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The demons in your Soul Arc

GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Keiichi Maebara Reina Ryuuguu Rika Furude
03.06.2014
13.06.2014
5
7.636
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03.06.2014 1.700
 
Schicksal



Ihre Haare tragen einen violetten Schimmer, ihr schlanker Körper ist von einer altmodischen Uniform umgeben und ihre Augen zeugen von weltfremden Erfahrungen, die einem Kind nicht möglich sein dürften. Rika Furude kehrte dem sich entfernenden Zug dem Rücken zu, mit dem Wissen, dass diese Welt ohne Hoffnung ist, dass das Leid des Schicksals jede freundliche Zukunft schon im Keim erstickt hat.

Keichii wird niemals wieder nach Hinamizawa zurückkehren. Zuerst wird er seine Feinde treffen, dann wird er an dem Hinamizawa-Syndrom erkranken und schließlich wird er zuerst zwei Menschen auf bestialische Art und Weise töten und dann sich selbst.

Hanyuu legte  ihr tröstend die Hände auf die Schultern, wollte ihr mitteilen, dass sie niemals die Hoffnung aufgeben darf. Doch Rika konnte das optimistische Gerede ihrer unsterblichen Gefährtin nicht mehr ertragen, sie musste es sich schon seit 100 Jahren anhören, ohne dass sich etwas für sie verändert hätte. Sie hat diese Welt schon 4 Mal gesehen. Beim ersten mal waren sie beide noch sehr zuversichtlich, dass sich das Leben für Keichii zum positiven wenden würde, beim zweiten Mal konnten sie verhindern, dass er diese Morde begeht, nur um ihn dann an der Krankheit sterben zu lassen, beim dritten Mal hat er Rena Ryuguu umgebracht und im letzten Versuch hat Familie Maebara die Feiern abgebrochen und wurde dann von Keichii getötet.



„Rika, wieso schaust du denn so unglücklich? Er ist doch nicht lange weg, ich meine für zwei Wochen können wir die Klubaktivitäten auch ohne ihn durchführen.“

Satoko hielt ihre Hand, zusammen gingen sie vom Bahnhof zu einer Bushaltestelle.

Genauso wie Hanyuu war sie seit 100 Jahren mit Rika zusammen, einzig mit dem Unterschied, dass es für Satoko etwa 12 Jahre waren, während ihre Freundin in einer Zeitschleife gefangen war. Rikas dunkle Augen glitten über die Umgebung des Dorfes, zu dieser Zeit kam es häufig zu Nebel, kein Wunder, dass die Bewohner vor so langer Zeit an Dämonen aus dem Sumpf geglaubt haben und sie für das Hinamizawa-Syndrom verantwortlich gemacht haben. Leise konnte sie Hanyuus Schritte hinter sich hören, genauso wie bei einem Menschen, der an dem Hinamizawa-Syndrom erkrankt war, waren ihre Sinne so geschärft, dass sie Hanyuu hören konnte, ihre leichten Schritte auf der steinernen Straße, ihr trauriges Flüstern wenn sie erkannte, dass keine Möglichkeit bestand, dass Leid um sie zu verhindern.

„Ich habe nur daran gedacht, dass er sich zu Tode langweilen wird.“





Am nächsten Morgen stand Keichii auf, er fühlte sich wie gerädert. Die restliche Nacht war voll von schrecklichen Dämonen, die in den Wänden zu lauern schienen, ihre Klauen ausstreckten, um ihn das Herz aus der Brust zu reißen. Sein Cousin schien davon nichts bemerkt zu haben, er hüpfte auf seinem Bett, motiviert und putzmunter.

Erschöpft lehnte sich Keichii an die kühle Wand, schreckte zusammen, als er seinen Schatten sah, hielt er ihn doch für ein Monster. Das harte Holz fühlte sich unangenehm kalt an, seine überempfindliche Haut nahm jedes Detail war. Er höre jemanden die Treppe heraufsteigen und öffnete die Tür, wobei sich das Metall in seine Handflächen grub.

Keichii war nicht sonderlich überrascht, als er dort niemanden sah, um seinen Cousin nicht zu verstören, verließ er das Zimmer und ging die Treppe runter zum Frühstück.

Eine weibliche Verwandte von ihn sprach zeigte seinen Vater gerade ein Fläschen mit Chloroform (er benutzte das Zeug als altmodisches Rasierwasser) als Keichii sich zu ihnen setzte und nach einer Schale Miso Suppe griff. Viel zu heiß lief das Wasser seine Kehle hinab, er musste husten und jemand strich ihn sanft über dem Kopf. Als er keine Stimme von hinten hören konnte und die beiden Personen am anderen Tischende nicht darauf eingingen, wurde ihn klar, dass Oyashiro-samas Hände sehr kalt waren.

„Bitte geh. Was habe ich getan? Ich werde doch bald wieder nach Hinamizawa zurückkehren. Vergib mir.“ Er sprach leise, damit sie ihn nicht hören konnten und betete, Oyashiro-sama möge ihn erhören. Doch er wusste, dass es vergeblich war, dass die Schutzgottheit von Hinamizawa nicht für seine Gnade bekannt geworden war.

Keichii stellte seine Schale ab und verließ das Haus, in der Hoffnung, dass er so niemanden stören würde. Sie waren taub, sie konnten es nicht hören, wie etwas ihn permanent verfolgte, wie leise Schritte über den Boden glitten. Manchmal war es ihm, als ob er ein Flüstern gehört hätte, als ob jemand zu ihm sprechen würde. War es eine Strafe für das Verlassen von Hinamizawa?



Du bist nicht derjenige, der bestraft werden sollte.



Erschrocken drehte er sich um, er war allein und schon wieder hat er diese Stimme gehört.

„Ich bin nicht derjenige, der bestraft werden sollte.“ Leise sprach er zu sich selbst, wiederholte diese Worte immer wieder. Es war kein Verbrechen, seine Verwandten zu besuchen, das musste sogar Oyashiro-sama einsehen. Und die Tatsache, dass jemand ihn so zu unrecht bestrafte, sein Leben zu so einem Alptraum machte… Keichii starrte zornig auf die Straße. Und dann sah er sie kommen. Die beiden Menschen, die ihn schlussendlich in dieses Dorf mit der bösen Göttin getrieben haben, die beiden, denen er all das zu verdanken hatte. Sie traten auf ein paar Grasbüschel, als sie ihn bemerkten und sich auf ihn zubewegten.

Schon fast überdeutlich konnte er die Pflanzen wegknicken sehen, wie sich sie unter den dunklen Schuhsohlen zu Seite bogen.

„Ach, es ist schon wieder Maebara-san.“

„Oh nein, ist er etwa gekommen, um uns mit einem Spielzeug zu bedrohen?“



Regen wird zu Blut.

Er weicht zurück, seine Arme beben vor Zorn, in seinen Augen blitzt der Dämon aus Hinamizawa auf.

„Och ist er etwa wütend?“

„Weil er hier nicht mehr willkommen ist? Obwohl er uns so viel Leid gebracht hat? Tss, tss, es wird Zeit, dass du lernst, was es heißt, uns so zu belästigen!“

Er packt Keichii an den Haaren und hält ihn ein Stück weit über den Boden. Seine Freundin tritt neben ihn und betrachtet sein Gesicht. „So viele Umstände hast du uns bereitet! Willst du nicht erkennen, was du angerichtet hast? Entschuldige dich!“

Er ließ ihn auf die harte Straße fallen und verpasste ihn einen Tritt ins Gesicht. Keichii hielt sich schützend die Hände davor und versuchte wieder hochzukommen, doch sein Gegner drückte ihn mit seinen Fuß auf den Boden, fesselte ihn dort. „Sag einfach, dass es dir leidtut, dass du dich für deine Taten schämst!“ Keichii spuckte Blut aus und starrte ihn voller Verachtung an. Der Druck verstärkte sich und sein Gegner fing an zu lachen. „Selbst jetzt tust du nichts als böse Dinge!“



Und tropft deinen Hals hinunter.



„Hey, du solltest besser aufhören.“ Seine Freundin sah ihn unsicher an, ihre Augen sprangen zwischen Keichii und ihn hin und her. Doch er selber war froh, dass der schmerzhafte Druck nachließ. Dann sah er hoch, hinauf in die Augen seines ehemaligen Mitschülers und zu seiner Überraschung wich dieser zurück.

„Was zum Teufel ist das für ein Spiel?“ Panisch drehte er sich um, packte das Mädchen grob an der Hand und riss sie mit sich.  Verwirrt stand der Junge auf und schüttelte sich dem Schmutz von der Kleidung. Hat der Kerl etwa … seinen Verfolger, die ehrenwerte Gottheit Oyashiro-sama gesehen? Doch noch nicht mal Keichii konnte die Gegenwart dieses Wesens wahrnehmen.

Die Mittagssonne überzog den freien Himmel mit einem hellen Schein und verlieh der Stadt ein mystisches Aussehen. Mit seinen Ärmel wischte er sich das Blut aus seinem Gesicht, der Schmerz pochte ihn noch immer in seinen Schädel. Und er war sich sicher, dass er sie noch vor wenigen Stunden nicht so deutlich gespürt hätte. Mühsam setzte er einen Fuß vor dem anderen, kämpfte gegen Müdigkeit und Schwindel an. Er hoffte, dass er keine Gehirnerschütterung davongetragen hatte und bewegte sich zurück zu dem Haus seiner Verwandten. Er trat auf die hölzernen Stufen im Vorgarten und öffnete die Tür. Lautlos schwang sie auf und eröffnete dem Blick auf einen schmalen Durchgang und die Treppe in sein Zimmer und die der anderen. Ein kleines Fenster über der Tür tauchte dem Flur in einen länglichen Schatten, gebildet von Keichiis geschunden Körper. Mit schmerzenden Knochen ging er in eine Gästetoilette, er wollte schließlich nicht, dass jemand ihn so sah.

Sein Spiegelbild sah übel aus, an der Stelle, an welcher man ihn an den Haaren gefasst hatte, fehlten ein paar von ihnen. Sein rechter Wangenknochen war geschwollen und aus seiner Nase floss ein dünnes Rinnsal aus Blut. Er beugte sich nach vorne, um sich zu waschen und die Wunden zu kühlen.



Ungerechtigkeit!



Wieder zitterten seine Hände vor Wut, und er fühlte wie sich das Adrenalin durch seine Adern wälzte, er fühlte wie sein Blut begann zu kochen. Und es gefiel ihn nicht, es fühlte sich unangenehm an, wie das Blut unter seiner Haut zu jucken anfing. Keichii ließ sich nach vorne gegen das Becken sinken und fing an, sich am Hals und seinen Handgelenken an zu kratzen.

Es fühlte sich gut an, befriedigend. Doch als sein Blick zurück in dem Spiegel fiel, sah er was er angerichtet hat. Die Haut am Hals, vorher zart und blass war jetzt blutverschmiert, er hat sich die Haut aufgekratzt. Fluchend griff er erneuert nach dem Tuch und hielt es sich an seinen Hals. Wieder fiel sein Blick zurück in den Spiegel.

Keichii Maebara blicke zurück.

Und hunderte von roten Augen auch.



Schreiend fiel er aus dem kleinen Bad, krachte mit dem Oberkörper gegen den Boden und presste seine Hände über dem Kopf zusammen. Unkontrolliert suchten seine Hände sich ihren Weg zu seinen Hals, seine Fingernägel rissen an der blutigen Haut, öffneten die Wunde noch mehr und gruben sich in sein Fleisch.

Keuchend versuchte er wieder zu Atem zu kommen und zwang seine Hände still zu sein. Jetzt war es eindeutig: Oyashiro-sama war gekommen, um ihn für seine Verbrechen zahlen zu lassen. Doch er hatte sich dem falschen ausgesucht, er war unschuldig, musste für ein nie begangenes Verbrechen büßen…

Und das machte Keichii sehr, sehr wütend. Immer noch zitternd kämpfte er sich auf die Beine. Das Haus war leer und so bemerkte niemand, dass er auf dem kleinen Küchentisch stieg, um das Schwert an der Wand zu nehmen. So bemerkte niemand, dass er in das Zimmer seines Vaters ging, um sich das Chloroform zu nehmen.

Mit diesen Dingen verließ er das Haus, um dem Schicksal seinen Lauf zu lassen.
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