Liebe endet nie

KurzgeschichteDrama, Romanze / P12
Alfred Ill Claire Zachanassian / Klara Wäscher
04.06.2014
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Hallo,

Das hier ist mein Beitrag zum Wettbewerb "Die Liebe" von Thorinstochter.
Die Story dürfte sich selbst erklären. Zumindest denke ich das, weil meine "Erstkritikerin" Elise, die die Story gar nicht kennt, alles versteht. An dieser Stelle herlichen Dank und liebe Grüße an dich, Elise!
Die einzige Sache, die ich zur Handlung anmerken will, ist dass Claire eigentlich (extrem) gefühlskalt ist. Deswegen ist das Ende relativ gefühlslos.

Liebe Grüße,
Alice



Vorgaben
-der Protagonist soll sich mit der Liebe befassen
-bis P16/Slash
-mindestens 500 Worte


Betaleser
Habe ich nicht. Nur meine Erstkritikerin, die aber nur auf Verständlichkeit der Handlung geachtet hat.

Wortanzahl
Laut diesem Zähler sind in diesem Text:
902 Wörter
5155 Zeichen (mit Leerzeichen)

Rating
P12

Anmerkung der Autorin
Ich richte mich nach dem Musical. Genauer gesagt nach der Wiener Fassung.

Wichtige Charaktere
Claire Zachanassian/geb. Kläri Wäscher: ehemalige Bewohnerin Güllens, Ex-Freundin/Verlobte von Alfred, von Alfred mit 17 Jahren schwanger wegen Mathilde sitzen gelassen & von ihm von einem Heuboden gestoßen wurden, beim Sturz verlor sie das Kind und verletzte sich sehr schlimm die Beine (keine Hoffnung von Seiten der Ärzte, dass sie je wieder laufen kann), lernte mühsam wieder gehen (humpelt, geht am Stock), möchte Gerechtigkeit, Milliardärin

Alfred Ill: Ex-Freund/Verlobter von Claire, hat Mathilde nur des Geldes wegen geheiratet (ihre Eltern waren Ladenbesitzer), hat zwei Kinder, liebte immer nur Claire

Disclaimer
Mir gehört nichts und ich verdiene hiermit kein Geld. Die Rechte liegen bei Friedrich Dürrenmatt (Buch) und den Verantwortlichen des Musicals.


Liebe endet nie

Nun reise ich, Claire Zachanassian, nach 40 Jahren wieder von diesem Ort ab. Dem Ort, der damals mein Leben zerstörte. Dabei waren wir doch so glücklich gewesen...

Ein warmer Sommertag. Wir saßen eng beieinander im Wald. Frisch verlobt. Sobald ich volljährig werden würde, wollten wir heiraten. Ich hatte damals allerdings noch ein kleines Geheimnis. Dazu stellte ich mir einige Fragen. Wie sollte man der Liebe seines Lebens sagen, dass man in einiger Zeit die geliebte Zweisamkeit vergessen konnte? Dass man schwanger war? Würde er sich überhaupt darüber freuen?
Letzten Endes hatte er es selbst bemerkt. Als ich bei seiner Geburtstagsfeier keinen Alkohol trinken wollte, hatte er mich darauf angesprochen. Kaum dass ich es ihm bestätigt hatte, hatte er mich in seine Arme gezogen und im Kreis herumgewirbelt. Und mich minutenlang geküsst.


Wie gut damals noch alles gewesen war.

Doch dann kam Mathilde.

Und ich? Ich war abgeschrieben.
Damals vor Gericht hatte ich mich so verloren gefühlt. Von allen verraten. Ihre Worte hallten noch immer in meinem Kopf nach. Vor allem die Worte Alfreds.

"Woher soll ich denn wissen, von wem dieses Kind ist? Die hatte doch mit jedem hier was!"

Und seine Freunde hatten diese Aussage unterstützt.
Den Abend danach werde ich ebenfalls nie vergessen.

Nach der Gerichtsverhandlung hatte ich mich auf einem Heuboden verkrochen. Wollte allein sein. Doch plötzlich stand Alfred vor mir. Wir stritten heftig über das Geschehene vor Gericht. Was dann geschah kann ich noch immer nicht verstehen. Bevor ich wusste wie mir geschah, hatte Alfred mich in seine Arme gezogen und wenig später spürte ich, wie er mich wegschubste und ich den Boden unter den Füßen verlor. Das Letzte, was ich spürte war ein reißender Schmerz in meinem Bauch. Der Rest verlor sich in Dunkelheit...

Dieser eine Tag hatte mein Leben zerstört - nein, dieser eine Mann hatte mein Leben an nur einem Tag zerstört! Durch ihn verlor ich alles. Meine Würde. Mein Kind - Unser Kind! Ihn - was wohl das Schlimmste gewesen war - und mich selbst. Als ich damals auf dem Boden erwachte, in einer Blutlache und allein, hatte ich mich selbst verloren. Und als mir der Arzt, den der Bauer auf dessen Boden ich lag, geholt hatte und der mich ins Krankenhaus gebracht hatte, dann auch noch eröffnete, dass ich bei dem Sturz vom Heuboden das Kind verloren hatte...
Dass ich die Fähigkeit zu Gehen verloren hatte, war noch das kleinste Übel gewesen. Die dummen Sprüche der anderen waren mir bald zu viel geworden.
Also ging ich fort von hier. Gebrochen. Verzweifelt. Allein. In neuen Dreck, in neue Tränen. Schlug mich in Bordellen durch. Und eines Tages kam dieser alte Mann, der mich von der schiefen Bahn kaufte und mir die Möglichkeit gab, in einer Therapie wieder Laufen zu lernen. Er war mein erster Ehemann gewesen, ihm verdankte ich so viel. Doch er starb an einem Herzinfarkt. Das Vermögen, das mir blieb, war riesig. Ihm folgten noch sieben weitere Ehen, doch ich kam nie über Alfred hinweg. Ich sage immer, ich hätte mein Herz weggegeben. Das stimmt auch, es ist, seit ich 17 Jahre alt gewesen war, in den Händen Alfreds und ist es noch immer. Doch seit der Gerichtsverhandlung mischte sich immer mehr unbändige Wut und das Streben nach Gerechtigkeit in meine Gefühle hinein. Und diese Gerechtigkeit sollte ich nun endlich bekommen. Güllen war völlig verarmt, woran ich auch meinen Anteil hatte. Meine Forderung an die Güllener war einfach: Ich würde ihnen zwei Milliarden Schweizer Franken zahlen, wenn Alfred stirbt.
Als ich diese Forderung stellte, hatte ich nicht gedacht, dass meine Liebe zu ihm wieder mehr entfacht werden würde. Doch ich hielt an meiner Forderung fest. Fast wäre ich schwach geworden, als er mich einfach geküsst hatte. Stürmisch und voller Leidenschaft.
Vor ein paar Stunden noch hatte ich mit ihm im Wald gesessen und war weinend in seinen Armen zusammengebrochen. Nach einigen Küssen und einem herzzerreißenden Gespräch war er gegangen. Zur Volksabstimmung über sein Leben oder seinen Tod. Plötzlich wurde mir etwas klar.

Und ich besann mich.

Wie von der Tarantel gestochen, rannte ich, so schnell wie es mir möglich war, zum Rathaus. Die Menschen standen dicht gedrängt. Ich bahnte mir mit dem Ruf "Macht Platz für eine alte Dame!" meinen Weg durch die Menge. Als ich in der Mitte war, sank ich auf die Knie.

Zu spät...

Alfred lag tot am Boden.
Ich stand auf und bedachte die Güllener mit einem verachtenden Blick.
"Mörder! Ihr seid alle Mörder!", zischte ich und unterschrieb den Check über zwei Milliarden Franken. Während die Güllener sich langsam entfernten, ging ich auf Alfreds Leiche zu, in der Hoffnung, ihn doch noch lebend vorzufinden. Diese Hoffnung wurde zerstört als ich neben ihm zu Boden sank und sah, dass er nicht atmete. Mir liefen Tränen über die Wangen, als ich mich über ihn beugte und ihm einen letzten Kuss gab. Dann richtete ich mich mit der Hilfe meines einen Bodyguards Roby auf und befahl ihm und den anderen beiden, Alfred mitzunehmen. Ich wollte nicht, dass er in diesem Kaff begraben werden würde.
Nach diesen ganzen Strapazen war mir eines klar geworden:

Liebe endet nie, nichts ist stark wie sie...
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