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Ganz verschieden gleich

von Arionell
GeschichteHumor, Freundschaft / P16 / Gen
Himuro Tatsuya Murasakibara Atsushi OC (Own Character)
23.06.2014
03.01.2016
50
102.166
48
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12.12.2015 2.067
 
Es war nicht wirklich verwunderlich, dass sowohl Yosen als auch Rakuzan es in die Endrunden der Interhigh geschafft hatten. Und doch hatte Araki lieber gewollt, dass sich die beiden Schulen im Finale gegenübergestanden, anstatt schon im Halbfinale. Dennoch konnte man an der Aufstellung nichts mehr machen und während die Teams noch trainierten, füllten sich langsam aber sicher die Zuschauerreihen.

Die Mitglieder des Mädchenteams standen derweil unten und feuerten ihre Jungs an.

„Das heißt echt, ich krieg ein Date mit dir, wenn wir heute gewinnen?“, grinste Okamura Rika an, die ihn mit hochgezogener Augenbraue wie Abschaum ansah.

„Hä? Ich hab gesagt, dass du dich als Captain heute bitte nicht allzu dämlich verhalten sollst“, seufzte sie. Und langsam zweifelte sie wirklich an seinem Gehör. Der lebte wohl in seiner eigenen Realität. Gerade, als sie etwas sagen wollte, kam plötzlich ein Ball in ihre Richtung geflogen. Zum Glück reagierte jedoch ein Spieler des Gegnerteams und fing den Ball in letzter Sekunde, bevor er Rika traf.

Nebuya sah kurz nach hinten über die Schulter. „Ey, Sorry. Musste mich kratzen und hab den Ball verpasst“, setzte er an, doch als er Rika erblickte, verschlug es ihm kurz die Sprache.

„Hey, gaff meine Rika nicht so an!“, stellte sich plötzlich Okamura in den Weg.

Nebuya sah Okamura unbeeindruckt an. „Die Kleine war mir lieber, als einen Gorilla im Gesichtsfeld zu haben“, seufzte er.

„Wer ist hier ein Gorilla? DU bist ein Muskelgorilla!“, brüllte Okamura und schon entbrannte ein Streit.

„Rika, du ziehst sie magisch an“, kicherte Sato, die gerade die beiden Gorillas zeichnete und zufrieden mit ihrer Arbeit schien.

„Warum immer ich“, seufzte Rika, die sich lieber neben die Grünhaarige stellte, als dass sie gleich noch eine Faust von einem der beiden kassierte.

Sato kam aus dem Lachen gar nicht mehr heraus. „Die beiden Gorillas kämpfen um ihr Weibchen. Während der eine offenbar mit Muskeln punkten will, hat der andere ein sehr aussagekräftiges Kinn und äußerst männliche Koteletten“, kommentierte sie wie bei einer Tierdokumentation.

Rika schüttelte fassungslos den Kopf und piekte ihr zur Strafe kräftig in die Seite.


„Hey, nicht schlecht“, hörte Sato plötzlich eine vergnügte Stimme neben sich sagen. Als sie hochsah, bemerkte sie einen orangehaarigen Jungen.

„Du hast die beiden echt gut getroffen“, lachte er. „Ich bin Hayama Kotaro! Malst du auch ein Bild von mir?“, fragte er eine Spur zu enthusiastisch, wie Rika fand.

Sato blinzelte ihn ein paar Mal an. Endlich jemand, der ihre Zeichnungen lobte!

„Klar, warum nicht? Ich bin Sato“, grinste sie.

„Klasse! Dann will ich aber cool drauf aussehen, ja? So mit Blitzen im Hintergrund und Specialeffects“, fing er an zu posen. „Sag, wie ich mich hinstellen soll! So vielleicht?“, hibbelte er herum.

„Bleib doch mal still“, lachte Sato. Der Kerl war ja Mal zu ulkig.

„Was soll das denn?“, fragte plötzlich Kensuke, der herangetreten war und skeptisch auf Satos Block sah.

Diese sah kurz zur Seite. „Du interessierst dich sonst auch nie für meine Zeichnungen. Warum auf einmal?“, fragte sie schmollend. Kensuke wollte gerade antworten, als sich Hayama wieder einschaltete.

„Hey, du bist ja voll klein für einen Yosen Spieler“, fiel Hayama prompt auf und da stand er auch schon vor ihm.

Sato schüttelte den Kopf. Wenn der Orangehaarige nicht stillhalten konnte, konnte sie ihn nicht zeichnen.

„Das sieht nur so aus, weil die anderen riesig sind. Du bist doch selbst kaum größer als ich“, musterte Kensuke ihn. „Vielleicht vier Zentimeter“, schätzte er grob.

„Ja und vergiss das Mal nicht, Herr vier Zentimeter!“, grinste Hayama, bevor er Sato den Kopf tätschelte. „Nächstes Mal okay? Akashi guckt mich schon so böse an!“, machte er auf dem Absatz kehrt und nahm Nebuya mit.

„Gib mir keine komischen Spitznamen!“, grummelte  Kensuke, bevor er zu Sato sah. „Verräterin. Bandelst hier mit dem Feind an.“

Sato legte den Kopf schief. „Was sagst du da, Ken-chan? Du wirst immer mein Favorit bleiben!“

Kensuke entglitten für einen Moment die Gesichtszüge, während sie ihn so anstrahlte. Wie konnte sie sowas einfach so sagen und dann einfach unbekümmert weiterzeichnen? Seltsamerweise fühlte er sich gerade mit Tsubaki verbunden, die sowas ebenfalls tagtäglich mit Murasakibara erlebte.


Tsubaki saß derweil verkrampft bei den anderen Zuschauern, während ihr Blick immer Mal wieder zu Akashi wanderte. Doch dieser würdigte sie keines Blickes, wahrscheinlich war sie einfach nur zu unbedeutend für ihn und dieses Aufeinandertreffen am Sportplatz bloß eine seiner Launen. Nur besser so, da sie nun ein Problem weniger hatte, mit dem sie sich beschäftigen musste.

„Satsuki, hör auf mich zu drängen“, ertönte plötzlich eine genervte Stimme hinter ihnen.

„Das ist deine Schuld, dass wir Mal wieder viel zu spät dran sind“, seufzte die Rosahaarige. „Nur weil wir gerade kein Spiel haben, heißt das nicht, dass wir schlafen können, während unsere Konkurrenz spielt.“

Als Arisas und Aomines Blicke sich kreuzten, verspürte die Blonde so eine Gänsehaut.

„Was ist los? Freust du dich, mich zu sehen?“, fragte er arrogant und schien ihren Gesichtsausdruck ganz amüsant zu finden.

„Von wegen“, knurrte Arisa. Gleichzeitig musste sie an die kleine Wette denken, auf die sie unfreiwillig eingegangen war. „Hey, ich weiß ja, dass ihr gewonnen habt, aber was das Date angeht…“, setzte sie an, bevor Aomine zu lachen anfing.

„Das hast du ernst genommen? Wirklich? So nötig hab ich es nicht, weißt du?“, schmunzelte er verschwörerisch. „Es sei denn, dass du darauf bestehst.“

„Ganz sicher nicht!“, fauchte sie mit hochrotem Kopf. Sie hatte sich da gerade wirklich ganz schön blamiert.

***

„Hallo, Tsubaki-San“, hörte die Brillenträgerin es plötzlich vom obersten Treppenabsatz kommen. Als sie aufblickte, sah sie Ritsuka, die geradewegs auf sie zukam.

„Ihr seid ja alle mitgekommen“, staunte sie nicht schlecht. „Die Senpais in meiner Mannschaft müssen sich leider auf Prüfungen vorbereiten“, zuckte sie die Schultern. „Und? Geht’s dir gut?“

Tsubaki blinzelte ein paar Mal, denn Ritsuka wirkte auf einmal gar nicht mehr so unnahbar auf sie, wie in dem Freundschaftsspiel, das ihre Schulen gegeneinander hatte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie durch Naomi und Kuroko einen anderen Blick auf sie gewonnen hatte.

„Was ist los? Ist es immer noch wegen des Spiels?“, fragte Ritsuka etwas traurig. „Tut mir leid, wenn ich gemein war. Aber ich war irgendwie total aufgeregt“, lächelte sie leicht.

Tsubaki staunte nicht schlecht. „DU? Aber du bist doch eine Top-Spielerin, die mit den Wunderkindern mithalten kann.“

Sie ertappte sich dabei, wie sie erneut Ritsukas rechtes Auge ansah. Von Nahem erkannte man etwas deutlicher, dass die Augenfarbe heller war als auf dem anderen Auge. Doch dass sie auf dem rechten Auge erblindet war, war immer noch eine furchtbare Vorstellung.

„Ich würde mich nicht so nennen“, erwiderte Ritsuka. „Früher, in der Mittelschule, konnte ich vielleicht mit ihnen mithalten, doch jetzt ganz sicher nicht mehr“, deckte sie sich kurz das rechte Auge ab, als ob sie schlimme Erinnerungen vertreiben würde. „Aber Mädchen und Jungs sollten sich nicht großartig messen. Viel mehr bin ich daran interessiert, ob ihr irgendwelche Fortschritte gemacht habt“, sah sie Tsubaki herausfordernd an.

Diese erwiderte ihren Blick. „Haben wir. Wir sind viel besser geworden und von ein paar starken Spielern lassen wir uns nicht mehr einschüchtern“, versuchte sie ihrem Blick standzuhalten. Dann sah sie aber wieder weg. „Obwohl wir von der Kaijo auch eine Abreibung kassiert haben. Aber das war nur, weil wir nicht aufeinander eingespielt waren.“

„Ah, Marie ist nicht mehr dabei hab ich von Naomi gehört“, sagte Ritsuka, woraufhin Tsubaki nickte.

„Schade. Aber eure Neue soll auch gut sein, hat Naomi gesagt.“

Tsubaki atmete einmal durch. „Naomi ist wirklich der Wahnsinn, wenn sie auf dem Feld ist, hat sie alles im Blick und es kommt einem so vor, als ob sie alle Jobs auf einmal machen würde.“

„Das stimmt“, pflichtete Ritsuka ihr bei. „In einem One on One kann ich sie mittlerweile bestimmt nicht mehr besiegen… aber mein Team ist talentierter als ihres.“

Tsubaki nickte und verfiel kurz in Gedanken.

„Ritsuka, darf ich dir eine Frage stellen? Es ist… etwas Persönliches…“

„Huh? Klar, mach nur.“

„Naomi schien sehr traurig, dass du auf die Rakuzan gegangen bist… und ich glaube, Kuroko-kun macht  sich auch Vorwürfe.“ Als sie bemerkte, dass Ritsuka sie verwundert ansah, hob sie beschwichtigend die Hände. „Das geht mich eigentlich nichts an… es… ist mir nur in den Sinn gekommen.“

„Damals sind ein paar Dinge nicht richtig gelaufen“, setzte Ritsuka an. „Aber ich bereue nicht, dass ich an der Rakuzan bin. Selbst wenn ich gerne mit Kuroko an dieselbe Schule gegangen wäre, wollte ich in Akashis Nähe bleiben“, sagte sie mit einem traurigen Lächeln. „Es ist wie bei den beiden“, deutete sie zu Satsuki und Aomine, doch an Tsubakis Blick, merkte sie, dass ihr das nichts sagte.

„Er ist nicht so schlimm, wie du glaubst… ich meine Akashi…“

Tsubaki sah sie einen Moment lang sprachlos an. Dennoch würde sie wahrscheinlich nichts auf dieser Welt bekehren können, diesen rothaarigen Kerl auch nur ansatzweise sympathisch zu finden.

„Ich erwarte, dass wir uns im Finale des Wintercups sehen“, sagte Ritsuka plötzlich. Wieder war da dieser herausfordernde Gesichtsausdruck. „Das Spiel gegen euch hat uns nämlich großen Spaß gemacht und wir wollen euch noch einmal besiegen, wenn ihr in Höchstleistung seid.“

„Unterschätz uns nicht“, erwiderte Tsubaki.

„Machen wir schon nicht. Also, man sieht sich!“, winkte sie ihr kurz nach, bevor sie sich weiter  zum Block der Rakuzan-High begab.

Kurze Zeit später, wurde auch schon das Spiel angepfiffen.

***

Während des Spiels sah Tsubaki immer mal wieder hinunter zu Atsushi, der sich noch mehr Snacks mitgenommen hatte, als sonst. Offenbar machte es ihm schon zu schaffen, dass er nicht mitspielen durfte, auch wenn er das wahrscheinlich nie zugegeben hätte.

Die Yosen schlug sich wirklich nicht schlecht, denn die Rakuzan Spieler hatten so ihre Probleme damit, die riesigen Spieler zu blocken. Beide Center, sowohl Okamura als auch Nebuya lieferten sich einen ganz persönlichen kleinen Kampf, den niemand verlieren wollte.

„So barbarisch“, seufzte Mibuchi und sah zu Himuro, der ihn gerade blockte. „Aber zumindest gibt es in eurem Team einen Lichtblick“, strahlte er ihn an.

Himuro sah irritiert drein.

„Du bist genau mein Typ, Tatsuya.“

Augenblicklich breitete sich eine Gänsehaut über Himuros Körper aus. Er wurde unaufmerksam, sodass Mibuchi den Ball bekam und problemlos an ihn vorbeidribbelte.


Tsubaki fragte sich, was der schwarzhaarige Rakuzanspieler gesagt hatte, dass es Himuro dermaßen aus der Bahn warf. Es brauchte einen Moment, bis er sich wieder einkriegte und schaffte es bald, Mibuchis Sprüche gekonnt abzuwehren.

Ja, die Yosen-Spieler waren zwar groß, doch die Rakuzan Spieler waren flink und etwas besser, was die Technik anging.

Vor allem Kensuke hatte seine Probleme damit, Hayama in Schach zu halten.

Tsubaki und die anderen Mitglieder ihres Teams feuerten ihre Mannschaft lautstark an, doch am Ende half alles nichts und die Yosen High verlor. Es war nur ein schwacher Trost, dass der Punkteunterschied nicht allzu groß war. Dennoch konnte Tsubaki nachvollziehen, wie sich Araki-Sensei gerade fühlte.

Da half es auch nichts, dass die Yosen, sich in einem anschließenden Match den dritten Platz in der Interhigh sicherte.

Etwas deprimiert traten sie gemeinsam den Rückweg an.

Atsushi sagte nichts, doch Tsubaki spürte, dass es ihm ebenfalls zu schaffen machte.


„Lasst die Köpfe nicht hängen!“, ordnete Araki plötzlich mit lauter Stimme an und schreckte alle aus ihren Gedanken auf. Sie sah jedem einzelnen ins Gesicht. „Ihr habt heute ein gutes Spiel geliefert, für das ihr euch nicht schämen müsst. Außerdem hat Murasakibara nicht mitgespielt. Wenn er erstmal auf dem Feld ist, hat das alles eine ganz andere Dynamik“, sprach sie weiter. „Wir sind für den Wintercup qualifiziert und das ist das Einzige was zählt.“

Tsubaki beobachtete Araki-Sensei bei ihrer Ansprache. Sie wirkte so selbstbewusst, so stark. Ja, wenn jemand Tsubakis Vorbild war, dann war es sie.

„Um nochmal das Beste vor dem Wintercup aus euch herauszuholen, werden wir bald ein Trainingscamp abhalten. Und zwar im Dojo“, erklärte sie. Prompt wurden Okamura, Kensuke und Liu bleich um die Nase. Sie als Senpais schienen zu wissen, was sie erwarten würde, während die anderen keine Ahnung hatten.

„Was meinst du, Tsubaki? Ihr solltet auch mitmachen, da ihr euch erst für den Wintercup qualifizieren müsst, nicht wahr? Da wird etwas Zusatztraining nicht schaden“, lächelte Araki.

Tsubaki sah, wie die Senpais der Jungs-Mannschaft mit Gesten zu verdeutlichen versuchten, bloß nicht zuzusagen. Doch Tsubaki sah das anders. Wenn sie die besten in der Nordregion sein wollten, wäre Araki-Senseis Training sicher genau das Richtige. Außerdem konnte sie selbst dadurch sicher einiges lernen.

Deswegen dachte sie auch gar nicht großartig darüber nach, als sie bei dem Angebot zusagte.
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