Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 Slash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
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03.06.2014 2.417
 
Hallo da bin ich wieder:) ich habe mich entschieden erst einmal weiter abzuwarten, wie sich das ganze hier weiterentwickelt, und deshalb ist hier das zweite Kapitel meiner Story:) viel Spaß beim lesen!:)

Als der Blonde die Augen wieder öffnete, war das Erste, was er sah, sein verbundenes Bein, das auf einem Kissen lag. Irritiert runzelte er die Stirn. Warum war sein Bein verbunden? Ach ja, Wayne hatte ihn ja bewusstlos aufgesammelt und einfach mitgenommen, nachdem dieser Psychopath mit einem Baseballschläger als Hand ihn angegriffen hatte.

Beim zweiten Blick auf sein Bein, runzelte Lewis allerdings wieder irritiert die Stirn. Der Verband war weiß. Als er ihn das letzte Mal gesehen hatte, war er allerdings beige gewesen. Oder hatte er sich das eingebildet? Verwirrt schüttelte er den Kopf. Schließlich stützte er sich langsam auf die Ellenbogen und sah sich in dem Raum um. Die Vorhänge waren immer noch zu gezogen, wobei dem Blonden in den Sinn kam, dass er solange geschlafen hatte, dass die Vorhänge schon wieder geschlossen waren. Vermutlich war es gerade irgendwann am Abend, ungefähr dieselbe Zeit wie gestern, was bedeutete, dass er sehr wahrscheinlich den ganzen Tag verschlafen hatte. Aber etwas positives hab es doch: Er lebte noch. Letztendlich sah er sich wieder um. Von Wayne war keine Spur zusehen. Der Raum war dunkel, die Lampe auf dem Tisch war ausgeschaltet. Lewis fragte sich, ob Wayne überhaupt im Haus war, wenn das hier überhaupt ein Haus war, in dem er sich befand. Bis jetzt kannte er nur diesen Raum und aus dem Fenster hatte er auch noch nicht sehen können. Allerdings klärte sich die Frage mit Waynes jetzigem Aufenthaltsort, als die Tür aufging und eben jener Mann herein kam und die Tür hinter sich wieder schloss.

Es dauerte nicht lange, bis er Lewis bemerkte, der ihn anstarrte. „Na, wieder wach? Du hast den ganzen Tag verschlafen, es ist mitten in der Nacht.“, meinte er, was Lewis mit einem niedergeschlagenen Blick quittierte. Langsam aber sicher, wurde das echt unheimlich, das Wayne seine Gedanken anscheinend so leicht erraten konnte. Er durchquerte den Raum und ging zu dem Schrank, neben dem jetzt auch noch ein Stuhl stand, schließlich zog er sein T-Shirt aus und tauschte die Jeans gegen eine Jogginhose. Lewis beobachtete das mit zusammengezogenen Augenbrauen. Er fragte sich gerade, was um alles in der Welt Wayne da tat, als ihm einfiel, dass er ja auf einem Bett lag, was mit größter Wahrscheinlichkeit Wayne selbst gehörte. Während Wayne jetzt auf eben jenes Bett zusteuerte, betrachtete Lewis wieder sein Bein.

„Als ich den Verband das letzte Mal gesehen hab, war er beige. Jetzt ist er weiß. Hab ich mir das eingebildet?“, dachte er laut nach, wobei Wayne lächelte, als er sich einfach neben Lewis aufs Bett schmiss. „Nein, das hast du dir nicht eingebildet, er war beige. Ich hab ihn gewechselt, als du geschlafen hast. Das macht es leichter und du hast dabei keine Schmerzen.“ Der Blonde zog die Brauen hoch. Ja, das war wirklich cleverer, als es unter Schmerzen aushalten zu müssen. Nach einigen Minuten drehte Lewis den Kopf, damit er den Dunkelhaarige im Blick hatte. „Was meinen Sie, wie lange es dauert, bis mein Bein wieder ok ist?“, fragte er schließlich. Wayne schien kurz darüber nachzudenken. „Also, als aller erstes: Du kannst mich duzen, ist schon ok. Und zweitens: Ich denke, dass das noch etwa eine Woche dauern wird. Mindestens. Dein Fuß sieht da allerdings schon besser aus, der angeknackste Knochen ist schon fast verheilt.“ Lewis runzelte wieder die Stirn. „Woher wissen Sie-woher weißt du das?“, unterbrach er sich rasch, Wayne lächelte wieder. „Also ein wenig Ahnung hab ich schon. Du kannst mir ruhig was zutrauen.“ Der Blonde schnaubte. „Solange du nicht zu einem wahnsinnigen Professor oder so mutierst, ist bei mir denke ich alles in Ordnung.“

Auf diese Äußerung hin, lachte der Dunkelhaarige. „Haben wir nicht alle n kleinen Knacks weg? Jeder hat doch seine Macken. Aber ich werde ganz bestimmt keine radioaktiven Experimente oder derartiges an dir durchführen.“ Darauf konnte Lewis ein Schmunzeln nicht unterdrücken, was Wayne wiederum aufmerksam machte. „Ha! Du hast gelächelt! Das war ein Lächeln, ich hab's ganz genau gesehen!“, meinte er triumphierend, während er sich ebenfalls auf die Ellenbogen stützte, sich dann jedoch auf die Seite drehte und den Kopf mit einem Arm abstützte. Dabei konnte Lewis wieder die feine Narbe sehen, die sich fast über den halben Arm zog. „Was ist da passiert?“, fragte er, bevor er es verhindern konnte, er war definitiv zu neugierig, während er die weiße Linie fixierte. Wayne drehte den Kopf und betrachtet ebenfalls seinen Arm. „Ach, ich hatte mal n Unfall, ist halb so schlimm.“, meinte er leichthin, wobei Lewis allerdings sofort das Gefühl beschlich, dass das nicht stimmte. „Lüg mich nicht an. Ich bin vielleicht verletzt, aber nicht dumm. Ich merk es doch, wenn man mich anlügt.“ Wayne ließ darauf ein Seufzen verlauten. „Du lässt wahrscheinlich sowieso nicht locker, bis ich's dir erzähle, oder?“ Lewis schüttelte den Kopf. „Na gut, es war kein Unfall. Damals war ich im Wald spazieren, es war dunkel, man konnte kaum die Hand vor Augen erkennen...“, begann er schließlich, sein Blick wirkte abwesend. „...frag mich nicht, warum man bei fast vollkommener Dunkelheit durch den Wald läuft. Es war einfach so. Nur der Mond schien durch die Blätter der Bäume und tauchte alles in silbernes Licht. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nicht allein war. Ich bemerkte es erst, als ein Augenpaar im Gebüsch aufleuchtete, sie leuchteten wie Katzenaugen im Dunkeln, und etwas großes auf mich zu sprang. Es hat mich angegriffen und mir dabei diese Narbe verpasst.“, endete er schließlich, Lewis hatte aufmerksam zugehört. „Was war es? Was hat dich damals angegriffen?“, fragte er nach, doch Wayne zog nur kurz die Schultern hoch.

Der Blonde zog die Brauen zusammen. „Komm schon, du weißt es, willst es mir nur nicht sagen.“, drängte er weiter, Wayne seufzte wieder, letztendlich lachte er leise allerdings freudlos auf. Lewis fand, dass es hohl klang. „Du würdest es mir sowieso nicht glauben, wenn ich's dir sagen würde.“ Jetzt war es Lewis, der freudlos lachte. „Wenn du wüsstest, was ich alles glauben würde und schon gesehen hab.“ Wayne schien aufzugeben. „Na schön. Es war...ein Werwolf.“ Der Blonde runzelte die Stirn. „Ein Werwolf? Dann hättest du gleich erwähnen müssen, dass du bei Vollmond durch den Wald gelaufen bist.“ Waynes abwesender Blick kehrte wieder in die Gegenwart zurück und wanderte dann zu ihm. „Heißt das, dass du mich nicht für vollkommen irre hältst?“ Lewis schüttelte den Kopf. „Nein. Und schlimmeres als einen Typen mit einem Baseballschläger als Hand hatte ich eh nicht erwartet.“ Der Dunkelhaarige lächelte jetzt wieder. „Naja, ein Werwolf ist aber um einiges ungemütlicher, als ein Baseballschläger-Typ.“ Lewis sah jetzt wieder auf die Narbe am Arm. „Wie sieht ein Werwolf eigentlich aus?“, fragte er interessiert, Wayne lächelte noch einmal. „Wie stellst du dir denn einen Werwolf vor?“, kam die Gegenfrage.

Der Blonde überlegte. „Naja, wie einen Werwolf halt: Vielleicht ein großer Wolf, größer als ein Mensch, mit einem teilweise menschlichen Gesicht, rote Augen...“ Wayne hörte ihm zu, dann legte er den Kopf in seiner Hand leicht schief. „Naja, nicht ganz aber fast: Ein Werwolf ist groß, er sieht eigentlich nicht richtig aus wie ein Wolf; er steht gekrümmt aufrecht auf den Hinterläufen, die Arme sind lang, mit Klauen, scharfe Krallen. Der Kopf ähnelt im Vergleich zum mit fellbedecktem Körper eher einem Wolf: Eine lange Schnauze, lange, scharfe, spitze Zähne...und die Augen...naja sie sind nicht rot, meistens oder eigentlich immer, glaube ich, sind sie gelb bis golden.“ Lewis versuchte sich so ein Ungetüm vorzustellen und schüttelte den Kopf, bei dem Gedanken, dass sie absolut blutrünstig Menschen angriffen, wenn sie sich verwandelt hatten. Sein Blick blieb wieder an der langen, feinen Narbe an Waynes Arm hängen und ihm fielen, da Waynes Oberkörper frei war, noch zwei weitere Narben auf: Eine quer auf der Brust, genauso weiß und dünn und eine an der Seite, über der Hüfte. Sie zogen sich auch etwas in die Länge, genau wie die am Arm. „Sie die auch von dem Werwolf?“, fragte Lewis und deutete auf die zwei Narben. Wayne sah nach unten auf seinen Oberkörper, dann nickte er. „Ja, ein Werwolf hat verdammt scharfe Krallen...“ Der Blonde nickte langsam. Letztendlich streckte er, zögernd, den Arm aus und fuhr mit den Fingerkuppen sachte über die feine Linie am Arm, Wayne beobachtete ihn nur dabei. Das Gleiche tat er bei der langen, weißen Narbe an der Seite, er spürte die leichte Unebenheit der Haut, aber auch, dass Wayne zusammen zuckte und leicht zitterte.

Nach nur wenigen Sekunden zog er die Hand zurück. „Wenn ich dir wehtue...“ Der Dunkelhaarige unterbrach ihn mit einem Kopfschütteln. „Tust du nicht.“ Lewis sah auf und zog die Brauen kurz darauf verwundert zusammen: Waynes braune Augen, die ihn immer noch ansahen, waren, wenn das überhaupt möglich war, noch dunkler geworden. Sie waren nicht einfach nur dunkelbraun, sondern so dunkel, dass sie fast schwarz wirkten. Wayne legte den Kopf schief, als er Lewis Blick bemerkte. „Was?“ „Deine Augen...“ Der dunkelhaarige Mann schloss die Augen sofort und schüttelte nur leicht den Kopf, während er sich auf den Rücken drehte. „Das...es ist ok...kommt öfters vor...“ Der Blonde runzelte nur die Stirn, über Waynes merkwürdige Reaktion, beschloss aber, nicht weiter nachzufragen. Was ihm jetzt noch fehlte, war, das er womöglich noch unbeabsichtigt eine Grenze überschritt und Wayne seine Meinung doch noch änderte. „Tut mir leid, also, wenn ich irgendwas gesagt hab...“ Wayne ließ die Augen geschlossen und schüttelte den Kopf. „Nein, du hast überhaupt nichts gemacht. Ist ok, wenn überhaupt ist es meine Schuld...“ Lewis beobachtete, wie Wayne tief durchatmete und dann die Augen wieder öffnete, dabei konnte der Blonde gerade noch erkennen, wie Waynes Augen wieder heller wurden. „Alles ok?“ Der Angesprochene nickte langsam. „Ja ich glaub schon...verdammt!“, fluchte er den letzten Teil leise, Lewis richtete sich etwas weiter auf, er spürte, dass überhaupt nichts in Ordnung war. Er wusste nicht wie, immerhin wusste er immer noch nicht ob er diesem Mann vertrauen konnte, aber er machte sich Sorgen.

Während Lewis darüber nachdachte, sah er, dass Wayne die Augen wieder geschlossen hatte und sich mit der rechten Hand über die Brust rieb. Jetzt setzte sich der Blonde langsam ganz auf. „Es ist mir eigentlich im Augenblick so ziemlich egal, was du sagst, aber ich seh doch, dass es nicht ok ist.“, meinte Lewis jetzt energisch, in seiner typischen Art, er war sich mittlerweile soweit sicher, dass Wayne ihm nichts tun würde und momentan auch nicht konnte. Er betrachtete den Mann vor sich, er rieb sich mit der Hand immer noch über die Brust, von Lewis aus gesehen die rechte Seite und erst nach einigen Minuten fiel ihm ein, dass auf der rechten Seite, von ihm aus gesehen, das Herz lag. „Du hast Schmerzen.“, stellte er besorgt fest, Wayne schnaubte nur, Lewis bemerkte, dass sein Atem stoßweise und flach ging. „Kommt das öfter vor?“, fragte er weiter, er musste Wayne irgendwie dazu überreden, mit ihm zu reden, denn offensichtlich versuchte er es zu vertuschen oder runterzuspielen. Es dauerte zwar einige Momente, in denen Lewis glaubte, er würde ihm wohl gar nicht mehr antworten, als Wayne dann doch reagierte. „Das letzte Mal war vor etwa einem Monat. Aber es war noch nie so schlimm.“ Lewis dämmerte es langsam, was er meinte, und ohne jede Vorwarnung schob er seine Hand unter die des Mannes, der immer noch langsam und regelmäßig die Stelle, unter der sein Herz lag, massierte. Lewis konnte jetzt Waynes Herzschlag unter seiner Hand spüren, der ziemlich schnell ging, aber er musste jetzt wirklich ernsthaft besorgt feststellen, dass er unregelmäßig war. „Wayne, jetzt rede mit mir, ich will nicht, dass du hier einfach bewusstlos wirst, weiter Schmerzen hast oder im schlimmsten Fall sogar stirbst!“, meinte er jetzt leicht verärgert, wobei Wayne nur leicht den Kopf hob und dumpf lachte. „Ich sterbe nicht, mir geht's gut.“ Lewis knurrte. „Dein Herz schlägt unregelmäßig und es verursacht dir Schmerzen, jetzt erzähl mir nicht, dir würde es gut gehen. Sieh mal, während du hier liegst, könnte ich aufstehen und trotz meinem schmerzenden Bein weg humpeln, und du könntest mich nicht aufhalten. Wie willst du das anstellen??“

Wayne seufzte, er hatte Lewis Hand zur Seite geschoben, der sie allerdings nicht wegzog und massierte weiterhin sein Herz. „Das würdest du nicht tun.“, meinte er nur, mit einem Unterton, der wohl ziemlich sicher klingen sollte, allerdings hörte Lewis die Unsicherheit darin. „Ach nein? Dann sag mir, wonach das hier aussieht.“ Er setzte sich an die Bettkante und machte Anstalten aufzustehen, als Wayne ihn am Handgelenk festhielt. „Tu mir das nicht an.“ Es klang flehend. Lewis zog eine Augenbraue hoch, schließlich setzte er sich wieder neben Wayne und schnaubte. „Dann sag mir wenigstens, was ich tun kann.“ Jetzt war es Wayne, der schnaubte, es gelang ihm sogar, ein wenig belustigt zu klingen. „Seit wann denn so besorgt? Ich dachte ich bin der gefährliche, böse Mann, der dich abstechen könnte.“ Lewis verpasste ihm einen leichten Stoß in die Rippen. „Hey!“, empörte der Dunkelhaarige sich. „Du bist momentan überhaupt nicht in der Position, hier irgendwelche Witze zu reißen.“ Lewis konnte den verärgerten Unterton nicht aus seiner Stimme verbannen. Wayne ließ den Kopf wieder sinken. „Im Augenblick kannst du nichts tun. Es braucht eine Weile, bis die Schmerzen nachlassen und der Herzschlag wieder regelmäßig wird.“, erklärte er dann. Lewis hörte ihm aufmerksam zu, als eine Frage in ihm aufkam. „Passiert es einfach so? Oder war es, weil...“ Er kam nicht mehr dazu, den Satz zu beenden, da Wayne ihn schon wieder unterbrach. „Das eine hat nichts mit dem andern zu tun. Es war Zufall. Siehst du, es wird besser.“ Wayne unterbrach seine Herzmassage, um sich dann sehr langsam aufzusetzen und an das Kopfende des Betts zu lehnen. Er atmete erleichtert aus. Lewis konnte nicht umhin, neben Wayne zu rücken und eine Hand auf seine Brust zu legen. Das Ganze tat er sehr vorsichtig, er wollte es nicht riskieren, dass Wayne wieder Schmerzen hatte, wenn er den Brustkorb einengte. Aber tatsächlich spürte er jetzt dessen Herzschlag wieder regelmäßig unter seiner Hand, auch wenn sein Herz noch immer schneller schlug, als es sollte. „Bist du jetzt zufrieden?“, fragte Wayne schließlich, er musterte Lewis, der seine Hand nach wie vor nicht weggezogen hatte. Letztendlich lehnte er sich dann doch endlich zurück und nickte.

So das wars mal wieder:) hoffe es hat euch gefallen und ich kann schon mal im Voraus sagen, dass das nächste Kapitel Direkt an diese Szene anschließen wird:)
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