Denn Liebe ist stark wie der Tod

von jenny413
KurzgeschichteDrama, Romanze / P6
Graf Dracula Mina Murray / Harker
15.06.2014
15.06.2014
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Hallo liebe Leser!

hier also mein Beitrat zu dem Wichtelprojekt "Mehr Aufmerksamkeit bitte!" (http://forum.fanfiktion.de/t/25541/1).
Ich habe mich für das Fandom "Dracula" entschieden und hoffe, dass es euch gefallen wird. ;) Vor allem Puppenfriedhof! Ich hoffe, ich habe das zu deiner Zufriedenheit hinbekommen. O_o

Du schreibst für: Puppenfriedhof
Filme:
Prinzessin Fantaghiro - während dem 5. Teil - Pairing: Fantaghiro/Tarabas - Genre: Drama - Rating: egal
The Crow - Die Krähe - 1. Teil - Charas: Sarah + Eric - Genre: Drama - Rating: egal
Bram Stoker's Dracula - Draculas Gedanken, nachdem er Mina wiedergesehen hat - Chara: Dracula - Genre: Drama
Serien:
Ringer - während der 1. Staffel - Charas: Siobhan + Bridgette - Genre: Drama - Rating: egal
Doctor's Diary - kann beliebig während der 2. oder 3. Staffel spielen - Pairing: Gretchen Haase/Mehdi Kaan - Rating: Romanze/Drama

Und jetzt viel Spaß mit Graf Dracula und seinen unsterblichen Gedanken!

~~++**++~~


Ich bin gar unfähig Zeit und Ort anzugeben, denn es schien mir, als sei ich viele Jahre zurück an diesem unheilvollen Ort, an dem wir uns das letzte Mal sahen. Wie konnte es sein, dass du just so vor mir standst, in einer Zeit, in der nichts weiter als die bloße Erinnerung an dich hätte existieren sollen? Kann es sein, dass du mir in dieses merkwürdige Zeitalter gefolgt bist? Ist der Fluss der Tränen schließlich doch versiegt? Hat er dich mir zurückgegeben?
Ich benötigte keinen zweiten Blick, auch wenn ich ihn mit unbändiger Erquickung an dich verschwendet hätte. Dein Geruch trieb zu mir herüber, als hättest du ihn direkt zu mir ausgesandt. Er war so leicht, wie ein kühles Lüftchen an einem schwülen Tag des Sommers. Einen Moment schwelgte ich in dem Duft, bis meine Augen dich wieder einfingen. Dein Anblick, wie du mit stolzem Blick ganz alleine den Gehweg entlangschrittest. Ein höfliches Lächeln lag auf deinen Lippen und doch konnte ich die Besorgnis darin erkennen. Beinah glaubte ich – und so vermessen hätte ich mich gewöhnlicher Weise niemals gegeben – die Sorge gelte mir, wie es doch früher immer gewesen war.
Ich spürte, wie sich etwas in meinem Inneren regte, was schon seit Urzeiten hätte tot sein müssen, als du mit einer fast unbeabsichtigten Bewegung deine Haare zurückschlugst, um einen Blick über deine Schulter zu werfen und damit für den Bruchteil einer Sekunde meinen Blick streiftest. Wenn du mich gesehen hattest, überspieltest du es mit einem angsteinflößenden Desinteresse, welche mich fast zu Tode kränkte. Aber vielleicht hast du mein Gesicht schon vergessen. Es ist doch schon so lange her, dass ich dein Gesicht gesehen habe. Die feinen Gesichtszüge, die, wie aus Marmor, mit einem leichten Anflug von Röte auf den feinen Wangen, eine Grazie beschrieben, die selbst ein Engel in Scham sich hätte auflösen lassen. Auch wenn ich es verabscheue die Hand des Herrn des Himmels an dir zu bestätigen, ist sein Anteil an deiner Schönheit wohl kaum abzuweisen. Als hätte Maria persönlich in dein Angesicht gelächelt und bestätigt, dass es so gut wäre. Ich kann nicht glauben, dass Gott, wie ihn die Sterblichen überheblicher Weise immer noch nennen, mir nach all meinen Sünden und all meinen Verfehlungen noch einmal einen Blick auf deine Lieblichkeit gewährte. Es muss dir zu Schulden gekommen zu sein, denn sicher habe ich diese Herrlichkeit nicht verdient. Und doch erfüllte es mich mit unglaublichem Stolz dort gestanden zu haben und deinen Liebreiz zu bemerkten, eilten doch all die anderen Männer, im Angesicht eines Engelswesens, nur zügig an dir vorüber und würdigten dich kaum eines Blickes. Doch wie hätte ich meinen von dir lassen können? Ich wollte nichts mehr erblicken und wäre die finsterste Nacht augenblicklich auf mich niedergestürzt, warst du diesen Moment der Ewigkeit wert. Deine Augen, die einen Sturm bannten, um die Sonne wiederzusehen, dein Haar, welches um deine zarten Schultern wallt, welche ich schon so oft sanft mit meinen Fingern berührt habe und das Schauern an meinem Körper spürte, wenn du dieser Berührung gewahr wurdest. Wie du mich ansahst und ich augenblicklich verloren war.
Ich stand in viele Schlachten und sah Männer fallen und doch blieb ich stehen, beugte mich bloß vor meinem Gott und bin stets Heim gekehrt. Doch wenn du mich ansahst, mich mit deinen Fingern wie aus Seide berührtest, dann war ich verloren. Verdammt, dir zu dienen, alles für dich zu tun. Ich gehörte dir, so wie ich anmaßend behauptete, du wärst mein. Unter dem Kreuze und auf das Buche gelobtest du, mich immer zu lieben, doch das Versprechen, welches du mir unter freien Himmel gabst, immer und immer wieder, wenn ich in die Schlacht zog und dich zurückließ, war so viel kostbarer, als alle Schwüre, die den Himmel jemals erreicht hätten.
Habe ich auch meine Religion verloren, schwand mein Halt nicht, den ich in der Geborgenheit des Himmlischen stets fand. Du warst an die Stelle meines Erlösers getreten. Bist du doch mein Herz und meine Seele. Verriet mich die Welt, fand ich Bestätigung in jedem Zentimeter deines Blickes. Anklagend und richtend, doch immer auf Nachsicht aus. Ich konnte mir sicher sein, dass du mich niemals verurteilen konntest, denn deine Reinheit ließ solch einen Frevel nicht zu.
Wie erstarrt ich wohl dastehen und dieses Engelswesen anstarren musste. Vor meinen Augen verlief die Zeit in einer gänzlich anderen Geschwindigkeit. Ein Lidschlag deiner Augen, bedeuteten Leben für mich, die ich schon so oft davongewünscht und doch auf einmal nie gehen lassen wollte.
Mein, durch Training und Drill, geschulter Verstand vermochte nicht zu erfassen, was geschah, während sich meine Beine ohne mein Einverständnis zu bewegen begannen. Einem Schulterblick deinerseits war es zu verdanken, dass ich abermals in des Himmels größten Schatz Einblick erhielt und geblendet von dem goldenen Anblick wusste ich meine Worte nicht wohl zu rücken. Wäre es doch knabenhaft ja sogar naiv gewesen, eine junge Frau auf der Straße einfach meine Gegenwart anzutragen, gar aufzudrängen, wusste ich doch gar nicht, ob du dich an mich erinnern würdest. Wie konnte ich mich erdreisten, deine Aufmerksamkeit zu erlangen? Dem irrenden Engel einfach mein Geleit anzubieten oder sie gar mit der Frage nach ihrem Ziel zu belästigen?
Also blieb ich dort und tat nichts. Bewunderte dich bloß für deine Anmut und wünschte, sie würde auch mir zuteilwerden. Ich schallte mich einen Narren. Wie hättest du auch jemals meine Präsenz bemerken sollen, wenn ich nichts vollbrachte, als meiner Sprachlosigkeit zu erliegen? Ich konnte mich nicht unbefangen an dich heranwagen, ohne zu befürchten, dass du nichts als abweisende Worte für mich übriggehabt hättest.
Ganze Leben habe ich damit verbracht, mir zu wünschen, dass ich dich auch nur einmal wiedersehen würde, dich berühren und umarmen dürfe. Und jetzt, wo ich dich wiedergefunden hatte, war ich reaktionsunfähig.
Ich sühnte, dich jemals gehen gelassen zu haben. War ich doch damals zu schwach gewesen, um dich zu beschützen. Dieses Mal würde mir dieser Fehler nicht widerfahren.
Spürtest du auch, wie die Zeit um uns herum zu rennen begann? Wie alle Bewegungen verschwammen und in einen unendlich weit entfernten Hintergrund rückten? Wir bewegten uns in einer Kuppel der Zeitlosigkeit und mein Körper war so schwer, als würden alle meine Sünden auf meinen Schultern lasten und mich zu Boden drücken wollen. Aber dieses Mal, würde ich gewinnen. Jetzt war ich unbestrittener Herr der Situation und nichts, würde mich von deiner Seite reißen. So nah war ich und ich würde mir diese Gelegenheit nicht entgleiten lassen. Ich klammerte mich an sie und rammte meine Klauen in sie hinein. Dieses Mal würde selbst der Gott der Christen nur teilnahmslos zuschauen können.
Spürtest du diese Macht? Hast du meinen Kampf wahrgenommen? Wie schwer meine Beine waren, als ich einen Schritt auf die zu machte?
Mein Weg war von jeher schwer gewesen, doch ich hatte niemals aufgegeben und so nah am Ziel würde ich sicher nicht damit anfangen. Ich verbannte all meine Zweifel und sammelte meine unsterbliche Stärke, um sie nur auf dich anzuwenden.
Sieh mich an!
Mein Bewusstsein schrie mir entgegen, dass jetzt der rechte Augenblick war. Mein Warten hatte sich gelohnt und ich tat den letzten Schritt.
Entschlossen straffte ich mich, trat in dein Sichtfeld und gab dir keine Möglichkeit, mich zu umgehen. Als ich deine Augen streifte und du mir den Blick zurückwarfst, waren der Lärm und die Entschlossenheit vergessen. Ich war erstarrt und brachte nicht einmal eine höfliche Verbeugung zustande, wie sie auch heute noch angemessen gewesen wäre.
Das nüchterne Lächeln, welches auch nur aus Höflichkeit gegenüber eines Fremden, entstanden sein mochte und die leichte unbeschwerte Geste, mit der du deinen Kopf fragend auf die Seite warfst, erinnerten mich an mein Vorhaben und nun kehrten meine Worte zurück.
Jetzt war ich bereit dich in meinen Bann zu ziehen, um dich nie wieder fortzulassen. Dann würden wir endlich wieder vereint sein und dieses Mal bis in die Ewigkeit.

In diesem Moment war Gott machtlos!


~~++**++~~


So, das war's auch schon.
Hoffe, es hat euch gefallen! ;)
Lasst mir doch ein Review da, wenn es euch gefallen hat oder ihr noch Anregungen habt! Ich freue mich!
Danke für's lesen und bis zum nächsten Mal!

(:jenny
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