Professor Layton und der magische Kristall

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
Emmy Altava Hershel Layton Luke Triton
17.06.2014
03.04.2015
12
16315
 
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
1.Kapitel: Die Fremde auf der Türschwelle

„Ein fürchterliches Wetter draußen nicht wahr Professor?“

Der junge Archäologie-Professor sah von seiner Lektüre auf und warf einen Blick aus dem Fenster.

„In der Tat so ein heftiges Gewitter gab es seit Jahren nicht. Die grellen Blitze sind höchst ungewöhnlich, aber vermutlich bilde ich mir das nur ein.“

Kopfschüttelnd wandte sich Hershel Layton an seine Haushälterin, die den Blick vom Fenster abgewandt hatte. Sie stellte ihm gerade eine wohlgebräute Tasse Tee hin und einen Teller mit schmackhaften Keksen, die sie selbst gebacken hatte.

„Es ist schon sechs Uhr, hoffentlich ist dem Jungen nichts geschehen. Normalerweise ist er um diese Zeit schon längst hier.“

Der Professor legte sein Buch zur Seite und nippte an seinem Tee, dabei schweiften seine Augen ebenfalls zur Uhr. Mit einem nachdenklichen Ausdruck stellte er seinen Tee wieder zurück auf den Tisch.

„Sie haben Recht, Luke ist eigentlich immer sehr pünktlich. Falls er in den nächsten Minuten nicht auftauchen sollte, werde ich ihn suchen gehen. Solange seine Eltern verreist sind trage ich schließlich die Verantwortung für ihn. Zudem habe ich ein ungutes Gefühl.“

Der Zylinderträger erhob sich und schritt zum Fenster.

„Mhm wirklich merkwürdig, finden Sie nicht Rosa?“

Doch ehe sie zur Antwort ansetzen konnte, klingelte es an der Haustür. Sie und ihr Arbeitgeber warfen sich einen Blick zu, dabei dachten sie wohl dasselbe.

„Ich denke das wird er sein, jedenfalls hoffe ich das.“

Rosa ging zur Haustür und öffnete sie. Vor ihr stand ein völlig durchnässter Luke, der ihr verlegen entgegen lächelte.

„Guten Abend Ms. Rosa.“

„Luke! Du lieber Himmel, du bist ja nass bis auf die Knochen, mach das du rein ins Trockene kommst.“

Rosa holte den Jungen hinein und schloss die Tür hinter ihm. Dann half sie Luke aus der Jacke und wuschelte ihm durch das nasse Haar.

„Ein heißes Bad und eine kräftige Mahlzeit sollten jetzt genau das Richtige für dich sein. Ich werde mich sofort darum kümmern.“

Die Haushälterin des Professors eilte in Richtung Badezimmer und der inzwischen 17-jährige Junge trat ins Wohnzimmer, wo sein Mentor ihn bereits erwartete.

„Luke, wir dachten schon es sei dir etwas geschehen. Geht es dir gut, mein Junge?“

Der Jüngere lächelte und erkannte deutlich die Besorgnis in der Stimme des Professors. Nach all den Jahren würde sich dies wohl nie ändern.

„Entschuldigung, ich habe nicht auf die Zeit geachtet, keine Sorge mir geht es gut. Es tut mir Leid, dass ich Ihnen Sorgen bereitet habe Professor.“

„Ist schon gut mein Junge, nun gab es einen bestimmten Grund warum du die Zeit vergessen hast?“

„Nein, ich habe einfach nicht darauf geachtet während ich draußen war. Es gab aber nichts besonderes, das Übliche wie immer. Wie war es in der Universität?“

„Der Kurs mit den neuen Studenten, du weißt ja wie die ersten Tage verlaufen. Aber ich denke es gibt einige die Potenzial hätten...Nun wir werden sehen.“

„Das wird schon, immerhin sind Sie der beste Professor und wer könnte dies besser bestätigen als ihr Lehrling.“

Der Professor schmunzelte über die Worte seines jungen Freundes, der in den letzten Jahren um einiges gewachsen war. Luke war nicht mehr der kleine Junge von früher, nein mittlerweile war er fast erwachsen und doch hatte er sich trotz seines Alter kaum verändert. Nur sein Aussehen ähnelte erstaunlicherweise sehr dem von Clive.

„Ein ungewöhnliches Wetter, nicht wahr Professor? Die Blitze scheinen ja gar kein Ende zu nehmen, hoffentlich richten sie keinen allzu großen Schaden an.“

Luke sah nach draußen und sein Mentor trat neben ihn ans Fenster, wo das Gewitter inzwischen seinen Höhepunkt erreicht hatte. Die ganze Szenerie kam ihm sehr vertraut vor, was an sich kein Wunder war. Schließlich fand ein ähnliches Gewitter vor mehreren Jahren statt, als Luke und er in die Geschehnisse von einer Stadt namens Labyrinthia verstrickt waren. Aber dies war schon ziemlich lange her und eine andere Geschichte. Doch plötzlich klopfte jemand an ihre Tür und das Duo warf sich einen fragenden Blick zu. Wer könnte dies zur späten Stunde noch sein?

„Seltsam erwarten Sie noch jemanden Professor?“

Der Angesprochene schüttelte den Kopf und war wie sein Lehrling über den späten Besuch verwundert.

„Nicht das ich wüsste, aber wir werden es gleich herausfinden Luke.“

Die Beiden gingen zur Tür und ein weiteres Mal wurde sie an dem Abend geöffnet. Sie trauten ihren Augen nicht, als sie sahen was sie vor der Tür vorfanden. Ein Mädchen, etwa in Lukes Alter, lag auf der Türschwelle des Professors und war anscheinend bewusstlos. Ihre Augen waren geschlossen und ihre Kleidung bestand aus einem dreckigen, weißen Kleid welches an einigen Stellen zerfetzt war, Schuhe trug sie keine. Ihre braunen Haare waren zu einem Zopf geflochten, aus dem sich einige Strähnen gelöst hatten. Ihr Gesicht und ihr Körper waren teilweise abgemagert, doch strahlte sie selbst im bewusstlosen Zustand eine geheimnisvolle Aura aus. Ein glühender, blauer Stein baumelte um ihren Hals.

Der Professor tastete nach ihrem Puls und zu ihrer Erleichterung fand er diesen relativ stark vor. Er hob sie sanft auf seine Arme und trug sie ins Haus.

„Besorge einige Decken, ihr Körper ist so kalt wie Eis“ wies er Luke an, der ohne zu zögern dem Auftrag schnell nachging. Währenddessen legte Hershel Layton das Mädchen sanft auf das Sofa und bettete ihren Kopf auf einem weichen Kissen. Luke hatte die Decken geholt und die Fremde wurde in diese eingedeckt.

„Ich frage mich, warum sie vor unserer Tür lag.“

Eben diese Frage stellte sich auch der Professor in diesem Moment und so blieb den Beiden nichts anderes übrig als in den zwei Sesseln Platz zu nehmen und darauf zu warten, dass das fremde Mädchen erwachen würde.
Review schreiben