Why must I be a teenager in love?

von - Leela -
KurzgeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P6
21.06.2014
21.06.2014
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Diese Geschichte ist mein Beitrag zum Wettbewerb »Der Verlust« von Thorinstochter.

Notiz: Ja, der Titel ist inspiriert durch den gleichnamigen Song von Dion & The Belmonts. ^^
Hinweis: Ich richte mich nach der alten Rechtschreibung.

Ich wünsche eine angenehme Zeit beim Lesen! ^^


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Why must I be a teenager in love?


Bert klopfte noch einmal an die Tür zu Ralphs Zimmer. „Ralph?“ Er drehte sich zu Cedric um und schüttelte leicht den Kopf. Seit die beiden Freunde bei ihrem Waschbärkameraden angekommen waren, versuchten sie erfolglos, irgendeine Reaktion herauszufordern.
      Ralphs Mutter hatte sie bei ihrer Ankunft bereits resigniert begrüßt und ihnen die Lage erklärt. Ralph hatte sich schon seit Tagen in seinem Zimmer eingeschlossen und niemanden an sich rangelassen.
      „Es ist wegen Melissa, oder?“ hatte Bert gefragt.
      Misses Raccoon hatte genickt. „Es hat ihn schwer getroffen, daß Melissa gehen mußte. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.“ hatte sie verzagt erzählt, und hoffnungsvoll angefügt: „Vielleicht erreicht ihr Jungs ja etwas.“
      Bert und Cedric hatten einen Blick gewechselt und waren besorgt die Stufen zum zweiten Obergeschoß hinaufgegangen, wo Ralphs Zimmer in der Baumstammwohnung lag. Und nun standen sie hier, und waren langsam am Ende ihres Lateins.
      „Wir müssen etwas unternehmen!“ beschloß Bert.
      „Ja, nur was? Er reagiert nicht auf Klopfen, auf Rufen… Eigentlich reagiert er gar nicht. Und wenn er die Tür nicht aufschließt… Wir können sie ja nicht aus den Angeln heben!“ gab Cedric hilflos zu bedenken.
      Bert legte nachdenklichen einen Finger an die Schnauze. „Das nehmen wir als allerletzte Option, wenn gar nichts mehr zieht. Aber irgend etwas müssen wir tun! Wir können ihn doch nicht einfach so seinem Schicksal überlassen!“
      Der Raccoon und der Aardvark sahen sich nachdenklich an. In die angrenzende Stille hinein konnte man leises Schluchzen aus dem Zimmer vernehmen. Die beiden Freunde starrten betroffen in die Leere.
      Plötzlich gab Bert Cedric einen Wink. „Komm, ich habe eine Idee!“

Ralph hatte sich schon vor Stunden auf sein Bett geschmissen, das Gesicht in den Kissen vergraben und schluchzte sich die Seele aus dem Leib. Warum hatte das passieren müssen? Warum hatte das Schicksal ihm ausgerechnet seine beste Freundin weggenommen?
      Er war sich nicht sicher, ob Melissa wußte, wieviel er für sie empfand. Er hatte sich nie getraut, es ihr zu sagen. Und nun lag er da mit seinem Talent, und das Mädchen, das er liebte, war meilenweit entfernt.
      Sie waren schon im Spielkreis gute Freunde gewesen. Er erinnerte sich noch gut daran, wie das kleine lebensfrohe Raccoon-Mädchen auf den schüchternen kleinen Jungen zugegangen war und ihn zum Spielen aufgefordert hatte. Sie hatte gar keine Kompromisse gemacht und ihn mit ihrer fröhlichen, unkomplizierten Art aus der Reserve gelockt. Sie war die einzige gewesen, die es geschafft hatte, wahrscheinlich, weil er sie dort schon so gemocht hatte. Er erinnerte sich sogar noch, daß sie ihn dazu gebracht hatte, an den Gruppenspielen teilzunehmen, auch wenn er sich von den vielen anderen Kindern überfordert sah; doch sie hatte es geschafft, nur weil er in ihrer Nähe sein und sie nicht enttäuschen wollte. Einmal, das war ganz zu Anfang gewesen, hatte er sich doch nicht getraut, doch sie hatte nicht locker gelassen, ihn zu den anderen Kindern gezogen und erklärt, daß sie nicht bei dem Spiel mitmachen würde, wenn er es nicht auch tat. Und sie hatten so viel Spaß zusammen gehabt.
      Er wußte bis heute nicht, was sie damals so an ihm fasziniert hatte. Er war nichts Besonderes, im Gegenteil, er hatte ihr nicht mal irgend etwas zu bieten gehabt. Er war nur ein ruhiges, schüchternes Kind gewesen, das die meiste Zeit von den anderen Kindern übersehen worden war – und auch weiterhin nicht beachtet worden wäre, wenn sie nicht gewesen wäre. Und doch mußte er irgend etwas an sich gehabt haben, daß sie immer wieder etwas mit ihm zusammen hatte machen wollen. Er hatte selbst davor eine Heidenangst gehabt. Er konnte bis heute nicht verstehen, warum das süße Raccoon-Mädchen sich ausgerechnet ihn ausgesucht hatte, um ihr bester Freund zu sein, wo so viele andere Kinder dagewesen waren, die viel offener, lustiger und abenteurerischer gewesen waren als er, und somit viel besser zu ihr gepaßt hätten. Und doch hatten sie immer viel Spaß gehabt, wenn sie Burgen aus Bauklotzen gebaut, oder die Holzeisenbahn aufgebaut hatten. Er erinnerte sich noch gut daran, als wäre es erst gestern gewesen, wie sehr er sich zu dem Mädchen hingezogen gefühlt hatte. Bei ihr hatte er sich immer wohl gefühlt.
      Das hatte sich auch nicht geändert, als sie zur Schule gekommen waren, mit Bert, Cedric und den anderen Kindern. Er erinnerte sich noch an ihren ersten Schultag, an dem alle Kinder etwas verängstigt gewesen waren, weil sie nicht wußten, was auf sie zukam. Doch seine beste Freundin war an seiner Seite gewesen, und das hatte ihm Mut gemacht. Zwölf ganze Schuljahre hatten sie zusammen verbracht, hatten zusammen Hausaufgaben gemacht, sich zum Spielen verabredet und mehr Zeit miteinander verbracht, als mit allen anderen Kindern zusammen. Und es hatte nicht lange gedauert, bis seine Eltern herausgefunden hatten, daß die einzige Strafe, die bei ihm wirklich zog, das Verbot war, sich mit ihr zu treffen. Sie hatten es nur einmal angewendet, als er zu sehr über die Strenge geschlagen hatte. Das hatte so gewirkt, daß sie es danach nur noch anzudrohen brauchten. Nie hätte er es gewagt, ein zweites Mal sein Glück aufs Spiel zu setzen.
      Sie hatten sich fast täglich nach der Schule getroffen und irgend etwas zusammen unternommen – mal zusammen mit Bert und Cedric oder mit anderen Kindern, mal allein. Und an den Tagen, an denen sie sich nicht hatten sehen können, war er so ruhelos gewesen, daß er sein ganzes Umfeld kirre gemacht hatte. Am schlimmsten war es gewesen, als Melissas Familie eine ganze Woche in den Ferien weggefahren war, um Urlaub zu machen. Ralphs Mutter war fast verrückt geworden, weil mit ihm nichts anzufangen gewesen war. Er hatte die ganze Zeit nur rumgejammert und die Tage runtergezählt, bis Melissa endlich wieder zurück war. Selbst Misses Raccoon hatte drei Kreuze gemacht, als das Mädchen aus dem Urlaub zurück war.
      Als sich das Jahr darauf seine Familie dazu entschlossen hatte, für eine Woche in den Urlaub zu fahren, hatte Misses Raccoon vorgesorgt und Melissa gefragt, ob sie Lust hatte, mitzukommen. Das Mädchen hatte mit leuchtenden Augen zugestimmt, und glücklicherweise hatten ihre Eltern auch nichts dagegen gehabt. Das waren die schönsten Ferien aller Zeiten gewesen!
      Es verging kaum kein Tag, an dem sie sich nicht sahen und irgend etwas zusammen unternahmen. Und aus der kindlichen Zuneigung wuchs seine Liebe zu ihr immer mehr. Erinnerungsbilder huschten durch seine Gedanken und ließen ihn noch heftiger schluchzen. Mit den Jahren hatten sich die Themen verändert, aber die Freundschaft war dieselbe geblieben, und immer tiefer geworden – so wie seine Gefühle für sie. Von Sandkastenspielen über Comics bis zu Discobesuchen, das Zentrum seines Herzens war immer sie gewesen. Und dann ging es auf das Ende der Schule zu, und die Kinder, die nun junge Erwachsene waren, mußten sich überlegen, was sie mit ihrem weiteren Leben anfangen wollten.
      Es schien ihm noch gar nicht so lange her, daß sie sich über Berufswünsche unterhalten hatten. Ernsthafte Berufswünsche – nicht diese kindlichen Spinnereien. Er wollte schon immer ein erfolgreicher Zeitungsredakteur werden und träumte von einem Journalistik-Studium, und sie interessierte sich für Photographie und Archäologie. Wie hatte er sich für sie gefreut, als sie ihm erzählt hatte, daß sie nach dem Abschluß der Schule ein Stipendium für eine Hochschule bekommen hatte, die sich genau auf diese Fachbereiche spezialisiert hatte, und daß sie dort ein intensives Studium machen konnte, bei dem sie beide Interessen miteinander verbinden konnte. Sie hatte es ihm ein bißchen wehmütig erzählt, denn das bedeutete, daß sie sich eine lange Zeit nicht würden sehen können. Nachdem er den ersten Schock überwunden hatte, hatte er schwer geschluckt und sie dazu ermuntert, diese Gelegenheit zu ergreifen. Er hatte gewußt, er würde daran zugrunde gehen, wenn sie ging, hatte seine Gefühle aber geschickt verborgen. Ihr Glück war ihm wichtiger, und er wußte, er würde es sich nie verzeihen, wenn er ihr diese Chance zunichte machte. Lieber ging er durch die Hölle, als daß er sie traurig sah.
      Vor ein paar Tagen war sie gefahren. Sie hatte sich noch von ihm verabschieden wollen – seine Mutter hatte es ihm ausgerichtet, denn er war nicht daheim gewesen. Selbst wenn es ihm das Herz brach, sie vorher nicht noch einmal zu sehen, er wußte genau, er hätte es nicht durchgestanden, und ihr den Abschied noch schwerer gemacht. Er war sich sicher, er hätte in dem Moment des Abschieds den Zusammenbruch nicht mehr verhindern können – das hatte er ihr nicht antun können. Deswegen war er raus in die Wälder gegangen, ziellos, irgendwohin, ohne die wunderschöne, harmonische Atmosphäre des immergrünen Waldes überhaupt aufnehmen zu können. Wie er es geschafft hatte, nicht dort schon in Tränen auszubrechen, war ihm schleierhaft. Doch er hatte es geschafft, bis er völlig mit sich und der Welt am Ende nach Hause zurückgekehrt war – Stunden nachdem Melissa gegangen war, für eine lange Zeit.
      Seitdem lag er hier in seinem Zimmer, verweigerte jegliche Kontakte und aß kaum etwas. In Gedanken war er nur bei ihr, alles erinnerte ihn an sie, selbst dieses Bett, auf dem sie so manche Stunde beim Lernen, Spielen oder Kabbeln verbracht hatten… Alles mögliche hatten sie hier gemacht, zu den verschiedensten Dingen hatten sie sein Bett gebraucht, doch nie zum Küssen, obwohl er es so gerne getan hätte. Sie war seine erste, seine einzige große Liebe, und das würde sie immer bleiben. – Und nun war sie fort…
      Ralphs Finger verkrampften sich schmerzhaft um den Kissenbezug, während bitteres Schluchzen seinen Körper schüttelte.

Ein metallisches Geräusch erklang dumpf, dann war ein Ächzen zu vernehmen, als Bert sich an dem Seil nach oben zog, dessen Ende an einem Haken befestigt war, der sich nun an der Fensterbank im zweiten Stockwerk der Wohnung in dem Baumstamm verhakte, dort wo Ralphs Zimmer lag. Oben angekommen gab Cedric ihm ein Zeichen, daß er den Korb, den er zwischenzeitlich an dem Seil festgebunden hatte, jetzt hochziehen konnte, und anschließend folgte ihm der Aardvark bis auf das Fensterbrett.
      Durch das Fenster konnten sie Ralph desolat in Tränen aufgelöst auf dem Bett liegen sehen. Die beiden Freunde wechselten einen beklommenen Blick. In Berts Augen flammte ein entschlossener Ausdruck auf. Es wurde Zeit zu handeln!
      Gemeinsam sahen sich die Freunde die Lage an. Das Fenster war verschlossen, doch Bert hatte den Mechanismus schnell durchschaut. Er nahm die Visitenkarte des Versicherungsvertreters, die er schnell vom Wohnzimmertisch seiner Eltern gefischt hatte, und schob sie in den Spalt zwischen den Fensterflügeln. Einen Augenblick später hatte er den Riegel aus der Halterung geschoben.
      Vorsichtig, um nicht herunterzufallen, zogen Bert und Cedric die Fenster auf und kletterten hinein.
      Ralph hatte von der ganzen Aktion nicht einmal etwas mitbekommen, lag in sein Kissen verkrampft da, und übertönte mit seinem Schluchzen auch die Schritte der Freunde, bis sie direkt bei ihm am Bett standen.
      Bert und Cedric tauschten einen mitgenommenen Blick, dann rüttelte Bert vorsichtig an Ralphs Schulter, um auf sich aufmerksam zu machen. „Ralph…“
      Die Aktion half schließlich! Der Waschbär fuhr in einem jähen Schock hoch, so daß selbst Bert erschrocken zur Seite sprang. Geschockt die Arme um den Körper geschlagen sah er seine Freunde keuchend an, seine Augen gerötet und das Fell um seine Nase feucht vom Weinen. „Ihr seid’s nur. Wie seid ihr hier… reingekommen…?“
      Bert sah sich lediglich zum Fenster um, und Ralph verstand. „Du glaubst doch wohl nicht, daß wir dich einfach dir selbst überlassen, wenn du Kummer hast!“ bestimmte Bert und ließ sich von Cedric den Korb geben. „Hier ist alles drin, was wir für einen »Besten-Freund-Aufbau-Abend« brauchen: Eiscreme, Schokoladensauce, Erdnußbutter,…“
      „Ja!“ Cedric setzte sich auf das Bett und legte kameradschaftlich den Arm um Ralph. „Wir haben auch Comics mit. Und wir haben eine Menge Zeit!“
      Ralph konnte nicht anders, als unter Tränen zu lächeln. „Danke, Freunde.“ Dann brach er erneut in Tränen aus.
      Cedric, der noch immer seinen Arm um den Waschbären gelegt hatte, stellte seinem Freund schon fast automatisch seine Schulter zur Verfügung, ohne ein Wort zu sagen und versuchte mit ein paar sanften Gesten, ihn zu trösten und einfach für ihn da zu sein.
      Bert setzte sich zu Ralphs anderer Seite auf das Bett und legte beruhigend eine Hand auf den Rücken des unglücklichen Raccoons. „Sie kommt doch wieder, Ralph.“
      „Aber das dauert noch so lange.“ schluchzte sein Freund. „Und wer weiß, was bis dahin ist? Vier Jahre…“
      „Ach, das stehst du schon durch. Die Zeit wird schneller vergehen als du jetzt denkst!“ behauptete Bert.
      „Und was ist, wenn sie mich bis dahin vergessen hat?“ hauchte Ralph.
      „Melissa? Dich vergessen?“ Bert lachte unwillkürlich auf.
      Selbst Cedric mußte schmunzeln. „Ihr seid doch immer unzertrennlich gewesen! Wie könnte sie dich je vergessen?“
      „Aber sie wird jetzt in die große, weite Welt hinausgehen. Vier Jahre ein Auslandsstudium in den verschiedensten Teilen der Welt.“ Ralph atmete stockend durch. „New York, Frankreich, Japan, Australien… Sie ist weltoffen, klug, charmant, attraktiv, liebenswert, begehrenswert… Sie hätte die freie Auswahl. Vielleicht…“ Der nächste Satz endete wieder in Tränen. „Vielleicht kommt sie nicht einmal mehr zurück…“
      Bert und Cedric sahen sich über ihren totunglücklichen Freund hinweg ratlos an. Was sollten sie dazu sagen? Niemand konnte wissen, was die Zukunft brachte, auch sie nicht.
      Ralph sah, noch immer den Kopf trostsuchend an Cedrics Schulter gelehnt, verzweifelt in die Leere und brachte kraftlos hervor: „Was ist, wenn ich sie nie wieder sehe?“
      „Jetzt mach doch nicht die Pferde scheu!“ winkte Bert ab und versuchte, so zuversichtlich wie möglich zu wirken. „So weit sind wir ja noch gar nicht!“
      „Das war nicht sehr diplomatisch, Bert!“ meinte Cedric, als Ralphs Tränen erneut zu fließen begannen.
      „Oh, entschuldige, das tut mir leid.“ erwiderte Bert betroffen und sah schuldbewußt vor sich auf den Boden. „Aber ich glaube nicht, daß sie nicht zurückkommt. Dafür schlägt ihr Herz doch viel zu sehr für ihr Zuhause, und für dich, Ralphi!“
      „Aber wissen können wir es nicht.“ brachte Ralph in seinem Seelenchaos hervor. „Wenn sie erst mal die große weite Welt gesehen hat… Was will sie dann noch hier?“
      „Ich glaube, du unterschätzt sie.“ meinte Cedric beruhigend. „Sie hängt doch genauso an dir, wie du an ihr.“
      Berts Blick ruhte wieder auf Ralph, und er wußte, mit dem, was er jetzt sagte, konnte er seinem Freund keinen Seelenfrieden spenden, doch es war das einzige, das ihm einfiel, was er ihm definitiv mit an die Hand geben konnte. „Und wenn es so kommen sollte, Kumpel, dann sind wir hier und jederzeit für dich da. Verlaß dich drauf, egal was passiert, wir stehen es gemeinsam durch.“
      Cedric nickte zustimmend.
      Ralphs Blick ging ins Leere, doch er konnte nicht anders, als die Bemühungen seiner Freunde mit einem Lächeln zu quittieren. „Danke. Ihr seid großartig!“
      „Das will ich meinen!“ kommentierte Bert. Der Raccoon mit der gebogenen Nase nahm den Korb. „So, jetzt ist es aber erst mal Zeit hierfür, sonst schmilzt uns das Eis noch weg!“
      Wie auf Stichwort setzten sich die drei Freunde gemütlich auf Ralphs Bett zusammen, und Bert holte die Becher aus der Kühltasche. Cedric verteilte die Löffel, und wenig später bekämpfte Ralph seinen Kummer mit Eis und Comics, und nicht zuletzt mit seinen besten Freunden. Und hin und wieder konnte er sogar lachen, dafür sorgten Bert und Cedric schon.

Als Bert und Cedric an diesem Abend gingen, verließen sie das Raccoonhaus mit dem guten Gefühl, daß es ihrem Freund ein wenig besser ging.
      Bevor sie das Zimmer ganz verließen, sah Bert sich noch einmal um. Ralph lag auf seinem Bett und sah gedankenverloren an die Zimmerdecke. Bert wußte, daß in der Nacht die Tränen zurückkehren würden. Er wußte, es würde nicht vorbei sein, bis Melissa wiederkam, und genauso wußte er, daß Ralph seinen Schmerz ganz allein würde bewältigen müssen. Aber für ein paar Stunden hatten sie es ihm ein bißchen leichter gemacht. Er atmete ruhig durch und zog sachte die Tür ins Schloß.



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