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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
04.05.2015 1.652
 
Hey Leute , da bin ich wieder mit einem neuen Kapitel:) viel Spaß beim Lesen:):)

Es herrschte einvernehmliches Schweigen, während Lewis seine Hände knetete und nachdachte. Er konnte sich einfach keinen Reim darauf machen, warum irgendein Typ ihn einfach aus heiterem Himmel angegriffen hatte. Wenn Wayne nicht da gewesen wäre, hätte der Kerl ihn vielleicht sogar tot geschlagen. Aber warum??? Er wusste es nicht. Es wollte ihm einfach keine Erklärung dafür einfallen. Und wenn Wayne deswegen schon besorgt war, dann verhieß das erst recht nichts Gutes. Schließlich schnaubte er, was den Dunkelhaarige aufsehen ließ, auch er schien in seine Gedanken vertieft gewesen zu sein.

„Hm?“, machte er fragend, vermutlich wollte er wissen, was Lewis gerade durch den Kopf ging und der gab ihm kurz darauf eine Antwort. „Ich...hab mich nur gefragt...warum ausgerechnet ich? Was ist so interessant an mir, dass jemand meint, mich unbedingt zusammenschlagen zu wollen??“ Auch Wayne schnaubte, schüttelte letztendlich ratlos den Kopf. „Ich weiß nicht, warum er einfach auf dich losgegangen ist. Vielleicht...ach ich weiß nicht, vielleicht war er betrunken...oder er...er war im Drogenrausch, wer weiß schon, was in den Köpfen von solchen Leuten vor sich geht??“ Der Blonde nickte langsam, dann sah er von seinen Händen auf. „Hättest du ihn angegriffen?“, wollte er dann wissen und Wayne legte verwirrt den Kopf auf die Seite. „Wie?“ Er schien nicht zu verstehen, was Lewis meinte, der anfing etwas zu gestikulieren.

„Na...wenn er nicht abgehauen wäre...was hättest du dann gemacht?? Ich meine...du kanntest mich nicht und...du bist sogar auf deinen BRUDER losgegangen, um zu verhindern, dass er mir was tut.“ Das ließ Wayne seufzen, als er endlich verstand. Dann nickte er. „Ja...Ja, ich hätte ihn wahrscheinlich angegriffen. Auch wenn ich vermutlich verloren hätte, aber ich hätte es versucht. Es ist normalerweise nicht wirklich meine Art, einfach jemanden anzugreifen, aber wenn es darum geht, dass ein wahnsinniger Irrer einen Wehrlosen zusammenschlägt, der zudem schon am Boden liegt und ihm überhaupt nichts getan hat, dann...das kann ich mir nicht einfach ansehen...und bei Zack...immerhin hat er gedroht mich und dich vernichten zu wollen, jedenfalls hatte es eine sehr deutliche Drohung inne und ich lasse mir sicher nicht von meinem psychotischen Bruder erzählen, dass er dir was tun will, nur weil du dich gerade in meiner Nähe aufhälst...“

Er schüttelte den Kopf, zog verärgert wirkend die Brauen zusammen. „Wenn er das nächste Mal hier auftaucht, dann brech' ich ihm definitiv was, wenn er dich nochmal bedroht und mich bewusstlos schlägt...!“ Betroffen wandte Lewis den Blick ab. „Tut mir leid...“ Überrascht sah Wayne ihn an, sein Ärger brach in sich zusammen und er zog fragend die Brauen hoch. „Was tut dir leid?“ „Dass ich dich schon wieder daran erinnert hab. Es ist bestimmt keine schöne Vorstellung, dass ein Familienmitglied aus Eifersucht und Ärger einen nicht ausstehen kann...“ Wayne atmete als Erwiderung tief ein und aus. „Nein...ist es nicht. Aber ich kann nichts daran ändern, immerhin ist es gerade nicht meine Schuld, auch wenn Zack sich das einreden will. Und was dich angeht...“ Er machte eine kurze Pause. „Du wurdest von einem Irren und meinem wahnsinnigen Bruder angegriffen. Und ich würde dich immer schützen. Egal vor was.“

Er legte sich auf die Seite, neben Lewis, rückte sich etwas zurecht und stützte den Kopf in der Hand eines angewinkelten Arms ab. Schließlich grinste er schief. „Du bist mir wichtig. Weißt du noch?“ Auch Lewis konnte sich ein belustigtes Schmunzeln nicht verkneifen. „Ja, ich erinnere mich. Das sagtest du bereits. Um die fünfmal.“ Er ließ sich auf den Rücken fallen und zuckte ganz kurz zusammen, als ihm sein Bein durch einen kurz aufblitzenden Schmerz wieder bewusst machte, dass er nach wie vor etwas angeschlagen war, bevor es wieder zu einem dumpfen Pochen wurde. Nach einem Moment wandte er den Kopf. „Wayne?“ Angesprochener sah ihn aufmerksam aus dunklen Augen an. „Hm-hm?“ Sein Blick richtete sich auf sein verbundenes Bein. „Was sagst du dazu?“ Er deutete mit einem Kopfnicken in Richtung Verband. „Wie lange werde ich noch wehrlose Beute sein?“ Er entlockte Wayne ein Schmunzeln, bevor er sich aufsetzte. „Und du sagst mir, ich würde immer innerhalb von Sekunden das Thema wechseln...“, murmelte er, dann zog er nachdenklich die Brauen zusammen. „Hm, was meinst du denn? Fühlst du etwas?“ Der Blonde musste trocken auflachen. „Ach du meinst abgesehen von den Höllenqualen, an die ich mich inzwischen gewöhnen musste?“

Aber dann setzte auch er sich vorsichtig wieder auf und dachte ernsthaft darüber nach. „Naja, es fühlt sich nicht mehr danach an, als würde mein Bein in Flammen stehen. Der Schmerz wird schwächer...erträglicher. Es ist...momentan eher ein dumpfes Pochen...“ Der Dunkelhaarige nickte, bevor er näher an das verbundene Bein rückte und betrachtete, als wolle er es röntgen. „Es ist ja jetzt schon eine Weile her, sodass die Heilung langsam eingetreten sein dürfte und so wie du heute hier durch die Gegend gehinkt bzw. gehüpft bist, scheint es wirklich zu verheilen. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich anscheinend soweit alles richtig gemacht hab und alles wieder so zusammenzuwachsen scheint wie es soll, dein angeknackster Fuß müsste eigentlich wieder soweit in Ordnung sein, immerhin konntest du wieder auftreten und glaub mir; der eigentliche Schmerz, den du hast, kommt eigentlich von deinem Bein, du bildest dir wenn überhaupt nur noch ein, es wäre dein Fuß.“

Diese Aussage beruhigte den Siebzehnjährigen ungemein und nach einem Moment ließ er sich wieder auf den Rücken fallen, dieses Mal etwas umsichtiger. Seine Gedanken kreisten wieder mal wie aufgescheuchte Vögel in seinem Kopf. Diese ganzen Spekulationen über den unbekannten Mann, sein Bein...sogar Zack hatte es geschafft fester Bestandteil seiner Liste aus beunruhigenden Dingen zu werden. Und auch das Bild von Wayne mit einer frischen Platzwunde am Kopf, während er auf seinen Zwillingsbruder losging, ließ ihn nicht los.

„Kann ich...dich was fragen...?“, meinte der Blonde nach einer Weile, in der Wayne sich diesmal an das Kopfbrett lehnte, die Hände auf dem Bauch verschränkt. „Ja, wieso solltest du nicht?“ Weil ich mir nicht sicher bin, ob ich dich das überhaupt fragen darf..., dachte sich Lewis, bevor er wieder das Wort ergriff. „Also...ist das schon öfter vorgekommen...? Ich meine...dass Zack...einfach so auftaucht...und dir droht? Er- und du auch- wirkten nicht so, als wäre es etwas Neues, dass er das macht...Du hast ja auch erzählt, dass er seit diesem schicksalshaften Gespräch so drauf ist...aber hat er dir schon mal gedroht und...naja hat er schon mal versucht dich...umzubringen...? Ich glaube nämlich nicht, dass er besonders umsichtig gewesen ist, als er dich neulich bewusstlos geschlagen hat; immerhin hat es dich nur auf kürzeste Zeit außer Gefecht gesetzt...aber er HAT DICH BEWUSSTLOS GESCHLAGEN.“ Wayne neigte den Kopf, winkelte ein Bein an und stützte einen Arm darauf, Lewis konnte sehen, dass sich sein Ausdruck fast augenblicklich veränderte und er damit anscheinend eine erneute Gefühlswelle losgetreten hatte, aber der Dunkelhaarige schien nicht verärgert, es schien etwas anderes zu sein als er freudlos lächelte und dabei schnaubte.

„Nein, besonders umsichtig war er nicht, ganz bestimmt nicht. Ist er auch noch nie gewesen, warum also jetzt?“ Wayne seufzte auf. „Und...ja...ja es war nicht das erste Mal...ich meine ich hab ihn seit Jahren nicht gesehen, aber es gab ein Mal...ich glaube ich war mitten auf meiner Durchreise gefühlt einmal um den Erdball, als ich gerade 20 geworden bin...da hat er mich einmal gefunden...Ich hatte eine kleine Wohnung irgendwo, ich weiß nicht mehr wo genau es war, aber auf einmal stand er in der Tür, mit diesem herablassenden Blick, der mir sagte, dass er keinesfalls vergessen hat, was 4 Jahre zuvor passiert ist. Ich wollte erst nicht glauben, dass er...einfach so wieder aufgetaucht war und ich hab mich bei ihm entschuldigt, dass ich nicht wollte, dass er das hört...weil es nicht einfach ist, seinen Bruder zu verlieren...aber statt über seinen Schatten zu springen und die Vergangenheit einfach zu vergessen, tat er so, als wäre es nur wenige Stunden her gewesen, als er das Gespräch zwischen mir und unserer Mutter belauscht hatte, obwohl das etliche Jahre zurückliegt. Wie gesagt...Zack ist ein sehr rachsüchtiger Mensch...und deshalb ist er direkt auf mich losgegangen, ich glaube...er hat versucht mich zu erdrosseln...“ Wayne klang beinahe schon ein wenig nachdenklich, wenn auch immer noch unterschwellig getroffen und geistesabwesend fuhr er sich mit einer Hand über den Hals, als würde er eine unsichtbare Wunde erspüren wollen. Einen Moment lang war es still und Lewis konnte nur wie erstarrt verharren, er konnte einfach nicht begreifen, warum jemand so etwas tat- immerhin wollte Zack seinen eigenen Zwilling umbringen und hatte es wahrscheinlich immer noch vor- und Wayne wirkte zwar wirklich erschüttert und betrübt, aber er klang auch manchmal ein wenig resigniert, wenn er von Zack sprach. So als wäre es nicht mehr sein Bruder, von dem er da sprach.

Schließlich kehrte der Dunkelhaarige mit einem Räuspern und einem eiligen Kopfschütteln in die Realität zurück und riss somit auch Lewis aus seinen Gedanken. Nach wenigen Augenblicken fuhr er wieder etwas gefasster fort. „Jedenfalls...hab ich seit diesem Vorfall immer damit gerechnet, dass er wieder auftaucht und deswegen hab ich angefangen mich ein wenig vorzubereiten, wenn auch nur mit Joggingrunden durch den Wald und seit dem...Unfall vor glaube ich zwei Monaten gelegentlich auch etwas Übung im Sinne von dem Gebrauch von Waffen. Ich hab nämlich nicht vor so leicht mein Leben an einen Psychopathen, der auch noch mein Bruder ist oder an eine wildgewordene Bestie zu verschenken. Nach diesen Erfahrungen ganz bestimmt nicht.“  

Aufseufzend legte Wayne den Kopf in den Nacken und starrte an die Decke, Lewis verharrte auch weiterhin ganz still und beobachtete ihn lediglich dabei. „Training erschien mir jedenfalls als das Sinnvollste in meiner Situation...“ Nur langsam richtete Lewis sich etwas auf, er war noch etwas aufmerksamer geworden, als er schließlich das Wort ergriff. „Kannst du mir das beibringen...?“
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