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Ganz verschieden gleich

von Arionell
GeschichteHumor, Freundschaft / P16
Himuro Tatsuya Murasakibara Atsushi OC (Own Character)
23.06.2014
03.01.2016
50
102.166
48
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23.06.2014 1.432
 
Als Tsubaki an diesem Morgen wach wurde, hätte sie nicht gedacht, dass sich dieser Tag so gänzlich von den anderen unterscheiden würde. Alles begann damit, dass sie eine Viertelstunde verschlief, da sie nach dem Klingeln des Weckers noch einmal kurz die Augen schloss und ins Reich der Träume verfiel. Als ihr das klar wurde, nachdem sie wieder wach war, hieß es, sich schnell fertig  und sich dann sofort auf den Weg zu machen.

Normalerweise war sie niemand, der so einfach verschlief. Es lag wohl daran, dass sie gestern noch zu lange über den Abend mit Arisa nachgedacht hatte. Allerdings wollte sie die Schuld weder auf Arisa, noch auf ihren Wecker verschieben. Hastig eilte sie ins Gebäude, nur um ein paar Meter weiter in jemanden hineinzulaufen.

Sie war sich im ersten Moment nicht sicher, ob sie gegen einen Menschen oder gegen eine Betonwand gelaufen war und hielt sich die Nase. „Mist!“ hörte man sie murmeln. Sie sah hoch und ihr erste Gedanke war der, dass sie sich fragte, ob das überhaupt ein Mensch war? Jedenfalls war er verdammt riesig! Mit ihren 1,60m war er für sie der größte Mensch, dem sie je begegnet war.

Aber was Tsubaki wirklich einen Schauer über den Rücken jagte, war sein Blick. Ein wütendes Funkeln in seinen Augen, das ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. Wo bist du da nur wieder hineingeraten? Sie sah ihn einfach nur aus großen, ängstlichen Augen an. Wie eine Beute, die das Raubtier anstarrt. „Es tut mir Leid!“, rief Tsubaki in einer schrilleren Tonlage als beabsichtigt und neigte ihren Blick, um seinem nicht mehr standhalten zu müssen.

„Mein...Maiubo“, hörte sie den Riesen in einem seltsam gelangweilten Tonfall sagen. Tsubaki stutzte und blinzelte ein paar mal. Was ist ein Maiubo? Plötzlich bemerkte sie, wie auf etwas trat und schaute unter ihrem Schuh nach. War das dieses Maiubo? Also eine Süßigkeit? „Es tut mir wirklich Leid“, wiederholte sie und seufzte. „Ich werde es dir ersetzen.“

Sie richtete ihren Blick wieder auf und eine seltsame Aura schien von ihm auszugehen. „Atsushi? Was machst du da?“, hörte sie plötzlich eine schwarzhaarigen Jungen fragen, der näher kam. Der Name dieses Kerls war also Atsushi. Tsubaki musterte seine violetten Haare, da sie so auffällig waren. „....Maiubo....“, war alles, was der Schwarzhaarige als Antwort bekam.

Dieser musterte Tsubaki und sein Blick wanderte auf den Boden, auf dem sich das zertretene Maiubo befand. „Ich verstehe...aber lass gut sein, das kleine Mädchen wirkt schon ganz eingeschüchtert.“

Tsubaki atmete erleichtert aus, da sie die Präsenz des Schwarzhaarigen beruhigte, zumindest war sie nicht mehr mit diesem Riesen allein. Allerdings rechnete sie nicht, mit seinen nächsten Worten.

„Ja, sie ist so klein...ich hätte Lust, sie zu zerquetschen...“

Tsubaki hielt die Luft an, als sich die große Hand ihrem Kopf näherte. Aber das konnte sie sich doch nicht gefallen lassen! Sie konnte doch nicht immer still bleiben, während ihr Gegenüber tat, wie ihm beliebt. Mit beiden Händen umfasste sie seine Hand und hielt sie auf Abstand.

„Ich habe mich doch entschuldigt. Und ich habe dir gesagt, dass ich es dir ersetzen werde. Du musst dich deshalb doch nicht wie ein Kind verhalten.“ Sie sah, wie Atsushi stutzte, während der Schwarzhaarige in lautes Gelächter ausbrach. „Und jetzt muss ich in meine Klasse also...“

Tsubaki wollte schon los und bahnte sich ihren Weg. „Warte...“, hörte sie die gelangweilte Stimme sagen und plötzlich umfasste er ihr Handgelenk, sodass sie keinen Schritt weiter gehen konnte.

„Was ist denn noch?“

Tsubaki wurde es langsam aber sicher zu viel. „In welcher Klasse bist du?“ erkundigte er sich immer noch in gelangweiltem Tonfall. Schon wieder bekam sie leichte Panik.

Was wollte er jetzt? Sie aufsuchen und dann an ihr rächen? Jedenfalls musste sie das jetzt hinter sich bringen, oder sie kam wirklich zu spät. „1-B“, murmelte sie, während sie mit aller Kraft versuchte, sich aus seinem eisernen Griff zu befreien. In seinen Augen war kurz eine Spur von Verwunderung zu sehen, zumindest so weit Tsubaki das beurteilen konnte.

Sie atmete erleichtert auf, als er seinen Griff lockerte und sie sich befreien konnte. Hastig machte sie sich auf den Weg in die Klasse. Nachdem Tsubaki den Klassenraum betrat, sah sie Arisa, die alleine auf ihrem Platz saß. Sie blinzelte Tsubaki, die immer noch etwas durcheinander war, verwundert an. „Ist nicht wahr, du bist aber spät dran heute.“

„Hab etwas verschlafen“, antwortete Tsubaki und warf sich auf ihren Platz. Sie saß auf dem Sitzplatz in der zweiten Reihe von hinten, ganz außen und neben dem Fenster. Sie atmete tief durch und versuchte sich in Gedanken auf den Unterricht vorzubereiten.

Ihr Blick wanderte nach draußen und sie stützte ihren Kopf mit der Hand ab,als plötzlich jemand seitlich an ihr vorbeihuschte und sie aus ihren Gedanken gerissen wurde.Fassungslos sah sie hinter sich und erblickte den lilahaarigen Riesen von vorhin, der nun ein weiteres Maiubo in seinem Mund hatte. „Hmnn?“ gab er von sich und erwiderte ihren Blick.

„Du?“, entfuhr es ihr. „Was machst du hier?“
„Eh?“, hörte sie ihn murmeln und dann um sich sehen.
„Ja, also?“, fragte sie etwas ungeduldig. Normalerweise war sie eine eher ruhige und stille Person, aber dieser Typ hier schien sie auf die Palme zu bringen.

„Ich weiß nicht“, hörte sie ihn antworten. Was war mit diesem Kerl nur los?
„Wir gehen einfach in dieselbe Klasse, das ist alles. Wir waren allerdings noch im Trainingscamp, deswegen nehmen wir erst ab heute am regulären Unterricht teil“, hörte sie den Schwarzhaarigen sagen..

„Ach so...“, antwortete Tsubaki und seufzte schwer. Der Schwarzhaarige schmunzelte, während der andere weiterhin seine Snacks aß.

„Himuro Tatsuya, nett dich kennen zu lernen."
Sie sah auf seine Hand, die er ihr entgegenstreckte. Zunächst stutzte sie, entschied sich dann aber doch dafür, sie zu schütteln, da es sonst unhöflich wäre. Sie war es gar nicht gewohnt, dass jemand so auf sie zuging. „Ich bin Tsubaki Ninohara...“

„Also, Tsubaki, ich wollte mich für meinen Freund hier entschuldigen, dass er dich vorhin so eingeschüchtert hatte. Du musst verstehen, dass das eben sein Charakter ist, er ist verrückt nach Süßigkeiten wenn nicht gar besessen, deshalb hat er so reagiert.“

Tsubaki nickte langsam, obwohl sie das alles doch nicht so richtig zu verstehen schien. Himuro setzte sich vor sie, während Atsuhi immer noch hinter ihr saß. Sie spürte, wie er sie anstarrte und drehte sich hastig um. „Bitte...kannst du das lassen, mich anzustarren?“

„Ha? Nur wenn du mir mein Maiubo ersetzt...“

Tsubaki stutzte abermals, so ein Kerl war ihr noch nie untergekommen, im ganzen Leben nicht. Mobbing war eine Sache und damit konnte sie mittlerweile umgehen aber zu diesem Typen fiel ihr nichts mehr ein. Es schien tatsächlich so, als ob er es ernst meinte, er wollte sie nicht ärgern, es ging ihm um diesen Süßkram.

Tsubakis Blick wanderte durch die Klasse und erst jetzt bemerkte sie, wie die anderen Mädchen ihr seltsame Blicke zuwarfen. Es waren nicht die Blicke von sonst, sie waren regelrecht...verwundert und abgeschreckt zugleich, anders konnte man es nicht beschreiben.

Außer Arisa, sie grinste in sich hinein und zwinkerte Tsubaki zu. Sie verstand die Welt nicht mehr. Gerade als sie dazu ansetzte, ihm zu antworten, betrat der Lehrer die Klasse und die Schüler begrüßten ihn, zumindest alle, außer Atsushi.

Der Rest des Tages verlief relativ unspektakulär, wenigstens wurde sie in der Pause nicht von diesem Riesen aufgesucht. Von Arisa hatte sie erfahren, dass er aus der „Generation der Wunder“ stammte, ein Handvoll Basketballspieler, die sich in ihrer Mittelschulzeit einen Namen gemacht hatten.

Anschließend hatte Arisa sich beschwert, dass dem Mädchen-Basketballteam, das sie und die anderen Mitglieder ihrer AG auf die Beine gestellt und dieses Jahr offiziell durchgesetzt hatten, nicht die gleiche Anerkennung wie dem Jungsteam entgegengebracht wurde.

Aber sie würde dafür kämpfen, dass auch für sie ein Tunier organisiert werden würde, denn auch in den anderen Schulen Japans gab es immer mehr Mädchen, die von dem Sport begeistert wurden und eine Mädchen-Basketball-AG an ihren Schulen errichteten.

Tsubaki nickte nur, obwohl sie das alles nicht wirklich interessierte. Arisa musste sich schon etwas einfallen lassen, um sie für Sport zu begeistern, auch wenn Tsubaki ihr zugesagt hatte, sich beim nächsten Mal ihre AG anzusehen.

Überraschenderweise fiel die Koch AG heute aus, das erfuhr Tsubaki allerdings erst, als sie vor dem Raum stand und von ihrer Senpai nachhause geschickt wurde. Dann würde sie heute eben früher nachhause kommen.

Noch ganz in Gedanken daran versunken, was sie auf dem Rückweg noch fürs Abendessen einkaufen musste, ging sie den Flur entlang. Plötzlich nahm sie eine Person wahr, die an der Wand lehnte und Tsubaki schien instinktiv zu wissen, wer es war.
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