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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
03.06.2014 1.688
 
Hallöchen, da bin ich wieder. Ich hab endlich die Zeit gefunden mal wieder zu schreiben und kann jetzt mein neues Kapi präsentieren. Deshalb will ich gar nicht weiter erzählen und wünsch euch einfach viel Spaß beim Lesen!:)

Auf Mako Island:

Inzwischen waren Emma, Rikki und Cleo beim Mondsee angekommen und stützten die Arme auf den Stein am Ufer, während sie sich ein wenig treiben ließen. Und zu Emmas und Rikkis Verwunderung war es Cleo, die die Stille brach und dabei ein ziemlich unerwartetes Thema anschnitt. „Glaubt ihr, Lewis kommt damit klar?“ Verwundert zogen die beiden blonden Mädchen die Augenbrauen hoch. „Äh...“, gab Rikki nur sehr intelligent von sich, als Emma das Wort ergriff. „Ich weiß nicht...“ Sie neigte den Kopf ein wenig. „Ist schwer zu sagen...ehrlich gesagt kann ich es nicht wirklich einschätzen, wie er damit umgeht...aber ich glaube, dass er sich wirklich mit Absicht nicht gemeldet hat und dass er wahrscheinlich erstmal etwas Zeit braucht, um darüber nachzudenken und es zu akzeptieren...“ Cleo nickte und betrachtete dann gedankenversunken ihre Schwanzflosse, die leicht unter Wasser verschwamm, als sie sie hin und her bewegte. „Ich glaube, du solltest selbst erstmal warten bis ihr beide damit klar kommt.“, schlug Emma dann vor. „Es ist für euch beide immerhin nicht leicht. Er wird sich schon noch melden.“ Wieder nickte Cleo, etwas Trauriges huschte ganz kurz über ihr Gesicht. „Vielleicht hast du Recht...“

Zur selben Zeit im Wald:

Mittlerweile herrschte ein nachdenkliches Schweigen zwischen Lewis und Wayne, wobei Wayne vermutlich über seine Vergangenheit nachdachte, Lewis Gedanken allerdings schon wieder abschweiften; und zwar zu seiner und Cleos Trennung. Er wusste nicht wieso, aber es kehrte immer wieder, dieses beklemmende Gefühl und das schmerzhafte Stechen in seiner Brust, was allerdings schon etwas abgeflaut war, seit er hier im Wald war. Wieder hörte er Cleos Worte in seinem Kopf und währenddessen verschlimmerte sich das Stechen wieder etwas, allerdings wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als Wayne ihm eine Hand auf die Schulter legte und als Lewis verwirrt aufsah, erkannte er in dessen Blick, dass er wusste, was ihm durch den Kopf ging. „Du denkst wieder an sie.“, stellte er wie zur Bestätigung fest, wobei Lewis langsam nickte und die Hände ineinander verschränkte. „Ich kann ihre Worte nicht vergessen. Es verfolgt mich regelrecht.“, gab er niedergeschlagen von sich. Wayne ließ sich neben ihm auf der Bettkante nieder, die Arme auf den Knien aufgestützt.

„Es ist nie leicht etwas Geliebtes gehen zu lassen...“, meinte er schließlich leise und betrachtete seine Hände. Lewis wusste sofort, was oder eher gesagt wen er meinte: Seine Mutter. Und irgendwie machte ihn der Gedanke an diese Frau traurig, die aus der Erzählung allein schon so gütig und freundlich und fürsorglich wirkte, obwohl er sie nicht mal kannte. Noch niedergeschlagener stützte Lewis einen Arm auf dem Knie seines gesunden, angewinkelten Beins auf und senkte etwas den Kopf. „Ich weiß...“, meinte er schließlich, ebenso leise, worauf Wayne den Kopf in seine Richtung drehte und Lewis meinte so etwas wie Schmerz in seinen Augen zu sehen, doch auch Verwirrung, während er den Kopf ein wenig neigte. „Ich...lebe mit meinem Vater zusammen. Meine Mutter...hat uns früh verlassen. Mein Vater hat mir erzählt, dass ich ungefähr zwei oder drei Jahre alt gewesen sein muss als sie ging. Er meinte, sie wäre einfach so gegangen, ohne ein Wort. Keine Ahnung wo sie jetzt ist, wo sie lebt, was sie macht...“ Er stellte fest, dass er mehr als traurig klang, obwohl er nicht mal richtige Erinnerungen an seine Mutter hatte.

Wieder breitete sich Stille im Raum aus, als Wayne mit einem Mal den Kopf hob. „Soll ich dir mal was zeigen?“ Ein wenig verwirrt sah Lewis ihn an, nickte dann aber, worauf Wayne sich langsam erhob und wieder durch den Flur ins Wohnzimmer ging, so wie er es auch schon getan hatte kurz bevor Zack aufgetaucht war. Der Blonde konnte sehen, dass er eine Schublade an einer Kommode öffnete, die neben dem Kamin stand und etwas herausnahm, was es war konnte der Siebzehnjährige nicht genau erkennen. Er identifizierte es erst als ein in augenscheinlich Leder gebundenes Buch als Wayne schon auf dem Rückweg war und sich letztendlich wieder neben ihn setzte. Allerdings stellte er fest, dass es doch kein Buch war, als der Dunkelhaarige es aufschlug: Es war ein Fotoalbum. Er blätterte etwas darin bis er bei einer Seite stoppte und auf ein Bild zeigte, das schon etwas älter zu sein schien, Lewis konnte die leicht ausgeblichene Farbe sehen, vielleicht hatte Wayne es erst viel später in das Album geklebt, als es aufgenommen wurde. Es zeigte zwei Jungen vielleicht in seinem Alter, beide dunkles Haar und dunkle Augen, absolut identisch aussehend, mit einem breiten Lächeln im Gesicht, unverkennbar Wayne und sein Bruder Zack, in der Mitte eine Frau um die Ende dreißig vielleicht war sie auch älter oder jünger so genau sagen konnte Lewis es nicht. Ihre Gesichtszüge waren weich und fein und ihr ebenfalls dunkles Haar fiel ihr in einem geflochtenen Zopf, der sich allerdings schon wieder etwas auflöste, über ihre Schulter, Wayne und Zack hatten jeweils einen Arm um sie gelegt.

„Das war unsere Mutter.“, meinte Wayne dann, wobei Lewis sofort auffiel, dass er die Vergangenheitsform verwendete, natürlich, weil sie nicht länger hier war, aber er konnte förmlich spüren wie schwer es dem Dunkelhaarigen zu fallen schien. Sein Blick richtete sich auf Waynes Gesicht, Trauer und Schmerz hatten sich in seine Züge geschlichen, während er gedankenverloren das Bild anstarrte. Der Blonde wandte seine Aufmerksamkeit ebenfalls wieder dem Foto zu und nach einigen Momenten, in denen er über das Gehörte und Geschehene nachdachte, kam er zu dem verwunderten und irritierten Schluss, dass es nicht selbstverständlich war, dass Wayne ihm all das erzählte, ihn an seinem Leben und seiner Vergangenheit teilhaben ließ.

Sie kannten sich vielleicht gerade mal 24 Stunden vielleicht etwas mehr, 36 Stunden, und trotzdem erzählte Wayne ihm von all diesen schrecklichen Erlebnissen in seinem Leben als sei es das normalste auf der Welt einen praktisch Fremden an seinem Leben teilhaben zulassen. Lewis dachte weiter und versuchte sich in die Lage des Anderen zu versetzen. Natürlich konnte er sich um Längen nicht vorstellen, was Wayne mittlerweile schon alles durchgemacht haben musste, aber er musste ihm wohl wirklich in einer gewissen Weise vertrauen, ansonsten hätte er ihm weder von seiner Familiengeschichte erzählt noch ihm das Album gezeigt. Zu mindestens hätte Lewis das an Waynes Stelle so gemacht. Deshalb setzte er sich etwas weiter auf und betrachtete seine Hände, als er das nächste Mal zu sprechen begann.

„Sie muss eine unheimlich sympathische und kluge Frau gewesen sein. Zu mindestens hört es sich aus deiner Erzählung so an und ganz ehrlich: Ich hätte sie gerne kennengelernt. Mein Vater hat mir immer von meiner Mutter erzählt, weil sie mich und ihn so früh verlassen hat. Er erzählte mir immer wieder wie oft sie lachte und ich meine mich an ein Erlebnis zu erinnern, nachdem er mir davon erzählt hat, obwohl ich noch sehr klein gewesen sein musste: Wir waren am Strand. Meine Mutter lief mit mir durch den Sand, ich glaube wir waren soweit am Meer, dass das Wasser unsere Füße berührte. Dad hat mir gesagt, ich hätte nie schnell genug ins Wasser kommen können, sodass sie mich immer daran hindern musste, damit ich nicht rausgetrieben werde, falls ich es dann mal ins Wasser geschafft hatte. Er meinte, einmal hätte ich wieder versucht ins Wasser zu kommen, sodass Mum mir nachlaufen musste, bis sie bis zu dem Waden im Wasser stand, wahrscheinlich war es da schon tief genug für mich, dass etwas hätte passieren können. Er hat gesagt, er hätte nur gesehen, dass sie mich fast schon mit sanfter Gewalt aus dem Meer hatte schleifen müssen, ich hätte dagegen protestiert. Dadurch hätte sie das Gleichgewicht verloren und wir wären letztendlich beide im Wasser gelandet. Aber anstatt irgendwie sauer zu sein, weil ich einfach nie das tat, was man mir sagte, lachte sie nur. Ich meine, mich daran zu erinnern. Und es ist meine schönste und wenn auch fast einzige Erinnerung an sie.“ Schon als er angefangen hatte zu erzählen, hatte er nur halb wahrgenommen, dass Wayne den Kopf in seine Richtung gewandt und ihm die ganze Zeit wohl aufmerksam zugehört hatte, der Blick des Blonden war allerdings auf einen undefinierbaren Punkt gerichtet, während er versuchte diesen kostbaren Moment in seinem Kopf, seiner Erinnerung einzufangen. Er wollte einfach nicht vergessen.

Zurück in der Stadt, Cleos Haus:

Cleo saß auf ihrem Bett und starrte geistesabwesend das kleine Aquarium neben ihrem Schreibtisch an, in dem mehrere kleine Fische ihre Bahnen zogen. Seit etwa einer Stunde war sie jetzt schon wieder Zuhause, nachdem sie vom Mondsee wieder zurück geschwommen waren. Und obwohl sie es eigentlich versuchte zu unterdrücken, sah sie immer wieder auf ihr Handy, in der Hoffnung, Lewis würde sich vielleicht doch noch melden. Sie wusste nicht warum, aber sie hoffte es, auch wenn sie wusste, dass sie sich getrennt hatte und das- ihrer Meinung nach- zu Recht, weil sie wirklich das Gefühl gehabt hatte, er würde ihr die Luft zum Atmen nehmen. Aber dass er sich bis jetzt nicht einmal gemeldet hatte, erschien ihr irgendwie untypisch. Auch wenn es sie selbst wirklich belastete und sie irgendwie eine gewisse Schuld verspürte, konnte sie sich nicht vorstellen, dass Lewis sich so sehr abschottete, dass er sich gar nicht mehr meldete, auch wenn es ihn bestimmt genauso belastete. Immerhin hatten nicht mal Emma oder Rikki ihn wieder gesehen; Seit sie sich getrennt hatten, war er nicht ein einziges Mal aufgetaucht. Und das war jetzt zwei Tage her. Langsam aber sicher begann Cleo unruhig zu werden, mittlerweile lag ihr Handy vor ihr auf dem Bett, sie selbst saß im Schneidersitz, teils abwesend, teils wartend, auf das Mobiltelefon starrend. Doch es blieb stumm. Mittlerweile rang die braunhaarige Meerjungfrau mit sich, ob sie ihn nicht einfach anrufen sollte, um zu fragen, wie es ihm ging. Aber irgendwie brachte Cleo es nicht über sich. Also verharrte sie weiterhin reglos auf ihrem Betr sitzend, in sich immer noch der kleine Funken Hoffnung, dass Lewis sich doch noch melden und ihr sagen würde, dass alles ok war.

So das wars mal wieder. Bis zum nächsten Kapitel:)
Lg Kathy
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