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Neue Welten sind manchmal kompliziert...

von Kathy26
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Cleo Sertori Emma Gilbert Lewis McCartney Rikki Chadwick
03.06.2014
09.07.2016
33
60.245
4
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
03.06.2014 2.487
 
Hallo, da bin ich wieder:) hatte noch ein paar Dinge zu erledigen, die definitiv Vorrang hatten, aber hier ist endlich ein neues Kapitel:) viel Spaß beim Lesen:)

Lewis POV:

Ein wenig nach Atem ringend, da der Schmerz in seinem Bein gerade ein bisschen nachließ und er nicht mehr das Gefühl hatte, man würde es ihm noch einmal brechen wollen, versuche der Blonde abermals die Situation vor sich zu fokussieren, oder eher gesagt Wayne auszumachen: erfolglos. Beide Brüder sahen mittlerweile mehr oder weniger mitgenommen aus, einer der beiden Dunkelhaarigen hatte eine blutige Nase und eine aufgeplatzte Lippe, Blut lief ihm dabei übers Kinn, der andere hatte wohl auch mehrere Schläge ins Gesicht abbekommen, denn seine Nase blutete ebenfalls und knapp über der rechten Augenbraue hatte er eine Platzwunde.

So konnte Lewis unmöglich sagen, wer von beiden der mordlustige Psychopath war, der eben noch versucht hatte ihn umzubringen. Allerdings konnte der Siebzehnjährige auch nicht länger mit ansehen, in dem Wissen, dass einer von beiden Wayne war, er wusste selbst nicht genau woher dieser Impuls kam, aber irgendwie hatte er das Gefühl, jetzt Wayne helfen zu müssen, immerhin hatte er ihn gerettet, einmal vor dem Schläger und jetzt vor seinem Bruder. Deshalb stemmte er sich schwerfällig an dem Bettpfosten hoch, versuchte dabei sein verletztes Bein nicht zu bewegen, was jetzt noch ganz gut klappte, aber spätestens dann nicht mehr, als er sich zu den Zwillingen umdrehte, mit entschlossener Miene. „Hört auf!!!“ Er hatte es zwar nicht erwartet, aber tatsächlich erstarrten beide abrupt in ihrer Bewegung, sahen ihn verblüfft an, einer der beiden, wer auch immer es war, entweder Zack oder Wayne, hatte die Hand am Hals des anderen.

Und dann geschah etwas sehr Merkwürdiges: Wie auf ein Kommando runzelten beide die Stirn, etwas Besorgtes trat in ihre Gesichter und ebenfalls fast absolut gleichzeitig machten die Brüder einen Schritt auf ihn zu. Aber Lewis wusste es besser. „Bleibt weg!“ Denn einer von beiden schauspielerte gerade, spielte ihm diese Besorgnis vor, um ihm weiß zu machen, er sei Wayne. Die Zwillinge hielten beide inne, sahen ihn beide mit einer Mischung aus Besorgnis und Schmerz an und auch wenn es Lewis leid tat, den echten Wayne so feindselig behandeln zu müssen, er würde ganz sicher nicht riskieren, dass sie ihm zu nahe kamen, damit man nicht noch einmal versuchte ihm vermutlich auch noch das andere Bein zu brechen.

Mit gerunzelter Stirn und weiterhin leicht abweisend-feindseliger Miene, betrachtete er noch einmal genau die beiden Personen, die er vor sich hatte: Beide waren ähnlich schwer verletzt, trugen absolut dieselbe Kleidung und als Lewis ganz langsam einen winzigen Schritt nach vorne humpelte- nicht ohne das Gesicht vor Schmerz zu verziehen- stellte er sowohl sprachlos als auch schockiert fest, dass sich auf dem Unterarm beider Brüder eine Narbe befand: Genau die Narbe, die Wayne seit dem Werwolfangriff auf dem Körper trug. Das durfte doch wohl nicht wahr sein! Zack hatte seinen Bruder absolut und wirklich perfekt imitiert, wenn er sogar dieselben Narben hatte, wie auch immer er das angestellt hatte, er war gründlich gewesen.

„Mieser Dreckskerl...!“, knurrte er wütend vor sich hin, vermutlich konnten beide ihn sogar hören, aber selbst das war ihm egal, sollte Zack doch all seine Abneigung gegen ihn hören. In diesen Moment trat einer der beiden etwas auf ihn zu, seine Miene wirkte flehentlich. „Bitte, du darfst ihm nicht glauben, ich bin der Richtige.“ Allerdings verengte Lewis nur die Augen und fauchte. „Ich hab gesagt, du sollst von mir wegbleiben! Egal welcher von euch, aber einer von euch beiden ist ein mieser Lügner und ein Psychopath!“ Lewis war kurz selbst über sich überrascht, wie drohend und kalt seine Stimme klang, aber er wusste einfach nicht, wem er trauen konnte und wem nicht. Allerdings schien sein Tonfall Wirkung zu zeigen, denn der Dunkelhaarige trat schlagartig einige Schritte zurück, bis er wieder neben seinem Bruder stand und beide hatten immer noch diesen leicht traurigen Ausdruck im Gesicht, was dem Blonden umso mehr leid tat, sollte es wirklich Wayne gewesen sein, den er da gerade angefaucht hatte. Aber er wusste auch nicht, wie um alles in der Welt er Wayne erkennen sollte.

Aber dann kam ihm eine Idee. Denn Zack war ja nicht immer da gewesen. Er kannte zum Beispiel nicht den Grund, warum Lewis ein gebrochenes Bein hatte und er war auch nicht dabei gewesen als er Wayne kennengelernt hatte. Mit argwöhnisch verengten Augen musterte er die Brüder noch einmal, bevor er wieder sprach. „Wie bin ich zu dem gebrochenen Bein gekommen?“ Es dauerten einen Moment, bis sich beiden der Sinn seiner Worte zu erschließen schien, indessen sahen beide verwirrt aus, aber dann begann der Linke beider dunkelhaarigen Männer zu sprechen.

„Ich hab dich hierher gebracht, nachdem man dich zusammengeschlagen hat, du warst bewusstlos und ich war zufällig da. Während man auf dich einschlug, brach man dir mit einem Baseballschläger das Bein.“, kam es als Antwort und Lewis dachte darüber nach. Ja, das stimmte alles soweit, Wayne war ihm entgegen gekommen, wäre zufällig an ihm vorbeigelaufen. Schliesslich hörte er sich noch die zweite Antwort an. „Man brach dir das Schienbein mit einem Baseballschläger. Der Mann schlug dich bewusstlos und deshalb brachte ich dich hierher, vermutlich wäre es schlimmer ausgegangen, hätte ich dich nicht mitgenommen. Bevor dieser Mann zuschlagen konnte, hab ich versucht dich zu warnen.“ Das war ungefähr dasselbe was er eben gehört hatte, aber der Punkt, dass er ihn hatte warnen wollen, stimmte haargenau mit dem überein, was er gesehen hatte. Seine hektischen Handbewegungen... Allerdings konnte das auch Zufall sein; dass Zack sich das kurzerhand ausgedacht hatte und es zufällig stimmte. Aber er musste ganz sicher sein.

„Und was hast du mir gesagt, nachdem ich wieder aufgewacht bin?“ Er sprach jetzt direkt Wayne an, auch wenn er beide prüfend ansah, wieder ließ er den Linken zuerst antworten. „Das ich dir nichts tuen werde, ich hab dir erklärt, warum du hier bist.“ Erneut zog Lewis die Stirn kraus und die Augenbrauen zusammen. Das war fast schon eine vage Antwort gewesen. Deshalb wandte er sich an den anderen Mann. Dessen Gesichtsausdruck hatte jetzt etwas von dem Schmerz verloren, auch diese gewisse Traurigkeit war verschwunden. „Ich habe dir gesagt, dass ich dir nichts tue und ich habe dir erzählt, was passiert ist und auf meine Frage hin, an was du dich erinnerst, sind dir als erstes ein paar Lederhandschuhe eingefallen. Und das Letzte, was ich über den Mann gesagt habe, der dich angegriffen hat, war, dass er dich nicht nur mit einem Baseballschläger angegriffen hat; der Schläger bildete seine Hand,  es kann nur ein Handschuh gewesen sein, denn seine Hand war der Baseballschläger.“

Lewis erinnerte sich daran, dass das genau Waynes Worte und seine Wortwahl gewesen waren, er hatte ihm wirklich erzählt, dass der Typ eine Baseballschlägerhand hatte, auch wenn sich ihm der Sinn bis heute noch nicht so richtig erschloss. Dennoch hatte er Wayne erkannt: Der Zwilling mit der Platzwunde über dem Auge war Wayne! Er versuchte seine Freude darüber zu unterdrücken, da er sich als allerstes an Zack wandte, der ihn immer noch ansah. „Ich sag dir eins: Solltest du nochmal versuchen mich umzubringen oder ihm das Leben weiter zur Hölle zu machen, dann werde ich dich finden sobald mein Bein wieder in Ordnung ist. Und wenn ich dich gefunden habe, werde ich dir etwas brechen!“, fauchte er den älteren Zwilling an, der jetzt seine Maskerade fallen ließ und ein Grinsen aufsetzte; jetzt war er endgültig aufgeflogen.

„Ach wirklich? Wie niedlich. Wenn es dann soweit sein sollte, sag mir Bescheid.“ Allein dieser herablassende, überhebliche Ton ließ den Zorn in Lewis nur so hochkochen und im nächsten Moment sah er nur noch Rot: Der Schmerz in seinem Bein wurde schwächer und wie von selbst wanderte sein Blick, bis zu der Stelle mit seinem zertrümmerten Handy, wobei er kurzerhand das Messer aus den Holzdielen zog und angriffslustig Zack anfunkelte. „Wenn ich's mir recht überlege, dann glaub ich, sag ich dir denke ich jetzt schon mal Bescheid.“ Seine Stimme war beherrscht aber man hörte den abfälligen Unterton und die Wut heraus. Zack schien darüber für den Bruchteil einer Sekunde überrascht. Wayne hingegen entfernte sich von seinem Bruder, ging einige Schritte, während er kurz seine blutige Nase betastete, bevor er aus Lewis Sichtfeld verschwand, er musste jetzt irgendwo schräg hinter ihm stehen. Doch selbst das blendete der Siebzehnjährige größtenteils aus, seine gesamte Aufmerksamkeit galt Zack, der ihn jetzt wieder angrinste, bevor seine Stimme etwas spöttisches annahm. „Was willst du jetzt tun, hm? Mir weiter drohen?“

Er machte eine kurze Pause, dann veränderte er sich: Seine Körperhaltung spannte sich an, wirkte bedrohlich, ein Schatten legte sich über sein Gesicht, während er Lewis jetzt finster anstarrte und seine Stimme wurde gefährlich und kalt. „Glaubst du etwa, nur weil du ein Messer in der Hand hälst, lasse ich mich davon abbringen, das Leben meines Bruders ein für alle mal zu vernichten, nach dem, was er mir angetan hat?!“ Er sprach nicht laut, nein es war eher ein Zischen zwischen zusammengebissenen Zähnen. Lewis funkelte ihn an, bevor eine Sicherung in seinem Verstand endgültig durchbrannte. „Was ER DIR angetan hat?!?! Was kann er denn dafür, dass dein beschissenes Leben nicht so lief, wie du es dir vorgestellt hast, wenn DU doch einfach gegangen bist und ihn und deine Familie einfach zurückgelassen hast!?!“ Lewis war wieder einmal überrascht, wie wütend er klang und was ihn noch mehr überraschte war, dass Zack ihn sprachlos anstarrte, bevor er sich nach einigen Momenten wieder fasste. Er schnaubte verächtlich. „Ich glaub es nicht...du erzählst einem WILDFREMDEN einfach so aus heiterem Himmel UNSERE LEBENSGESCHICHTE?!?!“, fauchte er, definitiv an Wayne gewandt. Lewis hörte dessen schweren Atem hinter sich, allerdings drehte er sich nicht um, wollte Zack nicht den Rücken zudrehen, damit dieser ihm erneut versuchen konnte ihm etwas anzutun.

Es dauerte einen Augenblick bis der jüngere Zwilling antwortete. „Er ist kein Wildfremder, Zack...und er hatte ein Recht darauf, zu erfahren, mit wem er es zutun hat. Außerdem geht es dich doch gar nichts an, wem genau ich was erzähle...!“ Er klang nicht mehr so bedrohlich wie vorhin, eher ein wenig abgekämpft, aber mit immer noch leicht wütendem Unterton. Lewis hörte sein tiefes Durchatmen, als wolle er sich dadurch beruhigen, schließlich hörte er, wie Wayne sich auf den Boden sinken ließ. Er hingegen kochte immer noch vor Wut, er bemerkte gar nicht, wie sehr er zitterte und dass seine Knöchel bereits weiß hervortraten, so fest hatte er den Griff des Messers umklammert. „Ich würde vorschlagen, du verschwindest, Zack!“, knurrte er schließlich, wobei er in den dunklen Augen seines Gegenüber etwas aufblitzen sah, was er nicht einordnen konnte, während er keine wirkliche Reaktion darauf erhielt. Dachte zu mindestens, denn keine fünf Sekunden später bleckte der ältere Zwilling aggressiver denn je die Zähne. „Du glaubst, dass DU MIR irgendetwas vorschreiben kannst?!? Du kleiner...!“ Er stürzte vor, die Hände bereits ausgestreckt, vermutlich um ihn zu würgen oder derartiges, Lewis hörte bereits hinter sich, dass Wayne wahrscheinlich so schnell wie möglich auf die Beine zu kommen versuchte um ihn vor seinem angriffslustigen Bruder zu schützen, doch er war nicht schnell genug, sodass Zack ihn vorher erreichte und Lewis instinktiv das einzige tat, was ihm gerade einfiel: Er hob das Messer. Er dachte bereits, gleich würde er jämmerlich erdrosselt werden oder sonstiges, doch der erwartete Aufprall blieb aus. Er wusste nicht genau wieso, aber was genau in den letzten 10 Sekunden passiert war, hatte er gar nicht bewusst wahrgenommen, er sah nur, dass Zack nur kurz vor ihm inne gehalten hatte, über seine Hand lief Blut, ein Schnitt zierte ihre Innenseite, die rote Flüssigkeit tropfte langsam auf die Holzdielen. Lewis war einen Moment lang wie erstarrt, in seinem Gehirn puzzelte sich das Geschehene gerade zusammen und ihm kam in den Sinn, dass wenn Zack nicht eher gestoppt wäre, hätte er ihm nicht nur die Hand verletzt, vermutlich wäre er direkt in die Klinge hinein gelaufen. Teils erschrocken teils einfach perplex starrte er Zack an, der ihn wiederum anstarrte und als nächstes sah er abgrundtiefen Hass in dessen Augen auflodern. Er wusste nicht was er tun sollte. Die Welt schien für einen kleinen Augenblick wie erstarrt. Aber dann fing sie wieder an sich zu drehen, die Zeit lief weiter, aber die nächsten Minuten geschahen für den Blonden irritierender Weise wie in Zeitlupe:

Zack knurrte, laut und tief aus der Brust, er schien wütender denn je, weil der Siebzehnjährige ihn verletzt hatte, als er erneut vorstürzte, jetzt war er ganz nah und ohne es wirklich zu wollen, es war, als wäre es nicht wirklich er, hob Lewis wie aus einem Reflex heraus erneut den Arm, bevor sein Gegner sich auf ihn stürzen konnte. Er war wieder der Arm mit dem Messer gewesen und da Zack bereits ganz nah war, sah er dieses Mal ganz genau, wie die Klinge ihm auf Augenhöhe in den Weg kam. Doch er hatte keine Zeit mehr ihr auszuweichen, sich vor dem Messer zu schützen, weshalb das Metall ihn direkt im Gesicht traf: Ein tiefer Schnitt zog sich jetzt über sein Gesicht, begann knapp unter dem rechten Auge und zog sich weiter, über seine Wange bis hin zum Unterkiefer.

Wie paralysiert verharrte Lewis wo er war, unfähig sich zu bewegen, Zacks Miene hatte sich jetzt verändert, fassungslos betastete er den tiefen Schnitt, Blut benetzte seine Finger, dann trat er zurück; erst einen Schritt, dann noch einen, bis er letztendlich fast schon zurückwich, sich dann ruckartig umdrehte und schnellen Schrittes den Flur durchquerte, wenige Augenblicke später hatte er das Haus verlassen. Während das, was gerade eben passiert war, immer noch zu Lewis Verstand vordrang, ließ er unvermittelt das Messer fallen, mit einem dumpfen Geräusch kam es auf dem Boden auf. Wie in Trance ließ Lewis sich schließlich wieder an einen Bettpfosten gelehnt auf die Holzdielen sinken, ein brennender Schmerz zog sich durch sein Bein, doch sein Blick hing nur an dem Flur vor ihm.

„Scheisse..“, murmelte er dann, aus dem Augenwinkel sah er, dass Wayne sich mit einem schmerzerfüllten Laut neben ihn sinken ließ. Es verging einige Minuten, bis jemand etwas sagte. Es war wieder Lewis. „Glaubst du...er kommt wieder...?“, fragte er, Wayne sah ihn an, seine Nase und die Platzwunde bluteten immer noch. Schließlich seufzte er auf. „Ich weiß nicht...ich glaube nicht...du hast ihn ganz schön verletzt...“ Er seufzte wieder und Lewis starrte nur auf seine zitternden Hände. „Ich...wollte das gar nicht...vielleicht hab ich ihm sogar ne Narbe verpasst...“ Doch bevor der Siebzehnjährige sich weiter hineinsteigern konnte, unterbrach Wayne ihn. „Du hast dich nur gewehrt, als er dich angegriffen hat, weil ich nicht schnell genug war...“, meinte er beschwichtigend, dann schnaubte er. „Und naja, der Schnitt im Gesicht...wenn wirklich eine Narbe dabei entstehen sollte, erinnert sie ihn wenigstens daran, was passiert ist. Ich glaube, er wird nicht wiederkommen...“ Lewis nickte leicht, dann ließ er den Kopf nach hinten gegen den Pfosten sinken. Er wollte Zack nicht noch einmal begegnen...

So und wieder ein Kapitel beendet, mal sehen wann das nächste kommt. :) bis dahin
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