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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
23.10.2015 1.670
 
Hallo Leute:) ich weiß, es hat sich wieder ewig hingezogen, aber ich bin wirklich verplant gewesen in letzter Zeit, aber naja her endlich ein neues Kapitel!:) viel Spaß euch beim lesen!

Wenig später saß Lewis Zuhause in seinem Zimmer auf seinem Bett, mit hoch gelegtem Bein und lauschte in die Stille hinein. Sein Vater war nicht da und er konnte nur raten, wann er zurückkommen würde, aber so hatte er jedenfalls seine Ruhe und konnte über alles nachdenken, was überhaupt genau in letzter Zeit passiert war.

Naja, das Nachdenken lief eigentlich kurze Zeit später darauf hinaus, dass er einschlief und auch vor Sonnenaufgang am nächsten Tag nicht mehr aufwachte. Er hatte nicht gewusst, dass er so müde war, aber sein Körper hatte es anscheinend für nötig gehalten, seinen wohl verdienten Schlaf genau jetzt einzuhalten. Aber als er dann irgendwann wieder aufwachte und sich herum rollte, weil sein Bein irgendwie etwas unangenehm ziepte, war er verwirrt, als er niemanden neben sich ausmachen konnte. Er brauchte um die 10 Sekunden um zu verstehen, dass er wieder in der Stadt, Zuhause war, erst dann konnte er sich dazu überwinden aufzustehen. Sein Bein fühlte sich besser an als gestern, nach dem vielen Laufen, aber kaum, dass er das festgestellt hatte, kam ihm Wayne in den Sinn. Hey, selbst wenn er gar nicht da war, wollte der Kerl ihn nicht in Ruhe lassen. Schwer seufzend ließ Lewis sich schließlich zurück auf seine Bettkante fallen und dachte daran, dass er wohl noch öfter daran denken würde, was alles im Wald passiert war.

Genau diese Gedanken und damit die Bestätigung seiner Vermutung kamen um die 20 Minuten später, als er barfuß, in einer Jogginghose und einem weiten T-Shirt nach unten tapste und sich Frühstück machte. Müsli. Ja, das war das Erste, was ihn sofort an Wayne erinnerte. Und...Müsli...? Ernsthaft?? Schnaubend setzte er sich an den Küchentisch und rührte in der Milch herum, starrte dabei in die Schale und beobachtete die kleinen Wirbel, die sich dabei zwischen den Cornflakes bildeten. „Warum so nachdenklich, hm?“

Er zuckte zusammen, als er meinte, Waynes Stimme zu hören. Er sah auf, sah sich in der Küche um und schnaubte dann ein weiteres Mal. Natürlich war er allein und die Küche, außer ihm, leer. Super...jetzt halluzinierte er sogar schon Waynes Stimme. Jetzt war es also amtlich: Er drehte komplett durch. Lewis brauchte gerade mal 5 Sekunden um sich zu entscheiden, das Frühstück ausfallen und die Schale einfach stehen zu lassen, stattdessen ging er duschen um sich erst einmal anzuziehen und vielleicht ein wenig frische Luft zu schnappen. Vielleicht half ihm das ja.

Tatsächlich passierte es dem Blonden an diesen Tag noch öfter, dass er sich einbildete, Waynes Stimme zu hören oder- als er gerade durch die Stadt lief- ihn aus dem Augenwinkel am Straßenrand stehen zu sehen. Aber jedes Mal, wenn er hinsah, war dieser Moment auch schon wieder vorbei und der Schatten verschwand.

Irgendwann nur noch frustriert ließ Lewis sich deswegen auf einer Bank ganz in der Nähe des Strandes nieder und starrte auf das weite, blaue, leise vor sich hin rauschende Meer und die Wellen, die immer wieder leicht auf den Strand zurollten.

Es war merkwürdig auf einmal wieder hier zu sein, in dem Wissen sich wieder in nächster Nähe zu seinen Freunden zu befinden, die im Übrigen fast einfach so hingenommen hatten, dass er wieder aufgetaucht war, naja vielleicht ein wenig panisch und in irgendwelche Spekulationen verstrickt, aber Cleo, Emma und Rikki waren nicht mehr wirklich böse auf ihn, so wie am dem Tag seiner und Cleos Trennung. Es erleichterte ihn, dass er nicht mehr den Hass und die Ablehnung der Mädchen zu spüren bekam, aber dennoch war er sich nicht sicher, wie er damit umgehen sollte, dass Cleo anscheinend so in Panik verfallen war, dass sie dachte, man hätte ihn entführt. Automatisch runzelte er die Stirn bei dem Gedanken.

„Lewis!“ Angesprochener zuckte zusammen als ihn jemand rief und er wäre fast davon ausgegangen jetzt wirklich den Verstand verloren zu haben, wenn er meinte, Wayne würde ihn rufen, aber dann hörte er, dass es nicht Waynes Stimme war, die Stimme gehörte Cleo wie er feststellte, als sie schwer atmend neben ihm zum Stehen kam als sei sie von sonst woher hierher gerannt. Er sah auf, in Cleos Gesicht, und bemerkte, dass sie sogar leicht lächelte, ihr schien es deutlich besser zu gehen als gestern; die dunklen Schatten unter ihren Augen waren weniger geworden, fast nicht mehr zu erkennen und ihre Augen wirkten wieder lebendiger, er hatte gestern das Gefühl gehabt, sie hätten durch ihre Depressionen- von denen Emma ihm erzählt hatte- ihren Glanz verloren. Und da es Cleo wieder besser ging, fühlte er sich auch besser, gestern hatte es einfach nur weh getan sie so am Ende ihrer Kräfte zu sehen.

„Cleo.“, begrüßte er sie schließlich und lächelte dabei ebenfalls leicht, dann deutete er auf den Platz neben sich und sie setzte sich nach kurzem Zögern neben ihn, auf einmal wieder unsicher wirkend. Sie schwiegen eine Weile und jeder hing seinen Gedanken nach, bis Cleo sich mit einem Mal zu ihm umwandte. „Lewis, ich bin einfach nur froh, dass du wieder da bist und dass es dir gut geht. Ich...wollte nicht so zu dir sein, weißt du?“, begann sie und dem Blonden war sofort klar, dass sie ihre Trennung meinte. „Aber in dem Moment...war es irgendwie eine spontane Reaktion und es tut mir leid, was ich dir an den Kopf geworfen hab, aber...ich fühlte mich wirklich irgendwie eingeengt...“, versuchte sie offenbar zu erklären und Lewis sah aus dem Augenwinkel ihre verzweifelt zusammen gezogenen Brauen, er sah sie nicht an, denn das schmerzende Knäuel in seiner Brust war gerade dabei sich wieder aufzubauen. „Lewis, bitte, du musst mir das verzeihen, ich weiß, dass es falsch war dich so schlecht zu behandeln.“ Sie griff nach seiner Hand und im nächsten Moment blinzelte Lewis überrascht. Es war weg.

Das Knäuel war zwar nicht wieder vollständig da und es schmerzte nun leise in seiner Brust, aber...das Gefühl war weg. Bevor Cleo sich von ihm getrennt hatte, war es anders gewesen. Irgendwie hatte es ihn jedes Mal gefreut, wenn sie seine Hand nahm und ihre Finger miteinander verschränkte, jedes Mal war es wie ein angenehmer, leichter Stromstoß zusammen mit Wärme gewesen, dieses Gefühl durchfuhr seinen gesamten Körper, aber jetzt...jetzt war es weg. Ein klein wenig überrascht darüber zog er für nur für wenige Sekunden die Stirn kraus, dann wandte er doch dem Kopf und sah Cleo direkt in die Augen. Dann seufzte er leise. „Natürlich verzeihe ich dir. Tut mir leid, dass du dir wegen mir solche Sorgen gemacht hast. Aber ich glaube...wir sollten reden. Und..ich hatte lange Zeit nachzudenken.“ Und das war der Beginn eines sehr langen Gesprächs über Meinungen, Beziehung und noch viele andere Dinge, die sie beide falsch gemacht hatten.

***

„Weißt du, ich finde...es war wirklich schön mit dir...“ Sie saßen jetzt bestimmt schon zwei Stunden auf der Bank und Lewis fand, dass es wirklich nötig gewesen war dieses Gespräch zu führen, bevor er den Kopf neigte, das aussprechend, was bisher still in der Luft zwischen ihnen schwebte. „...aber es geht nicht.“ Er sah erneut zu Cleo, zuvor hatte er die Wellen des leise rauschenden Meeres fixiert und jetzt sah er, dass sie ihn genauso ansah wie er sich momentan fühlte; elend und bedrückt. Die braunhaarige Meerjungfrau nickte langsam. „Ich glaube nicht...ich weiß nicht...Lewis, ich will dir nicht weh tun. Wollte ich nie.“ Diesmal nickte der Blonde. „Cleo, das weiß ich. Und ich hoffe du weißt, wie wichtig du mir bist, aber...ich hab einfach Angst...dass das hier...“ Er zeigte zwischen sich und der Meerjungfrau hin und her. „...dass es kaputt geht. Dass unsere Freundschaft daran zerbricht, weil...wir...ich weiß auch nicht...Es kommt mir vor, als wäre es zu viel gewesen...“ Cleo griff erneut nach seiner Hand und er fühlte die Bestätigung, die in dieser Geste lag. Für ein paar Minuten war es still und keiner wusste so recht, was er sagen sollte, bis Cleo schließlich das Schweigen brach. „Bist du mir noch böse, weil ich...naja weil ich dich so angepflaumt hab...?“

Lebhafte Bilder von einer aufgebrachten Cleo, die ihn anschnauzte tauchten vor Lewis inneren Auge auf. Er schüttelte den Kopf. „Cleo, das ist fast eine Woche her, natürlich nicht, ich meine du hattest ja sogar dein gutes Recht dazu... Aber...ist jetzt alles wieder ok zwischen uns...? Weißt du, ich hab's einfach nicht ertragen, dass du so sauer auf mich warst und...dass Emma und Rikki noch mitgezogen haben, hat mir dann endgültig den Rest gegeben...“, meinte er anschließend und wurde zum Ende hin immer leiser, sein Blick richtete sich auf den Boden, hob sich allerdings wenige Augenblicke später schon wieder, da die Braunhaarige seine Hand leicht drückte. „Ich bin dir nicht mehr böse und es tut mir leid, was ich gesagt hab, aber jetzt bin ich einfach nur froh, dass du wieder da bist. Und die anderen...naja du hast gestern ja schon gesehen, dass sie auch nicht mehr sauer auf dich sind...Lewis, du bist mir viel zu wichtig, als dass ich dich verlieren könnte und wir brauchen dich; als unseren Freund.“ Er wusste nicht wieso aber ein winziger Teil sträubte sich bei dem Begriff "Freund", aber der Großteil an Erleichterung und Freude überwog, dass er es nicht kaputt gemacht hatte. Die Freundschaft zu Cleo bedeutete ihm einfach zu viel, als dass er es hätte aufgeben können, nur weil er geglaubt hätte es könnte was aus ihnen werden.

Denn genau das war es: Allein der Glaube daran. Es war bewiesen, dass es doch nicht funktioniert hatte obwohl sie beide am Anfang geglaubt hatten, dass es das könnte. Und er konnte gut damit leben, dass ihre Freundschaft wieder so war wie zuvor, Hauptsache er verlor Cleo nicht. Sie kannten sich schon viel zu lange um das jetzt einfach aufzugeben nur weil sie einmal irgendwie den falschen Weg eingeschlagen hatten.
Nein, das würde er sicher nicht aufs Spiel setzen...
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