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Don't Die Before I Do

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Dr. Helen Magnus Nikola Tesla
02.06.2014
13.06.2014
11
38.245
1
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Dieses Kapitel
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02.06.2014 1.247
 
So hier ist mal wieder eine Übersetzung. Der Autor der Story ist Snapjinx und hier der Link zur
englischen Geschichte: https://www.fanfiction.net/s/5633140/1/Don-t-Die-Before-I-Do
Ich persönlich finde, die Geschichte ist der absolute Hammer und ich bin gespannt, was ihr dazu sagt.
Viel Spaß! :D

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Zum ersten Mal in einhundert und dreißig Jahren war Nikola Tesla, völlig betrunken, umgefallen.

Eine amüsierte – und sehr unbeeinflusste – Helen hatte vorsichtig das leere Weinglas aus seiner Hand genommen und es auf den Tisch neben den drei leeren Jahrgängen gestellt. Dann hatte sie seine schlaksigen Körper so auf die Couch manövriert, dass er bequem lag.

Nun saß sie am Rande der Kissen und konnte sich nicht dazu überwinden, in ihr eigenes Bett zu gehen. Seit Stunden saß sie bereits neben ihm und beobachtete ihm beim atmen – überraschend leicht, bedachte man die Menge Alkohol die er konsumiert hatte. Seit dem schicksalshaften Tag, als sie sich alle das Ursprungsblut injiziert hatten, verspürte er nie wieder den Drang nach Schlaf. Und weil er von da an immer gewarnt war und ein plötzliches, übermenschliches Gespür hatte, wenn ihn jemand beobachtete, hatte Helen ihn niemals wirklich beobachtete.

Die Wissenschaftlerin in ihr bemerkte schnell den schlanken, jedoch starken Körperbau. Die Art, wie das dunkle, teure Material seiner maßgeschneiderten Kleidung seine Gestalt allzeit umrahmte – selbst im Alkohol-Schlaf auf der Couch. Sie nahm Notiz davon, wie sein eleganter Hals aussah, wenn sein Kopf im Schlaf zur Seite rollte.

Die Art, wie sein ungezähmtes Haar immer gestylt wirkt, selbst wenn es unter Strom stand oder in ein Sofakissen gedrückt wurde. Ihr Photographisches Gedächtnis brachte Bilder seiner unverwechselbaren blau-grauen Augen hervor, selbst wenn sie im Moment hinter seinen Augenlidern versteckt waren. Diese Augen, in denen immer ein spitzbübischer Glanz lag – es sei denn, das Blau war von einem Rot überdeckt, so tief, dass es beinah schwarz war.

Aber jetzt nicht mehr, erinnerte sich Helen, Das blasse Blau wird nie wieder hinter diesem Hai-ähnlichen Hunger verschwinden.

Ihr Augenmerk legte sich zuletzt auf seinen Mund. Die Lippen waren leicht geöffnet und erlaubten das Ein- und Ausatmen. Hinter ihnen waren Zähne, welche sich hin und wieder in ein Grinsen legten, dass so fesselnd war, dass es ihr den Atem verschlug, selbst wenn sie es nicht wollte.

Ja, die Wissenschaftlerin in ihr bemerkte all diese Dinge und speicherte sie im Gedächtnis. Aber es war die Frau in Helen Magnus, welche jedes einzelne Detail so lächerlich anziehend fand.

Froh darüber, dass das Genie in einem alkoholisierten Koma war, streckte sie die Hand aus und strich mit den Fingerspitzen über seine Wange. Zum ersten Mal in einhundert und dreißig Jahren, war seine Haut warm gegen ihre Berührung. Lächelnd glitt Helens Hand weiter nach unten, um über seine Lippen zu streichen. Sie waren überraschend weich. Innerlich wünschte sie sich, dass sie den plötzlichen Kuss im Foyer vor so vielen Monaten nicht einfach unterbrochen hätte. Sein Mund reagierte zu ihrer Berührung, jedoch rührte er sich nicht weiter.

Helen zog ihre Hand zurück und legte sie in ihren Schoß, mit der Absicht aufzustehen und zu Bett zu gehen, da die Sonne bereits beinah am Horizont erschien.

Aber irgendetwas – irgendetwas, das die Wissenschaftlerin in ihr verfluchte – hielt sie an seiner Seite. Dasselbe Etwas, dass sie dazu brachte, ihre Hand durch sein chaotisches Haar fahren zu lassen. Sich auf die Lippe beißend, um ein Kichern zu unterdrücken, fuhr Helen mit den Fingern durch die spitzen Haarsträhnen und brachte noch mehr Chaos in die Frisur. Auf einmal brachte ihr verfluchtes Photographisches Gedächtnis das nächste Ding, das in diesem Moment passte.

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„Nikola!“, Helen blinzelte, „Du siehst so… anders aus.“

Der frischgebackene Vampir betrat das Magnus-Haus mit dem üblichen arroganten Grinsen auf dem Gesicht. Seit der Injektion des Ursprungsblutes vor zwei Tagen, hatten sie sich alle verändert. Nikolas Transformation war jedoch die dramatischste.

Vorbei waren der Tweed-Anzug, das perfekt geölte Haar und der Schnurrbart. Jetzt trat er durch die Tür mit schwarzer, perfekt anliegender Kleidung, glattrasiertem Gesicht und einer chaotischen Frisur, mit der er aus sämtlichen Dinner-Partys geflogen wäre.


„Das Haar ist… interessant.“, sagte James Watson, Lippen verkrümmt in großer Bemühung nicht zu lächeln, „Wurdest du unter Strom gesetzt?“

„Witzige Geschichte eigentlich…“, begann Nikola.

Aber dann fuhr Helen ohne Warnung nach vorne und wuschelte durch sein Haar. Nikola erschrak, perplex von dieser sehr nicht-damenhaften Handlung, aber sein Schock wandelte sich fast augenblicklich in ein breites Grinsen um.

„Ich musste das einfach tun.“, erklärte Helen lachend und zuckte mit den Schultern.

„Fantastisch. Noch eine Sache mit der du alle Aufmerksamkeit auf dich ziehen kannst.“

Nikola wirbelte beim Klang der körperlosen Stimme herum. Seine Sinne waren so geschärft, dass er mit Leichtigkeit den exakten Standort seines, nun unsichtbaren, Freundes erfassen konnte. Mit einem schiefen Grinsen schlug Nikola durch die Luft und seine Hand landete auf Nigels Rücken in einem freundschaftlichen Schulterklopfen.

„Schön auch dich zu sehen, Griffin. Oder auch… nicht. Na ja, du weißt was ich meine. Wie auch immer! Das Haar. Sieht heute vielleicht seltsam aus, aber ich hab das Gefühl, dass es noch ziehen wird. Immerhin müssen Helen und ich nun in Sachen Mode nach vorne schauen, hm?“

Er grinste teuflisch.

„Genauso wie ich.“, warf James ein, „Ich arbeite gerade an einem Anzug, der es mir erlauben sollte, genauso lange wie du zu leben, Tesla.“

Nikola schmollte: „Verdammt. Und ich dachte, ich wäre der Einzige, der eine Ewigkeit mit unserer reizenden Miss Magnus verbringen dürfte.“

Das Lächeln, das er ihr zuwarf, ließ sich ihren Bauch überschlagen.

„Nun denn!“, Nikola klatschte in die Hände und rieb sie sich kurz, „Wegen der Strom-Geschichte. Ich freu mich darauf, sie heute Abend beim Treffen zu erzählen. Ich hab Edisons überzogene Patent-Feier gesprengt, die er für meine Arbeit an dem Elektrischen Stuhl geschmissen hat und hab eine unglaubliche Entdeckung über meine Physiologie gemacht – was mich witziger weise wieder zu den Haaren bringt…“

Abrupt hielt er inne und sah sich um: „Wo ist Druitt?“

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Helen riss sich selbst aus der Erinnerung. Sie konnte ihren Verstand jetzt nicht zu dieser Nacht gleiten lassen. Dafür war sie noch nicht bereit. Jetzt war sie einmal in ihrem Leben glücklich und sie wollte diesen Zustand so lange wie möglich beibehalten.

Sie stand auf, nahm eine Decke von einem nahestehenden Stuhl und breitete sie über den Körper ihres Freundes aus. Ein Körper, der nun wieder anfällig für kalte Temperaturen und Krankheiten war. Mit einem traurigen Lächeln verließ sie den Raum, plötzlich erschlagen von der Tatsache, dass Nikola Tesla sterblich war. Realität war, dass er starb, mit jedem Atemzug den er tat. Selbst als er auf der Couch lag, sanft atmend, weingetränkte Atemzüge nehmend, ging er langsam auf das Ende einer normalen Lebensspanne zu.

Der bitterlich-traurige Gedanke verstärkte sich nur, als sie sich für das Bett vorbereitete und als sie sich hinlegte, fand sie sich wieder, wie sie in ihr Kissen schluchzte.

Sterben. Nein. Nicht Nikola. Nicht er. Er war dazu bestimmt ewig zu existieren, eine Ewigkeit in der großen weiten Welt mit mir zu leben. Nikola…

Allmählich nahm das schwere Schluchzen ab und dem letzten Bisschen Stärke beraubt, rutschte ihr unsterblicher Körper in den Schlaf ab.

Bereits eine Stunde später erwachte sie, schweißgebadet und laut schreiend, dass sie jeden in dem alten Haus weckte – selbst den komatösen Nikola.

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Und? Wie findet ihr den Anfang? Lasst es mich bitte wissen.
Und wenn euch irgendwelche Rechtschreibfehler auffallen sagt Bescheid. :)
LG Helen Tesla
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