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Kamigami ga doki doki da yo!

von Erenya
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
12.06.2014
27.06.2015
8
22.497
 
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12.06.2014 2.765
 
Es war Abend geworden und die Lichter der Laternen die sie in die Luft hatten schweben lassen, waren schon lange erloschen. Nur noch das Licht der Sterne und des Mondes erhellten die Dunkelheit der Nacht, durch die Loki, gefolgt von Thor, zum Schulgebäude ging. Der Tag war lang gewesen und obwohl alle Probleme sich augenscheinlich gelöst hatten, lag Thor eine Frage auf der Zunge.
„Loki...“ Es war, als verstand der Gott des Schalks auch ohne Worte, was in Thor vorging. Vielleicht brauchten sie auch gerade nicht viele Worte, weil Thor von Gewohnheit aus nie der Gesprächigste von ihnen war,
„Ich weiß. Mach dir keine Sorgen. Ich werde Baldr mit meinen eigenen Händen töten.“ Es war ein Moment, der solange wie ein Atemzug andauerte und der mit Schweigen erfüllt war, bevor Thor zum letzten Mal in dieser klaren Nacht seine Stimme erhob.
„Richtig.“ Obwohl es wie gewohnt neutral von ihm erklang, schwang doch eine gewisse Trauer in seiner Stimme mit. Ein Gefühl, dass weder Loki noch Baldr jemals aus seiner Stimme herausgehört hätten.Oder das sie auch nur erahnten.

Als wäre er einem Albtraum entglitten, schrak Thor auf. Er fühlte den samtenen Stoff seiner Decke, die seinen nackten Oberkörper bedeckte und ihn in der Nacht wärmen sollte. Sein Blick glitt emotionslos durch den Raum und blieb auf dem Bett Lokis haften, der ruhig und selig schlief. Genauso wie Baldr, der irgendetwas über gegrilltes Fleisch und Yui und Loki nuschelte. Sie waren so friedlich miteinander, zu dritt in diesem Zimmer.
Erneut kam Thor der Traum in den Sinn. Ein Traum, der vielmehr eine Erinnerung an den vergangenen Abend war. Baldr würde irgendwann zu einer alles vernichtenden Waffe werden und Loki mit seinem Speer wäre es schließlich, der Baldr vernichten und damit Frieden bringen würde. Er selbst würde dazu verdammt sein, alles hilflos mitanzusehen und entweder einen Freund, oder beide zu verlieren. Das alles nur wegen dieser Krankheit, die dank des Unantastbarkeitsfluches nicht beseitigt werden konnte. Zumindest gab es in Asgard keine Heilung dafür. Aber vielleicht waren Loki und Baldr deswegen hier. Vielleicht gab es in Zeus Schule für Götter einen Weg alles zu beenden, ohne dass Blut fließen musste. Es musste einfach einen geben.

**~~**


Hilflos sah Apollon in Thors Gesicht. Der Norde starrte ihn bereits seit einigen Minuten mit diesem stoischen, ernsten Blick an ohne auch nur ein Wort zu sagen. Thor selbst suchte noch nach den richtigen Worten, mit denen seine Frage formulieren konnte, ohne dass man ihn verständnislos ansah. Besonders für Apollon musste diese Frage deutlich ausgesprochen werden.
„T-Toru-Toru, ist alles in Ordnung? Hast du Bauchschmerzen? Bist du müde? Hast du Hunger? Durst?“ Apollon war mit der Situation sichtlich überfordert, zumal er nicht einmal ansatzweise ahnte, was Thor von ihm wollte.
„Wie löst ihr Griechen Flüche?“ Es war ein unendlich langer Moment, den Thor benötigt hatte um diese Frage auszusprechen. Nicht einmal Apollon konnte die Art dieser Fragestellung missverstehen, soviel war sicher.
„Das hängt von dem Fluch ab. Die meisten können nur von Göttern gelöst werden. Aber Flüche wie der von Onkel Hades, liegen weit über unserer Macht. Man kann sie höchstens übertragen.“
Ein stummes Murren kam von Thor, als er sich die Erklärungen Apollons angehört hatte. Dass alles machte ihn nicht glücklich. Gar nicht glücklich.
„Wieso fragst du, Toru-Toru? Bist du verflucht? Soll ich dir den Fluch nehmen?“ Thor hörte Apollon gar nicht mehr zu und wandte sich stattdessen zu den beiden Japanern, die ihrem Gespräch gefolgt waren und ihn schon mit einem vielsagenden Blick fixierten.
„Keine Chance“, antwortete Takeru sofort, ohne dass Thor auch nur ein Wort sagen musste. Fragend hob sich dessen linke Augenbraue, denn ohne Erklärung würde er nicht verstehen, was Takeru meinte.
„Flüche aus Japan sind unabwendbar. Man kann ihnen nur mit einem guten Fluch entgegenwirken um dessen grausames Ausmaß zu verhindern.“ Ruhig und ohne Emotionen gab Tsukito die Erklärung, die Thor im Stillen gefordert hatte. Es waren Worte, die seine Hoffnung mit einem Schlag zerschmettert hatten. Scheinbar war er nicht einmal in dieser Schule fähig zu lernen, was seine Freunde retten konnte.
„Allerdings...“ Thor horchte auf, als Tsukito erneut das Wort erhob und ihn mit gleich bleibendem Gesichtsausdruck ansah. „In der Bibliothek könntest du vielleicht eine Antwort auf deine Frage finden. Die Bücher dort sind sehr umfangreich. Sie wurden nicht nur von Thoth Caduceus bereitgestellt, sondern auch von Zeus und täglich kommen Neue hinzu.“
Auch wenn Thor Tsukito noch nie so gesprächig erlebt hatte, war er doch mehr von der Tatsache erstaunt, dass er nicht von selbst auf die Bibliothek gekommen war. Immerhin war diese Bibliothek so umfassend, dass alle Mythologien sich in ihr vereinten. Selbst die Ägyptische.

**~~**


Dass die Sammlung allen Wissens wirklich umfangreich war, hatte Thor noch nie bezweifelt und obwohl es nicht das erste Mal war, dass er die Bibliothek betrat, war er doch fasziniert. Die Bücherregale gingen bis fast unter die Decke und es gab kaum eine Lücke, die noch Platz für weitere, fehlende Bücher in der Sammlung gelassen hätte. Bücher über verschiedenste Kulturen auf der Erde, über Pflanzen, Tiere, ganze Romanreihen, alles war hier zu finden. Die Chance hier ein Mittel gegen den Fluch zu finden war damit nicht ausgeschlossen. Die Frage war nur, wo er mit seiner Suche anfangen sollte. Nach welchen Schlagworten sollte er suchen? Waren Flüche für Menschen überhaupt relevant?
Thor wusste die Antworten auf seine Fragen nicht, weswegen er einfach entschied sich querbeet durch die verschiedenen Themenbereiche zu lesen. Irgendwann musste er schließlich Erfolg haben und wenn es ihn die ganzen nächsten Tage kosten würde.

**~~**


Thoth beobachtete mit großem Interesse Thor, der erneut das Themengebiet gewechselt hatte. Zum vierten Mal an diesem Tag. Die Philosophie hatte er schnell beiseite gelegt und war zur Biologie über gegangen. Doch auch dort schien er nichts Entsprechendes, abgesehen von einem Buch über die Verbreitung und Ausbreitung von Viren, gefunden zu haben. Selbst in der klassischen Literatur war er nicht fündig geworden, sodass er nun die Abteilung für Okkultes abgraste. Thoth fragte sich was die Bohnenstange wohl suchte, zumal seine Methode des gezielten Suchens alles andere als effektiv war. Er hätte ihn selbstverständlich fragen und helfen können, aber Thoth war nicht hier an der Schule, um den jungen Göttern die Antwort auf ihre Probleme vorzukauen. Sie mussten schon von selbst darauf kommen. Er wollte Thor einfach weiter beobachten und sicher gehen, dass dieser keinen Schaden an den Büchern anrichtete.

**~~**


Nach zwei Tagen hatte selbst Thor verstanden, dass sein System für die Suche nach der benötigten Information alles andere als vorteilhaft war. Er hatte selbst jetzt noch nicht einmal die Hälfte der Bücher durchgesucht und wahrscheinlich hatte er in den einen oder anderen Bereichen wichtige Informationen übersehen, weil er sie einfach nicht in die Hand bekommen hatte. Noch dazu gab es einige Bereiche, die er getrost ausschließen konnte, darunter die Mathematik und Architektur.
Er sah buchstäblich den Wald vor lauter Büchern nicht und war mit seinem Latein am Ende. Nicht einmal Apollon und Tsukito, die mehr Zeit in der Bibliothek verbrachten als er, konnten ihm sagen nach welchen Büchern er Ausschau halten musste. Es war einfach unmöglich, alle Bücher zu kennen, wenn man nicht gerade Thoth hieß und über die Fähigkeit des Schnelllesens verfügte. Und diesen Schritt zu wagen, seinen Lehrer um Hilfe zu bitten, hatte er bisher vermieden. Immerhin war der Ägypter auch nicht gerade hilfreich, wenn Yui Hilfe brauchte. Zumindest hatte er, als stiller Beobachter, dass oft genug gesehen.
Dennoch, es war jetzt wohl die letzte Chance, die er hatte. Wenn der Gott des Wissens ihm nicht weiterhalf, musste er sich wohl damit abfinden, dass es für Baldr und Loki keine Rettung gab und er wieder zum stummen Zusehen verdammt war.

Thor hatte einige Zeit gebraucht, um seinen Lehrer in der Bibliothek zu finden. Für Tsukito und Apollon wäre es wohl ein gewohnter Anblick gewesen, ihn an einem Tisch sitzend, mit einem Buch in der Hand zu sehen. Er war nicht alleine, doch Thor störte sich nicht an dem schlafenden Ägypter mit den schwarzen Haaren und der heimatlichen Tracht. Für seine Ziele war er irrelevant, ebenso wie es nicht wichtig war, dass er ihn noch nie zuvor hier gesehen hatte. Thor ging einfach davon aus, dass dessen Anwesenheit hier schon seine Richtigkeit haben würde.
„Thoth-sama...“ Genervt, ohne es aber deutlich zu zeigen, hob Thoth seinen Blick von dem Buch und sah den nordischen Gott an, dem es ernst zu sein schien. Wahrscheinlich hatte er schon erwartet, dass er irgendwann zu ihm kommen würde, anders konnte sich Thor zumindest nicht erklären, warum Thoth kein bisschen überrascht war.
Schweigen machte sich breit, auch wenn Thor sich nicht erklären konnte, wieso. Er war einfach unfähig, Thoth gegenüber sein Wollen so klar zu äußern, wie er es bei Apollon getan hatte.
„Sag schon was du willst, Bohnenstange, und verschwende nicht meine Zeit.“ Die Worte Thoths waren harsch, doch wahrscheinlich war ihm die Stille genauso unangenehm wie Thor selbst. Er sammelte seine Gedanken und starrte Thoth weiterhin unablässig an.
„Ich möchte einen Fluch brechen. Allerdings ist es ein Unantastbarkeitsfluch. Wo kann ich hier ein Buch finden, dass mir hilft, ihn zu brechen?“ Der Ausdruck in Thoths Gesicht blieb unverändert. Thor wusste nicht, was in seinem Kopf vor sich ging, was unfair war, denn er hatte ihm gerade verraten was er wollte. Somit hatte Thoth einen kleinen Einblick in seine geistige Welt bekommen.
„Du willst also dem Bimbo und dem Schwachkopf helfen...“ Thoth hatte ins Schwarze getroffen. Und eigentlich hatte Thor nichts anderes erwartet. Immerhin war Thoth der Gott des Wissens. Wahrscheinlich wusste er schon von Anfang an über den Zustand Baldrs Bescheid. Und darüber, was die Zukunft bringen würde. Der Gott allen Wissens brauchte dazu keine Fähigkeit des Sehens wie Apollon. Wissen brachte immerhin auch Weitsicht.
„Gibt es einen Weg?“ Da Thoth ihm nicht direkt antworten wollte obwohl er nun wusste, was er wollte, setzte Thor die Frage nach. Und zum ersten Mal sah er eine Regung in Thoths Gesicht. Seine Augenbrauen zogen sich in die wütende Tiefe. Der Glanz in seinen blauen Augen bekam etwas bedrohlich Gefährliches. Wie es schien, hatte seine Unwissenheit den ägyptischen Gott verärgert.
„Wenn es einen Weg gibt, dann musst du ihn selbst finden!“
„Kaaaaaahhhhhh~“ Thoths Blick wandte sich von Thor ab, als der unbekannte Ägypter mit einem Gähnen verkündete, dass er seiner Traumwelt entglitten war. Für Thoth war dies wohl das Zeichen, dieses Gespräch so schnell wie möglich zu beenden. Er erhob sich von seinem Platz, was sein Freund ihm nachahmte, und verließ die Bibliothek. Ein Blick auf die Uhr, die auf dem Tisch stand, verriet Thor, dass es Zeit für das Abendessen war. Eine Zeit die Thoth neben dem Frühstück und Mittagessen nie verpasste.

**~~**


Wozu sammelte Thoth dieses ganze Wissen? Das war eine Frage, die Thor seit dem Gespräch mit seinem Lehrer beschäftigte. Wozu sammelte man Wissen, wenn man es mit niemanden teilen wollte? Thor verstand es nicht. Und so einfach wollte er sich mit einem 'Nein' auch nicht abfertigen lassen. Erneut war Thoth sein Ziel, doch anders als zuvor, fand er den Ägypter nicht in der Bibliothek, sondern auf seinem Weg zu eben dieser. Der Gott des Wissens hatte wohl sein Abendessen beendet und wollte nun in Ruhe, ohne die Anwesenheit des anderen Ägypters, sein Buch weiterlesen. Es war der perfekte Moment.
Thor wartete, bis sein Lehrer nur eine Armlänge weit von ihm entfernt war und stellte sich ihm in den Weg. Missmutig sah Thoth ihn an, denn ihm gefiel dieser Verzögerung seines Tagesablauf nicht. Die jungen Götter kosteten ihn schon tagsüber mehr als genug Nerven und Zeit, die er besser verbringen konnte.
„Thoth-sama... Wofür eigenen Sie sich das ganze Wissen an, wenn Sie es nicht mit anderen teilen?“ Bedrohlich zuckte Thoths Augenbraue auf die Frage der Bohnenstange. Er fragte sich, wie man nur so naiv und dumm gleichzeitig sein konnte.
Wirsch griff er nach Thors Schulter und drückte ihn, nach einer halben Drehung, gegen die linke Marmorwand des Flurs. Unbeeindruckt sah Thor ihn an, anders als Yui, die des Öfteren diesen selten dämlichen bis hin zu verängstigten Gesichtsausdruck hatte. Dabei war er bei Thor jetzt schon handgreiflicher als bei dem Menschenmädchen, dass er noch mit Samthandschuhen anfasste. Immerhin unterschieden sich Götter und Menschen in ihrer Gebrechlichkeit, und selbst wenn Thor gerade in seinem menschlichen Äußeren gefangen war, hielt er doch wesentlich mehr aus, als ein einfaches Mädchen.
„Hör gut zu, Bohnenstange, ich sage dir das nur einmal...“ Thor sah die Wut in Thoths Augen aufblitzen. Sie überschattet die Trauer, die er darin zu sehen glaubte. Einen Moment fragte sich der Norde, ob er sich vielleicht getäuscht hatte, und sah näher hin.
Nein, er hatte sich nicht geirrt. In Thoths Augen lag etwas Trauriges, Wehmütiges, das man von dem Ägypter so nicht gewohnt war. Thor ließ dies einfach auf sich wirken, versank in Thoths Trauer, die seiner so ähnlich war, wenn er an das Schicksal seiner besten Freunde dachte. Alles an Thoth war so ungewohnt einfühlsam, als ob dieser ihm mit dieser Berührung und diesem Blick sagen wollte, dass er seinen Kummer verstand. Ebenso mit seinem Griff. Er war kräftig genug, um ihn gegen die Wand zu drücken, und doch hätte er keine Probleme gehabt, sich von dem Gott des Wissens zu lösen. Aber er wollte es nicht. Dieser feste Griff hatte soviel mehr zu sagen, soviel mehr zu bedeuten, als es sichtbar den Anschein hatte. Für diesen einen Moment gab er ihm dieses Gefühl von Vertrauen.
„Du glaubst, die Theorie hilft dir? In der Theorie ist alles so schön und einfach, die Praxis steht aber auf einem ganz anderen Papier. Ihr seid hier nicht nur, um aus Büchern zu lernen. Wenn ihr ein Problem habt, dann müsst ihr selbst einen Weg finden, es zu lösen. Denn für dein Problem wird dir kein Buch der Welt den richtigen Ratschlag oder die perfekte Lösung geben.“
Die Hand Thoths löste sich von Thors Schulter. Etwas stimmte mit seinem Lehrer nicht und die Frage, was in ihn gefahren war, war soeben wichtiger geworden als sein eigentliches Problem. Zumindest konnte er sein Problem lösen, wenn er mehr über den Ägypter erfuhr und verstand, was das soeben gewesen sein sollte.

**~~**


„Thoth-sama? Wieso willst du mehr über ihn wissen?“ Thor hätte es sich eigentlich denken können, dass seine Frage auf Verständnislosigkeit treffen würde. Zumindest hörte er den Unglauben ganz deutlich aus Yuis Stimme, als er der versammelten Gruppe die Frage aller Fragen gestellt hatte.
„... Einfach so.“ Er war schon genervt von der Tatsache, dass jeder von ihnen alles was er wissen wollte hinterfragte. Dagegen war Thoth, der sofort gewusst hatte, worauf er mit seiner Frage hinaus wollte, wesentlich angenehmer.
„Ne, Thor-chin. Hast du ein Auge auf den Ägypter geworfen?“ Thor wusste, dass Loki einen Scherz machte. Er hörte es deutlich an dessen verspielten Unterton. Außerdem passte es zu dem Schalk, der einem ständig im Nacken saß. Es war daher passend, die Frage mit einem grummelnden Laut, den man als „Hmpf“ deuten konnte, zu beantworten und Loki damit ein begeistertes Kichern zu entlocken.
„Also, könnte ihr mir etwas über Thoth-sama erzählen?“ Thor wurde ungeduldig. Irgendeiner von seinen Klassenkameraden musste doch etwas über den Ägypter wissen. Etwas, dass ihm klar machte, wieso sein Lehrer so darauf bestand, ihm nicht bei der Lösung seines Problems zu helfen.
„Thoth Caduceus war einst der Berater von Osiris, dem Bruder des Mannes, den man als seinen Vater bezeichnen könnte. Sein Vater hat Osiris umgebracht und als Osiris' Sohn Thoth Caduceus Vater zur Verantwortung zog, war es Thoth Caduceus persönlich der das Urteil über seinen Vater verhängte. Es war eine unabsehbare Tatsache, dass Thoth Caduceus früher oder später unparteiisch aber gerecht über den Streit urteilen musste und dass er irgendwem damit in den Rücken fallen musste.“
Seite um Seite blätterte Tsukito in seinem Buch um, während er den anderen erzählte, was er über ihren Lehrer wusste. Erstaunen lag in den Gesichtern der anderen, doch Thors Miene blieb beständig wie immer. Sie zeigte nichts von dem, was er durch Tsukitos Worte verstanden hatte.
Er und sein Lehrer waren sich gar nicht so unähnlich. Thoth hatte schon eine schwerwiegende Entscheidung getroffen, um der Gerechtigkeit seinen Dienst zu erweisen. Er selbst würde das in ferner Zukunft noch machen. Die Frage war nur inwiefern? Niemand konnte ihm dann diese Entscheidung abnehmen. Kein Wissen der Welt könnte ihm helfen sich zwischen seinen Freunden zu entscheiden oder selbst zum Speer zu greifen, der Baldr daran hindern konnte die Welt dem Erdboden gleich zu machen. Er musste seinen eigenen Weg finden, so wie es ihm Thoth aus seiner Erfahrung heraus geraten hatte. Denn mit Sicherheit hatte auch der Ägypter in der Vergangenheit mit allem Wissen der Welt versucht, dass Unausweichliche zu verhindern.
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