Ein Traum wird Wirklichkeit

KurzgeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Baron Haru Yoshioka Yuki
20.06.2014
20.06.2014
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Ein Traum wird Wirklichkeit

Piep, Piep, Piep, Piep, Piep, Piep, Piep, Piep, Piep, Piep, Piep, Piep, Piep, Piep
Aufgeweckt von dem unangenehmen Geräusch, begann sich in ihrem Bett ein junges siebzehnjähriges Mädchen mit braunen kurzen Haaren zu räkeln, sie schlug etwas genervt auf den Wecker, der die Form einer Kuh hatte und er verstummte endlich.
Das Mädchen mit den Kastanienbraunen Augen lies sich in ihr Kopfkissen zurückfallen und rollte sich mit schmerzverzerrten Gesicht zusammen: „Oh Nein! Nicht schon wieder dieser Traum. Schon seit zehn Jahren träume ich immer und immer wieder, jede Nacht dasselbe. Katzen überall sind diese großen zweibeinigen Wesen. Sie peinigen und Quälen mich und dann bevor ich erwache tötet mich diese riesige Weiße. Was mache ich nur, ich halte das einfach nicht mehr aus. Aber es ist nicht nur dieser komische Traum der mich peinigt, damit könnte ich noch irgendwie leben, denn hinzu kommt noch der Aspekt das mich auch die realen, hiesigen Katzen hassen. Es gibt keinen Tag an dem ich nicht nach Hause komme ohne von ihnen verfolgt oder angegriffen zu werden. Am liebsten würde ich das alles enden lassen und zwar noch heute. Ich warte einfach bis meine Mutter das Haus verlassen hat und dann tue ich es.“

Sie atmete schwer auf, ihre eigenen Gedanken schockten sie selbst. War sie alledem, wirklich so überdrüssig das sie sich den Tod wünschte? Doch dann kam ihr ein Geistesblitz: „Nein Haru! Lass das, erinnere dich an das, etwas andere Ende des Traumes heute. Etwas war heute anders, ein Mann war da. Zumindest glaube ich das es ein Mann war. Ich konnte einen schönen weisen Anzug sehen, sein Gesicht blieb mir jedoch verborgen. Aber er verteidigte mich mit sein fein gearbeitete Gehstock vor meinem Mörder. So viele Male war ich das Opfer aber diesmal nicht.“

Sie hatte ihre trüben Gedanken völlig verdrängt und stand auf, um sich anzukleiden. Als sie schließlich vor dem Spiegel stand um ihre Haare zu recht zu machen flüsterte sie liebevoll: „Mein Retter er hat mich bei meinem Namen genannt. Er sagte, Haru du musst keine Angst mehr haben, ich beschütze dich. Höre bitte auf dich so zu grämen, der Vorfall von vor 10 Jahren war nicht deine Schuld.“
Sie hielt in ihrer Bewegung inne: „Nicht meine Schuld, der Vorfall von vor 10 Jahren.“
Bevor sie ihre Erinnerung fortführen konnte, hörte sie ihre Mutter auch schon nach ihr rufen: „Haru komm, beeile dich, sonst kommst du schon wieder zu spät.“
Sie erschrak, schnappe ihre Schultasche und ihren heißgeliebten Schläger und rannte die Treppe hinunter.
Ihre Mutter hielt sie auf, bevor sie weiter laufen konnte: „Warte iß vorher doch wenigstens noch etwas, bevor du gehst.“
Die Tochter schlängelte sich etwas genervt an der Mutter vorbei: „Nein, keine Zeit. Wenn ich heute schon wieder zu spät komme, werfen sie mich aus dem Lacross-Team.“
Mit diesen Worten stürmte sie aus dem Haus und warf die Tür hinter sich ins Schloss. Haru rannte so schnell sie konnte, sogar über die gefährliche Hauptstraße ohne nach links oder rechts zu sehen. Zwei Autos mussten scharf bremsen, aber Haru hatte keine Zeit sich darum zu kümmern. Sie stürmte einfach weiter zum Schulhaus und schließlich bis in ihr Klassenzimmer.
Als sie eintrat, läutete es auch schon im selben Moment, sie hatte es heute geschafft mal wieder pünktlich zu sein. Sie schlich auf ihren Platz und zum Glück interessierte sich die Lehrerin nicht weiter um sie.
Neben ihr saß ihre beste Freundin Hiromi, sie flüsterte ihr zu: „Du hast es geschafft.“ Haru schenke ihrer Freundin aus Kindertagen nur ein zärtlichen Lächeln und setzte sich auf ihnen Stuhl an das Pult.

In der ersten Stunde hatte sie Geschichte, das passte auch irgendwie, schließlich musste sie sich an etwas aus, in ihren Augen, ferner Zeit erinnern. Während sich die Lehrerin über die Geschehnisse des zweiten Weltkrieges ausließ, begannen Harus Gedanken abzuschweifen.
Vor zehn Jahren da war ich gerade einmal sieben Jahre alt und Katzen waren damals noch meine besten Freunde. Ich spielte gerne mit dieser einen kleinen weisen Katze. Sie hatte eine riesige rote Schleife um den Hals und das süßesten Mauzen, was ich jemals hörte. Aber woher kam sie, keiner in meiner Nachbarschaft besaß je ein Haustier.
Ich entsinne mich das ich sie immer mit Fischplätzchen gefüttert habe, mein kleine Yuki. Moment mal! Wieso meine Yuki.
Stimmt, jetzt fällt es mir wie Schuppe von den Augen, Yuki war unsere Katze, sie war noch eine sehr junge Katze, die ich am Straßenrand fand und einfach mitnahm weil sie so alleine war und ich bin Schuld an ihrem Tod.
Ich erinnere mich wieder, all die Jahre hatte ich es verdrängt, aber jetzt fällt es mir wieder ein. Wir haben damals im Wohnzimmer gespielt und du bist auf die Bank des geöffneten Fensters gesprungen, als ich das bemerke, wollte ich dich da hinunterholen aber ich verlor das Gleichgewicht und ließ dich fallen. Du bist dann aus dem zweiten Stock gefallen und gestorben. Ich rannte zu dir und weinte solange an deiner Leiche bis meine Mutter mich von dir wegriss.

Die erste Stunde war noch nicht mal um und sie stand wieder auf, packte ihrer Sachen zusammen und rannte ohne ein Wort zu verlieren mit Tränen in den Augen davon. Als sie das Schulgelände verließ warten wieder ihre Peiniger, die Katzen auf sie.
Sie rannte weiter davon und schrie herzzerreißend: „Ich weiss das ich Schuld bin aber bitte, es tut mir Leid.“
Sie spurtete weiter, wieder über die gefährliche Straße, sie war sich sicher das sie sie dorthinüber nicht verfolgen würden. Doch dieses Mal hatte sie nicht soviel Glück, ein LKW könnte nicht mehr bremsen und rollte zu schnell auf sie zu. Sie blieb stehen und schloss die Augen, das Mädchen wartet auf dem nahen Tod, schließlich hatte sie sich heute morgen noch genau das gewünscht.
Der Lacross-Schläger zerbrach und auch die Schultasche wurde von dem Zwanzig-Tonner überrollt, doch Haru geschah nichts.

Sie öffnete wieder die Augen und sah ihren Mann im weisen Anzug wieder. Als sie aber sein Gesicht erblickte stockte ihr Atem: „Du bist auch eine Katze?“
Der Kater lächelte fordernd: „Ja grundlegend bin ich eine Katze. Aber du musst dich nicht fürchten. Ich sagte dir doch schon, dass ich dich beschützen werde.“
Haru erinnerte sich, die Röte stieg in ihren Wangen auf: „Wieso hassen mich alle Katzen nur so sehr, ich weiß das ich Schuld auf mich geladen habe aber...?“
Der Kater der sowohl menschliche als auch tierische Züge hatte unterbrach sie: „Mach dir keine Vorwürfe, es war ein bedauerlicher Unfall. Normalerweise hätte man sich nicht um den Tod einer einzigen gekümmert aber sie war die Vorlote von Prinz Lune. Prinz Lune ist der Kronprinz vom Königreich der Katzen und seine liebe Yuki war in ihren noch so jungen Jahren ausgezogen um die Welt kennen zu lernen. Sie wollte ein Jahr bei euch bleiben und dann wieder zurückkommen. Aber es kam alles anders. Als Prinz Lune schließlich vom Tod seiner Geliebten erfuhr brach er völlig zusammen, er hat sich bis jetzt noch nicht davon erholt. Der König hat dich dann wutentbrannt zum Abschuss freigegeben.“

Haru saß auf dem Asphalt und war völlig überfordert: „Das Königreich der Katzen? Der König, will der mich etwa wirklich töten lassen?“
Der Kater erwiderte liebevoll kichernd: „Wir kümmern uns bereits darum, mein lieber Freund Muta hat bereits die Verhandlungen aufgenommen. Aber wir müssen sehr bald dazustoßen ich glaube nicht das es der kleine Dicke allein schafft, er ist dafür nicht diplomatisch genug. Bitte komm mit mir, dem Baron Humbert von Gikkingen ins Katzenbüro. Solange du bei mir bist wird dir niemand etwas tun, die anderen Katzen führten sich nämlich vor meinem Freund Toto dem Steinraben und vor mir der Katzenstatue.
Haru war erstarrt, begann aber auch zu Lächeln. Ihr gefiel der Gedanken mit ihrem Retter mitzugehen. Sie wusste das er ihr helfen würden und das mit ihm zusammen alles wieder gut würde.
Der Baron frage nochmal: „Fräulein Haru Yoshioka, möchtest du mich ins Katzenbüro begleiten. Wenn wir dich aus der Schusslinie geholt haben, kannst du versuchen deine Schuld wiedergutzumachen. Du kannst mir dabei helfen die Unstimmigkeiten zwischen den Menschen und den Katzen auszuräumen? Werde mit mir zusammen eine Katzenbüroagentin.“
Haru stand auf und ihr entfloh ein zärtliches: „Ja, ich will mein Baron.“