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(Beziehungs-)Chaos

von Change
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
EXO F(x) SHINee
17.06.2014
15.08.2016
21
55.008
2
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Dieses Kapitel
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05.05.2016 2.275
 
Es hätte jedem das Herz zerrissen, wenn er den Seufzer gehört hätte, den Kai ausstieß, als er vor seinem Schrank stand. So viele Sachen waren von Kyungsoo und mit seinen eigenen vermischt. Sie hatte es nie interessiert, ob sie so ein bisschen länger nach ihrer Kleidung suchen mussten. Mit ihrer nicht wirklich existierenden Ordnung rochen jedoch die Kleidungsstücke des Einen auch immer nach dem Anderen.
Jongin konzentrierte sich darauf nur seine Klamotten heraus zu suchen und zwar auch nur die, die er in den nächsten Tagen benötogen würde. Zu stark war die Angst Kyungsoo in die Arme zu laufen, wenn er zu lang bräuchte. Aber war es nicht eigentlich das, was er wollte? Mit Kyungsoo reden?
Mit einem Räuspern verhinderte er, dass sich der Kloß, der sich in seinem Hals zu bilden drohte, festsetzte und machte sich weiter daran seine Sachen in die Sporttasche zu packen, die er von Taemin mitgenommen hatte.
Als sich plötzlich die Tür öffnete erfror Kai für kurze Zeit in seiner Bewegung. Niemand würde hier rein kommen, außer Kyungsoo. Langsam drehte er seinen Kopf und erblickte ihn.
Er vermisste diese großen dunklen Augen, die ihn heute in eine unendliche tiefe fallen ließen. Er vermisste es Kyungsoo in den Arm zu nehmen. Ihm alles sagen zu können. Die Wärme des Anderen zu spüren. Ihn beim Kochen zuzusehen. Mit ihm Filme anzuschauen, die Kyungsoo meist kalt ließen, während er selbst mit den Charakteren mitfieberte. Jongin weinte meist wie ein Schlosshund und Kyungsoo lachte ihn aus, gab ihm, nachdem der Jüngere ausreichend geschmollt hatte, aber immer einen Kuss auf die Schläfe und sagte er sei unheimlich niedlich (und vielleicht auch ein wenig kindisch).
Jongin war ein gutmütiger, sehr emotionaler Mensch. Ein Grund mehr für Kyungsoo die Situation vom Geburtstag nicht realisieren zu wollen. Sich damit nicht auseinandersetzten zu wollen. Bevor Kyungsoo sich fassen konnte, er hatte den Jüngeren hier einfach nicht erwartet, trat Kai ein paar Schritte zurück, gab somit den Schrank frei.
"Ich bin fertig.", sagte er leise und bewegte sich auf die Tür zu. D.O entschied sich dieses Mal nicht zu fliehen. Jongin würde gehen und er wäre alleine ... in ihrem Zimmer. Es schmerzte Kyungsoo zu sehen, dass Jongin einige Sachen aus ihrem Schrank in eine Tasche gepackt hatte. Es fühlte sich an wie ein Abschluss. Endgültig. Ein beklemmendes Gefühl machte sich in dem Älteren breit, er wollte nicht, dass es zu Ende ging. Ja, er war wütend, aber war es wirklich nötig gewesen Jongin gesagt zu haben, getrennte Wege zu gehen sei das Beste?
Kai war fast bei ihm, als er ebenfalls loslief, um dessen vorherigen Platz vor dem Schrank einzunehemen. Es verlief für Kyungsoo wie in Zeitlupe, er mied zwar den Blickkontakt mit dem Größeren, jedoch spürte er wie dieser ihn traurig und indirekt aus dem Augenwinkel aus beobachtete. Wenn Kyungsoo sich nicht täuschte, hatte der Jüngere schon jetzt wieder Tränen in den Augen. Dass ihm die Tränen ebenfalls gefährlich hoch in den Augen standen bemerkte er vorerst nicht. Zu sehr war er auf sein Gegenüber fixiert. Bevor sie vollständig aneinander vorbei gegangen waren ergriff eine zögerliche Hand die Kyungsoos. Sie blickten sich nicht an, denn Jongin hatte seinen Blick fest auf die Tür gerichtet und Kyungsoo starrte auf den Boden. Die Augen schließend, lösten sich tonlos die Tränen aus Kyungsoos großen, traurigen Augen. Er war kurz davor Jongin seine Hand zu entreißen, als dieser nach einem Räuspern, um seine Stimme vorzubereiten, anfing zu sprechen.
"Kyungsoo Hyung. Ich weiß, dass es nicht leicht ist." Jongin war unsicher, das wusste Kyungsoo sofort. Es half beiden sich nicht in die Augen sehen zu müssen. Sie würden kein Wort rausbekommen, wenn es so wäre, zu viele Gefühle würden sich widerspiegeln. Die verletzten Blicke, die Enttäuschung, der Selbsthass, die Reue. All das wäre viel zu genau zu erkennen. Ein inhaltvolles, nützliches Gespräch wäre damit unmöglich. Für Jongin wie auch für Kyungsoo.
"Ich habe Scheiße gebaut. Das weiß ich. Es tut mir Leid. Ich war ein rieser Arsch, aber das wollte ich dir nie antun. Nie." Jongin zitterte. Sein Atem ging stockender als sonst, doch war kein Schluchzen oder ähnliches zu hören, allerdings würde das sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen.
"Wenn du dazu bereit bist .. und ich weiß, das kann noch dauern, da das ein großer, wahrscheinlich unverzeihlicher Vertrauensbruch war, würde ich dir gerne meine Seite der Erlebnisse erklären. Ich will mich wenigstens erklären. Erwarten tue ich nichts von dir." Das erste Schniefen verließ Jongins Kehle, "Ich weiß, dass ich nicht das Recht habe etwas von dir zu verlangen ... nach all dem." Kyungsoo zog es sein Herz zusammen, konnte nicht sprechen, war nicht in der Lage seiner Liebe ins Wort zu fallen.
"Ich liebe dich Kyungsoo und genau deshalb werde ich auf dich warten. Es ist mir egal, ob ich eventuell vergeblich darauf ...", Jongin holte tief Luft bevor er seinen Satz vortführte, "darauf warten werde. Du warst und bist und wirst wahrscheinlich auch immer meine große Liebe sein. Das war ein Ausrutscher, den ich mir selbst nicht verzeihen kann.", ein Beben ging durch den Körper des Jüngeren, Kyungsoo spürte es und bekam unmittelbar eine Gänsehaut. Es lösten sich immer mehr Tränen aus seinen geschlossenen Augen und er unterdrückte jegliche Geräusche, die seiner Kehle entfliehen wollten. Ob er sich nicht die Blöse geben wollte vor Jongin zu weinen, oder ob er Jongin nicht noch mehr ins schlechte Gewissen drängen wollte ... wahrscheinlich traf beides zu. Kai tat ihm leid und es schmerzte ihn zu wissen, dass es ihm schlecht ging, doch konnte er sich nicht bewegen, nichts tun außer da zu stehen und ihm zu zuhören.
"Ich werde warten.", Jongins Stimme war von Tränen erstickt, "Ich gebe dich nicht auf. Ich gebe uns nicht auf. Kyungsoo verlass' dich darauf, dass ich auf dich warten werde. Ich kann dich nicht gehen lassen. Dazu ... dazu liebe ich dich zu sehr." Nach diesen Worten flüchtete Jongin praktisch aus ihrem Zimmer, so dass Kyungsoo allein in diesem stand.
Ohren waren zugefallen, Augen, aus denen noch immer Tränen quollen, zusammen gekniffen. Er vermisste die Wärme an seiner Hand, die Jongins ihm geschenkt hatte. Er vermisste das erleichterte Lachen des Jüngeren, seine liebevollen Umarmungen egal was Kyungsoo in diesem Moment zu tun versuchte, wie er nicht los ließ auch wenn der Ältere sagte, dass es ihn beim Kochen störte. Er vermisste den 'gute Nacht Kuss' den Jongin ihm kitschiger Weise jeden Abend gegeben hatte. Er vermisste es, dass sein Herz nicht ohne Schmerzen, die durch Schlingen verursacht wurden, die um es gewickelt waren und fest hielten, aufblühen konnte. Es waren Warnungen sich nicht zu früh gehen zu lassen. Es tat weh. Es tat so unbeschreiblich weh. Liebe? Diese zu empfinden war zu diesem Moment nicht möglich ohne Schmerz.
Sein Jongin litt. Aber er litt, weil er ein Idiot gewesen war. Kyungsoo hatte keine Schuld daran. Und doch stand er in ihrem Zimmer und fühlte sich schuldiger als je zuvor. Jongin hatte ihn als seine große Liebe bezeichnet. Kyungsoo jedoch konnte nicht anders als der Stimme in seinem Hinterkopf Gehör zu schenken, die sagte, dass das alles gelogen sein könnte. Allerdings hatte Jongin ihn auch immer so behandelt, als sei er Alles für ihn. Wieso sollte Kyungsoo ihm also nicht glauben? Weil es sich wie eine Lüge anfühlte.Wie viel konnte einem die große Liebe bedeuten, wenn man sie hinterging? Kyungsoo war noch nicht bereit Jongin zuzuhören. Wären es für ihn momentan doch nur Ausflüchte und Lügen. Sie würden seine gefühlsmäßige Instabilität zum endgültigen Kollabieren bringen, so dass er überhaupt nicht mehr wüsste wo Unten und Oben war. Kyungsoo kannte sich gut genug um zu wissen, dass er, egal was Jongin erzählen würde, nicht objektiv bleiben konnte. Wie sagt man so schön? Nur Menschen die einem Nahe stehen können einen tiefgehend verletzen. Jongin war am Nähsten und hatte es getan. Auch Kyungsoo verletzte Jongin mit seinem Verhalten, dessen war er sich schmerztlich bewusst, dennoch Kyungsoo konnte dies vorerst nicht ändern. Er brauchte Zeit und auch wenn es schmertze, würde er sich diese nehmen.



Xiumin musste nicht einmal seine Augen auf schlagen, um zu wissen, dass er nicht in seinem Bett lag. Nein, er hatte nichts am Vorabend getrunken, und nein er hatte auch keine Gedächtnislücken. Er hatte einfach nur einen 'Hilferuf' beantwortet, oder so. Was er aber überhaupt nicht mochte war, wenn die Personen, mit denen er geschlafen hatte ihn als Kuscheltier missbrauchten, wie Victoria es gerade tat.
Es war seltener als bei den männlichen Idolen, doch auch weibliche Stars mussten ihrem Verlangen hin und wieder nachgeben. Zwar war Victoria älter als er, jedoch nicht minder anziehend. Doch trotz der Attraktivität der Frau mochte Xiumin es nicht umarmt zu werden. Von niemandem. Besonders nicht nach dem Sex oder am 'Morgen danach'. Kurz: Minseok wollte einfach aufstehen und gehen, doch sie nutzte ihn nicht nur als Kuscheltier, sondern auch als Kissen, was sein Vorhaben unmöglich machte. Als er hörte, dass sein Handy vibrierte griff er auf den Boden und fischte dieses umständlich aus seiner Hosentasche, er wollte Victoria nämlich auch nicht wecken, egal wie wenig es mochte zu kuscheln.

Er war ein wenig überrascht, als er sah, dass es Jinki war der ihn anrief, jedoch nahm er den Anruf nicht entgegen sondern drückte ihn weg, schrieb allerdings gleich eine SMS, damit dieser sich nicht abgelehnt oder von ihm ignoriert fühlte.

Ich ruf gleich zurück

Neben dem Anruf hatte er auch noch eine SMS bekommen, diese war von Yifan, der ihn bat, dass er doch bitte ihr Training um 10 Uhr nicht vergessen solle. Woraufhin er kurz einen Blick auf die Uhr warf. 8:37 Uhr. Das war also kein Problem. Vorsichtig strich er Victoria durch die Haare, um sie langsam zu wecken. Es funktionierte, sie drehte sich von ihm herunter und schaute ihn verschlafen an.
"Wie spät ist es?", fragte sie, während sie sich ihre Augen rieb.
"8:37 Uhr, tut mir Leid, dass ich dich wecken musste, aber du hast mich nicht losgelassen und ich muss los. Schlaf ruhig weiter ich geh dann, melde dich wenn du wieder Hilfe brauchst."
Victoria grinste ihn an, Minseok wusste was es zu bedeuten hatte, musste aber ablehnen.
"'Tschuldige, ich muss los, sonst gerne." Ohne Scham stand Xiumin auf und sammelte seine Kleidung zusammen, zog sich beiläufig an.
"Du weißt, dass es nicht fair ist, wenn du einfach so nackt hier 'rum läufst, mir aber eine Fortsetzung von gestern Nacht verweigerst.", sagte sie und schaute ihn verführerisch an.
"Du musst ja nicht hinsehen.", konterte der Jüngere gelassen und zog sich sein Oberteil über den Kopf, "Ich geh dann, schlaf noch ein bisschen."
Damit verschwand Xiumin aus dem Zimmer und zog sowohl seine Jacke als auch Schuhe an. Man kannte ihn in dieser Wohnung schon, sie wussten auch, dass die Beziehung zwischen ihm und ihrer Leaderin sexueller Natur war und nichts romantisches, allerdings wussten sie nicht, dass Xiumin mit mehreren Leuten solch eine Beziehung führte, außer Victoria und Amber. Nicht nur, dass Amber es über ihren Freund erfahren hatte, nein, sie war sogar einmal reingeplatzt, als er jemanden zu Besuch hatte, weil sie sich beschweren wollte, dass er und sein Partner zu laut waren. Seit dem Tag mied Xiumin es die Leute in seinen Dorm zu holen, auch wenn eigentlich niemand in der Wohnung sein dürfte. Amber hatte einen Schlüssel und kam manchmal einfach so in die Wohnung und machte es sich bequem. Minseok musste immer noch Schmunzeln, wenn er an Ambers sicheres Auftreten dachte und dass sie sich kein bisschen aus der Ruhe bringen ließ. Im Gegensatz zu ihr und Minseok war Kyuhyun Hochrot angelaufen und hatte seine Hände vor sein Gesicht geschlagen. Der Ältere war eben ein außerordentlich guter Sänger, weswegen er wohl seine Stimme in keinem Aspekt seines Lebens zurückhielt.
Minseok hatte sich an dem Tag das Lachen verkneifen müssen, da es Kyuhyun einfach so peinlich gewesen war, dass er danach hatte aufhören wollen, doch Xiumin hatte ihn mit ausschlaggebenden Argumenten vom Gegenteil überzeugt.
Als Minseok die Tür hinter sich schloss und sich auf den Weg zu seinem Dorm machte, wählte er die Nummer von Jinki.
"Hey Minseok, es tut mir Leid, wenn ich dich geweckt haben sollte oder irgendwie gestört habe.", entschuldigte sich der Ältere bevor Minseok überhaupt irgendetwas sagen konnte.
Süß.

"Hey. Kein Problem, du hast mich nicht geweckt. Was wolltest du denn?", fragte Minseok mit einem Lächeln auf den Lippen.
"Ähm, ich wollte dich fragen, ob wir heute etwas zusammen machen können. Ich habe heute frei und wollte dich fragen, wie es bei dir aussieht.", erklärte Jinki die Absicht seines hervorgegangenen Anrufes.
"Ich habe heute Training, ab um 10 Uhr bis um circa 15 Uhr, aber wir können uns gegen 16:30 Uhr treffen. Was willst du denn machen?"
"Weiß ich um ehrlich zu sein noch nicht, aber ich würde gerne was mit dir machen." Dass Kibum ihm schon wieder in den Ohren lag, dass er endlich mal wieder aus seinem Zimmer raus sollte, erwähnte er nicht, "Vielleicht einfach spazieren gehen und quatschen?", fragte Jinki.
"Klar, dann hol ich dich an deinem Dorm gegen 16:30 ab.", entschied Minseok, er freute sich auf das Treffen, auch wenn er nicht wusste, was heute so alles auf ihn zukommen würde, immerhin war das erste richtige Gespräch ziemlich ernst verlaufen und Minseok wusste nicht, ob Jinki vielleicht sauer auf ihn war. Aber eigentlich bezweifelte er es, da der Ältere ihn sonst wohl kaum angerufen hätte.




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