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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
10.03.2015 1.713
 
Sorry Leute, dass es solange gedauert hat, aber ich bin einfach nicht dazu gekommen, was Neues reinzustellen, weil ich unter enormen Prüfungsstress gelitten habe:/ Aber genug gewartet! Hier kommt ein neues Kapitel:)

Waynes Haus:

Lewis wachte nur langsam durch ein störendes Geräusch auf. Erst als sein Gehirn wieder halbwegs Eindrücke verarbeiten konnte, ordnete er das nervige Geräusch als lautstarkes Fiepsen und Trällern von Vögeln ein. Es hörte sich wie das Gezwitscher von kleinen, nervigen Vögeln an. Dass diese verdammten, kleinen Federbälle aber auch immer in aller Herrgottsfrühe anfangen mussten einen mit ihrem Lärm zu belästigen...!

Der Blonde unterdrückte ein leises Knurren und wollte nur noch weiterschlafen, denn sein Kopf tat irgendwie weh, sein Nacken auch. Er hatte keine Ahnung wie spät es war, aber es interessierte ihn auch herzlich wenig, anscheinend war es aber früh oder spät genug für die verdammten, kleinen Singvögel einen Heidenlärm zu machen. Er wollte sich nur noch umdrehen und wieder in der herrlich einlullenden Wärme versinken, die ihn bis eben noch umgeben hatte, er wusste allerdings nicht, wohin sie kurzzeitig verschwunden war. Frustriert stellte Lewis allerdings auch fest, je länger er über belanglose Dinge nachdachte, desto wacher wurde er. Wenn er so weiter machte, konnte er bald gar nicht mehr einschlafen, egal wie spät es war.

Er war allerdings zufrieden, als die Wärme mit einem Mal wieder da war und er sich wieder der gedankenlosen Schwärze des Schlafes hingeben wollte, bevor sein Verstand noch auf die Idee kam, weitere Eindrücke wahrzunehmen, doch es war bereits zu spät; er realisierte nach und nach erst, dass zu dem nervigen Gezwitscher auch noch helles Licht gekommen war, das erbarmungslos auf ihn zu strahlen schien, doch was ihn erst so richtig wach machte war die Bewegung, die auf einmal durch seinen Körper ging, obwohl er sich gar nicht bewegte. Wenige Augenblicke später verstärkte sich die einladende Wärme um ihn wieder, doch dafür spürte er jetzt langsame, ruhige Atemzüge im Nacken, was Lewis dann doch die Augen langsam und blinzelnd öffnen ließ, das waren definitiv zu viele verwirrende Dinge, um sie zu verarbeiten und wahrzunehmen, ohne dabei zu sehen.

Er blinzelte müde, mehr und mehr wurden seine Sinne aktiv und als er sich einigermaßen an die Helligkeit gewöhnt hatte, erblickte er sein verbundenen Bein, das er merkwürdigerweise im Schlaf irgendwie angewinkelt haben musste und zu seinem Glück spürte er keinen Schmerz, was ihn erleichtert ausatmen ließ. Doch dann wanderte sein Blick weiter und stirnrunzelnd bemerkte er zwei Arme, die sich um ihn geschlossen hatte. Lewis dachte darüber nach, sein Verstand war immer noch nicht gänzlich wach, sodass er länger brauchte als sonst um zu schlussfolgern, dass er deswegen diese Bewegung gespürt haben musste.

Immer noch verschlafen drehte er den Kopf etwas, wobei er über den Rest der Eindrücke nachdachte, die Wärme, den Luftzug. Der Blonde konnte es nicht verhindern kurz zusammenzuzucken und dann ein weiteres Mal die Stirn in Falten zu legen, als er bemerkte, dass Wayne direkt neben ihm lag, ihn immer noch, so wie gestern festhielt und ihn noch etwas zu sich gezogen hatte, sodass von Wayne die angenehme Wärme herrührte und er auch dessen Atem sachte auf der Haut spürte.

Im ersten Moment war Lewis zu verwirrt, um richtig zu reagieren, dann kam seinem Verstand der Einfall, dass er sich sofort aufrichten wollte, doch er stoppte mitten im Prozess des Abwägens, da er festgehalten wurde und er Wayne nicht wecken wollte, also blieb er still liegen. Außerdem würde dann die angenehme Wärme verschwinden, die von Wayne ausstrahlte und das wollte Lewis irgendwie ebenfalls nicht. Er konnte im Moment auch nicht sagen, ob er es unangenehm fand oder nicht, dass er festgehalten wurde und in den Armen eines Anderen lag, doch die Körperwärme des Dunkelhaarigen ließ ihn eher zu letzterer Entscheidung tendieren.

Er hatte den Kopf immer noch gedreht, da er sich in Waynes Umarmung nicht so bewegen konnte wie er gerne wollte, deshalb beobachtete er den Schlafenden einfach, Lewis war sich nicht ganz sicher, ob er Wayne jemals zuvor richtig hatte schlafen sehen. Vielleicht hatte er mal vor sich hin gedöst aber noch nie hatte er richtig tief und fest geschlafen, so wie jetzt, wie Lewis irgendwann feststellte. In ihm kam die Frage auf, ob Wayne überhaupt irgendwann mal wirklich tief schlief, denn bisher hatte er es nie gesehen, auch wenn er mitten in der Nacht mal aufgewacht war, war Wayne immer wach gewesen und der Dunkelhaarige war auch immer am Morgen vor ihm wach gewesen, was irgendwie auch leicht merkwürdig war, denn Lewis stand eigentlich immer zu Zeiten auf, zu denen normalerweise noch nicht mal Emma aufstehen würde, er hatte es sich so angewöhnt, damit er genügend Zeit hatte um sich seinen neuesten Projekten zu widmen, daher war seine innere Uhr auf jetzt noch darauf eingestellt.

Und während er darüber nachdachte und weiterhin Wayne dabei zusah, wie er vollkommen entspannt und friedlich schlief, bemerkte er nach einer Weile, dass der Dunkelhaarige tief ein und ausatmete, ganz so als würde er langsam wach werden, sodass der Blonde unwillkürlich die Luft anhielt und angespannt beobachtete, dass Wayne sich etwas bewegte, er spürte es auch wegen seiner Arme, die ihn immer noch festhielten und er wurde selbst etwas verschoben, wagte es allerdings nicht sich zu bewegen, er wollte nicht das Risiko eingehen, Wayne dabei aufzuwecken. Doch irgendwie, Lewis konnte sich nicht erklären wieso, schien Wayne zu spüren, dass etwas anders war, da Lewis fühlte, wie sich sein Griff um seinen Oberkörper minimal verstärkte und Wayne schließlich blinzelnd die Augen öffnete, ein Auge dabei zugekniffen und ihn schließlich direkt ansah, während Lewis bemerkte, dass er erstens keine 15 Zentimeter von dem Anderen entfernt war und zweitens, seine Atmung immer noch nicht wieder eingesetzt hatte, irgendwie war er immer noch angespannt, obwohl Wayne ja jetzt wach war.

Es dauerte noch um die 5 Sekunden, dann zuckte er zusammen, als der Dunkelhaarige sich unvorhergesehen auf einen Ellenbogen aufrichtete und ihn nun gänzlich wach betrachtete, seine Brauen zogen sich dabei zusammen und seine Stirn legte sich in besorgte Falten. „Du hast aufgehört zu atmen.“, stellte er dann fest und Lewis konnte ihn für einen Moment nur sprachlos anstarren, wie hatte Wayne...? „Wie...? Wie um alles in der Welt hast du...??“ Er wusste nicht, wie genau er seine Frage überhaupt formulieren sollte. Und wegen der Tatsache, dass er sprach, hatte Lewis auch unwillkürlich wieder angefangen zu atmen, was mehr als nur nötig gewesen war. Wayne legte den Kopf etwas schief. „Ich kann es spüren, außerdem hatte ich das Gefühl beobachtet zu werden.“ Beim letzten Teil fing er sogar leicht an zu grinsen, seine Besorgnis schien wieder wie verflogen, da Lewis von allein wieder angefangen hatte Luft zu holen. Und wie zur Bestätigung des ersten Teils seiner Erklärung verschränkte Wayne die Hände hinter Lewis Rücken, der es zwar nicht sehen, aber fühlen konnte. „Ja, ok, das macht Sinn...“ Etwas besseres fiel ihm momentan nicht ein.

Einen Moment blieb es still, wobei Lewis Blick ganz kurz durch den hell beleuchteten Raum schweifte, das Sonnenlicht erschien ihm immer noch störend und zu hell. Doch dann fiel ihm erneut ein, dass Wayne ihm immer noch ungewohnt nah war und automatisch schweiften seine Gedanken zu gestern, als er den Nervenzusammenbruch gehabt hatte. Und Lewis hatte merkwürdigerweise das starke Bedürfnis, sich dafür zu entschuldigen. „Du...Wayne, das gestern...tut mir leid, ich wollte nicht...“ Doch der Dunkelhaarige schüttelte bloß den Kopf, unterbrach ihn schließlich. „Lewis, dir muss überhaupt nichts leid tun. Du kannst am wenigsten für das, was in den letzter Zeit passiert ist und du musst ganz bestimmt nicht versuchen so etwas wie Stärke zu zeigen, die du momentan nicht besitzt. Du bist verletzt, man hat dir das Bein gebrochen und...du kannst auch nichts für meinen psychotischen Zwilling. Außerdem hatte er es...denke ich definitiv mal verdient, dass ihm jemand die Stirn bietet...Ich konnte es ja anscheinend nicht wirklich. Und ich...sehe es quasi als...meine Verpflichtung an, dich zu schützen, weil dieser Typ dich angegriffen hat und ich es nicht verhindern konnte. Mir sollte es leid tun, dass ich dich nicht ausreichend vor ihm und meinem Bruder schützen konnte.“

Er wirkte ehrlich schuldbewusst und Lewis konnte ihn für die ersten Sekunden nur verblüfft anstarren, niemand, wirklich niemand hatte es bisher als seine Pflicht angesehen ihn vor allem Übel zu beschützen außer vielleicht seinem Vater aber das hier war noch etwas anderes. Das hier...fühlte sich definitiv anders an. Der Blonde war sich nicht mal sicher, wonach genau es sich anfühlte, da dieses Gefühl ihm irgendwie noch etwas fremd war, aber zusammen mit Waynes Umarmung löste es ein Kribbeln in ihm aus, wie tausend Ameisen unter seiner Haut.

Wayne hatte sich zwar inzwischen wieder hingelegt, aber er wirkte wach und aufmerksam und mit einem Mal auch irgendwie etwas angespannt, Lewis ordnete seinen nächsten Gesichtsausdruck als...unsicher ein. Der Griff an seinem Rücken wurde etwas schwächer. „Ich wollte dir...nicht zu nahe treten...ich dachte nur...“ Er schien sich allmählich bewusst zu werden, wie nah sie sich eigentlich waren und setzte an, sich aufzurichten, doch der Blonde schüttelte augenblicklich den Kopf. „Das..ist schon ok...ehrlich gesagt...ist es beruhigend, dass jemand da ist...dem es nicht egal ist, ob ich mir nutzlos vorkomme...oder ob ich zu aufdringlich bin...“ Seine letzten Worte klangen ungewollt etwas bitter und Cleos Stimme hallte erneut in seinem Kopf.

Doch Wayne holte ihn relativ schnell wieder zurück in die Realität, indem sich der Druck seiner Hände hinter seinem Rücken wieder kaum merklich verstärkte und er hörbar ausatmete. „Du bist doch nicht aufdringlich...“, meinte er besänftigend, während Lewis ihn zweifelnd ansah. „Ach ja? Und was bin ich dann?“, wollte er wissen und Wayne lächelte leise. „Du bist nicht aufdringlich. Du bist im Moment nur in deiner Bewegung eingeschränkt und sehr schutzbedürftig, außerdem hast du anscheinend einen gewissen, minimalen Helferkomplex. Das macht dich zu keinem aufdringlichen Menschen sondern zu einem hilfsbedürftigen Menschen, der keine Hilfe annehmen will oder nur schwer annehmen kann.“ Lewis blinzelte kurz; es verwunderte ihn, dass Wayne zu jeder Situation immer irgendwelche passenden Worte fand. Immer. Der fuhr indessen fort. „Also hör auf dir einzureden, du müsstest alles selbst tun und seist auf dich allein gestellt, denn das bist du nicht. Es gibt sehr wohl Menschen, die an deinem geistigen und körperlichen Wohl interessiert sind.“ Er zog einen Mundwinkel hoch. „Ich zum Beispiel...“
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