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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
16.04.2015 1.565
 
Hey Leute, hier ein neues Kapitel und sage euch: es wird wieder ernst, aber lest selbst:)


Wieder in Waynes Haus:

Es war erneut ein Tag vergangen und Lewis saß nachdenklich an der Bettkante des Bettes und betrachtete sein verbundenes Bein. Da es ja jetzt etwas her war, dass er angegriffen wurde, stellte sich langsam die Heilung seines Beines ein, die paar Tage Ruhe im Bett hatten anscheinend wirklich was gebracht, denn der brennende Schmerz wurde schon schwächer und wenn Lewis ganz vorsichtig seinen Fuß belastete, dann meinte er sogar, sich einzubilden, dass das dumpfe Pochen in seinem Bein, das den siedend brennenden Schmerz ersetzt hatte, fast schon so erträglich war um vielleicht für 2 oder 3 Minuten darauf zu stehen. Seiner Meinung nach zu mindestens.

Dem Blonden war klar, dass Wayne das vermutlich so weit es ging unterbinden würde, deshalb ließ er fürs erste von den Gedanken über sein Bein ab. Er hatte auch über diese merkwürdige Situation beim Frühstück heute Morgen nachgedacht und war zu dem Schluss gekommen, dass er sich irgendwann anders noch einmal intensiv damit auseinandersetzen sollte und er es fürs erste wohl verdrängen konnte, denn da war noch etwas was ihn beschäftigte und das mehr als alles andere.

„Wayne?!“ Er wusste, dass der Braunhaarige irgendwo im Wohnzimmer war, deshalb rief er einfach ins Haus hinein und nur kurz darauf erschien Gerufener im Türrahmen. „Hm? Ist irgendwas passiert??“ Er schien ein wenig aufgeschreckt und er zog die Stirn irritiert kraus, als er Lewis dabei beobachtete, wie er aufstand und halb auf einem Bein hüpfend, halb hinkend auf ihn zukam. „Hey, was glaubst du, soll das werden??“ Er war schon im Begriff auf ihn zuzukommen um ihn kurzerhand wieder zurück zu "seiner Ruhestätte" zu verfrachten, aber Lewis wich ihm aus und brachte sich vor Wayne in Sicherheit. „Hey...!“ Lewis musste grinsen bei der empörten Miene als er sich wieder dem Griff entwand, denn Wayne schien wenig davon zu halten, dass er durch Zimmer hinkte bzw. hüpfte.

„Also wenn du wirklich willst, dass ich mich schone, musst du mich schon fangen.“ Er fand es wirklich witzig, wie Wayne ihn daraufhin ansah: Verwirrt, leicht verständnislos, schließlich herausfordernd. Er zog eine Augenbraue hoch. „Ach und du glaubst, dass du mich in diesem Zustand herausfordern kannst? Du hast eigentlich jetzt schon verloren.“ Doch Lewis hob nur selbst die Augenbrauen; er wollte die gesamte Aufmerksamkeit des Dunkelhaarigen. „Wenn ich angeblich schon verloren hab, wieso hast du es dann noch nicht geschafft mich zurück zum Bett zu verfrachten?“, provozierte er weiter und Wayne verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ich glaube, dass du nicht weißt, worauf du dich da gerade eingelassen hast, Lewis.“ Lewis grinste als Erwiderung herausfordernd, während er noch etwa zwei Meter weiter gehüpft war, um den Abstand zu Wayne größtmöglich zu halten. „Klingt nach einem Pakt mit dem Teufel.“ Wayne schnaubte belustigt, dann löste er seine abwartende Haltung. „Gut, wie du willst.“ Und damit kam er schon auf ihn zu und Lewis hinkte sofort los um den Abstand auch einen Abstand bleiben zu lassen. Er wollte unbedingt aus Waynes Reichweite entkommen. Und um ehrlich zu sein, schien Wayne eher gelassen, während er Lewis immer wieder Fluchtwege abschnitt und einen Kreis um ihn zog, der immer enger wurde.

Schließlich sah sich Lewis gezwungen in eine Ecke des Raums auszuweichen und jetzt sah er wirklich keinen Ausweg mehr, da Wayne ihm jedes Mal den Weg abschnitt und ihm nur noch die Möglichkeit blieb in die Ecke zurückzuweichen. Er überlegte, ob er vielleicht noch einen Fluchtversuch starten sollte, doch überraschenderweise war Wayne mit einem Mal auch schon vor ihm und drückte ihn, mit seinen Armen links und rechts von ihm abgestürzt, gegen die Wand. Wayne grinste triumphierend. „Ich schätze mal, ich hab gewonnen.“

Lewis zog nur die Brauen zusammen und versuchte den Dunkelhaarigen von sich wegzuschieben, doch er blieb dabei erfolglos. Schließlich schnaubte er. „Gut, ok, ich hab's verstanden: Du hast gewonnen, ich hab verloren, krieg ich jetzt trotzdem was dafür?“ Das war nämlich sein eigentlicher Plan gewesen, auch wenn der kläglich gescheitert war. Wayne lachte. „Eine Niederlage und dann auch noch was dafür verlangen? Ok, du bist wirklich verdammt frech.“ Dann überlegte er. „Kommt ganz drauf an, was du haben willst.“ Der Blonde musste gar nicht lange darüber nachdenken. „Ich will, dass du mir ein paar Fragen beantwortest, mir dabei nichts verschweigst und mich nicht anlügst, so wie deinem Versuch mir weiß zu machen, du wärst nicht von einem Werwolf angegriffen worden.“

Jetzt schien sein Gegenüber wirklich verwirrt; das schien er nicht erwartet zu haben. „Ok...“ Langsam gab er ihn frei, entfernte sich etwas von ihm und half Lewis lediglich zurück zum Bett bevor er sich selbst darauf niederließ und ihn fragend an. „Was willst du wissen?“ Er schien irritiert, da Lewis eine ziemlich ernste Miene aufgesetzt hatte und Wayne schien es fast schon zu beunruhigen. Letztendlich ergriff der Siebzehnjährige das Wort. „Ok, gut. Also: In der Nacht, in der du mich gefunden hast, was genau ist da passiert? Ich meine, wer war der Typ? Wie sah er aus? Und was genau meinst du jedes Mal damit, wenn du sagst, dass der Kerl eine Baseballschlägerhand hatte???“ Wayne schien einen Moment völlig verwundert über die Fragen, dann zog er nachdenklich die Stirn kraus und seufzte schließlich. Lewis fand, dass er ein wenig so wirkte, als würde er sich nur ungern daran erinnern.

„Ich...war an dem Abend noch in der Stadt, wollte einfach mal sehen, was so in der letzten Zeit passiert ist, was sich verändert hat. Dann bin ich zum Strand gegangen, einfach, weil sich nicht so oft die Gelegenheit für mich ergibt das Meer zu sehen und...als ich zurückkam, sah ich dich. Im ersten Moment war es nebensächlich, weil niemand denke ich wirklich richtig auf die Menschen achtet, die den eigenen Weg zufällig kreuzen, aber als ich näher kam, ist mir...etwas hinter dir aufgefallen...jemand.“

Lewis zog nachdenklich die Brauen zusammen, er erinnerte sich daran, wie Wayne versucht hatte ihm zu zeigen, dass jemand hinter ihm war, allerdings hatte er anschließend das Bewusstsein verloren. Wayne schloss indessen die Augen; er hatte die Stirn in Falten gelegt und wirkte so, als würde er sich erinnern und dabei die Szenerie direkt vor sich sehen. „Ich hab versucht dich zu warnen, während dieser Typ dich angriff. Der erste Schlag muss ziemlich präzise gewesen sein...du warst sofort bewusstlos, aber anstatt dich auszurauben und dann zu verschwinden, schlug er wieder zu, ich weiß nicht wie oft, aber er wollte dich nicht in Ruhe lassen. Ich bin sofort losgelaufen, mir war es so ziemlich egal, dass er definitiv anderthalb Köpfe größer war, aber ich wollte nicht, dass er dich noch krankenhausreif oder sogar tot schlägt und...als er mich gesehen hat...ist er abgehauen, keine Ahnung warum auf einmal, aber anschließend hab ich dich hierher gebracht, ich weiß auch nicht...es war aus einem Impuls heraus.“

Der Blonde neigte den Kopf etwas, legte die Hände in den Schoß, er konnte sich absolut nicht erklären, warum ihn jemand einfach so ohne ersichtlichen Grund hätte angreifen sollen. „Und wie sah er aus? Weißt du wer der Mann war?“, wollte er weiter wissen, während Wayne ihn jetzt wieder ansah, er wirkte selbst ziemlich ratlos. „Ich weiß es nicht, keine Ahnung wer er war. Ich hab ihn noch nie in der Stadt gesehen, aber ich kann es auch nicht genau sagen, ich war schon seit einer Weile nicht mehr in der Stadt. Jedenfalls...ich konnte nicht viel von seinem Gesicht erkennen, es lag komplett im Schatten, es war einfach zu dunkel...er war groß, breite Schultern, er wirkte wie ein Sicherheitsbeamter, er hätte aber genauso gut Boxer oder so was sein können, irgendjemand, der seine Kraft braucht. Ich...glaube er hat keine Jacke getragen, nur ein Achselshirt, ich bin mir aber nicht sicher, weil ich...einfach viel zu abgelenkt war...immerhin hat er vorher auf dich eingeschlagen...“ Er schnaubte und schüttelte schließlich den Kopf, als wolle er eine unschöne Vorstellung loswerden.

Lewis hob die Hände über den Kopf, fuhr sich nachdenklich aber auch etwas überfahren von der zwar vagen aber dennoch vorhandenen Beschreibung eines brutalen Schlägers durch die Haare, bevor ihm noch etwas einfiel. „Und warum sagst du immer wieder, dass er eine Baseballschlägerhand hatte??“ Daraufhin verzog Wayne das Gesicht, er schien nicht wirklich begeistert von dem Gedanken, der ihm dabei kam und sein Tonfall war mehr als ernst und gepresst.

„Weil...ihm...ein Arm fehlte, Lewis. Er hat dich mit einem Baseballschläger zusammengeschlagen. Und der...war die Fortbildung seines...Armstumpfes...ungefähr ab der Hälfte...hörte sein Arm auf...und begann der mit dem Stumpf verbundene Schläger...“ Wayne schüttelte wieder vehement den Kopf und verkrampfte kurz die Hände. „Es war einfach nur widerwärtig...“

Lewis fehlten für einen Moment die Worte. Er wollte sich eigentlich gar nicht vorstellen wie dieser Mann aussehen musste mit der vermutlich selbst gebauten Prothese, aber unwillkürlich tat er es trotzdem. Auch er musste den Kopf schütteln, wollte nicht weiter darüber nachdenken. Zu mindestens nicht über seinen...Arm... Seine Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf Wayne, der inzwischen tief ein und ausatmete. „Was glaubst du, wollte er? Warum hat er mich einfach angegriffen?“ Und wieder schüttelte der Dunkelhaarige den Kopf, sah auf seine ineinander verschränkten Finger. „Ich weiß es nicht.“ Schließlich sah er auf und Lewis sah die offene Ratlosigkeit, aber auch die Besorgnis in Waynes dunklen Augen. „Ich weiß es wirklich nicht. Und es beunruhigt mich...“
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