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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
07.06.2015 2.238
 
Hallo Leute, hier kommt endlich ein neues Kapitel für euch. Ich wünsch euch viel Spaß beim Lesen!:)

In Waynes Haus:

Lewis starrte von der Bettkante aus nach draußen, die langsam untergehende Sonne schien durch das Fenster und die Bäume warfen lange Schatten, naja das konnte der Blonde nur halbwegs erahnen, sehen konnte er es nicht von diesem Winkel aus. Wayne war gerade irgendwo im Haus, vermutlich in der Küche, da er zuvor irgendeine Andeutung gemacht hatte und Lewis kurz darauf das Öffnen und Schließen von Schränken hörte. Vielleicht kochte er etwas...Lewis wusste nicht, ob Wayne kochen konnte, seine eigenen Kochkünste jedenfalls beschränkten sich lediglich auf Tiefkühlpizza; er war sich da nicht ganz sicher, vielleicht zwang Wayne ihn auch in der nächsten Stunde wenigstens ein paar Brote zu essen, denn wirklich hungrig fühlte er sich überraschenderweise nicht.

Sein Blick wanderte zu seinem nach wie vor bandagierten Bein und er betrachtete es einen Moment kritisch, bevor er mit den Zähnen knirschte. „Es ist deine Schuld, dass ich mich nicht richtig bewegen kann; an deiner Stelle würde ich mir etwas Mühe geben und gefälligst schneller heilen...!“, dachte er vorwurfsvoll und schimpfte damit innerlich über seinen malträtierten Knochen. Und schließlich fasste der Blonde einen Entschluss, wobei er vorsichtig aufstand, vorsichtig den Fuß des verletzten Beins belastete und kurz zusammenzuckte, als das dumpfe Pochen kurzzeitig zu einem schmerzhaften Brennen wurde. Als er das Bein wieder entlastete, wurde es relativ schnell wieder besser, es heilte also vermutlich ganz gut. Und Lewis dankte allen ihm bekannten Gottheiten dafür, dass sein Körper es anscheinend so gut aufnahm und ihn nicht hilflos mit einem nicht heilen wollenden Knochen zurückließ.

Und da der Siebzehnjährige von Natur aus neugierig und vor allem entschlossen war, hinkte er, wie bei der kleinen Herausforderung gegen Wayne auch schon nur diesmal etwas umsichtiger, langsam zum Fenster und stützte sich sogleich am Fensterbrett ab, bevor er den Blick hob und erst einmal ziemlich erstaunt darüber war, was er sah: Direkt vor dem Fenster sah er nicht viel, außer ebenmäßigem, jedoch weich wirkendem Waldboden, dunkle Erde, einige Blätter und durchkommende Pflanzen waren erkennbar. Doch das, was Lewis eher vollkommen einnahm, war der Anblick der unzähligen Bäume, deren Blätter in hellem Grün leuchteten und ihm irgendwie das Gefühl gaben, er würde durch dieses Fenster, von Waynes Haus aus, direkt in das Herz des Waldes blicken.

Noch einen Moment überwältigt von diesem Anblick verharrte Lewis reglos, bevor er andere Dinge wahrnahm, die er vom Fenster aus sehen konnte: Auf der linken Seite entdeckte er einen großen Baumstumpf, daneben einige aufgestapelte Holzscheite und direkt in dem Baumstumpf steckte eine Axt. Auf der rechten Seite erkannte er eine Art kleinen Weg durch die kleinen Pflanzen und das seichte Gras.

Lewis war so vertieft in seine Betrachtung gewesen, dass er vergaß, dass er verletzt war und deshalb automatisch sein langsam müde werdendes Bein entlastete und dafür das andere unwillkürlich mehr belastete, was er sofort bereute und unterdrückt zischte, da der brennende Schmerz in seinem Bein ihm unmissverständlich deutlich machte, dass es noch nicht bereit war, wieder gänzlich genutzt zu werden. Leicht verstimmt darüber knurrte er leise, bevor er wieder Geräusche aus einem anderen Teil des Hauses hörte und sich dann langsam und umsichtig wegen seiner Verletzung auf den Weg in Richtung Zimmertür machte, die nur angelehnt war.

Im Flur angekommen bemerkte er eine Tür zu seiner Rechten, ignorierte sie jedoch fürs erste, denn es sah aus, als würde der Flur ihn direkt in Waynes Wohnzimmer führen, so genau hatte er es an dem Tag nämlich nicht erkennen können, als Zack das erste Mal hier aufgetaucht war. Lewis spitzte die Ohren, er hörte Wayne, der noch irgendwo weiter von dem Teil des Wohnzimmers entfernt zu sein schien und der etwas vor sich hin pfiff. Der Blonde hatte keine Ahnung, wo genau Waynes Küche war, immerhin hatte er sich noch nie in diesem Haus bewegt, aber er folgte einfach Waynes Pfeifen, langsam und umsichtig um sein verletztes Bein nicht allzu sehr bis fast gar nicht zu belasten und sich dabei an einer Wand abstützend, wobei er kurz unwillkürlich über diese verdammte Einschränkung schnaubte, doch kurz darauf wurde es ganz still und augenblicklich erstarrte Lewis mitten in der Bewegung.

Um ehrlich zu sein, wusste er nicht, wieso er das tat, er hielt sogar den Atem an, da Wayne aufgehört hatte zu pfeifen und es vergingen schier nicht enden wollende Sekunden, bevor er ihn wieder summen hörte. Leise atmete er aus und setzte seinen Weg fort, während er darüber nachdachte, wieso er wie aus einem Reflex heraus einfach gestoppt war. Vielleicht war es, weil er hatte verhindern wollen, dass Wasne mitbekam, dass er sich außerhalb "seiner Ruhestätte" befand, denn er wusste, dass Wayne es alles andere als gut zu heißen schien, sollte er sein Bein unnötig belasten.

Er war mittlerweile am Ende des Flurs angelangt und blieb an der Ecke stehen, da Waynes Summen jetzt ganz nah war und als er nach rechts um die Ecke spähte, sah er den Dunkelhaarigen vor einer Anrichte stehen, er hantierte mit etwas, was genau es war, konnte Lewis nicht sehen, aber er hatte Waynes Küche gefunden: Direkt vor ihm war tatsächlich das Wohnzimmer und angrenzend daran, ganz offen gehalten ging der Wohnbereich in eine kleine Küche zu seiner Rechten über. Und bevor der Siebzehnjährige auch nur ansatzweise darüber nachdenken konnte, handelte er schneller als es sein gesunder Verstand zuließ. „Wow, du hättest mir echt mal sagen können, dass du nicht nur ein Haus im Wald hast, sondern dass dein Haus einem auch irgendwie das Gefühl übermittelt es nicht mehr zu verlassen.“

Zu spät erinnerte er sich daran, dass Wayne sich nicht bewusst war, dass er jetzt ungefähr drei Meter hinter ihm stand, denn der Dunkelhaarige zuckte zusammen und fuhr augenblicklich herum, starrte ihn einen Moment lang einfach nur an, bevor sich seine Miene veränderte; seine Stirn legte sich in Falten, seine Brauen zogen sich zusammen und er verengte die Augen, wobei Lewis diesen Gesichtsausdruck jedoch schon zu deuten wusste und Wayne kurzerhand abwürgte, als der schon den Mund öffnete um etwas zu sagen. „Schon gut, ich weiß, dass du mir vorwurfsvoll an den Kopf werfen willst, warum ich nicht immer noch auf dem Bett sitze und mein Bein schone und ja, ich weiß, ich hätte mich nicht anschleichen sollen, tut mir leid, aber es ist auf Dauer ziemlich langweilig sich an ein und derselben Stelle aufzuhalten.“

Etwas perplex schloss Wayne den Mund wieder, doch dann verschränkte er die Arme vor der Brust und schnaubte leicht. „Gut, dass du weißt, was ich davon halte. Und mal ganz ehrlich, Lewis: Es ist absolut nichts dagegen einzuwenden, dass du dich bewegst, aber es behindert ab einem gewissen Grad die Heilung, wenn du dein Bein überlastest.“ Der Blonde zog die Stirn kraus und schnaubte dann amüsiert. „Du klingst wie mein Arzt.“ Wayne zog die Brauen hoch, doch dann grinste er. „Ich bin momentan dein Arzt. Also halte dich an meine Anweisung und setz dich dahin.“ Er deutete dabei auf ein Sofa.

Der Blonde ließ zum ersten Mal den kompletten Wohnbereich auf sich wirken, der im Übrigen den Rest des Hauses darzustellen schien: Auf der linken Seite machte er eine Tür aus, daneben ein Fenster, das ihm die Bäume draußen zeigte; die Haustür also. Direkt vor ihm im Raum stand ein Sofa mit der Rückenlehne zu ihm, worauf Wayne eben gedeutet hatte, daneben ein großer Sessel, beide Möbelstücke waren, wie Lewis kurz verwundert feststellte, einem Kamin mit offener Feuerstelle in der Wand zugewandt. Der wahrscheinlich mit der Zeit dunkler gewordene Dielenboden wurde durch einen ziemlich alt wirkenden Teppich ergänzt und der Siebzehnjährige kam zu der Feststellung, dass es zwar nicht die modernste Einrichtung war, aber genau das machte dieses Haus auch so...gemütlich.

Lewis hinkte schließlich zu dem ihm gezeigten Möbelstück und ließ sich treu ergeben darauf nieder, bevor er Wayne abwartend ansah. „Zufrieden?“ Der Dunkelhaarige setzte tatsächlich eine zufriedene Miene auf, dann nickte er, wurde kurz darauf jedoch wieder etwas ernster. „Und zu dem zweiten Punkt: Schleich dich nie wieder von hinten an, ich krieg noch nen Herzinfarkt...!“ Lewis musste darauf einfach lachen, denn Waynes vorwurfsvoller Blick war einfach zu herrlich, auch wenn er den Kopf schief legte und eine Augenbraue hob. „Machst du dich über mich lustig?“ Lewis lachte immer noch und ließ sich mit dem Rücken auf das Polster fallen, er brachte nur ein sarkastisches Schnauben zustande. „Nein, ich doch nicht.“

Wayne schnaubte ebenfalls und setzte sich dann in Bewegung, setzte sich in den Sessel und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. „Dir gefällt mein Haus also?“, wollte er dann wissen und Lewis richtete sich wieder auf, nickte begeistert. „Ja, natürlich, ich meine...du wohnst mitten im Wald! Um das festzustellen brauchte ich nur aus dem Fenster zu sehen und von da aus konnte ich noch nicht mal wirklich viel sehen.“ Wieder schweifte sein Blick zum Fenster neben der Haustür und ruckartig stand er auf, hinkte so schnell es ihm möglich war darauf zu, er wollte unbedingt nach draußen, um zu sehen, was man noch alles von Waynes Haus aus sehen konnte.

Doch auf halbem Weg fing der Dunkelhaarige ihn ab, ein Arm schloss sich um seinen Bauch und zog ihn zurück, doch Lewis stemmte sich dagegen. „Ach komm schon, ich will doch nur...lass mich doch einfach nur mal gucken...“, beschwerte er sich, doch Wayne hinderte ihn auch weiterhin am Weitergehen, indem er ihn festhielt, so sehr er sich auch dagegen lehnte. Schließlich hatte er sich soweit gegen Waynes Arm gestemmt, dass er sogar beinahe das Gleichgewicht verlor, hätte der ihn nicht festgehalten und überrascht nahm er hin, dass der Dunkelhaarige ihn herumdrehte, wobei er erneut fast fiel und sich automatisch an Wayne klammerte, während ein nachsichtiger Blick aus dunklen Augen ihn traf. „Ich kann verstehen, dass du raus möchtest, aber das kannst du deinem Bein wirklich nicht antun.“ Auf Lewis verstimmte, schmollende Miene hin, schmunzelte er leicht und setzte nach. „Noch nicht jedenfalls. Ich verspreche dir, dass wir das nachholen, dann zeig ich dir ein wenig, wo ich wohne.“ Er entspannte sich etwas nach diesem Versprechen und so sah er Wayne einfach nur an, der Blick erwiderte, Lewis registrierte jetzt erst, dass seine rechte Hand, als er sich an Wayne geklammert hatte, so auf dessen Brust lag, dass er seinen Herzschlag gleichmäßig und kräftig spüren konnte, aber sein Blick flackerte nur für den Bruchteil einer Sekunde zu der Stelle, an der Waynes Herz lag. Er wurde auch weiterhin angesehen und es war auf einmal seltsam still im Raum, während Lewis immer mehr Dinge bewusst wurden, die er normalerweise gar nicht richtig wahrnahm; er hörte und fühlte seine Atmung, spürte seinen Herzschlag seltsam präsent in seiner Brust, während irgendwie alles mehr und mehr in den Hintergrund rückte.

Es waren vielleicht höchstens 20 Zentimeter zwischen ihnen, als Wayne sich schließlich bewegte, indem er langsam etwas näher kam. Lewis war sofort klar, was er vorhatte und verunsichert unterdrückte er den Drang, sich zu winden, stattdessen verharrte er ganz still, doch sein Herz schlug eine Spur schneller. „Wayne, ich weiß nicht, ob ich...“ Der Dunkelhaarige wurde in seiner Bewegung noch etwas langsamer, sah ihn weiter unverwandt an, nickte aber schließlich. „Ist ok...“, meinte er leise und Lewis wusste, dass er verstanden hatte, jedoch ließ er ihn weder los noch entfernte er sich von ihm, er betrachtete ihn nur vollkommen konzentriert, sein Blick flackerte immer wieder zwischen seinen Augen hin und her, als suche er nach einem Anzeichen von kompletter Ablehnung.

Der Blonde wusste nicht, ob er einfach verunsichert war oder ob er Angst hatte, vielleicht war es ein bisschen von beidem, aber Wayne schien das mehr als deutlich zu spüren, da er sich auch weiter langsam bewegte, immer wieder für Bruchteile von Sekunde innehielt, bis er schließlich ganz nah war und Lewis jetzt wirklich deutlich sein Herz rasen spürte, er konnte sich nicht erinnern, jemals so verdammt verunsichert und aufgeregt gewesen zu sein.

Cleo hatte er immerhin das erste Mal geküsst und nicht sie ihn, allerdings war er dabei nicht bei klarem Verstand gewesen. Und Cleo hatte vor geraumer Zeit mit ihm Schluss gemacht und jetzt fand er sich hier wieder, bei Wayne, der so nah war und direkt vor ihm innegehalten hatte, ihn aufmerksam beobachtete. „Ok...?“, wollte er leise wissen und Lewis spürte seinen Atem auf der Haut, während er kaum merklich nickte. Und nur wenige Augenblicke danach kam Wayne noch ein Stückchen näher, sodass sich ihre Lippen trafen und der Ältere sich ein klein wenig gegen ihn bewegte. Der Blonde merkte, dass er vorsichtig war, wofür er allerdings auch dankbar war, denn er war immer noch mehr als verunsichert und verwirrt, während er für sich herauszufinden versuchte, was genau es war, was er momentan fühlte. Er hatte vor Aufregung sogar begonnen zu zittern.

Allerdings stellte er fest, dass es ihn irgendwie beruhigte, dass Wayne da war und er entspannte sich etwas, während er es als nicht unangenehm einordnete, dass Wayne ihn küsste. Der wiederum löste sich nach nur wenigen Augenblicken von ihm, sah ihn fragend an, während Lewis etwas sprachlos den Mund öffnete und schließlich wieder schloss, ihm fiel nichts ein, was er hätte sagen können. Dafür sah er Wayne schmunzeln. „Tust du mir jetzt den Gefallen und lässt dich widerstandslos zurück zu deinem Schonplatz führen?“ Der Blonde starrte ihn kurz einfach nur an, dann schnaubte er belustigt und begann anschließend zu lachen, was Wayne mit einem schiefen Grinsen erwiderte. Dann hob er die Hände. „Ja, ich lasse mich widerstandslos abführen.“ Darauf lachte auch Wayne.
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