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Unwanted pregnancy

von -bamboo
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Balin Bilbo Beutlin Fili Gandalf Kili Thorin Eichenschild
15.06.2014
31.07.2014
5
26.965
16
Alle Kapitel
38 Reviews
Dieses Kapitel
14 Reviews
 
 
15.06.2014 4.375
 
Willkommen zu meinem kurzen, neuen Projekt!
Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von mehreren gleichzeitig laufenden Projekten, aber mir ist die Idee für diese Geschichte hier gekommen und sie wollte einfach nicht mehr aus meinem Kopf gehen.
Da dachte ich mir, ich schreibe den Prolog und stelle ihn online, schreibe "Auch Liebe wird öde" natürlich weiter und wenn mir Inspiration für die eine Geschichte fehlt, schreibe ich hier weiter.

Ähnlichkeiten zu anderen Geschichten sollen nicht bestehen und ich versuche sie zu vermeiden. Ich habe bei niemandem abgeguckt, geschweige denn abgeschrieben.

Eigentlich mag ich solche Geschichten wie diese, die ich mir zur Zeit schreibe, gar nicht so sehr, aber mich inspiriert die Idee für diesen Plot einfach.
Wer also Mpreg nicht mag, don't like, don't read!

Es sollten an die fünf Kapitel werden, mal sehen, wie viel ich schreibe.
Mehr wollte ich gar nicht mehr sagen, also viel Spaß!
Wir lesen uns ~





Prolog

Beide wussten nicht, was in sie gefahren ist.
Es war einfach geschehen. Unvermeidlich haben sie sich immer weiter voran getastet, bis es kein Zurück mehr gab.

Auf der einen Seite der Zwerg, der sich schon viel früher in der Sache verstrickt hatte, als er den Hobbit erschöpft von unzähligen Wunden anblaffte und dann diese verletzten Augen sah. Irgendetwas musste ihn doch geritten haben, als er den kleinen, schmalen Mann ohne weiteres Bedenken in seine Arme schloss und das auch noch vor den ganzen anderen Zwergen.

Schon da hat er unüberlegt gehandelt, was ihn in diese Sache hinein katapultierte. Er konnte sich nicht mehr daraus befreien, egal was er tat.

Auf der anderen Seite der Hobbit, der ungewollt in diese Sache hineingezogen wurde. Er wusste nicht, ob es schon mit dem Unterzeichnen des Vertrages angefangen hatte, oder ob es ein Schlüsselereignis gegeben hatte.

Mit seinem schwachen Widerwillen und der starken Neugier auf etwas neues, unbekanntes wurde auch er in diese Sache geworfen. Er wurde einfach mitgezogen, ritt sich immer tiefer in den Schlamassel hinein.

~

Der Hobbit hatte sich damals etwas von der Gruppe entfernt und atmete tief durch. Es war der Tag gewesen, wo sie am späteren Abend vor dem massiven Bären geflohen sind. Bevor er jedoch Ausschau gehalten hatte, geschah diese Sache.

Thorin trat zu ihm. Auch er hatte sich nach der haarsträubenden Flucht aus dem Nebelgebirge kurz Ruhe gegönnt und war durch das kleine Wäldchen geschlendert. Und dort traf er auf den Halbling.

Die knappe Unterhaltung, die sie begannen, war eher peinlich und beschämt ausgefallen. Bilbo hatte sich anschließend mit geschlossenen Augen gegen einen Baum gelehnt, hatte seinen verspannten und wunden Körper für einen Moment gelockert.
Als er nach mehreren tiefen Atemzügen wieder die Augen öffnete, trat der Zwerg unerwartet schnell vor ihn und stemmte seine Arme neben seinen Kopf gegen den Baum. Erschrocken quiekte der Hobbit und wollte fliehen, doch die ausdruckslosen, blauen Augen von Thorin fesselten seinen Blick und ließen ihn erstarren.
Der Blickkontakt blieb. Langsam kamen sich die Gesichter der beiden ungleichen Männer immer näher. Bilbo fühlte sich immer unwohler.
Bis sein Blick von den Augen zu den Lippen wanderte und er hart schluckte.

Ab da setzte seine Neugier und sein Forschungsdrang ein. Sein Kopf schaltete ab.

Ähnlich erging es Thorin, dem dieser Drang, dies zu tun, seit der Umarmung auf dem Carrock nicht mehr aus dem Kopf ging. Es fühlte sich wie ein Hunger, eine Sucht an. Der Halbling faszinierte ihn nach Azogs Angriff immer mehr und es wurde immer schwerer, die Gier zu unterdrücken.
Und schließlich drängte sein Körper ihn dazu.
Sein Kopf weigerte sich dagegen, aber sein Körper war in diesem Falle stärker.

Hungrig, neugierig und forsch trafen ihre Lippen aufeinander.

Der Prozess der Entkleidung geschah schneller als erwartet und die neugierige und heiße Leidenschaft ließ die Luft um die beiden Männer herum immer wärmer werden.

In diesem kurzen, von Gier und Neugier getriebenem Schäferstündchen übernahm Thorin die aktive, Bilbo die passive Rolle ein.

Beide wussten nicht, was für fatale Folgen ihr heißes Treiben haben sollte.
Ersteres wäre das Brechen ihrer wackeligen Vertrautheit untereinander und ihre damit entstandene Freundschaft.

In diesem Spiel hatten keine wirklichen Gefühle eine Rolle gespielt, sondern nur Druck, Gier und unterschwellige Lust hatten dies geschehen lassen hat. Ein treffendes Beispiel dafür, dass auch Männer Gefühle hatten.
Nun kam es dazu, dass sich die beiden peinlich berührt voneinander distanzierten und ihr Kontakt brach ab.

Thorin wurde mit der Zeit wieder zu dem grummeligen, verschlossenen Zwerg, der damals auf Bilbos Türschwelle stand. Er ging normal mit dem Hobbit um, hatte das Ereignis schon längst verdrängt.
Bilbo selbst brachte sich wieder vorsichtig in den Rest der Gruppe ein und ignorierte Thorin vorerst. In der Seestadt hatte dann auch er das Ereignis so gut wie verdrängt und konnte wieder einigermaßen normal mit dem Zwerg umgehen.

Es schien beinahe vergessen, was sie getrieben haben.

Aber da war auch noch die andere Folge, die das Schäferstündchen mit sich trug.
Nur wusste bis jetzt keiner davon, nicht einmal der Betroffene selbst.



Erschöpft und müde kämpfte der Hobbit sich über das Schlachtfeld.
Es war geschafft, die Schlacht war gewonnen und natürlich war auch Smaug gefallen. Zum Glück hatte Bard noch einen schwarzen Pfeil seiner Ahnen zurückbehalten.
Ihm schauderte es, als er zurück an den Drachen dachte und an sein gefährliches Auftreten. Den heißen Feueratem spürte er auch jetzt noch um seine Spitzohren herum.

Die Linie Durins hatte die Schlacht relativ gut überlebt.
Thorin, Fíli und Kíli lagen am bewusstlos oder schwer atmend am Boden, ihnen war aber nichts gravierendes zugestoßen. Hier und da eine Platzwunde, Schnittwunde oder einen blauen Fleck, ansonsten schien nicht mehr passiert zu sein.

Zum Glück hatte Bilbo sich während der Schlacht mit einem schlechten Gefühl aus seinem Versteck gewagt, die feige Seite ablegt und sich gerade rechtzeitig gegen Azog geworfen, als er ausgeholt hatte um Thorin das Schwert über die Brust zu ziehen und ihn somit zu töten.
Dank dieses Mutes hatte Bilbo sich zwar eine tiefe Wunde an der rechten Schulter und eine lange Schnittwunde an seiner Wange eingefangen, dafür hatte aber der König überlebt. Azog war nämlich durch den unerwarteten Stoß zurückgetaumelt, hatte den Hobbit noch zwei Streiche seines Schwertes spüren lassen und war dann den Abhang heruntergestürzt.

Der Sturz allein hatte ihn zwar nicht umgebracht, dafür hatten sich aber die blutrünstigen Warge auf ihren ehemaligen, geschwächten Herren gestürzt und hatten ihn kaltblütig ermordet.
Damit endete auch das grausame Dasein des bleichen Orkes.

Um genau zu sein, waren diese Ereignisse schon zwei Tage vergangen.
Bilbo schleppte sich erneut über das weite Schlachtfeld und hielt Ausschau nach Verletzten, die er zu den Zelten der Heiler geleiten könnte oder auf die er die starken, helfenden Zwerge aufmerksam machen könnte, damit sie weggetragen werden könnten.
Ihm wurde schlecht bei der Anzahl der Toten und der teilweise übel zugerichteten Leichen, aber was sollte er machen? Die Zeit konnte er nicht zurückdrehen. Diese Tode konnte er nicht verhindern.

Eine Hand legte sich auf seine unverletzte Schulter.
Erschrocken wirbelte er herum und griff reflexartig nach Stich. Missmutig knurrte er, als ihm 'nur' der rechtmäßige König unter dem Berge gegenüberstand.
„Bilbo, du musst deine Wunden untersuchen lassen, gehe in eines der Zelte und lasse dich versorgen!“, befahl Thorin und schaute ihn mit gemischten Gefühlen an. Die gegenwärtige Abneigung und diese gewisse Distanz, die seit dem Ereignis vor Beorns Haus zwischen den beiden Männern herrschte. Und natürlich die glühende Wut wegen der Sache mit dem Arkenstein.

„Natürlich, Ihre Hoheit!“, schnaubte Bilbo nur und verneigte sich vor dem Zwerg.
Bedanken für die lebensrettende Aktion von Bilbo tat sich der König natürlich nicht.
Blöder, sturer Zwerg mit seinem verdammten Stolz.

Beim Weggehen schmerzte sein Bauch plötzlich.
Ein kurzer Krampf, der so schnell verging, wie er gekommen war.



Erebor wurde langsam wieder aufgebaut. Smaugs Zerstörung betraf nur die Eingangshalle, die riesige Schmiede und natürlich die Schatzkammer. Der Schaden war groß, aber übersichtlich.
Die unzähligen Wohnräume waren schnell entstaubt und waren schneller bewohnbar als geplant.

Es waren insgesamt zwei Monate seit dem Sieg bei der Schlacht der fünf Heere vergangen, zwei Monate des Friedens. Monate der Regenerierung und des Wiederaufbaus.

Thorin verzieh Bilbo die Sache mit dem Arkenstein nun doch, sein sturer Zwergenkopf schien langsam zu verstehen, dass es nur zu seinem Guten gewesen war.
Außerdem tastete er sich langsam wieder an den Halbling heran. Er entschied sich, dass diese peinliche Situation nach den Nebelbergen hinter ihnen lag und sie neu anfangen könnten.

Die Zwerge der Kompanie sagten, dass Bilbo so gut wie noch nie aussah. Das lag nicht an den guten Klamotten, dem regelmäßigen Essen oder seines gepflegten Aussehens, nein, sie meinten, er sah durch etwas völlig natürliches anders aus.
So gesund und glücklich.

Auch Gandalf sah es so.
Nur lag in seinen Blicken nicht die Bewunderung, die sich bei den Zwergen eingeschlichen hatte, sondern Sorge.
Thorin hatte diese Blicke bemerkt und beschloss vorerst, den Grauen nicht darauf anzusprechen.
Als er ihn aber recherchierend und grummelnd in der Bibliothek auffand, beschlich ihn ein ungutes Gefühl. Wenn der Zauberer sich Sorgen machte und dieses Thema scheinbar auch noch intensiv verfolgte, musste es wirklich etwas von Bedeutung sein.
Trotzdem sprach er den Zauberer darauf nicht an.

Eines Morgens ging Thorin über den breiten Gang, der zu seinen Gemächern und denen seiner Neffen führte, als er unschöne Geräusche aus dem Zimmer des Halblings vernahm. Er hatte vor nicht allzu langer Zeit beschlossen, die vielen königlichen Räume aufzuteilen und den Personen, die ihm am nächsten standen, die großen Schlafräume zuzuweisen.
Das waren Balin, Dwalin und Bilbo gewesen. Mehr Räume standen auch nicht zur Verfügung.
Und jetzt kamen diese besorgniserregenden Geräusche aus des Halblings Raum.

„Bilbo?“, rief er mit unterdrückten Besorgnis und klopfte an die massive Eichentür. Als keine Antwort, sondern ein herzzerreißender Laut kam, riss Thorin die Tür rücksichtslos auf und stürmte in den Raum.
„Bilbo!“, brummte er fragend und schaute sich um. Und dann sah er das jämmerliche Häufchen, dass sich unter einer dünnen Decke auf dem Teppich verkrochen hatte und diese jammernden Laute von sich gab.
Mit langen, schnellen Schritten trat Thorin zu dem Haufen und zog die Decke weg. Zum Glück lag der Halbling wenigstens auf dem Teppich und nicht auf dem bloßen, eiskalten Steinboden.

Bilbo hatte die Augen zusammengekniffen und hielt sich den Bauch. Anscheinend hatte er starke Bauchschmerzen.
„Was genau ist los, Halbling?“, fragte Thorin trocken, als würde es ihn nicht interessieren, dabei machte er sich doch Sorgen um seinen ehemaligen Meisterdieb.
Beschwichtigend machte Bilbo Bewegungen mit seinen kleinen Händen und lächelte schmal.
„Gestern zu viel getrunken...und zu viel gegessen!“, fügte er noch hinzu und stöhnte leise, als eine weitere Welle Übelkeit ihn durchrollte.

In den letzten Tagen hatten vor allem die Zwerge, die ihn und Bilbo auf der langen Reise zum Erebor begleitet hatten, viele Feste veranstaltet.
Es gab viel zu essen und natürlich viel alkoholisches Gebräu. Und der eigentliche Held der Reise durfte natürlich nicht fehlen und so feierte Bilbo jede Nacht mit, aß viel und trank dementsprechend auch eine ganze Menge.
Da war es auch kein Wunder, dass er verkatert aufwachte. Und zugelegt hatte er auch wieder.
Ein kleines, rundes Bäuchlein hatte er sich schon angefressen.

„Überlasse den Halbling mir, ich kümmere mich schon um ihn!“, brummte eine altbekannte Stimme hinter ihnen. Thorin neigte nur seinen Kopf und musterte Bilbo genaustens, bevor er sich zu dem Besitzer der Stimme drehte und Gandalf erblickte. Der Zauberer hatte sich herangeschlichen, ohne nur eine Vorwarnung auf sein plötzliches Erscheinen zu geben.
„Du musst bestimmt noch wichtigeren, königlichen Aufgaben nachgehen, nicht wahr?“, fragte der Halbling mit einem kühlen Desinteresse in seiner Stimme. Bei Gandalfs Erscheinen hatte er sich mühsam aufgerappelt und schaute nun verzerrt lächelnd zu dem bärtigen Mann auf. Thorin ignorierte er einfach.

„Stimmt, Halbling, ich muss deutlich wichtigeren Aktivitäten nachgehen als Betreuung von verkaterten Hobbits. Guten Morgen!“, knurrte er verächtlich und rauschte aus dem Raum.
Gandalf warf dem resignierten Bilbo nur einen bedeutungsschwangeren Blick zu, bevor er leise anfing mit ihm zu reden und den Bauch zu betasten.

~

Die Aufräumarbeiten gingen zügig voran und schon zwei Wochen später konnte man etwas von Erebors alter Pracht sehen. Die riesigen Banner und Fahnen, die sämtliche großen Hallen schmückten, waren zwar nicht mehr vorhanden, aber neue Banner waren schon in Bearbeitung.
Als Thorin die ersten Skizzen der Motive für die Banner sah, war er überrascht. Normalerweise war auf den Bannern bisher nur ein einzelnes Symbol gewesen, doch dieses Mal sollten die riesigen Stoffe für die Eingangshalle eine Geschichte erzählen.

Von dem Tag an, an dem der Arkenstein gefunden wurde, bis zu der Zerstörung durch Smaug, der Ankunft der Zwerge und des Hobbits am Erebor und die Schlacht der fünf Heere - alle besonderen Momente der neuen Geschichte Erebors wurden nun sorgfältig dokumentiert und auf Banner genäht.
Nicht detailreich, aber kunstvoll.
Thorin bejahte diese Idee für die Banner. Was ihm aber leicht missfiel, war die Tatsache, dass auf einem Banner Bilbo und er sich ziemlich nah beieinander standen und dann auch noch einander anguckten.
Diese Skizze hatte er schnaubend beiseite gelegt, sie aber nicht verboten. Ihm lag irgendwas daran.

Die riesige Festhalle war auch wiederhergerichtet worden. Natürlich hatte er dann die offizielle, riesige Feier für die Übernahme des Erebors und des Sieges über die Schlacht der fünf Heere geplant. Langsam trudelten die meisten Zwerge wieder ein, die damals den Erebor besiedelt hatten. Schmiede, Köche, Krieger und Zwergenfrauen. So war auch die Hilfe für das Fest vorhanden.
Das Festmahl für die Feier war schnell geplant, die Umsetzung bereitete auch keinerlei Probleme.

Denn Thal wurde von Bard wiederaufgebaut. Auch dieser Aufbau ging schneller voran als gedacht. Rohstoffe aus dem Erebor wurden aus Dank gespendet und es fanden sich viele Menschen und Zwerge, die freiwillig halfen.
Die Straßen waren freigeräumt worden, die Häuser stabilisiert und es war einigermaßen bewohnbar. Tierzucht und Feldarbeit hatte sich selbstverständlich mit aufgebaut und so war auch die Belieferung für das Fest keine Probleme.
Die Handelsstraßen waren voller denn je und selbst wenn es Winter war, die Ware war frisch. Sie musste nur schnell verwendet werden.

So fand also heute die Feier statt.
Thorin saß mit den Zwergen der Kompanie, Bilbo und Gandalf an einem großen Tisch. Sein Lachen vermischte sich mit dem Lachen der anderen Zwerge in der riesigen Halle. Die Stimmung war heiter, die meisten Zwerge waren jetzt schon etwas angetrunken.
Einige Tische sangen lauthals Trinklieder, andere plauderten und aßen nur. Und dann war da der mittlere Tisch mit dem König und seinem Gefolge, an dem freudig gegessen wurde und laut gelacht wurde.

Der schwarzhaarige König hob seinen Krug an, rief etwas auf Khuzdul und setzte sich den Krug mit der Schaumkrone an die Lippen. Johlend tat sein Gefolge es ihm nach, bis auf Gandalf und Bilbo.
Ja, Bilbo trank seltsamerweise nicht mit. Sonst hatte er immer mitgefeiert und das getrunken, was man ihm gegeben hatte. Jetzt plapperte er aber nur fröhlich mit Gandalf oder schaute leicht betrübt zu den Zwergen. Das Weinglas, welches vor ihm stand, hatte er nicht angerührt. Er aß nicht einmal etwas.
Würde Gandalf ihn nicht die ganze Zeit in eine Unterhaltung ziehen, würde er nur still und traurig auf seinem Platz sitzen und keinen Spaß mit seinen Gefährten haben. Etwas lag ihm auf dem Herzen und nahm ihm die übliche Freude.

Thorin beobachtete den Halbling. Irgendetwas stimmte nicht, dass merkte auch er, und er wüsste nur zu gerne, was denn los war.
Ihm gefiel es nicht, dass der Kleine nicht lachte und nicht der freudige Hobbit wie sonst immer war.

Kíli stand im Laufe des Abends auf und sprang auf den Tisch, stimmte ein Siegeslied an. Er hatte den Text eines bekannten Liedes umgedichtet, sodass es auf ihr Abenteuer passte. Der Text war aber auf Khuzdul. Was manche Zwerge zum Lachen brachte, ließ Gandalf und Bilbo kalt, denn sie verstanden ja nichts.
Bilbo schaute dennoch schmal lächelnd zu, wie der junge Zwerg auf dem Tisch herumsprang und durch das Jubeln der ganzen anderen Zwerge angestachelt wurde, mehr zu singen.

Als der Prinz dann nach Bilbo griff und ihn auf den Tisch hob, schauten sowohl Gandalf als auch Thorin alarmiert auf. Kíli fragte Bilbo lachend etwas. Thorin ahnte schon, was es war. Höchstwahrscheinlich wollte Kíli ein Lied von Bilbo hören.
Wild schüttelte der Hobbit den Kopf und schaute den Zwerg mit großen, vor Entsetzen geweiteten Augen an. Leise sagte er etwas zu dem jungen, ungestümen Zwerg und blickte ihn bettelnd von unten an. Bilbo wollte nicht singen.
Das, was Kíli erwiderte, stimmte den Halbling nicht glücklich. Seine Augen suchten automatisch Gandals. Dieser stand sofort auf, klopfte Kíli entschuldigend auf die Schulter und hob Bilbo von dem Tisch runter.
Und verließ den Raum mit ihm.

Thorin kniff die Augen zusammen, beließ es aber dabei und feierte weiter.

Als Bilbo etwas später wieder hinzukam, stürzte er sich sofort mit Heißhunger auf die Essensreste. Die Hälfte davon schien ihn aber nicht anzusprechen oder ihm schmeckte es einfach nicht, so angewidert sah er hin und wieder aus.
Bei dem essen wirkte er aber auch noch so erschöpft, als ob er jeden Moment vom Stuhl fallen könnte.
Beim Probieren des Weines verzog der Hobbit auch angeekelt noch das Gesicht.
Knurrend starrte Thorin den Halbling an. Wenn er unter den Zwergen leben wollte, musste er auch deren Lebensweise und ihre Speisen zu schätzen wissen!

Auch Gandalf gesellte sich wieder zu der heiteren Truppe hinzu, kümmerte sich aber größtenteils nur um den Hobbit.
Als Bilbo sich gegen Mitternacht über Schmerzen beklagte, reichte es Thorin. Er wollte diesen jammernden Halbling aus den Augen haben! Schon den ganzen Abend über vermieste er ihm die Laune.
Eru sei Dank nahm Gandalf den kleinen Mann aber mit sich und führte ihn zurück in die Gemächer.

Der König entspannte sich und feierte noch ausgelassen die gesamte Nacht durch.



Es war wieder ein Monat vergangen.
Bilbo war ihm auf dem Fest zwar fürchterlich auf die Nerven gegangen, aber seit diesem Fest hatte er ihn kaum noch gesehen. Das mag an seinen zeitraubenden Aufgaben liegen, die er täglich bearbeitete. Oder es lag einfach daran, dass der Halbling sich vor ihm versteckte. Er machte sich furchtbar Sorgen um den kleinen Lockenkopf.
Wahrscheinlich hatte er bemerkt, wie Thorin ohne einen wirklichen Grund sich von ihm belästigt gefühlt hatte und ging ihm jetzt aus dem Weg.

Also beschloss der Zwerg, in dem Zimmer von Bilbo auf eben diesen zu lauern und sich bei ihm zu entschuldigen, wenn der Hobbit ihm denn irgendwann gegenüberstand.

Seine Augen glitten über das riesige Zimmer, was so spärlich und unpersönlich eingerichtet war. Der Teppich auf dem Boden, die große Kommode gegenüber vom Bett, das hohe Bett selber.
Die unzähligen Kissen und dicken Decken auf dem Bett, die Wärmeflasche neben dem Bett auf dem Nachttisch. Das Glas Wasser auf dem Nachttisch.
Die dünne Rüstung des Hobbits und sein Schwert auf der Kommode drauf, die viel zu groß für einen so kleinen Hobbit schien.
Smaugs Drachenschuppe, die Bilbo als Beweis seines Sieges aus der Schatzkammer mitgebracht hatte und die nun eingerahmt an der Wand hing.
Der Sessel, der einsam mitten im Raum stand und der kleine, niedrige Tisch neben ihm. Das unberührte Teeservice auf dem Tisch und der kleine Haufen Bücher.
Der Schreibtisch in der Nähe des Bettes mit einem Stapel Papierkram.

Und dann war da diese Zeichnung. Eine Zeichnung, versteckt unter den ganzen anderen Papieren. Vorsichtig zog er sie hinaus und betrachtete sie.
Es war mehr eine Skizze als eine Zeichnung. Überrascht erkannte er seine eigenen Gesichtszüge und eine eigene Gestalt wieder. In dem Hintergrund war ein Drache und Feuer fertig gezeichnet, und überwältigt betrachtete er die Details. Die Schuppen des Drachen, die Stacheln, die Klauen. Das Feuer, die aufsteigenden Funken, die angedeutete Hitze um die Flammen herum.
Es war definitiv keine Zeichnung von Ori. Der junge Zwerg hatte sich eher auf oberflächliche Details beschränkt und ging nicht so sehr in die Tiefe. Seine Zeichnungen waren detailreich, aber nicht so dreidimensional wie diese Zeichnung hier.
Hatte möglicherweise Bilbo dies gezeichnet..?

Schritte auf dem Flur rissen ihn aus der Bewunderung und er steckte die Zeichnung zurück. Nervös blickte er zu der Tür, hetzte leise zu dem Sessel und warf sich hinein. Setzte eine ruhige Maske auf und schaute ausdruckslos auf die dunkle Eichentür.

Knarrend öffnete sich die Tür und ein lächelnder Hobbit mit honigfarbenen Locken trat in den Raum.
Das erste, was dem Zwerg auffiel, war die viel zu große Kleidung. Das lange, weite Hemd, was definitiv einem sehr breit gebauten Zwerg gehört hatte, verbarg die Figur des Halblings geschickt. Die Ärmel waren aufgerollt, rutschten aber immer wieder runter, sodass die Arme und Hände völlig in den Ärmel verschwanden und es fast schon niedlich aussah.
Die üblichen Hosenträger hingen nun nutzlos an den Hüften des Hobbits.
Warum spannte er sie nicht wie sonst immer über seine Schultern? Und warum dieses Hemd? Das war nicht sein normaler Kleidungsstil.

Bilbo schaute auf und sah sofort zu dem majestätischen Zwerg in seinem Sessel. Das Lächeln wurde sofort aus dem Gesicht gewischt und ein leicht wütender Zug legte sich um seinen Mund.
„Was verschafft mir die Ehre?“, knurrte der Hobbit und hielt die Tür weiterhin auf. Weitere Schritte ertönten auf dem Flur und Balin und Gandalf traten in den Raum. Auch sie blieben ruckartig stehen und starrten den Zwerg an, der mit überschlagenen Beinen in dem Sessel saß und das Geschehen ruhig beobachtete.

„Ich wollte dich fragen, weshalb du mir aus dem Weg gehst, Halbling!“, verkündete er trocken und musterte die drei Personen vor ihm.
„Oh Thorin...“, seufzte Balin und legte beruhigend eine Hand auf die Schulter des Halblings. Dieser brodelte innerlich, seine haselnussfarbenen Augen flammten gefährlich auf.

„Wieso sollte es dich kümmern? Die gesamten viereinhalb letzten Monate hast du dich auch nicht um mich gesorgt!“, fauchte Bilbo. Thorin blinzelte nur langsam. Warum zählte er die Monatszahl so und nicht von dem Anfang ihrer Reise? War etwas vor viereinhalb Monaten geschehen?

Bevor er zu einer unbeteiligten, kühlen Antwort ansetzen konnte, traten dem Halbling Tränen in die Augen und die wütenden Flammen wurden gelöscht. Erschrocken zuckte Thorin zusammen und sprang hastig auf, da stellte sich Gandalf vor den kleinen Mann. Balin kümmerte sich hinter dem Rücken des alten Mannes um den aufgelösten Lockenkopf.

Gandalf trat auf Thorin zu und kniete sich vor ihn hin.
„Nun, Thorin, ich denke, ich muss dir so einiges erklären. Setz' dich!“, befahl der Zauberer und deutete auf den Sessel. Er selber zog sich den Stuhl von dem Schreibtisch heran und setzte sich drauf.
Verwirrt und erwartungsvoll starrte Thorin ihn an.

„Du hast schon bemerkt, dass Hobbits sonderbare Wesen sind.“, stellte Gandalf klar. Thorin lächelte mild und nickte.
„Sie sind unterschiedlich veranlagt, einige sind freundlich, andere eher grummelig und abweisend,  fast schon kühl. Im Prinzip so wie du.“
Für diese Aussage fing er sich einen eiskalten Blick des Zwerges ein, doch er schwieg weiter und wartete auf die folgende Erklärung.

„Und dann gibt es diese besonderen Fälle unter Hobbits. Die bewundernswerten, männlichen Teile des Volkes.“
Thorin bemerkte, wie sein Blick weich wurde und er zustimmend nickte. Gandalfs Lippen verzogen sich zu einem schwachen Lächeln, er wurde sofort aber wieder ernst.
„Sie mögen besonders in den Augen der Zwerge eher weiblich wirken, wobei nicht einmal das wirklich passend ist. Kein Bart, wenig Muskelmasse und eher schlank, zierlich veranlagt...“, fuhr Gandalf fort. Doch schwieg er, anstatt weiterzureden.

„Nun, was willst du mir sagen?“, brummte der Zwerg und machte eine Handbewegung, die zum Weiterreden aufforderte.
Dieser verdammte Zauberer schaffte es wirklich, die Neugier in ihm zu wecken, die er so stark zurückzuhalten vermochte. Und dann war da auch noch dieser unheilverkündende Blick...

„Einige seltene Fälle unter den männlichen Vertretern der Hobbits haben wirklich weibliche Eigenschaften übernommen. Meistens wissen sie gar nichts davon und sehr häufig werden sie eine Lebenszeit über nichts davon erfahren, da sie in anderen Gewässern unterwegs sind...deshalb gibt es auch kaum Aufzeichnungen davon.“, brummte Gandalf. War da ein Hauch Unsicherheit in seiner rauen Stimme?
Und was wollte er damit andeuten? Weibliche Eigenschaften bei Männern? Was sollte da schon sein?
Weibliche Formen? Sucht nach typischen weiblichen Aktivitäten wie Wäsche waschen, aufräumen, Staub wischen und den Garten machen?

„Etwas, was nur Frauen können.“, gab Gandalf ihm einen Hinweis. Er hatte gesehen, wie Thorins Kopf an einer Antwort arbeitete.
Was nur Frauen können...natürlich, Kinder empfangen und gebären.
Sollte das also heißen, einige männliche Hobbits können Kinder kriegen?
Verwirrt blickte er den Grauen an.

„Warum erzählst du mir denn so etwas?“, fragte er und man hörte seine Verwirrung deutlich heraus.
Ein lautes Schluchzen vom anderen Ende des Raumes lenkte ihre Aufmerksamkeit kurz auf den Hobbit, der sich jammernd an Balins Schulter gelehnt hatte.

„Mein lieber Thorin, ich hatte etwas mehr Köpfchen von dir erwartet!“, meinte der Zauberer. Wieso denn mehr Köpfchen? Er hatte doch erraten, was der Graue ihm zu sagen versucht hatte!
Oder etwa nicht?

Warum sollte er ihm überhaupt von den Eigenschaften einiger seltenen männlicher Hobbits erzählen, er kannte doch nur einen Hobbit...der männlich war.

Oh.

Er spürte, wie seine Gesichtszüge entgleisten und er die Beherrschung über seinen Körper verlor.
Jetzt machte alles einen Sinn.
Es machte Sinn, dass Bilbo ihm aus dem Weg ging, es machte Sinn, dass der Hobbit zugelegt hatte. Es machte Sinn, dass er so einen Heißhunger gezeigt hatte und die Hälfte der Speisen nicht mochte. Es machte Sinn, dass Bilbo gesagt hatte, dass er sich seit viereinhalb Monaten nicht mehr wirklich um ihn sorgte. Es machte Sinn, dass er am Morgen damals Übelkeit verspürt hatte.
Es machte auch Sinn, dass der Halbling an Stimmungsschwankungen leidete.

Er erinnerte sich wieder, was vor viereinhalb Monaten geschehen war. Als sie beide ihre unterdrückte Lust nicht mehr zurückhalten konnten und blindlings übereinander hergefallen waren.

Bei Eru, wie konnte er nur so blind gewesen sein?!

Er stemmte sich auf seine zitternden Beine hoch und ging mit einigermaßen festen Schritt zu dem Lockenkopf hinüber. Tatsächlich schaffte er es sogar, wieder seine steinerne Maske aufzusetzen und Bilbo mit einigermaßen ausdruckslosen Augen anzuschauen.
Seine Knie gaben nach und er tat so, als würde er sich gewollt vor den kleinen Mann knien wollen.

Seine Hände suchten sich ihren eigenen Weg unter das weite Hemd auf den Unterleib des Hobbits, der deutlich gewachsen war, seit er ihn das letzte Mal berührt hatte.
Unerwartet sanft strich er mit seinen Fingern über den Bauch, der ein kostbares Gut in sich aufbewahrte.

Warm richtete er seine Augen von dem Bauch des sonst so schmalen Hobbits auf sein Gesicht.

„Bilbo...du trägst ein Kind in dir?“
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