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Neue Nachbarn und das Chaos ist perfekt

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
25.06.2014
22.09.2015
16
27.940
2
Alle Kapitel
20 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.06.2014 1.961
 
So, Kapitel 2....mir macht es so einen Spaß, die Story zu schreiben, dass ich kaum noch aufhören kann. :D
Ich hoffe, dass sie euch auch gefällt. Sollten irgendwelche Fragen oder Unklarheiten sein, scheut euch nicht, mir hier eine Mail zu schreiben.

Viel Spaß. Sophie
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Er lief durch die Schule. Der Abend war gestern wie immer verlaufen. Nach der Tennisstunde war Tobias sofort nach Hause gefahren, obwohl seine Mitspieler noch in die Stadt etwas trinken gehen wollten. Zu Hause war er noch nicht ganz über die Schwelle getreten, da haben seine Eltern ihm schon wieder Vorwürfe gemacht. Seine Mutter hatte ihm beiläufig gefragt, ob er gewonnen habe. Als Tobias dies verneinte, sah sie ihn fast schon verächtlich an.
"Kannst du überhaupt etwas richtig?" hatte sie gesagt. Den Rest des Abends hatte er in seinem Zimmer verbracht. Jetzt trottete er mit gesenktem Kopf durch die Schule. Er spürte die Blicke der Anderen, doch er ignorierte sie.
Plötzlich sagte einer: " Gott, muss er das so zur Schau stellen. Der beschmutzt noch alles. "
Ein anderer:" Er ist schwach. Und nervlich stimmt bei ihm bestimmt auch so einiges nicht."
Da blieb Tobias stehen und drehte sich um. Der Gang war voller Schüler, die ihn anstarrten, einige tuschelten und zeigten auf ihn. Er runzelte die Stirn und sah auf den Boden. Kleine Blutstropfen war dort zu sehen, wo er gerade langgelaufen war. Er hob seine Arme leicht an und erschrak. Nicht nur, dass seine alten Wunden sich geöffnet zu haben. Nein, es waren auch neue dazugekommen. Einige lang und tief, andere haben kaum die Haut verletzt.
Tobi strich ungläubig drüber und betrachtete seine blutverschmierte Hand. Dann bemerkte er einen warmen Druck auf seiner Schulter und er drehte sich um. John, sein bester Freund, stand vor ihm.
"John..." flüsterte Tobias. Ihm standen die ersten Tränen in den Augen. "Hilf mir."
Doch John rührte sich nicht.
Tobias drehte sich um, griff nach den Schultern vor ihm und presste sich haltsuchend an seinen Freund. "Ich schaff das nicht alleine. Du musst mir helf..."
John stieß ihn von sich weg und sah ihn an. Er war größer als Tobias, nicht sonderlich, aber ein halber Kopf reichte schon, damit sich Tobias wie ein kleines Kind vorkam.
"Tobi..." begann er, "du bist krank. Und Kranke können wir hier nicht gebrauchen."
Tobi sah John ungläubig und verletzt an. "Wa...was? Nein. NEIN! John, ich brauch deine Hilfe. Du musst mir helfen." Seine Stimme überschlug sich fast und er brach vor seinem Freund zusammen. Dieser rührte sich nicht. Tobias begann zu weinen und es war ihm egal, wer das alles mitbekam. Er war schließlich auch nur ein Mensch.
"Tobias." ... Nein. Nein, das konnte doch nicht. Er hob den Kopf und vor ihm stand seine Familie.
Tobias lächelte und stand mit wackeligen Beinen auf. Er wollte schon seiner Mutter in die Arme fallen, dachte, dass sie ihm helfen würde. Doch da antwortete sie:" Du bist nicht normal. Du passt nicht hierher." Und seine Eltern gingen weg.
"Nein..." Tobias Körper war wie betäubt. "Nein, MAMA!" Er versuchte hinterherzurennen, doch er kam nicht vom Fleck. Immer wieder schrie er nach seinen Eltern, doch sie drehten sich nicht mehr um.
"Tobi?" Er blieb stehen und drehte den Kopf in Johns Richtung. Und sah in den Lauf einer Waffe.
"Du passt nicht hier her." Und John drückte ab.

Er schrak hoch, der Körper war klitschnass vom Angstschweiß. Sein Atem ging stoßweiße und seine Hände zitterten. Tobias stand auf und brauchte eine Weile, bis er nicht mehr zitterte. Dann lief er so leise wie möglich ins Badezimmer, schloss die Tür und machte das Licht an. Er setzte sich auf den Rand der großen Badewanne und zog seine Schlafsachen aus. Die Sachen landeten ungeachtet im Wäschekorb und er stand auf.
Nun stand er nackt vor dem Ganzkörperspiegel seiner Mutter und betrachtete sich. Er war ein durchschnittlich großer junger Mann. Durch das ständige Training war er muskulös, doch es sah noch normal aus. Seine Haare waren so blond wie das seiner Eltern, doch in Wirklichkeit wollte er dunklere haben. Er hatte schon mit seinen Eltern darüber gesprochen, doch diese haben ihm nur halbherzig zugehört und schlussendlich doch 'Nein' gesagt. Seine Haut war blasser als es für diese Gegend üblich war. Das kam vermutlich von der Tatsache, dass er den ganzen Tag im Haus war.
Doch er hatte sich daran gewöhnt. An die Blässe wie auch an die Makel.
Er schnaubte kurz auf.
"Die Makel hast du dir selbst zuzuschreiben, Junge" dachte er. Er strich mit der rechten Hand über seinen Oberarm der von noch helleren Strichen durchzogen war.
Einige waren 2 Jahre alt, andere vom letzten Monat.
Er strich weiter über seinen Unterarm. Und zuckte zusammen, als er die frische Wunde erreichte. Sie war nicht besonders tief, aber doch lang.
Tobias hatte nie über Selbstmord nachgedacht. Dazu war sein Gehirn einfach nicht in der Lage, aber der Schmerz, wenn die Klinge die Haut durchbrach, tat ihm gut. Die ganzen Jahre schon.
Doch so langsam konnte er die Wunden nicht mehr verstecken. Vor allem im Sommer.
Wenn seine Freunde fragten, ob er mit Schwimmen kommen will, sagte er, dass er keine Zeit habe oder seine Eltern es ihm nicht erlaubten. Im Sport trug er lange Klamotten oder er überschminkte die auffälligsten Narben.
Der Rest seines Körpers sah nicht viel besser aus. Oberschenkel, Oberarme und die linke Brustseite waren von hellen Stichen überzogen. Manche dicker und länger als andere.
Die Klinge brauchte er nicht verstecken, seine Eltern nutzen das Badezimmer im Untergeschoss neben ihrem Schlafzimmer. Und seine kleine Schwester ignoriert alles was ihm gehörte.
Manchmal denkt er, dass sie selbst eine blutverschmierte Klinge nicht bemerken würde.
Er kniff die Augen zusammen und atmete hörbar ein. Nicht weinen, ermahnte er sich.
Tobias schaltete das Licht aus, öffnete die Tür und taperte zurück in sein Zimmer. Dort ließ er die Tür ins Schloss fallen, öffnete seine Schranktür und zog eine Boxershorts hervor. Diese zog er an und legte sich wieder in sein Bett. Doch er deckte sich nicht zu, sondern starrte an die Decke.
"Warum fällt es keinem auf?!" dachte er und eine Träne lief seine Wange herunter. Dann schlief er unruhig ein.

Der Wecker klingelte und Chris stöhnte auf. Er schaltete ihn aus und schwang die Beine aus dem Bett. "Gott, es ist 6 Uhr morgens. Die Schule beginnt doch erst um Acht." flüsterte er zu sich und fiel nach hinten. Dann stand er trotzdem auf und schlurfte zum Fenster, um es zuzumachen. Er sah beiläufig nach draußen und sah, dass die Haustür des Nachbarhauses offenstand. Chris runzelte kurz die Stirn und sah dann, dass eine Gestalt im Kapuzenpulli  und langer Hose nach draußen trat und losrannte. Unter der Kapuze lugten blonde Haare hervor.
"Der ist doch irre." murmelte Chris, bevor er den Kopf schüttelte und nach unten lief.
Seine Eltern waren noch nicht wach und so setzte er sich vor den Fernseher. Er ließ die Bilder der Morgennachrichten an ihm vorbeiziehen.
"Morgen, Großer." Er erschrak kurz, als sein Vater hinter ihm stand.
"Morgen, Dad. Warum bist du jetzt schon wach?" Sein Vater setzte sich neben ihm und hob wie Chris die Beine auf den Tisch.
"Kein Wort zu Mama, kapiert?" Chris nickte.
"Es ist dreiviertel sieben. Ich geh mal duschen." sagte er irgendwann und erhob sich.
Sein Vater nickte und schaltete um.
Chris stieg die Treppe hinauf, hin zum Badezimmer. Es lag gleich neben seinem Zimmer. Er zog sich aus, stieg unter die Dusche. Eine Weile stand er einfach nur da, dann stellte er das Wasser an und wusch sich.
Das Wasser fühlte sich recht angenehm auf seiner Haut an. Er trocknete sich ab, schlang das Handtuch um seine Hüfte und lief in sein Zimmer. Die Tür lehnte er nur an, öffnete die Schranktür und zog seine Klamotten heraus.
Das Handtuch landete auf dem Boden und er zog seine Unterhose an. Er schaute kurz aus dem Fenster und sah die Person, die vorhins erst losgelaufen war. Der junge Mann hatte seine Kapuze heruntergezogen. Die blonden Haare lagen verschwitzt auf seiner Stirn. Der Pullover wies Schweißstreifen auf, er musst wirklich sehr schnell gerannt sein.
Chris zog sich seine Hose an; das T-shirt hatte er schon in den Armbeugen, als er die Stirn runzelte. Ein junges Mädchen geht auf den Jungen zu und redet mit ihm. Der junge Mann schien genervt und unter Druck zu sein, denn er wippte unruhig von einem Fuß auf den anderen.
"Chris?"
"Ja?" sagte er, ohne den Kopf von dem Jungen zu nehmen. Er faszinierte ihn einfach nur.
"Du musst langsam los." Seine Mutter stand im Flur. "Was machst du da?"
"Jemand beobachten. Aber gut, ich mach gleich los."
"Soll Papa dich fahren?"
Chris schüttelte den Kopf. "Geht schon. Danke."
Er zog sich schnell an, schnappte sich seine Tasche und gab seiner Mutter im vorbeigehen einen Kuss auf die Wange.
"Viel Spaß heute." rief sie ihm noch hinterher, doch Chris hatte schon die Haustür geschlossen.
Der Weg zur Schule dauerte eine gute halbe Stunde.
Das Schulgebäude war groß, schick, nobel. Auf dem Parkplatz standen viele Autos, Nobelschlitten, herum und die Fahrer standen mit ihrem Freunden an der Schnauze.
"Hey, Chris!" Er zuckte zusammen, als ein Junge neben ihm stand und ihn anlächelte.
Chris sah ihn verwirrt an.
"Todd Ryans. Wir sind zusammen zur Grundschule gegangen, weiß du noch?!"
Klick.
Chris schlug seine Hand an die Stirn und lachte kurz auf. "Ja, klar. Hey, Todd. Sorry, wir haben uns ja 'ne Ewigkeit nicht mehr gesehen." Sie gaben sich die Hand und liefen zusammen weiter.
"Warum gehst du hier zur Schule?"
"Wir sind in das Haus von meinem Onkel gezogen. Und naja, die alte Schule ist zu weit weg. Daher....Bumm. Bin ich hier."
Sie stiegen die Treppe hinauf, als sie Motorradgeräusche hinter sich vernahmen. Chris blieb stehen und drehte sich um. Das Motorrad kam zum stehen und der Fahrer nahm den Helm ab.
Das Büschel blonder Haare sahen verwuschelt aber trotzdem irgendwie schick aus. Die grünen Augen sahen müde aus.
"Das ist Tobias Stone. Sein Vater ist der Hauptsponsor der Schule. Er ist mit der coolste Junge hier, also leg dich nicht mit ihm an." flüsterte Todd ihm ins Ohr, doch Chris hörte ihm kaum zu.
Das ist er. Der Junge von gestern Nachmittag und heute Früh.
"Ich....Er wohnte mir gegenüber. Er ist mein Nachbar."
Todd sah ihn mit großen Augen an. "Na dann, viel Spaß. Seine Eltern sind die übelsten Spießer."
Er zog ihm an der Jacke. "Komm, wir müssen rein."
Und sie liefen zum Sekretariat. Dort bekam Chris gesagt, dass er mit Todd in einer Klasse ist. Wobei ihm ein großer Stein vom Herzen fiel.
"Dann bist du nicht alleine." Todd lächelte.
Zusammen liefen sie in die Klasse, die Chris, entgegen seiner Erwartung, recht freundlich und offen empfing.
Chris setzte sich neben Todd, da dieser ganz hinten alleine auf einer Bank saß.
Die Schulklinge läutete, als die Tür sich wieder öffnete. Chris wollte schon aufstehen, weil er dachte, dass es der Lehrer sein. Doch Todd zog ihn wieder auf seinen Platz.
Tobias lief mit seinen Kumpeln in die Klasse und ließ seinen Blick streifen. Dann sah er in Chris Augen und blieb stehen.
Chris lächelte und Tobis Lippen verzogen sich zu einem leicht angedeutetem Grinsen. Dann setzte er sich, da der Unterricht begann.
Chris sah immer wieder auf Tobias blonden Hinterkopf.
...
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