Aus dem Leben eines Hasen

KurzgeschichteHumor, Übernatürlich / P6
04.06.2014
04.06.2014
1
930
 
Alle
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
 
Hallo ihr Lieben!
Das ist meine erste Kurzgeschichte, ich hoffe sie gefällt euch.
SIe ist auch bei den 3 Lesezeichen zu finden, zu denen ich gehöre.
Also; nicht wundern!
Frohe Ostern!

Emma

PS falls ihr Moritz seht, richtet ihm bitte ganz liebe Grüß von mir aus!


Ich bin Moritz, auch bekannt als Mümmel - Moritz.
Mein Fell ist so braun wie meine Augen, mit 60cm Länge und 5kg Gewicht  bin ich ein stinknormaler Durchschnittshase.
Eines jedoch unterscheidet mich von den anderen Hasen in meinem Umfeld:

Ich bin einer der 55 Auserwählten!

Die Auserwählten sind 55 Hasen aus aller Welt, die für euch Kinder Eier anmalen und sie verstecken.

Du kennst sie vielleicht unter der Bezeichnung "Osterhase", aber so ganz stimmt das nicht, denn "Osterhase" ist nur unser Überbegriff und Deckname.

Zurzeit befinde ich mich auf der großen Versammlung, die wie jedes Jahr 3 Wochen vor Ostern stattfindet.
Hier werden Farben ausgewählt, zweier Teams gebildet und die Gebiete eingeteilt.

Zwar bin ich schon seit 7 Jahren ehrenamtlicher Helfer der OHO ( OsterHasenOrganisation), aber trotzdem bin ich jedes Mal aufs Neue wieder aufgeregt wie ein Junges, das zum ersten Mal den Bau verlässt.
Im letzten Jahr habe ich mit einer hübschen Schneehäsin ein Team gebildet, dummerweise habe ich mich in sie verliebt, weshalb mir zahlreiche Fehler unterliefen.
Otto Oster, unser "Chef" war damals sehr sauer und ich musste ihn anflehen, mich in der OHO zu behalten.

Jetzt gibt er die Teams bekannt, mein Name erklingt und ich halte den Atem an.

"Mümmel - Moritz und Hugo Hoppel zuständig für Stuttgart und Umfeld."

Liest Otto Oster monoton vor, ich sehe mich nach Hugo Hoppel um, ich habe diesen Namen noch nie gehört, Hugo muss neu sein.

Gerade will ich den Blick wieder Otto Oster zu wenden, da fällt mit ein junger Hase ins Auge, er hat langes weißes Fell und rote Augen, außerdem winkt er hektisch und ruft meinen Namen.

Schnell gehe ich zu ihm und lege ihm meine Pfote aufs Maul

"Sei still! "

Sage ich leise und bedeute ihm mitzukommen.
Er nickt und wir verlassen die Lichtung.

"Du bist Hugo Hoppel?"

Frage ich ihn und er nickt.

"Gut, dann werde ich dir mal etwas erklären: wenn Otto seine Rede hält, schweigen wir und hören zu!"

Hugo will etwas erwidern aber ich lasse ihn nicht zu Wort kommen und trete wieder auf die Lichtung.

Otto hatte seine Rede bereits beendet und langsam löst sich die versammelte Menge auf.
Auch ich laufe mit Hugo zurück zu meinem Bau.

"Wir brauchen Eier. 100 Stück."

Ich schnappe mir meine beide  Weidenkörbe und gebe einen davon Hugo, anschließend zeige ich ihm, wie man den Korb auf seinem Rücken befestigt.

Wenig später laufen wir gemeinsam zum benachbarten Bauernhof, wo wir uns 20 Eier nehmen.

"Wenn wir zu viele Eier auf einmal stehlen erregt das Aufsehen"
erkläre ich ihm, was auch mir schon von meinen Mentoren eingetrichtert wurde.

Er nickt und wir setzen unseren Weg fort, zum nächsten Hühnerhof.

Insgesamt fünf Bauernhöfe haben wir diese Nacht besucht und uns Eier aus dem Vorrat genommen.

Nun sind wir fertig und fallen müde auf meinen Strohhaufen, der mir als Bett dient.


In den nächsten Wochen geht es in meinem Bau zu, wie in einem Ameisenhaufen, wir stellen Farben aus Moos, Rote Beete und Baumrinde her,
Bearbeiten Stöcke mit unseren Zähnen, bis sie den gleichen Zweck erfüllen können wie Pinsel und malen die mittlerweile hartgekochten Eier an.

Anfangs hat Hugo noch viele Fehler gemacht, doch nun sind wir ein eingespieltes Team und fast alle 100 Eier sind bereit zum Verstecken.

\/\/\/\/\/Zeitsprung/\/\/\/\/\/

Heute ist Ostern.
Hugo und ich sind schon früh aufgestanden und haben unsere Weidenkörbe mit Eiern gefüllt.
Zuerst sind wir zum Bau von Otto Oster gehoppelt, vor dem schon eine Menge anderer Hasen mit ihren Körben warten.
Otto Oster und seine Gefährtin Olga Oster sind die einigsten Hasen, die Schokolade herstellen können, weshalb wir sie jeden Ostermorgen aufsuchen und die Schokoladenhasen entgegennehmen, die ihr in euren Osternestern findet.

Ich liebe das Gefühl mit einem vollbepacktem Korb in einem friedlichen Garten zu stehen und sich gute Verstecke auszudenken.
Das ganze Jahr grübele ich schon über gute Verstecke nach und jetzt ist es endlich so weit.


Jetzt ist alles schon bald wieder vorbei, dies ist unser letzter Garten.
Die Menschen schlafen noch friedlich und ich beginne mit Hugo an meiner Seite die bunten Eier zu verstecken.
Eines unter den Busch und eines auf die Regentonne.
Das Nest unter den Baum mit den tiefhängenden Ästen, ich lege vorsichtig den Schokoladenhasen zu den beiden Eiern im Nest und befestige eine Karte daran.

"Für dich" steht darauf.

Kurz darauf hören wir laute Stimmen im Haus und ich hopple schnell in ein dichtes Gebüsch.
Hugo hat ist über den Gartenzaun in den Nachbarsgarten gesprungen und versteckt sich dort.

Die Terassentür öffnet sich und du trittst heraus, deine Eltern beobachten dich, in ihren Gesichtern sehe ich, dass auch sie gerne wieder nach den Eiern suchen wollen.
Du trägst einen kleinen Korb bei dir, deine Kleidung ist fein, als hättest du dich für den heutigen Tag extra hübsch gemacht.

Du findest das Nest und ich lächle als ich dein freudiges Gesicht sehe.