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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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25.05.2015 2.469
 
Hey Leute, hier ein neues Kapitel:) viel Spaß beim Lesen!

„Du willst, dass ich dir beibringe mit Waffen umzugehen??“ Weil Wayne ziemlich überrascht und sogar ein wenig fassungslos klang, folgte von seitens Lewis nur ein langsames Nicken. „Ehrlich gesagt: Ja. Ich meine...was wenn...was wenn Zack wirklich noch mal hier auftauchen sollte und...und du mal nicht da bist, vielleicht...taucht er ja auch in der Stadt auf und dann...dann bist du vielleicht nicht mehr so schnell auf den Beinen, weil er sonst was gemacht hat...und da wäre es doch eigentlich ganz praktisch...oder?“

Wayne neigte den Kopf mit gerunzelter Stirn und zusammengezogenen Brauen. „Da...hast du nicht ganz unrecht...aber ich weiß trotzdem nicht...ob das wirklich der richtige Weg ist...“ Er legte den Kopf nachdenklich auf die andere Seite. Lewis ließ ihm einen Moment, denn offensichtlich war der Dunkelhaarige in seine Gedankenzüge vertieft, als er mit einem Mal den Kopf wandte und den Siebzehnjährigen neben sich musterte. „Ich glaub wir reden ein andern Mal nochmal darüber, ich muss darüber nachdenken...“ Er machte eine kurze Pause. „Aber mal was ganz Anderes: Weißt du, was ich mich schon die ganze Zeit frage? Ich hab dich hierher gebracht und du hattest Angst vor mir, klar, ich hätte genauso gut dieser Schläger sein können, du kanntest mich nicht, aber später...ich weiß nicht...ich hab dir erzählt, dass mich ein riesiges, wild gewordenes Biest angegriffen hat, ein Werwolf, und das nimmst du einfach so hin. Jeder andere hätte mich für verrückt erklärt.“

Der Dunkelhaarige zog die Brauen zusammen und Lewis drehte den Kopf, er wusste, dass Wayne jetzt eine Antwort erwartete, aber er war sich nicht sicher, ob er ihm die Wahrheit sagen sollte oder ob er lügen sollte. Vielleicht könnte er ja auch die halbe Wahrheit erzählen oder etwas verschweigen. Denn wenn er die Wahrheit erzählte, dann würde das automatisch bedeuten, dass er seine besten Freundinnen verraten würde. Und konnte er das?

Lewis wusste nicht, ob sie immer noch seine besten Freundinnen waren, immerhin war Cleo ja jetzt definitiv seine Ex-Freundin und Emma und Rikki hatten ihm das letzte Mal, als er sie gesehen hatte, deutlich gesagt, was sie dachten und deshalb...waren sie aus ihrer Sicht vielleicht nicht mehr befreundet... Andererseits war da noch etwas gewesen...das Gespräch mit Cleo! Kurz bevor Zack sein Handy zerstört hatte... Da hatte sie sich irgendwie nervös angehört, unsicher...und irgendwie etwas traurig, aber was sagte ihm das? Dass sie ihn nicht hasste, weil sie ihn angerufen hatte? Was dachte sie jetzt wohl von ihm, weil das Gespräch auf einmal so abrupt abgebrochen worden war...? Bestimmt war sie wieder so verärgert wie an dem Tag ihrer Trennung... Aber konnte er das Cleo antun? Einfach ihr und das Geheimnis der anderen beiden Mädchen an einen Außenstehenden verraten?

Lewis sah in Waynes dunkle Augen, die wartend und ruhig und so unergründlich auf ihn gerichtet waren. Aber Wayne war kein Fremder für ihn...nicht mehr.

Er atmete überlegend tief ein und aus, bevor er sich etwas weiter aufrichtete, bis er sich an das Kopfbrett des Bettes lehnen konnte, dann verschränkte er die Arme vor der Brust. Anschließend holte der Blonde erneut Luft. „Ich bin mir nicht sicher...ob ich dir das erzählen darf...“  Wayne runzelte fragend die Stirn. „Du meinst, du weißt es nicht, weil du mich nicht für vertrauenswürdig hälst oder weil du dir nicht sicher bist, ob du es mir erzählen darfst, weil es dich nicht direkt betrifft?“ Lewis atmete nachdenklich und hörbar aus, er rang innerlich mit sich; schließlich nickte er leicht abwesend. „Weil es mich nicht direkt betrifft, obwohl...doch eigentlich schon...bis vor kurzem noch...und ich habe ein Versprechen gegeben, dass ich es niemandem erzählen würde, es war, als hätte ich einen Eid geleistet...unter der Drohung, dass man mich kalt machen würde, sollte ich es jemandem erzählen...“ Er lachte kurz tonlos auf.

„Aber...kein normaler Mensch würde jemandem seine Lebensgeschichte mit so viel Leid und dann auch noch die Geschichte anvertrauen, von einem Werwolf angegriffen worden zu sein, wenn man diesem Menschen nicht wirklich vertrauen würde.“ Lewis hob den Blick und sah dem Dunkelhaarigen ins Gesicht. „Deswegen denke ich, werde ich dir im Gegenzug erzählen, warum ich es absolut ernst genommen hab, als du mir von diesem Angriff erzählt hast.“ Und sobald ihm diese Worte über die Zunge kamen, hatte er die Entscheidung gefällt und war dabei sein Versprechen zu brechen. „Ok...“ Mehr kam auch nicht von Wayne, er beobachtete ihn lediglich aufmerksam. Es dauerte noch einen Augenblick, in dem Lewis sich dazu durchgerungen hatte, sich damit abzufinden, dass er das Geheimnis der Mädchen verraten würde, aber es beruhigte sein Gewissen, dass es Wayne war, dem er es erzählte, ihm viel niemand ein, den er als vertrauenswürdiger einschätzte.

„Naja...ich wusste es nicht von Anfang an...ich meine, dass es sowas wie Übernatürliches gibt...aber dann...an einem Tag...hab ich's gesehen und ab da war es eine Gewohnheitssache. Ich hab dir doch von Cleo erzählt, meiner...mittlerweile ExFreundin...“ Dieser Teil kam ihm trotz allem bitter über die Lippen. „...naja, es hat alles angefangen, als wir noch gut befreundet waren und mehr nicht...Cleo hat zwei neue Freundinnen gefunden, Emma und Rikki, und ich wusste nicht warum, aber von einen Tag auf den anderen hing sie nur noch mit den beiden herum. Sie hat damals wirklich komisch reagiert, immer wenn wir uns zum lernen getroffen haben und man sich mal so begegnet ist... Am Anfang dachte ich, es wäre einfach so eine Sache, weil Emma und Rikki auf einmal an ihrer Seite waren, aber dann waren so gut wie alle auf eine Pool-Party bei nem mega arroganten Typen namens Zans eingeladen und Cleo konnte sich nicht entscheiden ob sie hingehen sollte oder nicht, immer wieder hat sie mir zugesagt, dann wieder abgesagt, wieder zugesagt... Allein das war schon merkwürdig...aber auf der Party...sie wirkte nicht besonders glücklich da zu sein und als Zane und seine Kumpels sie einfach genommen und gegen ihren Willen in den Pool geworfen haben...da ist es passiert...“

Lewis erinnerte sich lebhaft daran, was damals an dem Tag passiert war und was für eine Welle an Entsetzen und Verblüffung und irgendwie auch kurzzeitig Angst über ihn hinweg geschwappt war. „Ich wollte ihr eigentlich nur aus dem Wasser helfen, aber sie wirkte so aufgeregt und fast schon panisch, dass ich ihr zuhören müsse und dass sie meine Hilfe bräuchte...weil sie...innerhalb von Sekunden fing das Wasser um sie herum an zu schäumen und nur wenige Momente später schwamm sie vor mir im Wasser...mit einer Schwanzflosse...sie hat sich in eine Meerjungfrau verwandelt.“

Er sah das Erstaunen in Waynes Gesicht als er von der gegenüberliegenden Wand zu dem Dunkelhaarigen sah, bevor Wayne die Stirn kraus zog. „Sie...hat sich in eine Meerjungfrau verwandelt? Mitten auf dieser Poolparty?? Und keiner hat was mitgekriegt??“ Lewis musste bei der Erinnerung an diesen schicksalshaften Tag sogar leicht schmunzeln. „Nein. Emma und Rikki haben die anderen glaub ich drinnen eingesperrt...aber weißt du was das eigentlich coole daran ist, mit Meerjungfrauen befreundet zu sein? Naja...oder eher gesagt befreundet gewesen, aber das heftigste kam eigentlich erst einige Tage später... Ich meine...die drei gehen einfach ins Wasser und 10 Sekunden später haben sie anstatt ihrer Beine bronzefarbene Fischschwänze. Und als ob das schon das Krasseste wäre...!

Rikki kann mit einer Handbewegung Wasser zum Kochen bringen; Sie hat den Pool, in dem ich Cleo das erste Mal als Meerjungfrau gesehen hab als Strafe komplett ausgetrocknet, während die anderen drinnen waren...und Emma kann Wasser gefrieren lassen, ich glaube, sie hat mal erzählt, aus Versehen einen Wasserhahn vereist zu haben, als sie nicht aufgepasst hat...und Cleo...Cleo kann das Wasser kontrollieren, wie es ihr gerade passt...glaub mir, das ist echt cool, manchmal aber auch echt unheimlich, wenn du bei ihr Zuhause sitzt, mit ihr lernen willst und ein Wasserstrahl an dir vorbei schwebt, der vorher in ihrem Wasserglas war und den sie dann zu einer Kugel formt, bevor sie sie einfach aufisst, als wäre es das normalste auf der Welt, Wasser nicht mehr normal zu trinken sondern in Tropfen aus der Luft zu schnappen...“ Lewis endete innerlich aufgewühlt, bevor er zu Wayne sah, der nur schmunzelte und ihn beobachtete. „Wow.“ Verwirrt zog der Blonde die Stirn kraus. „Was?“ Wayne verschränkte die Arme hinter dem Kopf und er schmunzelte immer noch so, was Lewis momentan nicht deuten konnte. „Du vermisst sie, oder?“

Oh...darüber hatte er noch nicht wirklich nachgedacht, auch wenn es wirklich schon die ganze Zeit offensichtlich für jedermann war nur er wusste es noch nicht. Überlegend neigte der Siebzehnjährige den Kopf. „Ja...kann schon sein...ich weiß auch nicht...sie war immer da...und jetzt ist sie's auf einmal nicht mehr...ja...vielleicht vermisse ich sie irgendwie...“ Doch dann legte Lewis den Kopf schief. „Aber mehr sagst du nicht dazu? Ich meine, du gehst auf meine Ex-Freundin ein, sagst aber nichts dazu, dass sie eine Meerjungfrau ist???“ Wayne lachte kurz. „Ja, so siehts aus. Meerjungfrauen also, hm? Ich sage nur deswegen nichts, weil es mir...relativ harmlos erscheint...oder hälst du Meerjungfrauen für gefährlich? Also meines Wissens nach sind sie klug und schön, leben mit dem Meer im Einklang und...naja sie sind keine menschenfressenden Bestien. Deshalb kannst du dich glücklich schätzen, drei Meerjungfrauen zu kennen, würde ich sagen.“

Er lächelte schief und Lewis schüttelte belustigt den Kopf. „Ja, ich denke, ich kann mich wirklich glücklich schätzen, aber...nicht gefährlich...? Wenn sie wütend sind und ihre Kräfte gegen dich einsetzen...ich glaube kaum, dass es ungefährlich ist, sollte Emma Blut gefrieren lassen können, weil es eben eine Flüssigkeit ist, aber ich schätze sie auch nicht so ein...sie würden nie grundlos jemandem was tun...“ Der Dunkelhaarige schien kurz darüber nachzudenken, wobei er die Arme wieder senkte, die Finger ineinander verschränkte. „Ich denke, jeder kann gefährlich sein, wenn er es nur will. Du bist das beste Beispiel dafür: Du hast meinen Bruder aus blindem Hass mit einem Messer angegriffen, naja eher hast du dich gegen ihn verteidigt als er dich angegriffen hat, aber du hast ihn verletzt, was dir Angst gemacht hat, weil du dich so nicht kennst. Aber in dem Moment warst du eine Gefahr für ihn. Und was deine Meerjungfrauen-Freundinnen angeht; so wie du es sagst, sind sie völlig harmlos, könnten aber wenn sie wollten ihre Kräfte dazu einsetzen, um jemanden zu verletzen wenn sie wollten, aber das macht sie nicht automatisch zu gefährlichen Killern. Immerhin sind sie Meerjungfrauen und keine Sirenen.“ Lewis zog eine Augenbraue hoch. „Sirenen? Diese mystischen Wesen, die Seefahrer mit ihrem Gesang angelockt haben sollen um dann ihre Schiffe zu versenken?“ Wayne nickte. „Genau die.“ Schließlich zuckte er mit den Schultern. „Aber sie sind Meerjungfrauen und keine Sirenen, deshalb vollkommen ungefährlich. Sie haben ihre Kräfte voll unter Kontrolle.“, schloss Lewis noch einmal und zog dann die Brauen zusammen. „Ich frag mich, was die drei wohl gerade machen...bestimmt sind sie immer noch so enttäuscht von mir und die werden sich doch insgeheim freuen, dass ich nicht da bin, immerhin hat es sich von Emma und Rikki an dem Tag nach nichts anderem angehört...“

In der Zwischenzeit bei den Mädchen:

Emma, Rikki und Cleo befanden sich gerade bei Cleo Zuhause, in ihrem Zimmer, wobei Rikki und Emma auf Cleos Bett saßen und der Dunkelhaarigen dabei zusahen, wie sie unruhig im Raum bin und her tigerte. Und immer wieder murmelte sie. „Das kann nicht wahr sein...das gibt es nicht...“ Abrupt blieb sie auf der Seite ihres Bettes stehen, auf der auch ihre Freundinnen saßen und schüttelte immer wieder den Kopf. „Das ist doch alles vollkommen unlogisch!“ Frustriert schnaubend starrte sie die gegenüberliegende Wand an, die eine wunderschöne Strandlandschaft zeigte und so ihre geschlossene Zimmertür praktisch unsichtbar machte, da sie in das Bild integriert war, doch selbst dieser Anblick konnte Cleo momentan weder ablenken noch aufheitern. „Ich versteh es einfach nicht...! Lewis verschwindet spurlos und das einzige, das wir finden, ist seine Brieftasche und ein paar dunkle Flecken auf der Straße, die mit größter Wahrscheinlichkeit Blut sind.“ Während sie redete, wurde sie immer aufgeregter und gestikulierte wild mit den Händen. „Aber er kann doch noch einfach auf einer kleinen Passage zum Strand einfach so verschwinden! Und wenn er entführt wurde...wer sollte sowas machen...?! Mir will einfach niemand einfallen, der Verdacht geschöpft und das mit uns herausgefunden haben könnte, sodass man ihn einfach verschleppt!!“

Cleo redete sich auch weiterhin in Rage, während Rikki sich nach hinten lehnte und auf ihre Ellbogen stützte. „Aber wenn du dich weiter so darüber aufregst, machst du es auch nicht besser. Also beruhig dich mal wieder...“ Doch unerwartet funkelte die Dunkelhaarige sie nur an. „Ich will mich aber nicht beruhigen!!!“ Sie war etwas lauter geworden als gewollt und gestikulierte immer noch hektisch, doch sie registrierte erst wenige Momente später, dass Emma sie zwar etwas erschrocken und sprachlos ansah, sich dann aber kurz verspannte und dann aufstand. „Cleo...Rikki hat Recht, das bringt uns nicht weiter-“ Sie erstarrte mitten in der Bewegung, mit halb gehobenen Händen, vermutlich um Cleo zu trösten, doch ihre Aufmerksamkeit galt auf einmal nicht mehr ihrer aufgebrachten Freundin sondern etwas über ihr. „Eh...Cleo...am besten...bewegst du dich jetzt so wenig wie möglich...“ Sie klang verunsichert und verständnislos starrte die Dunkelhaarige sie an. „Warum?!?“ Rikki hatte es inzwischen auch gesehen und deutete mit einem Zeigefinger über ihren Kopf und als Cleo nach oben sah, erschrak sie: Etwa einen halben Meter über ihrem Kopf schwebte eine riesige Blase aus Wasser und zu ihrem Entsetzten schwammen in der fliegenden Wasserblase ihre Fische. Und während sie das feststellte, war es, als würde plötzlich die Schwerkraft wieder einsetzen, denn die Wasserkugel gab schlagartig ihre Form auf und drohte sie zu durchnässen, sodass sie sich verwandeln würde, doch mit einer hektischen Handbewegung konnte sie das Wasser aus dem Aquarium samt ihren Fischen noch rechtzeitig stoppen, wieder zu einer Kugel formen und ihre geliebten Haustiere wieder sicher in ihr Behältnis zurück verfrachten.

Schockiert und mit offenem Mund wegen dem, was sie gerade getan hatte, drehte sie sich zu den anderen beiden um. Die sahen sie ebenso sprachlos an. Emma war die Erste, die sich wieder fasste. „Ich glaube...ich mach dir mal nen Tee...du solltest dich etwas ausruhen und beruhigen, der Stress setzt uns allen momentan wohl etwas zu...ich meine...du hast unbewusst deine Kräfte eingesetzt und das Wasser samt deinen Fischen umher schweben lassen, ohne was davon mitgekriegt zu haben.“ Cleo musste schlucken. „Anscheinend hab ich mich und meine Kräfte im Augenblick nicht ganz unter Kontrolle...“ Einen Moment war es still, dann ließ sich die Dunkelhaarige neben Rikki aufs Bett fallen und Emma verschwand aus dem Raum um ihr und sich und Rikki gleich mit einem Tee zu machen; Den konnten sie bestimmt alle gut gebrauchen...
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