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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
27.08.2015 2.009
 
So und hier Teil 3 und damit wahrscheinlich auch das , worauf wahrscheinlich viele von euch gewartet haben: Lewis Wiedersehen mit den Mädchen. Viel Spaß beim Lesen!;)

Lewis fühlte sich merkwürdig. Auf Waynes Wunsch hin war er gegangen, obwohl er versucht hatte, sich zu weigern, jedoch ohne Erfolg. So ging er also mit seinem immer noch leicht geschwächtem, aber wieder größtenteils verheiltem Bein durch die Straßen, mit eigentlich keinem bestimmten Ziel, denn es war schon komisch genug wieder in der Stadt zu sein. Bis ihm der Streit mit Cleo wieder einmal in den Sinn kam und er sich auf den Weg zu ihrem Haus machte. Allerdings war niemand zu Hause, wie er schnell feststellte, deswegen ging er direkt zu Emmas Haus. Wenn Cleo nicht zu Hause war, ging sie meistens zu Emma.

Schließlich stand er vor der Haustür und zögerte. Sollte er wirklich klingeln? Während er so darüber nachdachte, machte sie ein dumpfer, nur allzu bekannter Schmerz bemerkbar. Von der langen Strecke hatte sein Bein wieder angefangen weh zu tun. Außerdem pochte sein Herz laut und präsent in seiner Brust, was ihn nur noch nervöser machte als ohnehin schon. Dann jedoch warf er alle Bedenken über Bord und bevor er sich versah, drückte er die Türklingel, wobei nur wenige Augenblicke später Emma die Tür öffnete.

Als sie ihn sah, wurden ihre Augen groß und sie drehte sich sofort zum Wohnzimmer um und rief. „Leute kommt schnell! Es ist Lewis!“ Er hörte aufgeregte Stimmen, schließlich kam eine hysterisch wirkende Cleo und eine ebenfalls leicht besorgt wirkende Rikki an die Haustür, wobei er sah, dass Cleo weinte und sie ihm sofort um den Hals fiel. Moment...sie weinte...?

Ihr Schluchzen bestätigte seine Beobachtung. „Oh Gott, Lewis, wo warst du denn?? Ich dachte...ich dachte...du wärst tot oder...schwer verletzt...als ich...dich angerufen hab...!“ Lewis hatte bis jetzt keinen Ton rausgebracht, er war zu überrascht von Cleos Reaktion gewesen, ja klar, sie waren definitiv nicht mehr zusammen, aber das sie sich solche Sorgen gemacht hatte, hätte er nicht gedacht. Und das sie gedacht hatte, er wäre tot...irgendwie hatte er das Gefühl, dass hier etwas falsch lief. Als wäre er in den falschen Film gestolpert. Und bevor er auch nur zu irgendetwas ansetzten konnte, mischte Emma sich jetzt in Cleos Ausbruch ein. „Cleo, lass ihn doch erst mal reinkommen, er ist doch jetzt wieder da.“

Damit traten alle drei ein Stück zur Seite, damit er ins Wohnzimmer gehen konnte, naja er ging auch voraus, jedoch wurde daraus schnell wieder ein mehr oder weniger leichtes Hinken, wobei er leise fluchte. „Verdammt!“ Jetzt erst bemerkten die drei Mädchen Lewis leicht unnatürlichen Gang. „OMG, Lewis, was ist passiert??!“ Doch er antwortete nicht, humpelte nur weiter ins Wohnzimmer und ließ sich auf ein Sofa sinken. Er begann erst zu sprechen, als alle drei saßen und Emma fragte: „Lewis, wo warst du so lange? Wir haben versucht dich zu erreichen, wir waren auch bei dir zu Hause und dein Dad meinte, er wüsste nicht wo du bist. Er meinte, du würdest bestimmt auf einem spontanen mehrtägigen Angelausflug sein.“, sprudelte sie auch schon los, was Lewis nur seufzen ließ. Wo sollte er bloß anfangen?

„Ja, also ich hatte eine Art Unfall...“, begann er, was ihm erschrockene Ausrufe einbrachte. Schnell redete er weiter. „Naja, keinen Unfall. Ich wurde von irgend so nem Typen angegriffen.“ Er sah in schockierte Gesichter. „Was?! Und was ist dann passiert?“, fragte Cleo entsetzt, Lewis versuchte die Situation zu erklären, irgendwie ging ihm das hier zu schnell. Er hatte die drei seit einigen Tagen nicht mehr gesehen und jetzt tauchte er hier auf und alle verhielten sich so, als wäre nie etwas gewesen, naja bis auf die Tatsache, dass die Mädchen aus irgendeinem Grund zu glauben schienen, ihm sei etwas furchtbar Schlimmes widerfahren, naja, was ja auch stimmte...aber außer dem verpatzten Anruf hatte Cleo den Anderen nicht wirklich viel an Details schildern können.

Letztendlich neigte er den Kopf etwas, als ihm bewusst wurde, dass Cleo sich in irgendetwas hineingesteigert zu haben schien, wie sonst sollte sie also bitte auf die Idee kommen, er sei schwer verletzt oder sogar tot, immerhin hatten sie ja fast normal miteinander geredet bis die Verbindung unterbrochen worden war. Das hätte genauso gut jedem anderen passieren können. Schließlich schob er seine Spekulationen beiseite und fuhr fort. „Naja, nach unseren Streit vor...ehm einigen Tagen, da wollte ich eigentlich...zum Strand gehen und dann tauchte dieser Typ...mit nem Baseballschläger auf und schlug mich bewusstlos. Als ich wieder aufgewacht bin, tat mein Bein höllisch weh: Er hat's mir gebrochen.“

Emma schlug sich eine Hand vor den Mund. Das der Unbekannte eine Baseballschläger-Hand gehabt hatte, ließ Lewis lieber aus, er wollte nicht, dass vielleicht noch jemand einen Herzinfarkt bekam. „Ja und dann? Wo bist du so lange gewesen??“, meldete sich jetzt Rikki zu Wort, sie schien leicht verärgert, aber das war ja nichts Neues. Lewis zögerte. Er wusste nicht, ob er von Wayne erzählen sollte; dass er ihn bei sich aufgenommen hatte. Nach einigem Überlegen entschied er sich dafür, ihnen davon zu erzählen, er musste ja nicht alles erwähnen. „Ja, also jemand hat mich gefunden und mitgenommen...“ Er kam gar nicht dazu weiterzureden, denn Cleo war direkt aufgesprungen, ihr liefen zwar immer noch vereinzelt Tränen über die Wangen, aber Lewis sah, dass ihre Augen wütend funkelten. „Ich wusste es! Man hat dich entführt! Aber du konntest entkommen, oder? Was hat man dir noch angetan?? Lewis, rede mit mir!“

Lewis stockte. Entführt? Er verspürte den Drang, teilweise amüsiert einen Mundwinkel hochzuziehen, doch er ließ es, denn Cleo schien wirklich besorgt und wütend und aufgebracht und so vollkommen verzweifelt, dass er bezweifelte, dass sie das nicht ernst meinte. Denn sie schien vollkommen überzeugt davon, man hätte ihn eiskalt verschleppt und er wäre nur hier, weil er entkommen konnte. Lewis schnaubte innerlich darüber. Entkommen... Nein, er hatte es nicht geschafft, Wayne zu entkommen. Physisch...vielleicht, aber geistig...? Nicht wirklich.

Er schreckte auf, als sie mit einer Hand vor seinem Gesicht wedelte. „Lewis? Alles ok bei dir? Oh mein Gott, geht's dir gut??“ Angesprochener schnaubte. „Ja, mir geht's gut, keine Panik. Das mit dem Bein sieht schlimmer aus als es ist und man hat mir nichts angetan. Ich saß nur für einige Zeit in...einem Gebäude fest und konnte wegen meinem Bein da nicht weg...Cleo, beruhig dich, es ist alles ok.“ Sie verharrte einen Moment lang wie erstarrt, während Lewis aufstand und beschwichtigend die Hände hob, dann konnte er beobachten wie ihre Augen erneut glasig wurden und sie ihn erneut umarmte, als hätte sie gerade erfahren, er hätte einen Krieg überlebt. Ein wenig hilflos sah er zu Emma und Rikki, die ihn immer noch leicht besorgt ansahen, aber mindestens genauso besorgt über Cleos Zustand schienen. Als die Braunhaarige sich wieder von ihm löste, stand Emma auf und nahm Lewis vorsichtig am Arm, zog ihn etwas in Richtung Flur und redete leise, vermutlich damit Cleo es nicht hörte.

„Cleo war in den letzten Tagen ziemlich fertig und fast schon krank vor Sorge, weil sie nicht wusste, wo du warst. Sie hat sich ganz schön in was reingesteigert, hat seit gestern angefangen, darüber zu spekulieren, dass irgendwelche Auftragskiller dich verschleppt, gefoltert und dann ermordet hätten.“ Lewis runzelte die Stirn. „Wie um alles in der Welt kommt sie auf die Idee, dass jemand überhaupt versuchen könnte, mich umzubringen? Ich meine, wir haben doch nur telefoniert und die Verbindung wurde unterbrochen, weil mir das Handy runtergefallen ist und danach nur noch Schrott war.“ Das war sogar die Wahrheit. Emma jedoch zog besorgt die Brauen zusammen. „Rikki hat dein Portmonee gefunden und als wir zu der Stelle gegangen sind, an der man es aufgesammelt hat, haben wir Blutspuren gefunden. Lewis, wir haben uns wirklich Sorgen gemacht, weil Cleo meinte, als ihr telefoniert habt, hätte sie, kurz bevor die Verbindung abgebrochen ist, die Stimme eines fremden Mannes gehört. Sie hat gesagt, dass er dir gedroht hätte.“

Lewis schluckte. Das war richtig, wahrscheinlich hatte Cleo Zacks Stimme gehört, aber er wusste auch, dass er Emma, Cleo und Rikki auf keinen Fall davon erzählen wollte. Wenn er erzählte, dass ein Psychopath mit einem Messer nach ihm geworfen hatte, würde Cleo wahrscheinlich einen Herzinfarkt erleiden. Und er wollte nicht, dass sie sich noch mehr Sorgen machte. Deshalb schüttelte er den Kopf. „Das kann nicht sein. Ich hab doch gesagt, man hat mich nicht entführt. Ich bin lediglich bei jemandem untergekommen, der so freundlich war, mein Bein zu verarzten.“ Es hinterließ ein leicht säuerliches Gefühl bei ihm, zu lügen, indem er behauptete, Cleo hätte sich verhört, jedoch hielt er es für das Beste, dass die Meerjungfrauen nichts von Wayne oder Zack erfuhren. Er befürchtete nur komplizierte Probleme, die daraus entstehen würden. Deshalb verschwieg er es.  

„Außerdem haben wir...naja wir haben gesehen...dass ein Mann dich mit einem Messer bedroht hat...der Mondsee hat es uns gezeigt...“, meinte Emma dann noch und Lewis klappte unwillkürlich der Mund auf, während er sie verständnislos anstarrte. „Der Mondsee hat es euch gezeigt??“ Sie nickte. „Vielleicht erklären wir dir das später...“
Lewis schnaubte. Na klasse, er wollte gar nicht wissen, was die Mädchen alles in Bewegung gesetzt hatten um ihn zu finden. Und wenn der Mondsee ihnen geholfen hatte indem er ihnen Bilder von ihm und Wayne zeigte, in einem weitaus mehr als ungünstigen Zeitpunkt, in dem Wayne ihm ein Messer an den Hals hielt... Er sollte wirklich darauf achten, dass sie dieses ganze Entführer-Sache wieder vergaßen.

„Emma, niemand hat mich bedroht und man hat mich zu 100% sicher nicht entführt. Wie oft denn noch? Man hat mich niedergeschlagen, ja, aber man hat mir nicht gedroht und schon gar nicht mit einem Messer.“

Nach einem kurzen Augenblick nickte sie und sie kehrten zu den anderen beiden zurück, wobei Cleo immer noch mehr als aufgelöst wirkte und Lewis sie inzwischen besorgt musterte wie Rikki und Emma. „Cleo, ich glaube, du solltest dich wirklich hinlegen, du siehst mehr als übermüdet aus und wenn du nicht bald schläfst, kippst du noch um.“, meinte er dann, worauf Emma aufstand und leicht in Richtung Treppe schob. „Du kannst dich oben bei mir hinlegen. Du hast in letzter Zeit wirklich nicht viel geschlafen.“ Cleo wollte sich aus ihrem behutsamen Griff winden und dagegen protestieren, doch Emma unterband jeden Widerstand. „Aber-“ „Nichts aber, du gehst jetzt nach oben und legst dich hin. Cleo, es ist ok, Lewis ist wieder da und er wird nicht wieder einfach so verschwinden. Du kannst immer noch mit ihm reden...“, murmelte sie leise und Rikki übernahm die Aufgabe, Cleo nach oben zu Emma Zimmer zu bringen, um sicherzugehen, dass sie sich auch wirklich beruhigte und hinlegte.

Emma und Lewis blieben unten zurück, wobei Lewis sich durch die Haare fuhr und dann entschuldigend zu Emma sah. „Tut mir leid, dass ihr euch solche Sorgen gemacht habt, aber mir geht's gut, wirklich.“ Emma griff darauf nach seiner Hand und drückte sie kurz freundschaftlich. „Schon gut. Wir wissen ja jetzt, dass du wieder da bist. Aber jag uns nie wieder so einen Schrecken, ja?“ Gehorsam nickte er. „Versprochen. Aber...ich glaube ich sollte jetzt auch mal nach Hause gehen. Du weißt schon, mein Bein...“ Inzwischen ziepte es nämlich dort unangenehm unter seiner Haut. Emma nickte verständnisvoll, worauf sie aber noch einmal aufhielt, als er sich der Tür zuwandte. „Lewis, ist wirklich alles ok?“ Er hörte, dass sie mit größter Wahrscheinlichkeit damit meinte, ob er von dem ok sei, wo er gewesen war, dann nickte er. „Wirklich, mir ist nichts passiert, nachdem dieser Typ mich einfach niedergeschlagen hat. Ich bin wie schon gesagt bei jemandem untergekommen, der mich gefunden und versorgt hat, es ist ok.“ Die Blonde nickte, dann berührte sie noch einmal seinen Arm, während er die Haustür öffnete. „Pass auf dich auf, ja?“ Er nickte als Erwiderung und zog die Tür hinter sich ins Schloss, nachdem er gerade noch so gesehen hatte, dass Emma sich wohl auch auf den Weg nach oben machte. Letztendlich lief er, wieder leicht hinkend, nach Hause, um sich umzuziehen und ein wenig über das Geschehene nachzudenken.
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