnahbaren Sheila?“, meint sie spöttisch. Verärgert verziehe ich mein Gesicht, wende mich langsam wieder ab. Die unnahbare Sheila. Wie lange sagen sie das jetzt schon? Bestimmt seit drei Jahren. Eisprinzessin. Was ist denn so falsch daran, wenn man nicht mit jedem ausgeht, der einen fragt?

Ich muss nicht jedes Mädchen ausführen, mit dem ich ficke. Das ist unnötig. Mir gleich anzudichten, ich wäre eiskalt und unnahbar ist nicht gerade nötig gewesen. „Ein Fickdate vielleicht. Und jetzt halt die Klappe oder du kannst hier bleiben!“ Die Jüngere lacht leise auf, noch bevor ich meine Klamotten erreicht habe, hat sie wieder von hinten die Arme um mich geschlungen und drückt mich an sich. „Date ist Date“, meint sie ungerührt. Küsst meine Schulter, ihre weichen Lippen berühren die immer noch brennenden Bissspuren, die sie vorhin hinterlassen hat.

„Und das mit dem Ficken haben wir ja gut drauf“, fügt sie lächelnd hinzu. Erneut schießt mir die Hitze in die Wangen, ein leises, zufriedenes Seufzen entwischt mir. So sehr es mir auch missfällt, aber eigentlich hat sie ja recht. Das haben wir wirklich drauf. Und was wir nun genau sind, wird sich irgendwann schon zeigen.
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