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The demons in your Soul Arc

GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Keiichi Maebara Reina Ryuuguu Rika Furude
03.06.2014
13.06.2014
5
7.636
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03.06.2014 1.590
 
Teil 4 Vergeltung



„Auf Samtpfoten streicht die Katze durch die Nacht. Sie tötet ihre Opfer leise und gründlich.“

Immer wieder wiederholte der dunkelhaarige Junge diese Worte, während seine schmale Gestalt sich von der Umgebung absetzte und einen langen Schatten vor ihn warf. Mit schlurfenden Schritten ging er die Straße hinunter, entfernte sich weiter von dem Haus. Er musste das hier schnell hinter sich bringen, bevor seine Verwandten zurückkommen würden. Zwar hat seine Mutter ihn versprochen, immer hinter ihn zu stehen, jedoch konnte er in seiner gegenwärtigen Lage auf niemanden vertrauen. Der Griff der Waffe scheuerte an seinen eh schon wunden Brustkorb, in seiner Jackentasche spürte er das Fläschen mit dem Chloroform. Keichii wusste, dass er es brauchen würde, dass er Ken körperlich unterlegen war.

Ein paar Passanten warfen ihn verwirrte Blicke hinterher, trug er doch bei dieser Hitze eine Regenjacke, aber sonst hätte man den Glasbehälter erblickt…

Natürlich hatte er noch keinen genauen Plan, er ist von Zorn überwältigt worden und wollte die beiden irgendwie entfernen, bevor sie ihn noch etwas antaten. Und der Dämon in seinen Herzen wusste, dass es die richtige Entscheidung war, dass es gerecht war, die Sünder zu bestrafen. In seiner Seele war kein Platz für Zögern oder Angst, denn unter Oyashiro-samas blutroten Augen schmolzen diese schwachen Gefühle dahin.



Mit müden Augen saß Rika Furude in der Irie-Klinik, denn genau wie in den Welten davor, litt ihre Gefährtin Satoko wieder an einer Vorstufe des Hinamizawa-Syndroms, es machte sie überempfindlich und sehr ängstlich. Nachts fing sie an zu schreien, wenn das Mondlicht ihren Schatten bewegte, sie konnte die Gedanken an ihre toten Verwandten nicht loswerden. Anders als Keichii suchte Satoko deren Nähe nicht gerade, sie vermisste nur ihren verschollenen Bruder und fürchtete die Rückkehr anderer Familienmitglieder. Und deswegen hat Rika sie trotz einer schlaflosen Nacht in das Krankenhaus gebracht, hier sollte sie wieder eine Spritze gegen die Krankheit bekommen. Satoko würde gerettet werden, während Rika nur zu gut wusste, dass ihr Freund Keichii zum Tode verurteilt war. Bei ihm hat das Syndrom schon eine Stufe erreicht, für die es noch kein Heilmittel gab.

„Wenn ich diese Welt nur früh genug erkannt hätte, dann hätte ich ihn das Medikament wegen der Vorstufe verabreichen können…“

Hanyuu schüttelte schnell dem Kopf, wollte sie doch nicht, dass sich Rika wegen Keichiis Gesundheit Vorwürfe machte.

„Du hättest nichts machen können, da die Krankheit bei ihm durch das Treffen mit dem Feinden ausgelöst worden ist, wie du zu gut weißt, und es bei ihm keine Vorstufe gab, Rika.“

Seufzend lehnte sich das Mädchen zurück, ihre violetten Haare fielen gegen die Wand, ihr Blick richtete sich gegen die Neonleuchten an der Decke. Sie schloss kurz die Augen, und dachte schon daran, diese Welt früher zu verlassen, als sie in einiger Entfernung Satokos Schritte hörte. Überrascht setzte sie sich auf, der Pony rutschte zurück über ihre dunklen Augen.

„Hanyuu, wie spät ist es? Dürfte sie nicht erst in zwei Stunden fertig sein, mit dem Ergebnis, dass ihre Krankheit für die nächsten beiden Wochen wieder eingedämmt wurde?“

Hanyuu antwortete nicht, sie freute sich über jede Abweichung von dem Welten davor.

Mit leuchtendem Blick stand das blonde Mädchen schließlich vor ihnen, die zerzausten Haare fielen nicht mehr gerade auf die Schultern, sondern standen ein wenig ab, was ihre aufgeregten Gefühle nur verdeutlichte.

„Rika, Dr. Irie sagte, dass du schnell zu ihm kommen sollst! Ich habe nicht verstanden, worum es ging, aber er schien sich über etwas sehr zu freuen!“

Rika riss verdattert ihre Augen auf, diese Wendung hat es in keiner der bisherigen Welten gegeben. Als das Mädchen sich mit wehenden Haar daran machte, Satokos Worten zu folgen hörte sie nur deren leise Stimme, voll von Hoffnung: „Rika, ist es möglich, dass ich niemals wieder leiden werde?“

Sie konnte nicht darauf antworten, war ihr schließlich nicht deutlich, was der Arzt von ihr wollte. Keuchend schlug sie die Tür zu dem Besprechungszimmer auf, er saß auf einen Drehstuhl an seinen Schreibtisch, ein paar Bögen Papier in den Händen.

Lächelnd drehte er sich zu ihr um, bat sie auf einen gegenüberliegenden Stuhl.

Rika setzte sich und sah ihn in seine fröhlichen Augen, die Hände zitternd vor Spannung.

„In meinen Händen halte ich die Auswertungen von Satokos Bluttests. Bei der vorletzten Messung konnte ich die normalen Werte für alle möglichen Stresshormone feststellen, jetzt sind sämtliche Werte trotz gleichen Bedingungen auf ein Minimum gesunken. Ich habe Satoko das letzte Mal ein neues Mittel verabreicht, und ich glaube, Rika, das wir diesmal ein Gegenmittel gegen das Hinamizawa-Syndrom gefunden haben.“

Rika schreckte zusammen, das was Dr. Irie da sagte, schien wie es aus weiter Ferne zu kommen. Sie haben ein Mittel gefunden? Eine Lösung, um mit der Krankheit, die 2.000 Menschen in ihren Klauen hielt, fertig zu werden? Schwankend erhob sie sich, und nahm eine Phiole entgegen.

„Das hier sind die Reste des Mittels, Rika, ich habe dir damals versprochen, dass du die erste sein wirst, die etwas gegen die Krankheit unternehmen kann.“

Dankbar sah sie zu ihm auf, denn sie wusste, dass das in ihren Händen die ultimative Möglichkeit war, um Keichii zu retten, um sein Schicksal zum Guten zu wenden…



Er rannte.

Keichii wusste aber nicht, wieso er das tat. Rannte er weg, von Oyashiro-sama? Rannte er zu dem Haus seines Feindes, um sein Leben schnellstmöglich zu beenden? Rannte er, damit seine neue Entschlossenheit ihn nicht losließ, bevor er sein Ziel erreichte? Aber was war sein Ziel? War es der Tod seiner Feinde, oder das Entkommen von seinen eigenen Tod? Er näherte sich einem Park, hier ist er langgegangen, wenn er von der Schule nach Hause musste, oft haben sie ihn dort abgefangen, um ihn zu schikanieren…

Keichiis Augen nahmen weder die Schönheit der Anlage war, nicht die kunstvollen Brunnen und Blumenbeete, nicht die grünen Bäume, die dem Wegrand säumten.

Sein Blick klebte an einer Bank, dort konnte er das Mädchen sehen… sie war zusammen mit ein paar anderen Freundinnen, sie saßen dort und genossen die Sonne. Keuchend blieb er hinter einen Baum stehen, Keichii wollte nicht, dass sie ihn entdeckten, er würde sie aus dem Dunklen anspringen und dann zur Rechenschaft ziehen.

Er war nicht alleine im Schatten, konnte dem Atem der rotäugigen Bestie förmlich im Nacken spüren, wie sie sich sehnte ihre Zähne in sein Fleisch zu graben.

Sein Schwert nahm er in die rechte Hand, immer wieder schlug er es gegen sein Knie, wohl um gegen die Nervosität anzukämpfen. Doch immer, wenn er kurz davor stand, nach Hause zurückzukehren, war es ihm, als ob sein zweites Ich ihn festhalten würde, ihn nicht erlauben würde, zu gehen. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis sie von den anderen Mädchen verlassen wurde, nach und nach gingen sie weg und verließen den Park. Die Rinde des Baumes knackste unter seinen Fingernägeln, die sich immer tiefer in das Material drückten, sei es vor Zorn oder Anspannung. Deutlich konnte Keichii sehen, wie sie zusammenschreckte, als ihre Ohren das Geräusch vernahmen, wie sie unsicher um sich blickte, und voller Genuss konnte er das Entsetzen in ihren Augen sehen, als ihr klar wurde, dass sie sich alleine im Park befand, alleine mit ihm.

Sie stand auf, und wollte gerade der Bank ihren Rücken zukehren, als er hinter dem Baum hervortrat.

Nie würde er dem wunderschönen Ausdruck auf ihrem Gesicht vergessen, als sie sich langsam zu ihm umdrehte und direkt in das Gesicht eines Dämons aus dem Sumpf blickte.

Betont entspannt schritt er auf sie zu, keuchend hob sie die Arme, wollte sie wohl schützend vor ihr Gesicht halten. Sie wich zurück, wollte davonlaufen aber stolperte auf einer Wurzel.

„Ah, hallo Keichii-kun, hehe, was machst du denn für ein böses Gesicht, also ähm, ich meinte das doch nur aus Spaß, hehe.“

Er antwortete nicht auf ihr dämliches Gestammel, sondern drängte sie sachte gegen einen Baum. Dann hob er beide Hände an und legte sie um ihren Hals. Sie fing an zu schreien, doch schnell holte er sich ein Chloroform getränktes Tuch aus der Jacke und presste es ihr auf die Atemwege. Und während ihr Körper langsam erschlaffte, legte er seinen Mund leicht an ihr Ohr.

„Ich bin nicht länger Keichii-kun, ich bin das Monster, dass unter deinem Bett schläft, dass aus dem Schatten hervorgekrochen kommt, um dir die Haut abzuziehen.“



Als sie die Augen aufschlug, befand sie sich in einen abgedunkelten Raum. Ihre Arme und Beine waren X-Förmig an die Wand gebunden und am anderen Ende des Raumes konnte sie die schemenhaften Umrisse von Keichiis Körper ausmachen. Er saß mit überschlagenden Beinen auf einen Sessel, und aß einen Apfel. Sein Kopf war leicht gesenkt, die Haare verdunkelten, das eh schon düstere Gesicht noch einmal um mehrere Nuancen.

Undeutlich konnte sie ein Grinsen vernehmen, als er bemerkte, dass sie wach war. Ihr Kopf dröhnte immer noch wegen des Betäubungsmittels und es fiel ihr schwer zusammenhängend zu denken.

„Ich habe dich in einen geschlossenen, kalten Raum gebracht. Passende Stage für unser kleines Spielchen, findest du nicht auch?“

Stöhnend öffnete sie dem Mund.

„Bitte, du bist doch wahnsinnig, lass mich einfach gehen, dann wird sich alles zum Guten wenden, Keichii-kun.“

Er lachte leise und strich ihr sanft über das Schienbein. „Du meinst wohl den Dämon, richtig? Welcher Besitz von diesen armen, unschuldigen Kind ergriffen hat.“ Er kicherte leise, und ihr wurde bewusst, dass sie sich in einer sehr ungünstigen Lage befand.

„Aber keine Angst, Schätzchen, noch bleibt dir ein wenig Zeit… ich werde dich erst bestrafen, wenn du wieder voll bei Sinnen bist, hehe.“

Damit verließ er dem Raum und sie wusste, dass er nun seine Vergeltung bekommen würde.
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