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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
24.06.2015 1.742
 
Hallo Leute, hier endlich ein neues Kapitel für euch! Auch noch ein Zweiteiler:) ich orientiere mich im Übrigen nur minimal an Staffel 3, was die Darstellungsweise angeht. Die Handlung hat allerdings nichts damit zu tun. Aber mehr verrate ich nicht:D viel Spaß beim Lesen!:)
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Nach der Begegnung mit der Frau, die Cleo jedes Mal wieder einfach nicht einschätzen konnte, hatte sie recht überzeugend hervorbringen können, dass es ihr nicht gut ging, sodass man sie nach Hause entließ und was die Dunkelhaarige sofort zu Emma und Rikki führte, die beide glücklicherweise bei Emma Zuhause waren.

Cleo stürmte beinahe schon in Emmas Zimmer, kaum hatte man ihr die Tür geöffnet, während sie aufgeregt gestikulierte, kaum einen vernünftigen Satz zustande bringend, so außer Atem war sie; sie war den gesamten Weg hierher gerannt. „Ich...da war...tut mir leid...wollte euch sagen...wichtig...“ Emma neigte erst etwas verwirrt den Kopf, dann stand sie auf und schloss ihre Freundin in die Arme, sie war so froh, dass Cleo hier war. „Uns tut es auch leid, Cleo. Wir sind momentan einfach alle mit den Nerven fertig. Und wir wollten dir auch sagen, wie wichtig du uns bist.“, meinte sie, während Cleo die Umarmung einfach mal über sich ergehen ließ, sie wollte doch eigentlich etwas ganz anderes sagen, auch wenn sie dem zustimmte was Emma gerade gesagt hatte: Rikki und sie waren einfach ihre besten Freundinnen.

Schließlich machte sie sich los, rang immer noch etwas nach Luft. „Nein...ja...ihr seid mir auch wichtig...aber das wollte ich...gar nicht sagen. Bei mir auf der Arbeit, bei den Delfinbecken...da war wieder diese Frau, Mrs Chatham, wisst ihr?? Die, die uns auch vor dem Vollmond gewarnt hat und so.“ Jetzt schienen beide auch endlich zu verstehen, warum Cleo wie eine Wahnsinnige hier reingestürzt gekommen war. Aufmerksam sahen sie sie an, auch wenn Rikki mehr als resigniert wirkend den Kopf in einer Hand abstützte.

„Und was hat sie diesmal gesagt? Dass wir alle demnächst im Mondschein spazieren gehen können ohne dass irgendwas passiert? Wenn ja, dann hat sie ausnahmsweise echt mal was sinnvolles prophezeit.“ Emma blickte sie daraufhin vorwurfsvoll an. „Rikki! Sie war diejenige, die uns gesagt hat, dass es gefährlich ist, bei Vollmond draußen zu sein! Ohne sie wäre sonstwas passiert.“ Cleo schüttelte den Kopf, sie wollte endlich loswerden, was sie erfahren hatte. „Leute! Ich glaube, sie weiß wo Lewis ist.“

Emma und Rikki verstummten augenblicklich in ihrer Diskussion und starrten sie an. „Sie...weiß wo er ist? Wo???“ Doch die Dunkelhaarige schüttelte nur den Kopf. „Das hat sie nicht gesagt, aber sie hat so komische Andeutungen gemacht, dass ich mir keine Sorgen um ihn machen muss und dass ich Antworten auf meine Fragen erhalten würde.“ Nachdenklich legte sie den Kopf schief. „Und dann...meinte sie noch, dass wir alles erfahren würden, an dem Ort, wo alles begann...“

Rikki sah sie nur verständnislos an. „An dem Ort wo alles begann? Kann die Frau sich auch mal verständlich ausdrücken?! Das könnte überall sein!“ Doch Emma widersprach ihr mit einem Kopfschütteln. „Nein, kann es nicht. Um genau zu sein, gibt es nur einen Ort, der gemeint sein kann.“ Abwartend wurde sie von den beiden anderen Meerjungfrauen angesehen, Cleo hatte sich nämlich auch noch nicht wirklich Gedanken darum gemacht, was eigentlich gemeint sein könnte. Emma unterdrückte ein Augenrollen; so schwer war das doch wohl nicht. „Hallo? Der Mondsee...? Klingelt da jetzt was?“

Erkenntnis machte sie in beiden Mienen breit und sofort war Cleo Feuer und Flamme. „Na, worauf warten wir dann noch??“ Und schon war sie aus dem Zimmer verschwunden, Rikki und Emma folgten ihr, zwar ebenso energisch, aber mit etwas weniger Elan.

Es dauerte nicht mal eine halbe Stunde bis sie im Wasser und dann auf schnellstem Weg bei Mako Island angelangten, wobei alle drei schließlich im Mondsee, dieser wunderschönen, grottenartigen Höhle, wieder auftauchten. Und wie auf ein Kommando sahen sich alle drei suchend um. „Ehm...sag mal Cleo, hat sie dir noch irgendeinen Hinweis gegeben? Irgendetwas...zum Beispiel wonach wir überhaupt suchen sollen?? Ich glaube wohl kaum, dass uns der Mondsee von allein alles erzählen wird.“ Cleo war zwar schon wieder leicht genervt von Rikkis endlos sarkastischem, angesäuerten Tonfall, doch sie ignorierte es, zuckte lediglich mit den Schultern. „Keine Ahnung...vielleicht gibt es so ne Art...Schalter? Woher soll ich das wissen?? Immerhin bin ich nicht diejenige, die einfach so aus dem Nichts auftaucht, kryptische Weisheiten verteilt und dann wieder verschwindet.“ Auch Emma unterdrückte ein genervtes Aufseufzen, ging das schon wieder los. Nachdenklich strich sie sich eine nasse Strähne aus dem Gesicht, während sie sich mit den Armen auf den Steinen abstützte.

Es verging eine ganze Weile, in der niemand so recht wusste, was überhaupt getan werden sollte, bis die ehemalige Vereins-Schwimmerin endlich die Stille brach. „Ich glaub ich weiß was.“ Cleo wandte den Kopf und auch Rikki, die sich bis eben gedankenverloren auf dem Rücken hatte treiben lassen, wobei ihre Schwanzflosse immer wieder leicht im Licht schimmerte, hob den Kopf. Emma sah das als Zeichen um weiterzureden. „Vielleicht sollten wir einfach warten und bei Vollmond zurückkommen. Immerhin wurden wir an Vollmond zu Meerjungfrauen und soweit ich weiß funktioniert es an keinem anderen Tag. Dieser See...bezieht doch seine Kräfte irgendwie aus dem Vollmond, oder? Vielleicht finden wir ja den Schalter oder was auch immer wir finden müssen erst an Vollmond...“ Doch Rikki hob bereits entgeistert beide Hände aus dem Wasser und zeigte ihr den Vogel. „Spinnst du?? Erinnerst du dich zufällig noch an das letzte Mal, als eine von uns dem Vollmond ausgeliefert war? Du weißt, dass das mega gruselig war und keiner von uns etwas dagegen tun konnte, oder?!“ Auch Cleo schüttelte mit einem Mal den Kopf. „Das glaube ich auch nicht. Bis Vollmond sind es noch mindestens sechs Tage, vielleicht sogar mehr als eine Woche. Solange können wir unmöglich warten.“ Beschwichtigend hob Emma ebenfalls die Hände. „Schon gut, war ja nur ne Idee...“ Und dann herrschte wieder Schweigen.

Die Zeit verging und langsam wurde es dunkel, doch keiner hatte so wirklich Lust die Grotte wieder zu verlassen, besonders Cleo nicht. Sie hatte den Kopf auf den Armen abgelegt, die auf den Steinplatten am Rand des Mondsees lagen, sie starrte abwesend vor sich hin und bewegte nur ihre Schwanzflosse immer wieder etwas hin und her, Emma und Rikki waren auch geistig woanders, auch sie ließen sich einfach treiben. Dieser Ort ließ Cleo manchmal sogar vergessen, dass sie eine Meerjungfrau war, irgendwie fühlte sie sich hier mehr als sicher, auch wenn sie immer noch die Sorge um Lewis quälte und sie unbedingt wissen wollte, was Mrs Chatham ihr hatte sagen wollen. Sie erschrak nur, als mit einem Mal ein silberner Streifen Licht vor ihr auf die Steine fiel und sie sofort zurückwich, wodurch Emma und Rikki ebenfalls aufgeschreckt wurden.

„Cleo, was ist?“ Die Dunkelhaarige spürte ihr Herz rasen, als ihr bewusst wurde, dass es Mondlicht war, das durch den Vulkan in den Kratersee, ihren Mondsee, fiel, doch sie entspannte sich etwas, als sie statt des Vollmondes nur einen magereren Halbmond über sich ausmachte. „Schon gut...ich dachte nur...ach nichts...“ Rikkis Blick wanderte ebenfalls in den Himmel, wobei sie hörbar ausatmete. „Ich hatte ehrlich gesagt auch kurz Angst, aber du hast Recht: Bis zum Vollmond ist es noch eine Weile...“ Dann sah sie ihre beiden Freundinnen abwartend an. „Was ist? Schwimmen wir zurück? Ich wollte eigentlich nicht die ganze Nacht hier verbringen...“ Sie rieb sich mit einer Hand über die nackte Schulter, ihr bronzefarbenes Oberteil glänzte währenddessen im Licht des Halbmondes. Rikki erhielt als Antwort einstimmiges Nicken und sie holten alle drei tief Luft um zu tauchen, doch bevor sie überhaupt untertauchen konnten um aus der Höhle zu schwimmen, geschah etwas Seltsames:

Eine Wasserwand türmte sich vor den drei Mädchen auf und versperrte ihnen den Weg nach draußen, tauchen schien jetzt auch keine Möglichkeit mehr, denn sie sahen den beunruhigenden Wirbel des Wassers durch die Oberfläche unter ihnen. Verunsichert schwamm Cleo wieder zurück in Richtung Rand. „Ehm...Leute...? Was machen wir jetzt...?“ Genauso beunruhigt schwammen Emma und Rikki zu ihr, auch sie ließen die Wasserwand nicht aus den Augen. Bis sie sich schließlich bewegte und zwar direkt auf sie zu. „Emma...!“ Ängstlich hatte Cleo sich schon längst an Angesprochener festgeklammert, das Ganze machte ihr mittlerweile wirklich etwas Angst, denn es war nicht mal Vollmond und normalerweise dürfte so etwas nicht bei einem Halbmond passieren. Im Allgemeinen dürfte so etwas gar nicht passieren...!

Die Wasserwand rollte immer noch auf sie zu und drohte sie am Rand des Kratersees einzukesseln und über ihnen zu brechen, doch noch während die Mädchen sich sicherheitshalber klein machten, löste die Wand abermals ihre Form und zerfloss mitten in der Luft in einzelne Stränge ohne dass Cleo irgendetwas damit zu tun hatte. Auch wenn Rikki und Emma sie fragend ansahen. „Ich mach überhaupt nichts. Ehrlich nicht!“ Zur Bestätigung hielt sie die Hände hoch, jetzt etwas irritiert über das Verhalten des Wassers. Wenn man es so nennen konnte...

Stattdessen beobachteten alle drei die Stränge, die über ihre Köpfe hinweg durch die Luft glitten, etwas weg vom Mondsee, in die Höhle hinein, genau dorthin, wo Lewis schon so oft gesessen hatte. Über den Steinen teilte das Wasser sich abermals und formte sich erneut, wieder zu einer Wand, wie die Mädchen verwirrt feststellten. Rikki öffnete schon den Mund um etwas zu sagen, ganz geheuer war ihr das nicht, aber überraschenderweise hob Emma eine Hand, brachte sie zum Schweigen bevor sie überhaupt erst ansetzen konnte, während sie aufmerksam das Wasser aus dem See vor sich anstarrte, das fast wie ein ein Vorhang in der Luft hing. „Warte...“, meinte sie leise, auch Cleo starrte den Vorhang aus Wasser an. „Leute...ich glaube...das könnte es sein, was Mrs Chatham gemeint hat...“, meinte sie dann und Rikki zog die Brauen zusammen. „Was? Gruseliges Wasser aus dem Mondsee, das uns erst angreifen will und jetzt einfach in der Luft schwebt?? Was für einen Sinn soll das denn bitte haben?!?“ Doch Emma hob abermals eine Hand, den Blick nach wie vor nicht von dem halb durchsichtigen Vorhang abwendend. „Seht mal...“ Sie klang mehr als erstaunt und fast schon ein wenig fassungslos und auch Rikki aber vor allem Cleo klappte fast der Mund auf, als das Wasser irgendwie ruhiger zu werden schien, jetzt schimmerte es nur noch ab und zu im Mondlicht, bevor es sich erneut veränderte und Cleo jetzt endlich verstand, was Mrs Chatham gemeint hatte, als sie ihr sagte, der Mondsee würde ihr alles erzählen, was sie wissen müsste.
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