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Neue Nachbarn und das Chaos ist perfekt

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
25.06.2014
22.09.2015
16
27.940
2
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25.06.2014 2.047
 
Diese Augen. Das ist der Junge von gestern.
Tobias brachte seinen Körper wieder in Bewegung und setzte sich an seinen Platz. Er wiederstand dem Drang, den Kopf nach Chris, wie der Lehrer ihn vorstellte, umzudrehen.
"Ey, Tobi. Kommst du dann noch mit Schwimmen?!" John sah ihn an und stütze seinen Kopf auf seinen Arm. "Komm schon. Du sitzt fast jeden Tag zu Hause rum."
Tobias Narben fingen an zu kribbeln. Er schüttelte den Kopf.
"Nein. Wir schreiben doch nächste Woche Geschichte, da muss ich noch lernen."
John stöhnte leise auf. "Alter, komm schon. Einen Tag kannst du ja mal wohl aufhören zu lernen, deinen Eltern die Stirn bieten und Spaß haben."
Tobias dachte nach und lächelte.
"Klar. Wollen wir Todd und den Neuen mitnehmen?" sagte er leise zu seinem Freund.
Dieser nickte.
Als es Pause klingelte, standen die Schüler auf und liefen in den Flur hinaus. Jetzt hatten sie Sport.
Tobi blieb stehen und griff nach Todds Schulter, als dieser durch die Tür kam.
"Hey. Todd, Bock mit uns heute Nachmittag schwimmen zu gehen? Chris, du kannst auch mit."
Chris sah ihn an und nickte.
"Natürlich kommen wir mit. Aber wir müssen die Badesachen noch holen."
"Cool. Chris, ich kann dich dann mit nach Hause nehmen, wenn du willst."
"Ähm...gern. Danke."
Tobi lächelte. "Super. Du musst dann einfach nach Chemie mit mir mitkommen. Ich zeig dir dann alles."
Chris nickte. "Geht klar."
"JUNGS! Wir müssen los. Coach Coleman fragt schon, wo wir sind."
Die Jungs liefen los. Die Sportstunde wie auch der Rest des Tages verlief ruhig.
In Chemie wurde Chris langsam nervöser.
Als die Schulglocke klingelte suchte er Tobi, der schon an der Tür auf ihn wartete.
"So, bereit?! Wir müssen uns aber dann zu Hause beeilen." sagte er.
Chris nickte nur und lief wie ein Hund hinter ihm her.
Der Helm war ihm ein bisschen zu groß, doch das war kein großes Problem.
Tobi schwang sich auf seine Maschine und klopfte auf den Platz hinter sich.
"Hüpf drauf."
Chris setzte sich und schlag seine Arme um den Oberkörper seines Vordermannes. Dieser war warm. Als Tobi die Maschine startete die Maschine und als diese einen Satz nach vorne machte, verkrampfte sich Chris und quetschte Tobis Oberkörper fast ein.
Dieser stöhnte kurz auf und ließ den Kopf hängen.
"Alles gut?!" fragte Chris durch den Helm durch.
Tobi nickte und drückte die Träne weg.

Das Vibrieren der Maschine machte ihn glücklich. Tobi setzte sich hin und gab Chris mit einem Handklopfer zu verstehen, dass er sich hinter ihn setzten soll.
Das tat der jüngere auch und schlag seine Arme um seinen Oberkörper. In Tobias' Magengrube breitete sich ein warmes Gefühl aus. Dieses wurde aber wegedrängt, als er die Maschine startete und Chris' Arme sich um ihn verkrampften. Die alten Narben taten ihm weh und so stöhnte er unter dem kleinem Schmerz auf. Chris schien es zu bemerken, denn er fragte, ob alles gut sei.
Tobi nickte, doch der Schmerz zog sich in seine Bauchhöhle zurück.
Die Fahrt über unterdrückte er den Drang, Chris Arme weiter nach oben oder unten zu schieben.
Als er seine Einfahrt hochfuhr, wurde ihm übel.
Das passierte immer, wenn er hier ankam.
Chris stand auf, setzte den Helm ab und sagte: " Ich geh schnell alles holen."
Und schon war er verschwunden. Tobi lief hoch in sein Zimmer, machte aber einen kurzen Abstecher ins Badezimmer.
Das wasserfeste Make-up würde das Gröbste verdecken.
Die Flasche verstaute er in der Sporttasche, genau wie die lange Schwimmhose und der lange, dünne Badepullover, wie er ihn nannte.
Mit der Tasche über der Schulter wollte er schon das Haus verlassen, als plötzlich ein Räuspern hinter ihm zu hören ist.
"Amalia." stöhnte er. "Was machst du hier? Ich dachte, du hast Schule." Er drehte sich um und sah sie genervt an.
"Ich hab Mittagspause und wollte Hefter von zu Hause abholen." Sie sah auf seine Tasche. "Ich dachte, du wolltest lernen?!"
Er räusperte sich und sah nach draußen. Chris stand draußen und lächelte ihn an.
"Das mach ich später." Und somit ging er.
Die Tür schlug hinter ihm zu und er sagte: "Gott, ich glaube, ich bereue das heute Abend."
"Ach was, du brauchst auch mal 'nen freien Tag. Von dem, was Todd mir so erzählt hat, sitzt du fast nur in deinem Zimmer." Er sah ihn ein bisschen besorgt an.
"Naja, das ist hauptsächlich wegen meinen Eltern. Aber egal, lass uns fahren."
Die beiden Jungs setzten sich auf das Motorrad und fuhren in Richtung des Badesees. Die Fahrt
dauerte knapp 20 Minuten.
Sie stellten die Maschine ab und  liefen den Weg zum See.
Die anderen warteten schon auf sie.
Als Chris sich hinsetzten wollte, schnappte Tobi seinen T-Shirt-Ärmel und zog ihn weiter zu den Umkleidekabinen.
"Hier, nimm die 2. Kabine. Ich nehm die neben dir." sagte er und war auch schon verschwunden.
Sie zogen sich um. Tobi schmierte das Make-up auf seine Narben und ließ es trocknen.
Also er fertig war, öffnete er die Tür und sah in Chris' großen silberblaue Augen.
"Oh Gott...." flüsterte er.
Chris runzelte die Stirn. "Was?!"
Tobi schüttelte den Kopf und lächelte. "Ach, nichts. Lass uns gehen."
Sie liefen den Sandweg entlang, der zum See führte.
Chris sah Tobi mehrmals verwirrt von der Seite an.
"Meine Arme sich etwas Lichtempfindlich."
Chris runzelte die Stirn und sah Tobi noch verwirrter an, nickte aber schlussendlich ab.
"TOBI, NEEE.....nicht schon wieder." John legte sein Handtuch auf den Boden und sah seinen Freund gespielt tadelnd an.
"Lass mich...." gab Tobi gespielt beleidigt wieder. "Ich bin blond, ich darf das."
Die Gruppe lachte.
Nach geraumer Zeit holten einige der Freunde von Tobi und John etwas zu Essen. John, Todd und der Rest waren im Wasser, nur Tobi saß auf der Decke und starrte die Anderen an.
Er lächelte.
Ein kleiner Schwall Wasser traf seinen Rücken, sodass er mit einem Aufschrei aufsprang.
"Chris!"
Sein Gegenüber lachte.
"Ach komm. Du stirbst schon nicht."
Chris schnappte sich ein Handtuch und trocknete sich halbherzig ab, bevor er sich neben Tobi setzt. Dieser hatte sich in der Zwischenzeit wieder auf sein Badetuch gesetzt.
"Also, erzähl mal ein bisschen von dir. Wo kommst du her?"
"Aus Boston. Mein Onkel lebte hier und als er gestorben war, hat er seiner Schwestern, meine Mutter, das Haus vererbt."
"Ou, das tut mir leid mit deinem Onkel." Tobi sah ihn mitleidig an, doch Chris hab die Hand.
"Schon gut. Das war schon vor 5 Monaten und meine Familie hat sich Jahre im Voraus darauf vorbereitet."
Schweigen.
Tobi und Chris beobachteten die Anderen im Wasser.
"Was machst du so?"
"Hmm?"
"Was du so in deiner Freizeit machst?" fragte Tobi interessiert.
"Es hör sich vielleicht etwas komisch an, aber ich zeichne sehr gerne. Da könnte ich mich immer verlieren."
"Cool. Du musst mir mal ein paar Bilder von dir zeigen."
Chris nickte.
"Warum lernst du eigentlich so viel?" fragte er.
Tobi fuhr sich mit einer Hand durchs Gesicht und legte sich auf den Rücken. Die Augen waren geschlossen, doch er spürte Chris' Blick auf seiner Brust.
"Weil es meine Eltern so wollen. Sie sind sehr zielstrebig und wollen, dass ich in allem der Beste werde und..."
"TOBIAS STONE!"
Tobi zuckte augenblicklich zusammen und drehte sich ruckartig um.
"Mum. Was..."
"Was machst du hier?! Du solltest doch lernen. Und wer ist der da überhaupt?" Seine Mutter stand stocksteif und steinern vorm ihnen und sah die beiden Jungs von oben her an.
"Ich kann doch wohl mal einen Nachmittag frei und etwas mit meinen Freunden machen. Ich bin immer noch ein freies Wesen und kann selbst entscheiden, was ich wann..."
Seine Mutter unterbrach ihn: "DU kannst frei machen, wenn du mit der Schule und der Ausbildung fertig bist. JETZT hast du dich 100prozentig auf die Schularbeiten zu konzentrieren. Jetzt komm mit."
Seine Mutter drehte sich in Richtung Parkplatz und lief los.
Tobi setzte sich auf und schrie ihr nach: "Wie, bitte, soll Chris dann nach Hause kommen, hä?"
"DAS IST NICHT UNSER PROBLEM!" Seine Mutter sah ihn wütend an.
Tobi drehte sich zu Chris und sah ihn an.
"Ich kann mit bestimmt mit Todd mitfahren. Jetzt geh, sonst zerlegt sie hier noch alles"
Tobi sah ihn traurig an, sammelte aber schließlich seine Klamotten ein und wollte seiner Mutter hinterher trotteten.
Chris ergriff noch  seinen Pulloverärmel und sagte: "Wenn etwas ist, kannst du mit mir reden."
Dann lief Tobi seiner Mutter nach.
John und die Anderen, die mit dem Essen zurückkamen, sahen ihm wissend nach.
Chris saß auf dem Handtuch und sprach zu John: "Ist die Mutter immer so?"
John nickte.

Im Auto schwieg Tobi, doch seine Mutter machte ihm nur noch Vorwürfe. Er sah aus dem Fenster und stieg sofort aus, als sie in der Einfahr hielte.
"Tobias, BLEIB STEHEN!" Seine Mutter rief ihm hinterher, doch er stieß die Tür auf und lief in sein Zimmer. Amalia stand oben und lächelte ihn an.
"Na?! Wurde wohl doch nichts mit dem freien Nachmittag."
Tobias sah sie verächtlich an, sagte aber nichts, da er schon das Knarren der Stufen unter dem Gewicht seiner Mutter vernahm.
Er drückte seine Schwester zur Seite und verschwand in seinem Zimmer. Die Tür schlug zu und er drehte den Schlüssel um.
Seine Mutter hämmerte gegen die Tür, doch Tobias hörte es wie einen dumpfen Ton. Er haute sich auf sein Bett und vergrub den Kopf in seinen Kissen.
"Tobias." sagte seine Mutter. Er dachte, dass er einen Ton von Liebe hörte.
"Was?"
"Vergiss deine Aufgaben nicht."
Er schnaubte vor Wut und schmiss seinen elektronischen Wecker an die Tür.
" VERSCHWINDE!"
"TOBIAS!" Die Stimme seiner Mutter überschlug sich fast.
Doch dann ging sie.
Tobias versuchte sich zu beruhigen. Er blieb die ganze Zeit bis in die Nacht im Bett liegen. Zwischendurch stand er auf, als er die Geräusche von Motoren vernahm und sah, wie John Chris vor seinem Haus absetzte. Chris sah kurz zu ihm raus und wank ihm zur Begrüßung. Dann ging er in sein Haus.
Tobi schmiss sich wieder auf sein Bett und wartete, bis es draußen stockdunkel war.
Nach seinem Gefühl war es kurz nach ein Uhr morgens. Er schloss die Tür auf und schlich ins Badezimmer.
Er schloss leise die Tür und schloss sich ein. Das Lichte dimmte er, bis es eine warme Farbe annahm.
Sein Atem ging ruhig, sein Gehirn wusste, was jetzt passierte.
Er zog seine Hose und sein Oberteil aus. Nackt wie er war setzte er sich in die Wanne, nahm die kleine Schachtel vom Rand und öffnete diese. Das Glitzern der Klinge war selbst bei diesem schwachen Licht zu sehen. Das kühle Metall fühlte sich so gewohnt zwischen seinen Fingern an.
Er lehnte sich mit der Rasierklinge in der Hand nach vorn und suchte nach einer Stelle an seinem Körper, wo er etwas spüren würde.
Ein Brummen.
Tobis runzelte die Stirn.
"Handy..." murmelte er und tastete nach seinem Handy, welches sich immer noch in seiner Hosentasche befand.
SMS.
Unbekannte Nummer.
[Hey, Tobi. Hier ist Chris. Ich hab deine Nummer von John und wollte dir nur Bescheid sagen, dass du, egal wie spät es ist, mir schreiben kannst, wenn etwas sein sollte. Wir sehen uns in der Schule. Chris]
Tobi lächelte.
[Danke, Chris.] tippte er kurz und knapp. Dann legte er das Handy auf den Wannenrand und lehnte sich zurück. Sein Blick fiel auf die Klinge in seiner Hand.
...

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So, neues Kapitel.... wie glaubt ihr wir Tobi sich entscheiden?! Ob er die Hilfe von Chris annehmen wird?
Fragen über Fragen und die Antwort kommt wahrscheinlich erst morgen :)
Euch allen eine gute Nacht und schlaft schön.

LG, Sophie
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