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Spiel, Satz, Sieg!

von Schnidde
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Deidara Itachi Uchiha Kisame Hoshigaki Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
21.06.2014
08.11.2014
9
31.583
2
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
21.06.2014 4.014
 
Hola, meine lieben Liebenden!
Ich freu mich sehr, dass ich innerhalb von nicht mal einem Tag schon mehr als 100 Klicks bekommen habe, vielen Dank! Zwar seid ihr wohl keine Review-Schreiber, aber damit muss ich wohl leben können D;!

Übrigens dürft ihr euch auf den kommenden Lemon in Kapitel drei freuen, er ist lang und besonders... zitronig! :-D
Und wer weiß? Sollte es jemand übers Herz bringen, mir einen Kommentar dazulassen, könnte er ja vielleicht meine Upload-Geschwindigkeit ankurbeln und es gäbe den Lemon schon morgen zu lesen! Wer weiß, wer weiß!

Nichtsdestotrotz - Los gehts!
Liebe Grüße von der Schnidde!


Kapitel 2



„WIE BITTE?!“, der Uchiha schmiss seinen Tennisschläger auf den Boden, “WAS HAST DU GERADE GESAGT?!“

Das durfte ja wohl nicht wahr sein?! Dieser törichte Balljunge legte sich mit IHM an?!
Wusste der Typ nicht, wer ER war?!

Mit schnellem Schritt ging er auf den Blonden zu und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige.
Wutentbrannt schnaufte und zitterte Sasuke. Dieser Kerl verdiente mehr als nur eine Ohrfeige!
Viel mehr als das! Sasuke würde persönlich dafür sorgen, dass dieser… dieser Mistkerl nie wieder irgendwo in Rosewood eine Chance hätte!
NIE WIEDER!

Der blonde - und absolut unfähige! - Balljunge bewegte den Kiefer angespannt und richtete seine böse funkelnden Augen auf den Uchiha.
Auch Sasukes Blick verfinsterte sich noch mehr.
„Geht’s denn noch?“, fragte der Blonde und fixierte Sasuke.
„Wollte ich dich auch grad fragen, du Idiot! Was fällt dir ein, so mit jemandem wie MIR zu reden?!“
Der Balljunge lachte höhnisch auf. DAS war zu viel für Sasukes Stolz! Erst beschimpfte er ihn und zollte ihm keinen Respekt und jetzt lachte er ihn aus?
Erneut holte Sasuke aus und traf mit voller Wucht das Gesicht des Blonden.
Ein ohrenbetäubendes Geräusch, das Musik in Sasukes Ohren war, ertönte.
Der Blonde sah jedoch kein bisschen schockiert aus oder machte Anstalten, sich für sein unglaubliches Verhalten zu entschuldigen.

Das konnte doch nicht sein?!

„Jemand wie du, also? Aha, jemand, der sich über andere stellt, sich für ziemlich geil hält und
dann auch noch schlägt wie ein Mädchen?“, schon wieder schlich sich ein Grinsen auf die Lippen des Blonden.

Sprachlos starrte Sasuke ihn an.
Es dauerte ein paar Sekunden bis er sich wieder gefasst hatte, “W-Was?“
Doch sofort packte ihn wieder sein unbändiger Zorn und seine Wut und er schubste den Balljungen mit voller Wucht gegen den hohen Zaun hinter ihm.
„Du hast schon ganz richtig gehört! Für wen hältst du dich eigentlich?“, der Blonde fixierte ihn wieder.
Sasuke hatte so langsam die Schnauze gestrichen voll!
„Ich bin Sasuke Uchiha!“, presste er zwischen seinen Zähnen hervor.
„Und jetzt? Macht dich das besonders?“, dieser freche Kerl hob spottend eine Augenbraue.
„Natürlich!“, fauchte Sasuke. Er war ein Uchiha und das war definitiv besonders!
„Gibt es dir das Recht, alle so zu behandeln, wie es dir gerade passt?“
Sasuke schubste ihn erneut gegen den Zaun, “Ich wüsste nicht, warum ich jemanden wie dir irgendeine Erklärung schulden würde!“
Doch der Blonde lachte wieder nur.
„War ja klar, dass dir nichts besseres einfällt!“, er hob sein Kinn an und sah den Uchiha abwertend an.

So, als wäre er besser als der Uchiha.
Und es gab niemanden, der besser als er selbst war!

Irgendetwas hakte in Sasukes Kopf auf, seine Sicht wurde verschwommen und er sah rot.
Empört griff er nach den Schultern des anderen und begann ihn wie wild zu schütteln.
Doch sein Gegenüber befreite sich aus dem Griff und holte zu einem Kinnhaken aus und traf Sasuke so hart, dass dieser zurücktaumelte.
Als er sich wieder gefasst hatte, verlor er völlig die Kontrolle.

-

Nachdem Itachi Zuhause angekommen war, war er wortlos an seinen Eltern, die beide vor ihren Notebooks saßen, vorbeigegangen
und hatte sich auf die Couch gelegt und Löcher in die Luft gestarrt.
Es hatte gar keinen Sinn, den beiden irgendetwas zu erklären.
Sie würden ihn enterben - gut, damit konnte Itachi noch leben -, sie würden ihn rauswerfen - nun, Itachi würde schon zurecht kommen -,
und Sasuke würde nie wieder in seinem gesamten Leben auch nur ein Wort mit ihm wechseln wollen.

Und das war das eigentliche Problem.

Im Prinzip war alles, was seine Eltern ihm als Strafe für sein Outing „antuen“ könnten, irgendwie aushaltbar oder überwindbar.
Aber ganz bestimmt nicht die Tatsache, dass sein Bruder ihn hassen würde. Und das würde Sasuke.
Sein kleiner Bruder konnte sich einfach nicht im Zaum halten, war viel zu voreilig und hatte stärkere Emotionen als jeder andere.
Abgesehen davon war er ein Dickkopf, wollte und konnte sich keine Fehler eingestehen und war nicht bereit, seine Meinung zu irgendetwas zu ändern.
Itachi wollte seine Beziehung zu seinem Bruder nicht aufs Spiel setzen und insgeheim wollte er auch nicht ohne seine Eltern sein,
auch, wenn ihn das alles hier krank machte.

Jeden einzelnen Tag dachte er über sein Outing nach.
Oder ob es überhaupt eins geben müsste.
Vielleicht war Itachi ja gar nicht schwul. Vielleicht war er bisexuell? Oder vielleicht eben auch so, wie seine Eltern ihn haben wollten - vielleicht musste er es nur genug wollen oder es sich einreden und es würde endlich funktionieren. Konnte und wollte er überhaupt seine Bedürfnisse hinten an stellen, nur weil andere ihn in eine Richtung biegen wollten?

Plötzlich schwang die Haustür auf und Sasuke schweratmend stand in der Tür, eine riesige Platzwunde über seinem linken Auge.
Das Blut floss über sein Gesicht und tropfte auf den teuren Mahagoni-Holzboden und er verzog keine Miene.
Itachis Augen weiteten sich. Was war passiert?

Während Itachi schon lange auf die Beine gesprungen war, schienen ihre Eltern so vertieft in die Arbeit, dass sie ihren verletzten Sohn gar nicht realisierten.

„Oh Gott… hattest du einen Unfall? Wieso hast du nicht angerufen? Bist du hier hingefahren damit?
Du musst ins Krankenhaus - so geht das nicht! Oh Gott, oh Gott…“, Itachi wusste gar nicht, was er zuerst fragen oder sagen sollte.
Völlig hysterisch packte er seinen Bruder am Handgelenk und setzte ihn auf einen Stuhl.
Dieser sah ihn jedoch nur völlig perplex an, “Itachi?“
Schwarz traf auf Schwarz, “Ja?“
„Was ist in letzter Zeit los mit dir? Du bist total am Abdrehen und benimmst dich wirklich seltsam.“
„Was mit mir los ist? Du bist derjenige, der verletzt ist! Außerdem bildest du dir das alles ein..!“,
Itachi kam immer mehr in Erklärungsnot. Seine Eltern merkten ja nicht viel von seinem anderen Verhalten,
aber Sasuke sah ihn in letzter Zeit immer häufiger fragend an.
Itachi griff nach einem Wattebausch und tränkte ihn in Alkohol, um ihn auf Sasukes Stirn zu drücken,
als dieser seine Hand wegschlug, “Ich brauch deine Hilfe nicht!“
Sasuke erhob sich, schwankte leicht und lief an ihren Eltern, die mittlerweile den Kopf gehoben hatten,
um zu sehen, was vor sich ging, vorbei und die Treppe hinauf.

„Itachi?“, seine Mutter runzelte ihre Stirn, “Was ist hier los?“
Itachi zuckte nur mit den Schultern.
Er befürchtete, dass, wenn er auch nur ein Wort sagen würde, er in Tränen ausbrechen würde und ihm alles herausrutschte,
über das er sich selbst noch nicht ganz klar geworden war.
Fugaku Uchiha, Itachis Vater, sah ihn mit einem durchdringenden Blick an,
“Regel das, Itachi. Ich will nicht, dass es irgendetwas Negatives über uns zu sagen gibt. Falls Sasuke irgendetwas angestellt haben sollte, dann bring das ins Reine.“
Itachi stockte kurz.

Es durfte nichts Negatives über die Uchihas zu sagen geben.
Dann konnte er das mit seinem Outing ja auch abhaken, denn das war in den Augen seiner Eltern sicherlich keine erfreuliche Neuigkeit.
Er sah schon vor sich, wie alle Leute in der Nachbarschaft tuscheln würden und niemand mehr in die Kanzlei seines Vaters kommen würde,
nur weil Itachi die Wahrheit gesagt hatte.
Es gab genug Leute hier, die mehr Leichen im Keller hatten, als Itachi sich vorstellen mochte.
Trotzdem würden sie ihn alle verurteilen.
Seine Familie ganz vorne an.

„Hast du verstanden?“, ertönte es in einem scharfen Ton von dem Familienoberhaupt und Itachi nickte, wand sich ab und folgte Sasuke zu dessen Zimmer.
Itachi schloss die Augen und seufzte, klopfte an die Tür und öffnete sie, ohne auf ein „Herein“ zu warten.
Sasuke würde ihn sicherlich nicht herein bitten.
„Was?!“, kam es zickig von diesem. Na, so eine Überraschung aber auch.
„Woher hast du die Platzwunde?“, erwiderte Itachi kalt. Es reichte ihm langsam. Er war immer so herzlich zu seinem Bruder und lebte ein Leben, das er selbst hasste, nur damit sein Bruder ihn nicht von sich stieß und trotzdem musste er sich immer wieder diesen patzigen Ton anhören.
„Geht dich nichts an.“, Sasuke machte eine abfällige Geste mit der Hand und drehte sich zum Fenster,
“Hast du nichts besseres zutun, als meinen Babysitter zu spielen?“
„Sag mal - Was hab ich dir eigentlich getan?!“, platzte es aus Itachi heraus.
Sasuke drehte sich nicht um und sagte auch nichts.

Ob… ob er es wusste? Ob er von dem letzten Springbreak wusste?

Itachi zitterte vor Wut und Scham gleichzeitig,
„Man kann dir nichts recht machen! Als du klein warst, warst du immer so enttäuscht von Mutter und Vater, wenn dich niemand trösten wollte.
Jedes Mal kamst du zu mir angerannt und wolltest, dass ich dich bemitleide.
So. Zehn Jahre später hast du also genug Mitleid bekommen?
Was willst du jetzt? Meinen Neid? Willst du hören, dass ich so gerne wie du wäre?
Da kannst du wirklich lange drauf warten, Sasuke.“
Itachi war erstaunt darüber, wie gut es tat, einfach zu sagen, was er fühlte.
Das war sonst nicht seine Art, aber momentan sah er sich in einem Ausnahmezustand, in dem alles erlaubt war.

Mit diesen Worten hatte Itachi nun wieder Sasukes volle Aufmerksamkeit.
Drohend hob dieser seinen Zeigefinger und richtete ihn auf seinen Bruder,
„Du weißt gar nichts über mich, Itachi! NICHTS! Tu nicht so, als wärest du für mich da gewesen, weil das warst du nicht!
Du warst nämlich nie da, wenn ich dich gebraucht hab!“
Sasuke trat näher an Itachi heran. Es trennten sie nur noch Millimeter.
„Du denkst, dass du derjenige bist, der hier missverstanden wird? Da hast du dich geirrt, Itachi. Und zwar gewaltig.
Du denkst, dass niemand merkt, wie seltsam du in letzter Zeit bist? Auch da liegst du falsch und weißt du was?
Du denkst außerdem, dass niemand weiß, warum. Drei mal darfst du raten, was ich alles über dich in Erfahrung bringen durfte!“
Itachi entglitten alle Gesichtszüge. Das durfte einfach nicht wahr sein.
„Was sollte das bitte sein, hm?“, er bemühte sich weiterhin kalt und distanziert zu klingen.
Aber das ungute Gefühl, dass seine Stimme schwankte und bebte, verließ ihn nicht.
„Weißt du, manchmal ist es besser, wenn man etwas gegen jemanden in der Hand hat.“,
ein diabolisches Grinsen legte sich auf Sasukes Lippen, “Und ich werde das noch gut gebrauchen können, irgendwann. Und irgendwann ist noch nicht jetzt.“
Die Augen seines Bruders funkelten ihn böse an.

Itachi fehlten die Worte.
Was passierte hier gerade?
Hatte Sasuke ein Schädelhirntrauma erlitten oder gab es eine andere Erklärung für das, was er hier alles sagte?
Als sich Sasuke Richtung Tür bewegte und gehen wollte, packte Itachi ihn an der Schulter und hielt ihn zurück,
„Wie sprichst du eigentlich mit mir?“
„So, wie man mit einer Schwuchtel spricht.“, erwiderte Sasuke und spuckte ihm die Worte förmlich entgegen,
“Und jetzt nimm deine dreckigen Griffel da weg.“

Erstarrt blieb Itachi stehen und ihm wurde abwechselnd heiß und kalt.
„Nein, nein, nein…“, wisperte er leise vor sich hin.
Seine Sicht verschwamm und heiße Tränen liefen über seine Wangen und er musste sich zusammenreißen, um ein verzweifeltes Wimmern zu unterdrücken.
Wenn Sasuke es ihren Eltern sagte, bevor Itachi die Gelegenheit dazu hatte, wäre alles zu einhundert Prozent verloren.
Und ganz offensichtlich lag Itachi mit der Annahme, dass Sasuke fertig mit ihm sein würde,
wenn er herausfände, dass Itachi womöglich schwul sei, goldrichtig.

Itachi atmete tief ein und sah zur Seite und erblickte sein eigenes, elendes Spiegelbild.
„Gut.“, sagte er zu sich selbst, “Dann hast du jetzt ja nichts mehr zu verlieren.“

-

> Zwei Tage später <

Kisame hatte seit zirka zwei Nächten kaum geschlafen und grübelte stundenlang, ob er Nachhause zurückkehren oder es weiter versuchen sollte.
Er hatte sich selbst ein Ultimatum gesetzt: Würde er bis zum Ende des Monats nicht ein Stipendium angeboten bekommen, so würde er Nachhause zurückfahren.
Die Frage war nur, ob man ihn zuhause noch wollte.
Aber darüber wollte Kisame nicht weiter nachdenken, denn es blieben ihm noch 27 Tage, um härter zu trainieren und entdeckt zu werden.
Also verbrachte er - wie bisher auch - jeden Nachmittag auf dem Tennisplatz.

Heute hatte er sich vorgenommen, seine Aufschläge zu perfektionieren.
Es wäre schonmal ein guter Einstieg in ein Spiel, wenn niemand seinen Aufschlag zurückspielen konnte.
Dann wäre er einen Schritt näher am Ziel.
Und momentan war im alles recht, um näher an sein Ziel zu kommen.
Das Telefonat mit seinem Vater hatte alle seine Befürchtungen wahr werden lassen:
Er war eine Enttäuschung durch und durch. Er bekam einfach nichts auf die Reihe.

Dementsprechend gingen alle seine Aufschläge, die er seit einer halben Stunde übte, entweder ins Netz oder ins Aus.
Er seufzte und schloss die Augen.
So konnte das nicht weitergehen.

Er öffnete seine Augen wieder und ließ den Blick wandern.
Niemand von den anderen Spielern hatte Angst um die eigene Zukunft. Nur er bangte um seine.
Sicherlich bekamen alle ihre Zukunft, ihren Collegeplatz und alles andere von ihren Eltern spendiert.
Sie mussten für nicht viel kämpfen.
Sie waren einfach Menschen einer besseren Klasse.
Die Mädchen auf dem gegenüberliegenden Platz trugen teure Klamotten, dass konnte Kisame von hier erkennen.
Er schaute an sich hinab und blickte auf dasselbe verblichene Tshirt und dieselben alten Shorts, die er seit Jahren trug.
Er hatte keine Zeit sich auf Äußerlichkeiten zu konzentrieren, er hatte ein Ziel und eine Aufgabe.
Und es galt diese zu erfüllen - kein „wenn“ und auch kein „aber“.

Er beschloss eine kurze Pause einzulegen und setzte sich auf die zum Platz gehörende Bank.
Erneut ließ er seinen Blick schweifen und erkannte einige Leute aus seiner Schule wieder.
Mit dem Rothaarigen hatte er seinen Mathe-Leistungskurs zusammen und mit dem, der so laut fluchte, als er den Ball nicht traf, hatte er Englisch.

Sein Blick blieb jedoch nur an einem hängen.
Kisame wusste ganz genau, wie sein Name war.
Itachi Uchiha. Und dieser Typ war mit Abstand eines der schönsten Dinge, die er je in seinem Leben gesehen hatte.
Nicht, dass Kisame auf Kerle stand, aber man musste einfach zu geben, dass der Schwarzhaarige etwas unbegreiflich Schönes an sich hatte.
Diese makellose, alabasterfarbende Haut und diese Augen, die so tief waren, als dass man sich in ihnen verlieren konnte.
Er hatte die filigransten Finger, die Kisame je zu Gesicht bekommen hatte, und das allerschönste Lächeln.
Auch, wenn er nicht oft lächelte.
Aber gerade das machte es noch viel magischer.
Kisame war sich ganz sicher, dass er nicht an Männern interessiert war, aber trotzdem war er sich genauso sicher,
dass viele Männer sich nach Itachi umdrehten, einfach nur, um dessen Schönheit zu bewundern und um ihn darum zu beneiden.

Und eben dieser hob seinen Kopf und ihre Blicke trafen sich.
Itachis Mundwinkel hoben sich leicht, aber das Lächeln erreichte seine pechschwarzen Augen nicht.
Kisame versuchte ein Lächeln zu zeigen, dass sagte „Ich bin von mir selbst überzeugt“, verzog seinen Mund aber zu einer schrägen Grimasse
und bereute es sofort wieder, denn der Uchiha erhob sich und ging zu Kisames Platz herüber.

„Hi“, sagte er und seine Stimme klang viel samtiger als Kisame es in Erinnerung hatte.
„Äh… H-hi?“, erwiderte Kisame und spürte wie ihm die Röte in die Wangen schoss.
Er war sich nicht ganz sicher, warum ihm das so peinlich war.
Er wollte jedenfalls nichts Dummes sagen zu jemanden wie Itachi Uchiha.
Er hatte das starke Bedürfnis, ihn zu beeindrucken, auch, wenn das wohl nicht in Kisames Möglichkeitsbereich lag.
„Du bist ganz schön oft hier, oder nicht?“, Itachi schaute ihm beim Reden direkt in die Augen.
Kisame war immer viel zu schüchtern gewesen und hatte sich nie getraut, Leuten in die Augen zu sehen.
Er nuschelte ein kleinlautes „Ja“ und fummelte an seinem Schläger herum.
„Trainierst du für irgendetwas besonderes?“, fragte der Schwarzhaarige.
„Naja, schon…“, Kisame wusste gar nicht, was er sagen sollte.
Itachi würde sicher nicht mit jemanden reden wollen, der kein Geld hatte und dessen Eltern kein schickes Ferienhaus auf den Bahamas hatten.
Egal, was er sagte, er würde sich bis auf die Knochen blamieren.
Itachi setzte sich zu ihm auf die Bank. Kisame hatte richtig getippt, auch Itachis Klamotten wirkten ziemlich teuer und er kam sich nur noch schäbiger vor.
Itachi überlegte einen kleinen Moment und streckte die Hand aus, “Wie unhöflich von mir, ich bin-“
„Itachi Uchiha, ich weiß“, entfuhr es Kisame.  
Der Schwarzhaarige stutzte und senkte die Hand wieder, “Und wer bist du?“
„Kisame“, antwortete Kisame knapp und sah in die andere Richtung, damit Itachi nicht sah, wie rot er um die Nase geworden war.
„Okay.“
Kisame schämte sich in Grund und Boden, er war so wahnsinnig unhöflich zu Itachi, aber er wusste nicht, worüber er mit jemand wie ihm reden sollte.
Alles würde Kisames Armut verraten.
„Weshalb ich eigentlich rübergekommen bin…“, begann Itachi, “Also meine Freunde spielen Einzel und da du hier so alleine rumsitzt,
dachte ich, dass du vielleicht Lust hättest..?“
Kisame sprang hektisch auf, “Gut, los gehts!“
Schnell marschierte er auf die andere Seite, stets bemüht, Itachi nicht sehen zu lassen, dass sein Gesicht knallrot war.

Kisame begann das Spiel und schlug auf.
Mit voller Wucht und hoher Geschwindigkeit flog der Ball übers Netz und Itachis Return hatte es ebenso in sich.
Kisame hatte Mühe, den Ball zu bekommen bei solchen Geschwindkeiten.
Die Ballwechsel waren lang und Kisame war in seinem Leben noch nie so viel in diesem Feld herumgerannt, wie in dem Spiel mit Itachi.
Während Itachi aber noch putzmunter aussah und kein bisschen verschwitzt, konnte Kisame sich kaum auf den Beinen halten,
schnaufte und war durch und durch nass geschwitzt.
Die Aufschläge des Uchihas waren blitzschnell und vor Kisames Augen verschwammen immer mehr Dinge.
Nachdem der erste Satz an Itachi ging, ließ sich Kisame auf die Bank fallen und versuchte seinen Atem zu regulieren.

Itachi kam erneut herüber stolziert und Kisame konnte kaum glauben, dass dieser Kerl nach einer Stunde Tennis
immer noch so anmutig aussah und kein Zeichen von Anstrengung in seinem Gesicht zu erkennen war.
„Du spielst wirklich gut Tennis, Kisame.“, sagte er und lächelte wieder das Lächeln, dass nur seine Mundwinkel anhob, sich aber nicht in den Augen widerspiegelte.
Einerseits fühlte Kisame sich geehrt, wunderte sich aber andererseits, ob er das nur aus Höflichkeit sagte.
„Im Ernst?“, rutschte es ihm heraus. Itachi nickte und Kisame wollte es ihm gerne glauben.
„Hast du vor auf ein College zu gehen, an dem du Tennis als Leistungssport spielen kannst?“
Kisame wusste nicht, was er darauf antworten sollte.
Er wollte nicht lügen. Wollte er denn wirklich Tennis spielen, um damit berühmt zu werden, oder weil es seine einzige Chance auf eine gute Zukunft war?
Er bemerkte den fragenden Blick Itachis.
„Kannst du mir zeigen, wie du das mit deinen Aufschlägen machst?“, versuchte Kisame das Thema schnell zu ändern.
Itachi drehte sich um und signalisierte Kisame ihm zu folgen.

Nachdem Itachi und er zwei Stunden später den Platz verließen, bot Itachi Kisame an, ihn Nachhause zu fahren.
Aber Kisame lehnte dankend ab, denn er wollte nicht, dass Itachi sah, in was für einer Absteige er hauste, und erklärte ihm, dass er immer nachhause joggte.
Er konnte in Itachis Augen sehen, dass er ihm nicht glaubte, aber er sagte dazu nichts und dafür war Kisame ihm sehr dankbar.
„Bist du morgen wieder hier?“, fragte er stattdessen.
Kisame nickte stumm und versuchte dieses Mal ein Lächeln, das niemanden in Angst und Schrecken versetzen würde.
„Na, dann bis morgen.“, sagte Itachi, winkte ihm zum Abschied zu und ging zu seinem Auto.

Klang ja fast nach einem Date.

-

Naruto hatte beschlossen, sich vorerst frei zu nehmen und seine Wunden zu lecken.
Dieser Sasuke hatte ihm echt ordentlich den Arsch versohlt.
Aber natürlich hatte Naruto dafür gesorgt, dass das nicht ungestraft blieb.
Heute morgen in der Schule konnte er einen Blick auf sein Meisterwerk werfen:
Die Platzwunde an der Stirn des Uchihas musste wohl mit sechs Stichen genäht werden.
Da hatte er ja richtig gut getroffen!

Zugegeben war es nicht die feine englische Art jemanden eins mit dem Wassersprenger überzubraten, aber dieser Typ hatte es wirklich verdient.
Dafür zierte Narutos linkes Auge ein schönes Violett.
Als er an demselben Abend noch sein blaues Auge betrachtet hatte, wusste er, dass es das wert gewesen war.
Wer austeilen konnte, musste auch einstecken können!
Trotzdem war Naruto nicht wild darauf, dem Uchiha noch ein zweites Mal über den Weg zu laufen und eine zweite Schlägerei zu riskieren.
Manno Mann, der Kerl hatte ´ne ganz schön miese Rechte!
Sein Auge pochte und Naruto seufzte.

Es mussten zwei Trainer angelaufen kommen und diesen Sasuke und Naruto voneinander trennen, denn die ganze Situation war mehr als eskaliert.
Während der eine Trainer - sein Name war wohl Kakashi - versuchte hatte Sasuke zu beruhigen,
hatte eine ziemlich gut bestückte Dame Naruto in Richtung des Club Hauses gezerrt.
Doch bevor man ihn vom Platz hatte ziehen können, hatte Naruto noch in die Richtung seines neuen Feindes gebrüllt,
dass seine Shorts verdammt scheiße aussahen, was Sasuke fast wieder zum Rasen gebracht hatte und er irgendwas Unverständliches zurückbrüllte.
Im Club Haus angekommen, hatte die Trainerin, die sich als Tsunade vorgestellt hatte, ihm einen Eisbeutel in die Hand gedrückt.
„Sasuke hat sich manchmal nicht im Griff.“, hatte sie bloß gesagt.
„Ach, das entschuldigt das jetzt, oder wie?“, hatte Naruto ungläubig gefragt. Dieser Kerl konnte sich ja anscheinend alles erlauben! Unfassbar!
„Natürlich nicht, aber was sollen wir denn machen? Sein Vater ist einer der Sponsoren des Country Clubs. Wenn der abspringen würde, wäre der Country Club hin.“, hatte sie versucht, ihm zu erklären. Aber Naruto hatte nur ein trotziges „Aha“ von sich gegeben
und aus dem Fenster zu Sasuke rübergeschaut, der fuchsteufelswild mit den Armen in der Luft rumfuchtelte und auf den Boden stampfte wie ein Kleinkind.

„So ein Idiot“, seufzte Naruto erneut. Er hatte sich in den Park gesetzt und sich fest fest vorgenommen, für die Englischklausur morgen zu lernen, aber seine Gedanken drifteten immer wieder zu dieser Witzfigur von Uchiha zurück und hielten ihn vom Lernen ab.

„Sakura, wie war es gestern bei Sasuke?“, fragte ein blondes Mädchen und die anderen drei Mädchen kicherten wie verrückt.
Sakura… - war das nicht die Freundin von Sasuke Uchiha?
Vielleicht hatte er ihr ja auch aufs Maul gehauen, weil sie ihn nicht genug lobpreiste?
Naruto verdrehte die Augen. Die beiden passten ja fantastisch zusammen.
„Oh, Ino. Er war wieder so heiß, das glaubt ihr alle gar nicht!“, gluckste sie und ein Raunen ging durch die Gruppe der Mädchen.
„Erzähl mehr!“, sagte die Andere und zwinkerte ihr zu.

Wetten, dass der ´nen kleinen Schwanz hat?

„Das kann ich doch nicht hier in der Öffentlichkeit erzählen, Tenten!“, erwiderte sie schockiert und schlug sich eine Hand vor die kaum vorhandene Brust.

Oh, wie verdammt schade aber auch.

„Also sonst erzählst du uns doch auch immer alles, was er mit dir so anstellt!“, raunte ihr ein anderes Mädchen zu.

Das glaubte er ihr zugerne.

„Stimmt auch wieder“, die Mädchengruppe brach erneut in Kichern aus, “Also als ich rüberkam, haben wir zusammen einen Film gesehen,
sind etwas essen gegangen und dann-“

Soweit Naruto das beurteilen konnte - und er fühlte sich nach den paar kassierten Faustschlägen durch aus in der Lage dazu - war Sasuke nicht der Typ,
der ein Mädchen zu einem Film einlud und dann auch noch zum Essen, sondern eher so derjenige,
der irgendwelche Mädchen in seinem Whirlpool knallte und sie dann wieder nachhause schickte.
Was er wohl an der Trulla da vorne fand? Vielleicht war sie so unterwürfig, wie er das gerne hatte.
Naruto wollte sich gar nicht vorstellen, was für Mädchen ihre Beine breit machten für jemanden wie ihn.
Und was sie alles tun mussten, damit er sie weiterhin "interessant" fand.

Bah. So ein Perverser!

Aber insgeheim wollte Naruto sich auch mal so fühlen.
Als würde ihm die ganze Welt zu Füßen liegen, so wie sie es zu Sasukes Füßen tat.
Jeder buckelte, selbst Erwachsene!
Diesem Typ gehörten Manieren beigebracht und dafür würde Naruto sorgen!
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