[Operation Nautilus] Nemos Vermächtnis

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P18 Slash
02.06.2014
31.01.2019
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Der Wind peitschte ihnen an Deck der Leopold um die Ohren und trieb ihnen den Regen beißend in die Augen. Nachdem die Nautilus seit Tagen, in ein Katz-und Mausspiel mit dem deutschen Kriegsschiff „Leopold“ verwickelt war, war es diesem nun gelungen sie einzuholen. Der hoffnungslosen Situation hingegeben wurde die kleine Besatzung der Nautilus an Deck der Leopold zusammengetrieben.
Verbitterung sah Mike, der der Sohn des legendären Kapitän Nemo und somit der Erbe der Nautilus war, in den Gesichter seiner Freunde. Ben, der stets mürrische Engländer; Juan und das jüngste Mitglieder der Crew Chris und Serena, die die Prinzessin der gesunkenen Stadt Atlantis war. Vor allem galt seine Aufmerksamkeit aber ihrem Kapitän Trautman, der für sie alle so etwas wie eine Vaterfigur war und Singh, Mikes Leibwächter, mit dem ihm eine besondere Beziehung verband.
Die Stahltür der Deckaufbauten flog auf und mit großen Schritten und einem breiten Grinsen im Gesicht kam ihnen der Kommandant der Leopold, Kapitän Winterfeld entgegen.
„Es ist mir eine Ehre, sie alle hier an Bord begrüßen zu dürfen.“, sagte er, nachdem er wenige Meter vor der kleinen Gruppe stehen blieb. „Natürlich wäre es mir lieber gewesen, wenn die Umstände andere gewesen wären, aber ich hatte Ihnen bereits angeboten mir einfach ihre Technologie zu überlassen!“
Trautmans Gesicht verdunkelte sich. Er straffte sich und sein Alter gab seiner Entschlossenheit keinen Abbruch.
„Und ich hatte Ihnen bereits erklärt, dass das nicht möglich ist. Keine Nation der Welt sollte in Besitz der Technologie sein, die die Nautilus beherbergt. Die Folgen könnten katastrophal sein!“
Wenn Winterfeld enttäuscht war, dann lies er es sich nicht anmerken. Aber wieso sollte er auch enttäuscht sein, lag doch alles was er wollte geradezu vor ihm.
Er lächelte nur triumphierend.
„Kapitän Trautman, wie Sie vielleicht schon gemerkt haben, sind sie nicht gerade in der Position Forderungen zu stellen.“
Seine Stimme wurde leiser und beiläufig wischte er sich den Regen aus dem Gesicht.
„Ganz im Gegenteil, Trautman. Ich weiß das wir beide Landsleute sind. Ist Ihnen bewusst, dass Sie ihr Land verraten, wenn Sie uns die Technologie nicht aushändigen?“
Mike spürte wie sich die Luft vor Spannung immer mehr aufzuladen schien und seine Muskeln verkrampften sich. Hilfesuchend blickte er in Singhs Augen, seine direkte Anwesenheit gab Mike Kraft und Zuversicht.
Ein Donner grollte und dann ein Blitz. Wortfetzen drangen an Mikes Ohr.
„Kapitän, wir sollten Ihm zeigen wie wir mit Verrätern umgehen!“
Mike sah etwas glitzern und sein Körper bewegte sich geradezu von selbst. Dann zog ein greller Schmerz durch ihn.
Mike begriff zuerst nicht was los war. Wie durch zähen Sirup nahm er die Situation war. Er stand vor Trautman, der Regen, der Schmerz und etwas Warmes schien an ihm herunter zu laufen.
Entfernt nur, nahm er entsetzte Stimmen wahr.
Langsam glitt sein Blick an sich herunter. Wie durch einen dünnen Vorhang sah er das Messer, das so eben aus der klaffenden Wunde gezogen wurde. Ungläubig, als wäre dies kein Teil von ihm, wanderten seine Fingerspitzen zu seinem Bauch. Als er sie zitternd zurückzog, war alles Rot von Blut. Die Blase um ihn herum zerbarst und die Ereignisse prasselten nun auf ihn ein.
Ein Stöhnen entfuhr ihm, als seine Beine unter seinem Gewicht zusammensackten.
„Mike!“
Mike nahm nur am Rande war, wie Trautman ihn auffing und langsam zu Boden gleiten lies. Das Gesicht seines Kapitäns über ihm verschwamm immer wieder, während der Regen unaufhörlich auf sein Gesicht trommelte.
Singh erwachte als erster aus der Starre. Er riss Mikes Hemd auf und für den Bruchteil einer Sekunde stockte er, als er die Wunde sah, dann drückte er einen Stofffetzen auf diese.
Das Blut quoll weiter aus der Wunde und verband sich mit dem Regenwasser auf Deck zu einem roten Rinnsal, doch er würde einen Teufel tun und Mike einfach so gehen lassen!
„Mike!“, rief er. „Du musst wach bleiben, hörst du?!“
Mike sah ihn aus glasigen Augen verständnislos an.
„Ich bin müde.“, flüsterte er schwach und kaum hörbar. Seine Augenlider waren so schwer wie Beton und es war einfach nur ein angenehmer Gedanke sie zu schließen.
„Nein.“, entfuhr es Trautman und schlug Mike mit der flachen Hand leicht auf die Wange. „Mach die Augen auf, Junge. Hörst du? Bleib hier!“
Mike spürte nichts mehr, außer das stetige Trommeln des Regens das am Rande seines
Bewusstseins klopfte. Er dachte immer sterben sei etwas Schreckliches, begleitet von Höllenqualen. Doch er fühlte wie alles Negative, wie Angst und Schmerz, langsam von ihm weg glitt und etwas neuem Platz machte, dass sich fast friedlich anfühlte.
Dann spürte er grobe Hände und ihm war, als würde er kurz fliegen.
Nein, jemand musst ihn hochgehoben haben.
Auch die Unterlage war eine andere: Statt hart und kalt, jetzt weich und kalt.
Dann war da kein Regen mehr.
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