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Kampf des Guten

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Crixus Gaius Iulius Caesar Marcus Licinius Crassus OC (Own Character) Spartacus Tiberius Licinius Crassus
05.06.2014
04.06.2016
8
10.144
1
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05.06.2014 871
 
Schmerz

Es stank. Das tat es immer auf Sklavenmärkten. Ich habe sie schon immer gehasst, aber jetzt hasste ich sie noch mehr. Jetzt verstand ich die Menschen, die hier verkauft wurden. Ich verstand jetzt ihr Leid. Früher war ich mit meinem Vater oder meinen Brüdern hier. Heute wurde ich verkauft. Verkauft an einen Römer, obwohl ich selber Römerin war. Ich hatte nichts getan, nichts Schlimmes, nichts Schlimmes in meinen Augen. In den Augen meiner Familie.
Ich wusste nicht, ob die Männer, die mich verkauften, wussten, wer ich wirklich war. Vermutlich nicht. Oder sie wurden hoch bezahlt, damit sie darüber schwiegen und mich ganz normal verkauften. Soweit es normal war, Menschen zu verkaufen. Für diese Männer war es normal. Ich konnte sie nicht verstehen. Das konnte ich noch nie. Und das werde ich nie. Sie hatten mich mit Ketten an eine Steinmauer gefesselt zusammen mit anderen. Sie waren jeglicher Herkunft: Syrer, Thraker, Gallier und andere. Ich war allerhöchstwahrscheinlich die einzige Römerin. Wir waren nicht unbedingt alltäglich auf Sklavenmärkten, jedenfalls nicht als Ware.
Ich hatte Angst. So etwas gab ich normalerweise nicht zu. Aber jetzt war alles anders. Mein Leben war praktisch zerstört. Und ich bezweifelte, dass es je wieder normal sein würde. Jedenfalls nach meiner Definition normal. Ob noch jemand aus meiner Familie lebte wusste ich nicht. Ich wusste nur, wer mit Sicherheit tot war. Mein Vater wurde vor meinen Augen getötet. Mein ältester Bruder Armenius und ich waren auf die Knie gezwungen worden und mussten zuschauen, wie er getötet wurde. In dem Kampfgetümmel vorher, sah ich, wie Salugos und Damien getötet wurden. Damien war der zweitjüngste meiner Brüder, Salugos der drittälteste. Brutal wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Sie lösten meine Ketten und rissen mich auf die Beine. Jetzt war es wohl so weit. Ich würde verkauft werden. Und ja, ich hatte Angst, fürchterliche Angst. Das schlimmste, was mir jetzt passieren konnte war, dass ich an ein Hurenhaus verkauft werden würde.
Es war ein fürchterliches Gefühl oben auf dem Holzpodest zu stehen und von den Römern, meinem Volk, begafft zu werden. Die Sonne brannte auf meiner Haut und in meinen Augen.
„Wer bietet 30 Denare für dieses hübsche Mädchen? Ihre Haut ist nicht nur wunderbar blass sondern auch genauso zart. Sie ist perfekt für verschieden Arbeiten.“ Die Römer,  die Kunden lachten. Auch ich wusste, was er meinte. Ich wäre begehrenswert für so manchen Römer.
„35“, kam aus dem Publikum. Das klang nicht gut!
„40!“
„Bietet jemand mehr?“

Niemand bot mehr und nun stand ich hier. Vor dem Ludus des Batiatus. Armenius hatte mich immer vor den Ludus' gewarnt. Dort wurden Männer zu Bestien ausgebildet. Gegen ihren Willen. Manche fanden Gefallen am Töten, andere überlebten nicht einen einzigen Kampf und ganz wenige, nur ganz, ganz wenige gewannen das hölzerne Schwert, ihre Freiheit. Ich bezweifelte, dass ich jemals meine Freiheit bekommen würde. Gewöhnliche Haussklaven bekamen nur selten ihre Freiheit, fast nie, schon gar nicht Frauen.
Ich folgte Batiatus, meinem Dominus, und Drago in das Innere des Ludus. Uns kam eine junge Frau entgegen. Offensichtlich eine Sklavin, sie war dunkelhäutig. Der Dominus sprach: „Naevia, das ist Meni. Du erklärst ihr alles und bist für sie verantwortlich.“
„Ja, Dominus.“
Ich folgte ihr. Sobald die beiden Männer außer Hör- und Seeweite waren, sprach Naevia zu mir: „Ich zeig dir alles. Und keine Sorge, wenn du nichts falsch machst, wirst du auch nicht bestraft. Verhalte dich einfach so, wie bei deinen letzten Herren.“
„Das könnte schwer werden.“ Meine Stimme klang eindeutig spöttisch.
Fragend schaute sie mich an. „Warum?“
„Ich hatte noch nie einen Herren. Bis vor wenigen Tagen war ich frei.“
„Oh. Wo kommst du her?“
Ich schwieg. „Ich verstehe es, wenn diese Erinnerung zu schmerzhaft ist.“
„Wie alt bist du?“
„17.“
„Könnte sein, dass du es einfacher haben wirst, als andere.“
„Warum das? Ich unterscheide mich doch nicht von den anderen.“ Und wie ich mich von den anderen unterschied, wenn man meine Herkunft bedachte.
„Du bist jung. Deine Blüte ist noch nicht gepflückt. Und so wird der Dominus dich wahrscheinlich mit gewissen Dingen nicht belangen.“
Sie sah meinen Blick.
„Was hast du?“
„Nun es ist so, dass meine Blüte, wie du gesagt hast, längst gepflückt ist.“
Sie schaute mich kurz nur an, dann sprach sie: „Aber du bist so jung.“
Wieder sah sie mich bestürzt an.
„Dann...“ Mir war klar, was sie meinte. Und mir graute davor.
„Sollte ich sonst noch irgendetwas wissen?“
„Gehorche und wehre dich nicht, egal was mit dir gemacht wird. Das macht es einfacher.“
Ich nickte. Gefallen tat mir das aber überhaupt nicht, andererseits tat das wahrscheinlich keinem Sklaven.
Naevia führte mich zu den Sklavenquartieren. Eine Pritsche war frei. Ich würde nächtelang nicht schlafen können. Ich weiß, das klang verwöhnt, aber in der Hinsicht war ich nunmal verwöhnt. Mein Leben lang lebte ich in Wohlstand und ich musste zugeben ich mochte es und vermisste es schmerzlich. Aber wahrscheinlich durfte es das sogar sein. Mein einer Onkel war ein angesehener Senator und mein anderer Onkel hatte sogar noch eine viel höhere Position.
Es wurde langsam Abend. Heute durfte ich noch recht früh schlafen gehen, aber auch das würde sich bald ändern.
Früh am nächsten Morgen weckte mich Naevia. Ich hatte geschlafen, aber nur sehr wenig und jetzt tat mir alles weh.
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