Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
25.06.2014
30.10.2014
7
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Wild entschlossen , tappte ich den Korridor entlang. Jetzt würde ich ihm es gleich ins Gesicht sagen. Ihm sagen, was ich davon hielt dass, er über mein Leben bestimmte. Ich war doch keine Marionette! Ich bog mein Kreuz durch, erhob meinen Kopf, straffte die Schultern und kam immer näher auf die alte dunkelbraune Holztür zu. Meine Hand zitterte als ich die alte Klinke hinunter drückte, und die Tür knarrend aufschwang.
Da saß er am Tisch und hatte sich über die Zeitung gebeugt. Ich schluckte ,schlenderte zu einem Stuhl und ließ mich auf ihm nieder.
Nervös spielte ich mit den Fingern auf der Tischplatte herum. In dem alten hellen Holz waren schon viele tiefe Krater.
Los sag es ihm jetzt ! Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und räusperte mich :” Dad ?”
Er brummte und sah dann zu mir auf . Nein ich konnte es ihm nicht sagen. Seine Augen die grau wie Stahl waren musterten mich kühl.
“Was ist, Chelsea ?” sein Ton war schneidend wie immer.
“Dad, Ich wollte mit dir reden.” erwiderte ich fest.
“Ach ja , und worüber ?” er zog eine Augenbraue nach oben.
“Über die Arts Educational ..”
“Fängst du schon wieder mit diesem Musical Mist an ?! Wie oft soll ich es dir noch sagen Chelsea Fraser , ich werde mein Geld nicht für solchen Nonsens ausgeben ! Du verdienst kein Geld mit diesem Beruf ,im Gegenteil du wirst nur abgezockt und arbeitest dich zu Tode ! Du wirst Schneiderin so wie alle Fraser’s ! Und dabei bleibt es. Du hast schon eine Lehrstelle !” er knallte mit seiner gewaltigen Faust auf den Tisch sodass, sein Glas  mit Wasser klirrend auf die Fliesen fiel und in tausend Stücke zersprang. Ich sprang erschrocken von meinem Stuhl auf und starrte ihn mit meinen weit aufgerissenen Eisblauen Augen an.
“Du hast doch keine Ahnung ! Man wird nicht abgezockt! Warum ,sträubst du dich so dagegen ? Mum war doch auch Musicaldarstellerin und du hast sie immer bewundert ! “ Ich war den Tränen nahe ,meine Mutter war vor einem halben Jahr bei einem Unfall im Theater gestorben.
“Wie kannst du es wagen ,deine Mutter da mit hinein zu ziehen ?!” er sprang vom Tisch auf und das Blut schoss ihm in die sonst so bleichen Wangen . Automatisch wich ich zurück.
“Aber es stimmt doch ! Du willst nur nicht das ich zum Theater gehe weil Mum dort umgekommen ist !” schrie ich ihm entgegen und nun konnte ich es nicht mehr verhindern ,heiße Tränen krochen über meine Wangen.
“Halte deinen verfluchten Mund !” polterte er und im nächsten Moment wurde die Tür abermals aufgerissen und ein großer, junger muskulöser Mann stand ihm Rahmen . Er musste das Getöse bis ins obere Stockwerk mitbekommen haben.
“Was geht denn hier ab ?” sein Blick huschte zwischen mir und Vater her.
“Gavin !” schluchzte ich und flüchtete in seine Arme. Mein Bruder nahm mich irritiert in den Arm.
“Deine Schwester, hat schon wieder mit diesem Nonsens angefangen ! Ich kann es nicht mehr hören!” schrie er aufgebracht .
“Musst du immer gleich so grob werden ?! Seit Mutter nicht mehr lebt ,hast du dich zu einem richtigen Arschloch entwickelt !” Ich sog scharf die Luft ein. Normalerweise ,drückte sie Gavin nie so aus.
“Geht mir aus den Augen ! Alle beide ! Gavin ich möchte dich hier nicht mehr sehen ,hau ab !” Vaters Gebrüll ,dröhnte schmerzhaft in meinen Ohren.
“Dad, du kannst ihn doch nicht einfach rauswerfen!” wimmerte ich und ein heftiger Schluchzer schüttelte meinen zierlichen Rumpf.
“Das kann ich sehr wohl und wenn ihr beide nicht gleich verschwindet passiert was !”
“Komm Chels , wir verschwinden…” sanft aber bestimmt zog mich mein älterer Bruder aus der Küche ins obere Stockwerk.
Ich schluchzte ununterbrochen und klammerte mich an seine Schulter.
“Gavin, du kannst mich doch nicht alleine lassen. Und wo willst du überhaupt hin ?” Ich ließ mich auf sein Bett sinken und beobachtete ihn durch einen verschwommenen Schleier wir er seine Sachen zusammen packte.
“Chels, wenn ich noch länger bleibe, dann könnte es gut sein, dass der alte und ich uns gegenseitig umbringen. Ich werde schon was finden, ich denke ich kann ein paar Tage bei Josh pennen …” er versuchte zu grinsen doch es misslang ihm.
“Ich will mitkommen.” ich sah ihn flehend an.
“Du weißt, wenn du mit mir gehen würdest ,würde er dich hassen und dich nicht mehr aufnehmen… Ich will dass wenigstens du noch ein Zuhause hast.” er sah mich aus seinen dunkelblauen Augen traurig an .
“Aber ,das ist nicht mehr mein Zuhause.” jammerte ich und hoffte, dass er es sich noch mal überlegen würde. Doch wenn Gavin sich einmal entschieden hatte, zog er sein Ding durch. Mein Bruder kontrollierte noch mal seine Tasche und wandte sich zum gehen um. Ich sprang auf und fiel ihm um den Hals .
“Melde dich bei mir, wenn du da bist.”
“I promise, Sister.” er drückte sich noch mal fest an seine Brust und gab mir einen Abschiedskuss auf meine Stirn.
Dann stiefelte er die steile Holztreppe hinunter und ließ die Haustür ins Schloss knallen. Wie in Trance ,schlurfte ich auf mein Zimmer und ließ mich schwerfällig auf mein Bett fallen ,vergrub meinen Kopf in dem dicken Daunenkissen und wimmerte qualvoll. Schon wieder hatte mich ein geliebter Mensch verlassen und nun war ich ganz allein mit meinem Vater, der sich in eine Bestie verwandelt hatte . Meine Tür knarrte und mein Vater brummte:” Morgen früh , nimmst du den fünf Uhr Zug nach London.
Dein Onkel Ebenezer erwartet dich in Kings Cross .” die Tür knallte wieder zu und ich weinte mich in den Schlaf.
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