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~YOURS~

von Nyxia
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Gareki Yogi / Nyan-Perowna
09.06.2014
26.08.2014
3
3.564
 
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09.06.2014 1.426
 
Es war still. Ich war alleine. Das war nicht schlimm, denn ich war es gewohnt. Alleine und still. Es war immer so. Es konnte nie anders sein. Ich war selbst Schuld daran, denn ich konnte niemanden in meine Nähe lassen. Es würde nur mit Schmerzen und unausgesprochenen Gefühlen enden. Ich würde das nicht mehr aushalten und ich hätte Angst. Diese Angst schlich sich immer tiefer in mein pochendes Herz. Diese Angst, ihn zu verlieren. Er, der mich immer mit einem freudestrahlenden Lächeln begrüßt. Er, der immer positiv zu denken schien. Er, der in mir etwas geweckt hatte, das nie hätte erwachen dürfen. Er, dessen Haar mit der Sonne um die Wette strahlte. "Scheiße...", flüsterte ich resigniert und raufte mir durch mein Haar. Meine Gedanken waren schon verseucht von ihm. Sie klebten  förmlich in meinen Gehirn und dort sah ich nur ihn. Er saß mit Tsukumo und Nai am Tisch. Sie lachten, denn er fuchtelte wie wild mit seinen Armen herum und schien etwas lustiges zu erzählen. Ich stand  hinter ihm. Er war so nah, doch er bemerkte mich nicht. Nai und Tsukumo ebenfalls. Als würde ich nicht existieren. So als wäre ich überhaupt nicht geboren worden. Mein Herz verkrampfte sich und mein Atem ging schwer. Ich streckte meine Hand nach ihm aus. Ich berührte sanft sein blondes Haar. Es war so weich und so glänzend. Ein kleines Lächeln huschte über meine Lippen.

Als ich meine Augen aufschlug, war der Gedanke verflogen und ich stand allein in meinem Zimmer. Mein Blick lag nun auf meine Armbanduhr. 00.02 Uhr. "Ich sollte langsam los.", sagte ich und zog meinen schwarzen Umhang an und ging mit schnellen Schritten aus dem Haus. Kurz nachdem ich mein Zuhause verlassen hatte, bemerkte ich, wie mir jemand folgte. "Ein Varuga...?", flüsterte ich und beschleunigte meine Schritte. Mein Verfolger passte sich meine Schritte an und seine Anwesenheit wurde immer stärker. Ein Varuga konnte das nicht sein, die Energie stimmte nicht mit dem Verfolger überein. Ich blieb abrupt stehen und er auch. Ich drehte mich um und versuchte irgendetwas zu erkennen, doch um diese Uhrzeit war es schwer. Angst hatte ich nicht, doch mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn kannte. "Wer bist du?", fragte ich so ruhig wie es ging. Keine Antwort. "Was willst du von mir?", rief ich nun. Ich bereitete mich vor, angegriffen zu werden. Vor mir tauchte plötzlich eine große Gestalt auf und schlang seine Arme um mich. Zuerst wollte ich mich wehren, doch ich erkannte den Geruch. Es war sein Geruch. "Yogi?", flüsterte ich tonlos und seine Umarmung wurde stärker. Er war warm und seine Nähe lullte meine Gedanken vollkommen ein, sodass ich nicht merkte, wie er zitterte. "Du darfst nicht hier sein.", sagte er ruhig. Seine Arme verschwanden und mir wurde schlagartig eiskalt.,"Geh nachhause." Mit diesen Worten verschwand er und ließ mich völlig überrumpelt zurück.

"Hey. Da bist du ja! Gareki!", begrüßte mich Nai und rannte mir entgegen. Ich war schon lange nicht mehr auf dem 2. Schiff. Ich lebte seit ein halbes Jahr nicht mehr hier. Als Nai vor mir zum Stehen kam, grinste er mich an und umarmte mich. Der Kleine war so aufgeweckt wie immer. Immer ein freudliches Lachen im Gesicht. "Hi, Kleiner.", grinste ich und durchwuschelte sein weißes Haar. "Hallo, Gareki.", begrüßte mich Tsukumo und kam auf mich zu. Sie reichte mir ihre Hand und unwillkürlich hatte ich das Bedürfnis, sie zu umarmen. Doch beließ es bei einem einfachen Händedruck und folgte Tsukumo und Nai in das Speisezimmer. Dort saßen Hirato und Akari, die sich unterhielten. Unterhaltung konnte man dies nicht nennen, denn Akari schrie Hirato an und dieser grinste leicht überheblich. Ein kurzes Räuspern von Tsukumo ließ die Beiden verstummen und sahen dann in unsere Richtung. "Ach, das hatte ich total vergessen. Du bist wegen deiner Untersuchung da, richtig? Ich muss noch was vorbereiten, wenn ich fertig bin, dann hole ich dich.", sagte Akari gestresst und verließ das Speißezimmer. Ich sah ihm kurz nach und Hirato schmunzelte: "Ach, Akari ist immer so gestresst... Wie geht es dir, Gareki?" Mein Blick huschte nun zu ihm und ich zuckte mit meiner Schulter. Das musste reichen. "Ah, Hatori-San! Ist es wirklich notwendig... Ich will nicht wieder eine Untersuchung über mich ergehen lassen! Akarai-Senpai macht mir Angst!", hörte ich eine bekannte Stimme. Langsam drehte ich mich zur dieser und unsere Blicke trafen sich. Mein Herz begann viel zu schnell zu pochen und ich spürte, wie die Röte in meinen Wangen schoss. Er schien zunächst verwirrt zu sein, doch dann tauchte sein strahlendes Lächeln auf seinen Lippen auf und begrüßte mich mit einer festen Umarmung. Ich spürte wie seine Wärme in mein Herz kroch und das brachte mich wieder in die Realität zurück. Ich drückte ihn von mir weg und zog eine Augenbraue hoch. "Entschuldige, Gareki-Kun... Ich... Ich habe mich nur so gefreut, dass du wieder da bist... Naja, ähm, entschuldige.", stotterte er mit hochrotem Kopf und kratzte sich verlegen an der Stirn.

"Neeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnnnnnnn!! Nein, ich will nicht! Akari-Senpai, bitte nicht!", schrie Yogi wie am Spieß, als er bei Akari im Behandlungszimmer war. "Jetzt stell dich nicht so an! Es ist doch nur eine kleine Spritze!", rief Akari genervt und schon verstummte Yogi. Ich schüttelte meinen Kopf, aber ein kleines Lachen konnte ich mir nicht verkneifen. Es war immer schon so gewesen. Yogi konnte gegen die großen, schaurigen Varuga kämpfen, aber vor einer kleinen Spritze hatte er Todesangst. Das war so menschlich. Mein Herz zog sich zusammen und ich schloß meine Augen. Eins. Zwei. Drei. Vier. Ich öffnete meine Augen und schon ging es mir wieder besser. "Gareki-Kun, du kannst dich schon mal auf die Liege legen. Ich bin gleich bei dir.", sagte Akari. Ich stand auf und schlurfte an Yogi und an ihm vorbei. Ich spürte Yogis Blick auf meinen Rücken. Wenn Akari nicht da wäre, dann würde ich... Ja, was würde ich? Mit diesen Gedanken hockte ich mich auf die Liege und starrte an die weiße Decke.

Es war schon Nachmittag und die Untersuchung war ohne Zwischenfälle verlaufen. Ich saß nun im Speißezimmer und starrte mein üppiges Essen nieder. Hunger hatte ich keinen, denn meine Gedanken drehten sich nur um das Zusammentreffen mit Yogi. Was hatte er in der Nacht dort zu suchen gehabt? Und jetzt, jetzt tat er so, als wäre nichts gewesen. Meine Hand ballte sich zu Faust. Scheiße! "Gareki? Willst du das nicht  essen?", riss mich Nais Stimme aus meinen Gedanken. Ich sah ihn an und schob ihm meinen Teller zu. "Kannst haben...", antwortete ich und stand auf. Ohne ein weiteres Wort verließ ich das Zimmer und steuerte auf Yogis Zimmer zu. Ich wusste nicht warum, aber ich hatte das Gefühl, dass ich zu ihm musste. Als ich vor seiner Tür stand, atmete ich tief ein und aus und klopfte. Nach ein paar Sekunden ertönte seine Stimme: "Es ist offen." Ich öffnete die Tür und Yogi sah mich überrascht an, denn mit mir hatte er nicht gerechnet. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss und nun stand ich vor einen verdatterten Yogi. "Was ist los? Ist etwas passiert?", fragte er mich überfordert und stand von seinem Bett auf. Er blieb ein paar Zentimeter vor mir stehen und sah mir fragend in die Augen. Was machte ich hier überhaupt?! Was wollte ich hier?! Irgendwie wusste ich gar nichts mehr... Nur eines war sicher... Ich wollte bei ihm sein. Ich wollte es sein, nachdem er sucht. Ich wollte es sein, nachdem er sich verzehren sollte. Ich wollte ihn küssen. Er sollte mit mir Sachen anstellen, die noch nie jemand mit mir gemacht hatte. Ich wollte sein Herz. Seine Seele, seine Stimme... Seit wann ich so über ihn dachte, das konnte ich nicht genau sagen... "Gareki-Kun? Du bist blass.... Ist alles in Ordnung?", fragte er besorgt und strich sanft mit seinen Finger, eine verirrte Haarsträhne aus meinem Gesicht. Seine Berührung ließ meine Haut förmlich glühen und ich war kurz davor meinen Verstand zu verlieren und über ihn herzufallen. Doch, ich konnte mich gerade so noch bremsen. Er zog seine Hand zurück und ich räusperte mich. "Es geht... Es geht um letzte Nacht.", fing ich an und sah ihn genau an. Er schien nachzudenken und sah mich fragend an. "Was war letzte Nacht?"
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