Time to face the truth

von Jelsa
KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Sir Guy of Gisborne
20.06.2014
20.06.2014
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Gisborne riss sein Schwert aus der Scheide.
Er hieb auf seinen Gegner ein, wieder und wieder.
Er selbst spürte sich kaum.
Sand und Staub wirbelten um ihn herum, hellgelbes Sonnenlicht brach auf seiner Schwertschneide.
Ein letzter Hieb.
Wieder hatte Sir Guy of Gisborne einen erledigt.
Auf einen mehr oder weniger kam es auch nicht an.
Unzählige Blutstropfen waren auf seine Rüstung gefallen, unzählige Menschenleben hatte er beendet.
Aber den, den er wollte, der lebte noch.
Fuhr fort mit seinem trügerischen Werk.
Und nahm Marian mit.
Gisborne wollte Marian, aber mehr als das wollte er Robin Hood.
Den König der Wälder.
Elegant schwang er sich auf sein schwarzes Pferd und ritt davon. Hinter ihm wirbelten Staubwolken auf.
Dann war von Sir Guy of Gisborne nichts mehr zu sehen.
Im Schatten hinter einer Hausecke stand Benthe und seufzte. Aus der Wäsche in ihren Händen tropfte es auf ihr schäbiges Kleid und ließ es an ihren dünnen Beinen kleben.
Benthe strich sich mit nassen Fingern ihr dunkelblondes Haar aus der Stirn und seufzte nochmals. Sie wünschte sich nichts sehnlicher, als hinter diesem schwarzen Engel herzureiten.
Mit ihm gemeinsam durch das Leben zu gehen.
"Benthe", brüllte ihre Mutter von drinnen.
Und Benthe hängte die Wäsche auf, anstatt ihrem größten Traum zu folgen und Sir Guy of Gisborne nachzureiten.
Er würde sie niemals akzeptieren.
Ein Mädchen aus ärmsten Verhältnissen und die rechte Hand des Sheriffs würden niemals zusammen sein.
Er kannte sie noch nicht mal.
Was hatte Benthe schon alles versucht.
Hatte ihm Informationen bringen wollen.
Nie hatte man ihr geglaubt.
Ihr, einem Mädchen, das möglicherweise zu Robin Hood gehörte.
Kurze Zeit später war Benthe mit einem Korb unter dem Arm zum Markt unterwegs.
Sie war mit den Gedanken noch immer bei Gisborne.
Dem Mann, den sie liebte.
Den sie niemals bekommen würde.
Seit Wochen beherrschte er ihre Träume, ließ sie schlaflos werden und sich voller Sehnsucht nach ihm verzehren.
Wenn sie wenigstens wüsste, wo Hood war, dann könnte er sie nicht mehr ignorieren.
Hinter Benthe klapperten Hufe auf dem sandigen Boden.
Eilig trat sie zur Seite und senkte demütig den Kopf. Selbstbewusstsein hatte Benthe noch nie besessen.
Der Reiter nickte ihr zu und war verschwunden.
Sprachlos sank Benthe auf die Knie.
Das Pferd, schwarz wie die Nacht, und sein Reiter waren ihr merkwürdig vertraut vorgekommen.
Aber Gisborne hätte ihr niemals zugenickt.
Nie im Leben.
Aber er stand auf dem Marktplatz, dunkel hob er sich gegen den hellen Himmel ab.
Benthe taumelte.
Er hatte ihr zugenickt.
Es war tatsächlich er gewesen.
Sie fühlte sich auf einmal merkwürdig schwerelos.
Ihr schwarzer Engel hatte sie bemerkt.
Unfassbar.
Nur schemenhaft nahm sie das Winken aus einem der Stände wahr. Ihre ältere Schwester, die versuchte, eigene Erzeugnisse zu verkaufen, hatte sie entdeckt.
Ohne den Blick von Gisborne zu wenden lief sie zu ihrer Schwester.

Kurze Zeit später, als Benthe mit ihren Einkäufen die staubige Straße zurücklief, erinnerte sie sich an den Moment, maximal fünf Stunden vorher. Er hatte ihr tatsächlich zugenickt.
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Ihre Mutter wartete schon. Benthe, die ihre jüngere Schwester hatte füttern müssen, trat aus dem Haus.
Der Moment, den sie alleine mit Gisborne geteilt hatte, war verflogen. Es war schon so lange her, dass er fast unwirklich erschien.
Und heute würde er Marian heiraten. Ihr schwarzer Engel.


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Hey ihr,
meine erste Robin Hood FF :DD
Pls lasst mir ein Review da, ich hasse Schwarzleser ;[
;)
GLG
-Scat
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