Wohin der Wind uns trägt

GeschichteDrama, Familie / P12
Amanda "Amy" Fleming Caleb Odell Jackson "Jack" Bartlett Mallory Wells Samantha Louise "Lou" Fleming Ty Borden
25.06.2014
25.06.2014
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"Hey Mallory." Amy Fleming kam gerade aus dem Stall, als sie an ihrer Freundin vorbei ging und abrupt anhielt. "Äh, das ist aber nicht dein Happy Sonntags Gesicht. Was ist denn los?" Amy kam einen Schritt auf sie zu und verschränkt die Arme. Ist nicht gerade Mallory immer der Typ, der quatscht und gut gelaunt ist? Warum dann dieses trübe Gesicht?
"Oh, Amy", seufzte sie. "Es ist doch immer das Gleiche." "Was meinst du damit?" Mallory fuchtelte mit den Händen in der Luft rum. "Das ... das alles." "Wie das alles? Es ist Heartland." Amy war überrascht. Sie zog die Stirn in Falten und schaute auf das jüngere Mädchen. Was ging wirklich in ihr vor?
"Hast du nicht auch manchmal einfach den Wunsch, dich auf Spartan zu schwingen und einfach loszureiten?" Amy verdrehte skeptisch, über diese verwirrende Aussage, die Augen. "Ja, das tue ich dann auch." Mallory schüttelte heftig den Kopf. "Nein, nein. Nicht so. Ich meine ..." Sie seufzte. "Das kannst du wohl nicht verstehen." "Nein, wenn du es mir nicht erklärst."
"Hey, ihr beiden Faulpelze. Ist das etwa eure Auffassung von Arbeit?" Caleb schlenderte zügig an den beiden vorbei, während er einen Sattel vor sich her trug. Er drehte sich im Gehen nochmal um und zwinkerte den beiden zu.
Als sich Amy wieder an Mallory wandte, sah sie gerade noch, wie diese die Augen verdrehte. "Siehst du, genau das meine ich." "Was denn? Caleb macht doch dauernd seine Späße." Amy deutete auf den jungen Mann. "Und nie hast du etwas dagegen." Mallory nickte leicht übertrieben, so, dass ihr ihre blonden Haare ins Gesicht flogen. "Stimmt, aber heute ist es mir einfach zu gewöhnlich. Ich würde mich am liebsten auf ein Pferd schwingen und einfach drauf los reiten." "Mach's doch", riet Amy ihr ernst. "Und ich komme mit!" Wieder schüttelte das jüngere Mädchen den Kopf. "Siehst du, dass ist deine Auffassung von 'einfach drauf los reiten'. So hab ich das aber nicht gemeint." "Wie denn dann?"
Mallory verstummte und sah reserviert zu Boden. Amy runzelte die Stirn und senkte den Kopf leicht, um in das Antlitz ihrer Freundin hineinsehen zu können. Diese jedoch blieb still.
Amy zog die Augenbraue in die Höhe und seufzte überfordert. "Was ist denn los mit dir? Rede Klartrext!"
Mallory suchte wieder den Augenkontakt. Würde sie sich nun öffnen? Amy fieberte.
"Ich hab das Gefühl, dass das wirkliche Leben an mir vorbei zieht", erklärte sie in ihrer euphorischen Stimme, die aber zugleich ernst war. Nun war Amy vollkommen ratlos. Zögerlich ging sie einen Schritt zurück und wartete auf weitere Erklärungen. "Natürlich bin ich gerne auf der Ranch. Das weißt du! Aber heute ist so ein ... 'Kein Bock' Tag. Ich will nur noch Reißaus nehmen." Mallory lehnte sich mit dem Rücken gegen die Stalwand und ließ sich langsam zu Boden gleiten. Amy lehnte sich zwar ebenfalls gegen die Wand, sah aber nur zu ihrer Freundin hinunter.
"Ich will mich auf einen gesattelten Pferderücken schwingen und solange durch die Wälder reiten, bis es mich wieder auf die Ranch zurück treibt." Die junge Fleming starrte zu ihr hinunter. Und ausgerechnet so etwas kam von Mallory? Kaum zu glauben!
"Warum nicht?" Nun ließ auch sie sich an der Wand nieder gleiten und saß plötzlich neben ihrer Freundin. Diese sah sie verdutzt an. "Wie? Du findest es gut?" "Ja", lächelte Amy. "warum nicht?" "Würdest du mitkommen?" "Würdest du mich mitnehmen?", lachte Amy. "Logisch." "Wohin soll es denn gehen?", erkundigte sich Amy. "Keine Ahnung." Mallory zuckte mit den Schultern. "Ah", machte Amy und sah vor sich. "Wir sind ja schon richtig produktiv."
"Wollt ihr heute nichts mehr tun?" Wieder ging ein grinsender Caleb an ihnen vorbei.
Amy musterte ihre Freundin von der Seite. Es war eine gute Idee, einen solchen Ausritt zu wagen, doch wie sollte es nach Mallorys Kopf von statten gehen? Was bezweckte sie dadurch? Gab es einen Grund für diesen Stimmungsumbruch?
Sie seufzte. Amy wusste genau, dass es mal wieder Folgen haben wird, doch welche, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht erahnen können.
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